Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1957
- Issue
- Heft 103 (September 1957)
- Date
- 1957-09-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seit-'' 2 Dil STIMM L Nr. 1(H Zionistisches Aktions-Komitee Eröffnungsansprache Dr. N. Goldmann Die diesjährige Sitzung des Zion. Aktions - Komitees wurde durch Herrn J. Sprinzak, dem Vorsitzenden des Präsidiums des Aktions- Komitees eröffnet Er begrüßt0 Tee Staatspräsidenten, Mitglieder der Regierung die OV°tv lbbiner und die Yertieter der Zionistischen Bewegung weDhe si:h in J-°rusa em versammelt haben, um übe1- P»-o- Meme welchen sP h die ßev. egu ig und der Staat Israel ge’O-niher sehen, zu beraten . Die diesjährige Sitzun? des Aktions-Komitees folgt, zwei großen und entscheidenden Ereign'scm: der Sinai-Aktion und der wieYm begonnenen Massenei.»wände un . Herr Snr n-ak skHz/orte die Aufgaben des Aktions-Komitees und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die diesjährige Sitzung si h hO-iähriger zionis1 ist her G^shi hte wnrgi erwei-e, Die Hauptrede des Abends b°- sand in einem großan el°gten Referat des Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation, Dr. vahutn Goldmann in welchem er die derzeitige La'e des jüdischen Yolk.es und der z:onistisch°n Bewegung fol endermaßen umriß Die leiden hervorrage ulen Ere;gnisse dieses Jahres warea die Sinai-Aktion mit al1 ihren Fo gen und zweitens der Beginn der amen großen Einwanderung, besonders aus Europa. Ich will nirhf in a ien Einzelheiten die Keru täte desSinai-Feldmges werten, welcher eine militärische Glanzleistung darstellte. nolitisch allerdings ein viel schwenge^es Kapitel war Vom allgemeinen israelischen Standpunkt aus gesehen, brachte es als Hauptgewinn eine I r unati i ru eg von Israels Sicherheitsmoblemewie sie nie zuvor er-ei ht winde und heeindruckbe die Weltmrnung durch den explosiven bh.imd-v des Nahen Ostens — der d.on t verbundenen Gelahr für den Wel - frieden und der dringenden Notwendigkeit, eine Stabilisierung in dieser Gegend herbeizu'ühre n wes nicht ohne Frieden zwischen Is>ael und den arabischen Staaten geschehen kann Ohne d e ool lieh-i Lage im ein-einen zu erörtern, ha- Fortsetzuog von Seife 1 möge ER in uns den Glau1 en an die ewig-geheiPgten Fundamente stärken und hei un sre'- Hände Werk weilen, daß der Entwicklung des Landes zum S'ren gereiche und die Ausgestossenen unseres Völ es zurückfinden können. Seit Jahrzehnten ist es das große Verdienst, dos Keren K >y imnth Leisrael, die hei ige Pf Pht der Podenbefreiung auf sich genommen zu haben. Dank der Ar1 eit dos Ke en Kayemeth Leisrael I e 'innen jetzt d e E i n ö d e n z, u I I ii h e n, die Felsen und I coge w irden vom Geröll l eh eit, der Boden wird vorbereitet, und so könum ungezählte Neueinw-mde-'er erlaßt und im h ulicen Land aiv'ednd'dt worden. Teure Brüder, leiht d un M-ieo Kayemeth leisrue! Eure HanTl und helft ,hm, seine wichtigen Aufg-i- 1 eri zu -erfüllen, auf daß der fl* r Euch segne! Isaac Herzog Oberrabbiner v. Israel he ich den Eindruck, daß wir in eine Periode eintrelen, in welcher die Möglichkeit eines Friedens zwischen den Arabern und Israel durchführbar'er ers he n* als je zuvor Es gibt zwei Grund * für di°se Peurteilu"g: erst'ms die I ts.u ti \ daß die arabischen Führer, auch wenn sie es noch nicht öffentlich z.uge ep, lan’ am davon üt e -/. mgl werden, daß Is aT ein daue.liaP’es Gebilde ist, und sr* beginnen ihr Denken diesem fait accompli anzupassen. Der zweite Gni id n>t, daß sich die großen Mächte der Gefahr für den Weltfrieden bewußt werden, welche die c haotischo Lage im Mittleren Osten darstei E Sie sind daher bereit, mit diese*- Log"! sich wirksamer zu befasse', als sie es bis je17t getan haben, ganz besonders, da keine der G.