Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1957
- Issue
- Heft 104 (Dezember 1957)
- Date
- 1957-12-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 D I F: S T I M M L Nr. 104 Interessantes aus Israel 10. JAHRESTAG ISRAELS Am 24 Novomhor 1447 öffneten die Vereinten Nationen ein neues Kapitel in der Geschieht''1 unserer Generation, sie stimmten für di' Errichtung des Staates Israel. Eine von den Vereinten Nationen Gestimmte Sonderkommission stellte im ehemaligen Palästina gewissenhafte Untersuchunyen an, deren Eryehnis im Vorschlag qipfelte. einen souveränen jüdischen Staat und einen unter arabischer Oberhoheit stehenden Staat zu gründen. Im April 1458. am 10. Jahrestag seiner Selbständigkeit, wird Israel unter seinen Gästen Persönlichkeiten begrüßen dürfen, die eine ausschlaggebende Rolle bei der Annahme der Resolution der Vereinten Nationen am 24. November 1447 spielte. Diese Persönlichkeiten erklären jetzt öffent ich, daß sie stolz darauf seien, an der historischen Debatte mitgewirkt zu haben, die zur Gründung des Judenstaates geführt hat. Alles, was sich bisher politisch und sozial im Lande ereignet, unterstreicht die Größe der Aufgaben, die Israel auf sich genommen und in den verflossenen Jahren erfüllt hat. Es ist daher ein heiliges Gebot, den 10. Jahrestag des historischen Beschlusses der Vereinten Nationen zu gedenken, zu würdigen und ihn in tiefer Dankbarkeit zu begehen. KOLONISATION Verdreifachung des landwirtschaftlichen Ertrages seit Gründung des Staates. Während die Bevölkerung sich seit .Staatsgründung verdoppelt hat, ist der landwirtschaftliche Ertrag dank der Entwicklung und des Ausbaues älterer Siedlungen und der Gründung von neuen auf das Dreifache angewachsen. Diese zusätzlichen 200 sind zu gleichen Teilen auf Rechnung von älteren und neueren Siedlungen zu schreiben, 66 aller Nahrungsmittel für die israe'ischen Bevölkerung werden von der eigenen Landwirtschaft bestritten. 6.500 ehemalige Jugoudalijah - Zöglinge in Kibbuzim. 6.500 d. h. 16,5 , aller durch die Jugenda'ijah Gegangenen sind feste Kibbuzmitglieder geworden und machen somit 15' der gesamten arbeitenden Kibbuzbevölkerung aus. Während der ersten 20 Existenzjahre der Jugendalijah bis 1453, sind 45 000 Zöglinge in den verschiedenen Institutionen der Jugendalijah, hauptsächlich in Landwirt schalIliehen GemeinschafIssied- Innyen ausgehildot worden, .1 ER USA LEI Die ,,Rockefeller Foundation" hat für Israel eine Summe von 62.000 Dollar zur Verfügung gestellt, um die Ueherlragung von Viren durch Insekten zu erforschen. Sie gratulierte hei dieser Ge egenheit Dr, Nathan Goldblum, der bereits nützliche Forschungen über den Virus des Nilfibers durchgeführt hat. ferner hat die Foundation dem Direktor der Bibliothek der Hebräischen Universität, Dr. Kurt Worman, 5000 Dollar gestiftet, damit eiamerikanische Schu'en und Bibliotheken an Ort und Steile studieren k a n n. Ausarbeitung eines Planes zur Ansiedlung von 1 OOOMittelstandsfamilien. Leon Dultzin, Chef der Wirtschaftsabteilung der .Jewish Agency, gab Einzelheiten über einen Plan, 1000 Mittelstandsfamilien anzusiedeln und die Errichtung kleinerer Industrieunternehmen für dieselben zu fördern, bekannt. Diesem Plane gemäß, sollen 13,000.— fsraelpfund zur Einordnung investiert werden und zwar hauptsäch'ich für K'einkapitalistenfamilien Diese 13.000.