-oßmäcfPe einen Krieg wünscht. Sogar die Sowjet - Union, trotz ihrer äußerst unfreundlichen Haltung Israel gegenüber, und ihr°r Ermuti »ung des extremen arabischen Nationalismus, ist am Weltfrieden interess art, besonders nach den Veränderungen in ihrer Führ ° rschichi. D e e Siuation -eröffnet Ausbli we für einen Frieden mit all bei een unschätzbaren Voile 1 n fü<■ Israel. Anderer, e ts birgt sie , ewi.se Gefahren, daß Versuche unternommen werden einen Frieden aufzuzwingen, dar für IS'aH unannehmbar wäie und seiner Zukunft schaden könnte. Dias bedeutet, d iß mehr denn ja zuvor das jüdische Volk, Israels; uver äss gsfer Verbündeten auf de<- Hut sein muß, he reit, Israels ebenswichtige lutereren zu verteidigen, und auch, daß die zionistische Bewegung fortfahren muß, das Volk für diese Arbeit zu mo bilWeien. Die Haltung des jüdischen Volkes in seiner ül'e>-w‘iifi- <■ enden Mehrheit währ md des Sira -Feld u a--. s:i-e So ida i ät mit Israel und seine Ber.aitscn.ilt zur uneinigen Unterstützung hara.htigt uns zu der Ui erzen gune. daß bei ,adar zu;ünftigen politischen Kri e das jüdische Vol : seiner historischen Verantwortung g-'reiht werden wird. Zum Glück für Israel und für uns al e, war der zweite Tai. des vergangenen Jahres nicht in erster Linie mit politischen Problemen ausgefiTt und der Verteidigung von Israels Interessen, sondern hauptsächlich mit den Problemen der wied°reinsetzen''en Mas e e nwanderung Diese Einwanderern > hat einen neuen speziiis heu Charakter, angesichts der Ta Da he, daß ihre Mehrheit aus europäischen Ländern kommt Dies gibt ihr eine außerord mTi• he his or/s he Bedeutung, nicht nur, weil sie nach Israel Elemente bringt, welche hier dringend benötig,t w ir ien und die ohne Zweifel einen große i Beitrag zum Aufbau des Landes l listen werden, sondern ganz. besourJe,-s, weil sie Aussichten eröffnet auf eine Rückführung jener JuJenheiten, welche fiir unser Volk verloren zu sein schienen. Wenn wir nun den Punkt, erreicht haben, an wep/hem Z hnlausend.e von Juden auf toga'e Weise aus diesen Ländern nach Israel einwanderu, so ist es nicht länger mehr eine donquichotische II usion zu hoffen,, d iß ander0 Länder, und sogar die Sowjet - Uibon uot°r ihnen, auch dm Tore für -eine jüdische Einwanderung nach Israel öffnen werden. Dies bringt mich zu d er üherzeugune d'ß d e Z°it für das jüdische Volk gekommen is*, sich aktiver und ollen mit dem großen Probl°m des Lehens und der Zukunft dee, osieurop"is hen Jud n'ums zu befassen. Ls s’slt den \ laur>frb°'-rest aus der NaNhM e da1-. Ls i.M in Gefahr, sich geistig aufzulöcen und für unser Volk v-*r oren zu gehen. In erster L nie ist dies das Problem ihrer Fähigkeit und ih es Rechtes, als Juden zu laben, als Teil des jüdischen Volkes in de- Welt. In dieser Hinsicht De teht eine Diskriminierung, ganz besonders in de-- Low et - Union. Sie genießen nicht, als Minderheit, die gleichen Rechte und Möglichkeiten, welche anderen nationalen Minderheiten in Rußland zustehen. Das jüdische Volk kann keinesfai s sein lebenswichtig-s Interesse an diesen dre einhalb Mil innen Juden aufge':en, und die Zeit ist gekommen, dieses Problem auf die Tagesordnung der Weltöffentlichkeit zu setzen. Dies heißt nicht, daß wir ge-en die S'ow et-Un:,in oder gegen irgend ein soziales Sys’em kämofen. Niemand weiß, wie hinge es dauern wird, bis wir Resultate erreichen werden. Doch die Liberalisierung, welche in Osteuropa und in der kommunis isrhen Welt vo>- sich geht, gibt uns die Hoffnung, daß wir in der La°e sein werden, durch unsere ununterbrochenen Bemühungen, die Rechte der osteuropäischen jüdischen Gemeinschaft er., ihr eDenes Lehen zu führen, und am gesamt-jüdischen leben teihunehmen, einschließlich des Re.h’es zur Auswanderung na°h Israel, zu sichern und einen Wechsel ihrer Lage herbeizuführen . Was das Problem der jüdischen Einwanderung nach Israel he'rifft, so gibt es noch einen anderen Teil der Weiß in dem eine unbeDiecii- °ende und unannehmbare la e vorherrsch’, nämlich Nord-AJrP a. Es gab eine Zeit, in d°- wi" um um die rhysischn Sich0-heider Jude», i Nord-Afrikas