— Israelplund würden zu gleichen Teilen vom Keren Hayesod und dem Handels- und Industrieministerium investiert werden und der Gründung von Gesellschaften, Kooperativen und Industriezentren, in denen Gruppen von Einwanderern sich zusammentun und zusammen arbeiten können, gewidmet sein. Einordnung von 700 Einwaudererfamilien in Jerusalem. ln den letzten Monaten kamen 7( 0 Neueinwandererfamil'en in Jerusalem an, 160 Familien wurden in Kirijath Vowel untergohracht. Zwei Neuankömmlinge aus Ungarn, Sachverständige für Kartonagenfabrikation, gründeten eine Kooperative und bringen dort diese Berufsgattung weiteren fünf Einwanderern hei. Das Unternehmen wird von der Einoi dnungsabteilung des Jerusalemer Arbeiferverbandes unterstützt. Israal'sch—Syrische WaffensUIIstands-Kommissio». In einer Sondersitzung der syrisch - israelischen Waffenstillstandskommission, die am 14. November stattfand, wurde eine informelle Vereinbarung geschlossen, derzulolge keine der beiden Parteien die legitimen Arbeiten, die im Hoheitsgebiet der anderen durchgeführt werden, stören darf. Ferner kamen Israel und Syrien überein, Meinungsverschiedenheiten in Zukunft auf friedlichem Wege zu bereinigen und sich zu diesem Zweck der Waffenstillstands- Kommission zu bedienen. Die Sitzung der israelisch - syrischen Waffenstillstands - Kommission, die auf syrischen Antrag einberufen wurde, war die erste seit dem Jahre 1455 und sie wurde, im Gegensatz zu der bis dahin üblichen Gepflogenheit, nicht mit einem Urteilsspruch, sondern mit einer wohiabgewogenen Erklärung des Vorsitzenden, des norwegischen Colonel Christian Moe, abgeschlossen, Die Parteien erklärten übereinstimmend, daß die Drainagearbeiten, (am südöstlichen Ufer des Genezareths-Sees) durchgeführt und nicht gestört werden dürfen. Nicht vergjessom S as. Apriiioss 10. Unabhängigkeitstag Israels Buchen Sie Ihre Reise zeitgerecht! eun W yj/)x ISRßft filRUHfS jNlW’yiW'TJU Wien I, Stephansplatz 10 — Telephon 63-85-84 Chaim Weidmann Zum Gedenken (5. Todestag) In einer solennen T’eier, veranstaltet von der Zionistischen Föderation, aus Anlaß der 'Wiederkehr des fünften Todestages^Ch^irp Weizmanns, sprachen der erste Sekretär der Isrealischen Gesandtschaft Dr. Moshe Dak und der Delegierte der Zionistischen Exekutive Dr. Aron Zwergbaum, Worte des Gedenkens. Aus Reden und Schriften. T. Wir wollen keine Kolonisierung im Geheimen und auf Umwegen, wie unsere Gegner behaupten. Wir sagen aber, daß 5000 Siedler mit einem Charter besser sind als ein Charter ohne Siedler, Den Charter können wir bekommen, wenn wir in Palästina sind, Zionismus ist nicht die Antwort auf die Not der Gegenwart: Er ist für uns eine vollkommene Weltanschauung welche alle Werte unseres Lehens beinhaltet.. II. Ich sehe diesen Krieg als einen Kampf zwischen Siegfried und Moses an und ich glaube an die Unbesiegbarkeit des Moses, der ärgere Dinge überstandnn hat als 43 cm Geschütze. Die gerechten Grundsätze der Bibel werden wieder zu Ehren kommen und vielleicht auch das Volk, welches der Welt die Bit eI ge schenk t hat. III. Die Erklärung zu Gunsten des jüdischen Nationalheims in Palästina war natürlicherweise mit einer Garantie der ,,bürgerlichen und religiösen Rechte“ der Nichtiuden in diesem Lande verbunden, Es sollte Labsolute G eichheit hinsichtlich der individuel en Rechte zwischen Juden und Arabern herrschen. Was jedoch politische ,,Gruppenrechte" anbelangt, besteht kein Zweifel, daß die Verfasser der Balfour-Deklaration des Mandates an ein jüdisches Gemeinwesen in Palästina dachten. Palästina sollte ein jüdischer Staat sein, in welchem die Araber die vollsten bürgerlichen und kulturellen Rechte genießen sollten; jedoch um ihre eigene national Individualität staatspolitisch auszudrücken, hätten sie sich an die arabischen Nachbarländer, Syrien, Irak, Hedschas ect. zu wenden. In einer analogen Position befinden sich übrigens auch Minderheiten, die mächtigen Kulturnationen Europas angehören. Die verantwortlichen arabischen Führer ha! en damals diese Idee akzeptiert. Iri meinem Besitz befindet sich ein Vertrag, der von Emir Feisai, jetzt König von Irak, unterzeichnet ist und wo zwischen Palästina und den arabischen Staaten genau unterschieden wird, IV. Unter den Antisemiten ist keine Abart so interessant wie; dir; gefühlvolle. Ihre antisemitischen Äußerungen gründen sich immer auf ein Kompliment. Sie sagen uns: ,,Ihr seid das Salz der Erde" und es gibt Juden, die sich dadurch außerordentlich geschmei he t fühlen. Ich finde, es ist kein Kompliment das Salz der Erde genannt zu werden, Jeder braucht dieses Salz, für seine Nahrung und es löst sich in dieser auf. Salz, ist nur bekömm’ich in kleinen Mengen. Wenn zu viel Sajz in der Nahrung ist, dann schüttet man sie weg, mitsamt dem Salz, Das heißt also: gewisse Länder können nur eine gewisse Anzahl von Juden verdauen. Wenn dieses Quantum überschritten ist, greift man zu einer drastischen Maßnahme, die Juden müssen hinaus Man nennt uns nicht nur das Salz, sondern auch den Sauerteig. Die Juden sind also sowohl das Salz als auch ein nützliches Ferment, Sie bringen außergewöhnliche Gedanken hervor, haben treibende Kraft und Energie, sie bringen die Din m in Bewegung. Doch auch das ist ein zweifelhaftes Kompliment, Es besteht nur ein ganz (einer Unterschied zwischen einem Ferment, und einem parasitären Gebilde. Wenn die Gärung nur um ein Weniges über einen gewissen Punkt hinausgeht, setzt ein parasitäres Wachstum ein. Diejenigen, die höflich sein wollen, nennen uns ein Ferment, die anderen drücken es weniger höflich und weniger Avissenschaftlich aus und sagen lieber ,.Parasiten", „Man wird nur dann als Gast behandelt, wenn man se her Gastgeber sein kann. Die Schweiz ist ein kleines Land und es leben mehr Schweizer im Ausland als in der Schweiz. Aber es gibt kein antisch weizer Gefühl in dem Sinn wie es ein antiiüdisches Gefühl giht. Der Schweizer hat seine Heimat, wohin er zurückkehren und wohin er andere einladen kann. Es ist ganz, gleichgültig, wie groß diese Heimat ist, wenn es nur die eigene ist. Wenn wir unsere Stellung in der Welt befestigen wollen, dann muß ein Teil der Juden in der Heimat leben, im eigenen Land. Wenn wir auf fremden Universitäten gleichberechtigt sein wollen, müssen wir unsere eigene haben. Die Universität in Jerusalem wird sich auf Eure Lage hier im Land auswirken. Porfessoren aus Jerusalem können nach Harvard kommen und umgekehrt,'1 V. Ich glaube an die Ewigkeit von Israel, In dieser Well, in welcher Alles zusammenbricht, sollten wir Juden in der Ewigkeit Israels einen dauernden Faktor sehen. So denke ich und so Fühle ich und ob ich nun lormell diese oder jene Form der jüdischen Religion halle oder nicht, ist dies mein fester Glaube und wenn das Religion ist, dann bin ich religiös. Das war mein Leitstern, mein ganzes Lehen lang.