soigen. Clü klhh°rwei e waren unsere Be für h’uigei unf ernchtigt. Die Führeider neuen unabhängigen Sb-aten Norda'rHas, Junis und Marokko, haben ihre VersDrechungeu gchaPen, keine physischen A-griDe g;gen Jucken zuzulassen und sie als g iehberechtigte Bürginihrer Lälnder zu behandeln. Was jedoch die Freiheit der Auswanderung betlifft, so herrscht he immer neu h cd ne unbefriedigende Lage vor, Was nun d e al'g "meine jüdische Lage betrillt, so ist das Hauptproblem nicht mehr das t? 1 eir h \ w e mach dem II. Weltkriege. Das Problem ist nicht nr'hr in erster Lini - physische und politische SP h Mr-il lür d'ese jüdisi h n Gemenis halle°, sondern ihr kuFurMes jüdi.-uhes Leben. Antisemitismus ist, wenigstens im jel/P Mi Zeitpunkt, ui .hl das llauplprol lern jüdischen Lebens außerhalb Israe s, l as wahre Pro! lern isb die jüdische Identität zu bewahren, die Band.; der Juden der Diaspora mit ihrer jüdisi h in Vergangenheit, ihrem »ü.lis han Lrl e und mit Israel zu stärken. Die Hauptgefahr für unser Volk ist Limite nicht physische Ausrottung oder politische Diskriminierung. Im gleichen Maße, in welchem sich die äußere Lage der Juden in der Uiasnora sowohl politisch wie wirtschaftlich ce1 essert hat, vergrößerte sich die interne Gefahr der Assimilation. Dies Problem muß das I lauptarliegen d 's jüdischen Di-aspora-Le’ ens werden, und die zionistische Bewegung muß sich mehr u'd mehr darauf I ooznniri 'r 'o, d e n Gefahr zu bekärnolen und die junge Generation ua..e,-es V"-P es zu retten. D e zionistisch0 Bewegung hat in den letzten Jahren begönne \ auf d esrun Gebiet eine große Aktivität zu .entfalten. Ls wird diese noch zu verstärken haben, trotz der iinazrd en Lad, weiche d e neue Massen JnWanderung mit sich bringt. Allgemein kann gesagt werden, daß das tiefe Interesse und das Gemeinschaftsgefühl der überwältigenden Mehrheit des |iidisrhen Vol-! es in der ganzen Welt mit Israel sich nbht verringert hat und si ch immer wieder ganz besonders in Zeiten derKUse manifestiert, l’rolzdem sollten wir nicht la ind auf dieses Interesse hauen. Es muß wachgehalten und organisiert werden, um die fortges'tzte Solidarität des jüdischen Volkes mit Israe! zu sichern. I h bin überzeugt, daß dies das Hauptanlie en der isra°l;schen pu1 die le.aiions sein muß, weit wichtiger als die Beziehungen zu au-ländischen Mä h e>\ wie wichtig d eie auch immer sein mögen. Was nun den Überblick eine' spezifisch zionistischen Entwicklung I etriift, so fürchte ich, daß mein Rechens:haflsbori.ht weniger positiv ausfäl t a s jener über die moralische Hille iür Israel während der Sinai-KrLe oder die große Ar-! ei», welche im Hinblick auf Einwanderung und Eingliederung der Einwanderer und Kolonisation geleistet wurde. Innerhalb der organisa'orischen Sphäre hat sich nicht viel ceänd'erb und wenig wurde erreicht. Der letzte Kong.eß hat eine giuudle e nde Nouo>-gan sie ung der Bewegung beschlossen; gemeint war damit, eine nähere Zus^mmena»*1 e t al'er zionistischen Gruppen zu erzielen, sowie die Tore neuen Elementen zu öf fnen. In diesem ersten Jahr nach dem Kongreß ist in dieser Hinsicht nie ht viel vollbracht worden. Lin Grund dafür liegt in der Jalsache, daß für viele Monate, piakliseh seil März, die ganze Bewegung, sowohl die Führerschaft wie die große Masse, in erster Linie und ausschließlich mit der Sinai- Krisis befaßt war, sowie mit den moralischen und finazieljen Verplliehtungen, die aus dieser Kri,-.is resultierten. Aber es gibt noch einen anderen Grund lür diesen mangelnden Fortschritt, nämlich den 'Widerstand gewisser Gruppen innerhalb der Zionistischen 'Weltorganisation und zionistischer Par- IQ en verschiedener Länder gegen leden radikalen Wechsel im Aufbau der Organisation. / usammenlasseiuf glaube ic h, daß wir stolz sein dürton, aut die von Lsrael im letzten Janr vollbrachten Leistungen, fsrael hat seine Isolierung durchbrochen. Ls hat der Well seine Sic herheitsprobleme