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Die Stimme · 1957-09-01 · Heft 103 (September 1957) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
1957
Issue
Heft 103 (September 1957)
Date
1957-09-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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timme Gttycm det AtitytvntiviZH iiöhisteft tft Ösietteick Zionistischer Landesverband Wien Preis 2 Schilling V. b. b. Reduktion ti. Administration: | Wien IX, UniversitHtsstr. 4 4 1 Telefon A 26 4 73 Postseheck-Konto Nr. 134.292 1 September 1957 g BiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiBI Nr. 103 ROSCH HASCHANA 5718 Unser Wunsch, unsere Hoffnung Der Geschichte entnehmen wir folgende Prophezeiungen eines Psalmisten: ,,In Freuden werdet Ihr ausziehen und in Frieden werdet Ihr heimgeführt werden auf geradem Wege, um Euch zur Stätte Eurer Sehnsucht zu bringen". Die Geschichte lehrt uns weiter: Als die Zeit heranrückte, in welche nach der Gesetzesvorschrift und nach altem Brauch mehrere Feste fallen, sammelten sich die FamPienältesten aper Klassen in Jerusalem und schritten, unter Anleitung von Serubabel und Josua zum ersten Akt der Neugestaltung; sie errichteten einen Altar aus Stein, welcher der Ansatz zum Tempelbau sein sollte. Beim Aitar stimmten die Leviten Lobgesänge an: „Auf, laßt uns dem Herrn singen, jubeln dem Hort unseres Heils! Erzählt unter Nationen seine Glorie, unter al'en Völkern.seine Wunder! Sin; et dem Herrn ein neues Lied, denn Wunder hat er getan, vor den Augen der Völker hat er sein Heil offenbart" . . . Ein Land, in dem einmal ein Wunder geschehen ist, wißd immer neue Wunder hervorbringen, doch darf man nicht, mit verschränkten Armen auf Wunder warten. Nur durch Arbeit und sichtbaie Leistungen sind Wunder zu erzielen, tsraei entstand dank der unbändigen Sehnsucht der .Judenschaft nach Erneuerung und Festigung ihres nationalen Lebens und physischen Volksbestands. Aus vielen Ländern strömten Juden in ihr Land, das von anderen Völkern zerstört worden war und aus unkultivierten Flächen, steinigem Boden und Wüsten bestand. Die Eingeströmten drängten sich wie Kinder an die wieder auf erstandene Mutter . Als im Jahre 1048 die Gründung des Staates Israel feierlich proklamiert wurde und der israelische Jischuw das Land sein eigen nennen konnte, war die Freude; überwältigend. Aber das Land mußte, trotz der unendlichen Mühe und Arbeit, die von Juden, vor Erlangung der Souveränität, geleistet wurde, erst recht aus den Trümmern erbaut werden. Es tauchten in Erez Schw.ei igkeiten auf, die zu überwinden, übermenschliche Kraltanstrengung erfordere. Und es gelang! Al erdings sind vie.e Schwierigkeiten noch nicht überwunden. Das Land wartet auf Neueinwanderer, um leben zu können. Ein warmer Freund der Juden und besonders Israels, Dekan MAAS, sprach von unserer Erlösung fo'gende Worte: „Die jungen Menschen, die in dieses Land der Stummheit und Oede gekommen waren und in ihm das .Gelobte Land1 gesehen hatten, haben sich damals, wie auch heute noch, diesem Land als ihrer großen, von Gott gegebenen Aufgabe hingegeben. Sie fühlten sich berufen, dem verflucht gewesenen Lande Erlösung zu schaffen, um selbst Erlösung zu finden. Nun sind die Menschen in Israel groß, frei und erlöst geworden." Tätige Lebenskräfte und zwingende Erscheinungen des Lebenskampfes führen immer wieder zur greifbaren Wirklichkeit; sie haben der bereits bestehenden Medinah das Wachsen ermöglicht! Wir waren Zeugen der Gründung der Medinath Israel, erleben und bewundern den Aufbau des Landes, sehen, wie unsere Nation aus schwerster Not sich zu höheren Lebensformen emporgehoben hat und segnen die unbeugsame Kraft des israelischen Jischuw, der unaufhörlich neu gestaltet, hohe Ku'tur gebiert, und zu zivilisatorischer Höhe emporwächst. Es waltet in Israel die ordnende Hand logischer Gesetzmäßigkeit, verleiht uns die Gewißheit, daß die nationale Entwicklung zu idealen Zielen emporstrebt und edle Regungen der Volksseele sich zum Glanze erheben. Ein fester Ring schloß sich um die Volkskräfte und es entfaltet sich ein reiches, nationales und soziales Leben, das eine Fülle von großen Erlebnissen umspannt! Israel schuf in einem sehr kurzen Zeitraum eine Industrie, den Handel in relativ großem Maßstab, eine Reihe von Hochschulen, in deren Mittelpunkt die Hebräische Universität steht, höheres Schulwesen, landwirtschaftliche Schu en, Forschungsinstitute, Laboratorien und baut unaufhörlich neue Chausseen und Eisenbahnen. Jüdische Hände vollendeten bereits die Bahnlinie Lud - Bersheba, die das Zentrum des Landes mit dem Norden des Negew verbindet und eröffnet die Möglichkeit, die natürlichen Reichtümer zu bergen und sie rasch zu transportieren. Der Ne-ew wird mit den modernsten Mitteln erschlossen und Tunnels werden durchstochen, um Wege abzukürzen. Durch den ersten fertigen Tunnel fließt bereits Wasser vom Jordan zum Negew. Wasserreservoire wurden angelegt, wodurch das Landschaftsbild eine wohltuende Veränderung erfahren hat. Bodenschätze werden gehoben und durch die Freimachung des Seeweges nach Eilaih wird den Mineralprodukten Israels aussichtsreiche Märkte erschlossen. Die Rohölpioduktion Israels ist im Steigen begriffen. Granit, Marmor und Ton werden in größerem Ausmaß verwertet. Die wertvollen Salze des Toten Meeres werden einen wertvollen Epxortartikel bilden. In Bälde werden alte Bergwerke erschlossen und die Kupferproduktion wird beginnen. Israel schafft ständig neue Werte und schließt sich volkswirtschaftlich der großen Welt an. Rühmlich spiegelt sich die nationale Begabung des Volkes ab, sein Geist wird gestärkt und das historische Bewußtsein vertieft und veredelt sich. Es gilt noch, d e politischen Schwierigkeiten zu überwinden. Möge im beginnenden Jahr 5718 den Juden im allgemeinen und dem Jischuw in besonderem beschieden sein, die unerschöpflichen Energien die unserem Volke in.newohnen, weiter zu betätigen, um Macht und Glanz in unserem Dasein zu entwickeln. Weit sei offen unser Harz für Israel und für alle unsere Brüder in der Welt. In diesem Sinne senden wir unsere Glückwünsche anläßlich Rosch- Haschanah dem Präsidenten der Medinath Israel Ben Zwi, den Mitgliedern der Knesseth, der Regierung und der Zwa-Haganah. Unsere Wünsche gelten ebenso allen unseren Freunden im In- und Auslande, dem Gesandten des Staates Israel in Oesterreich, Herrn Minister Bentsur und allen uns gutgesinnten Menschen. Bernhard Braver cAn meine Oie Uder und Q-eeuude! Zu Beginn des neuen Jahres entbiete ich Euch meinen getreuen Gruß! Möge das neue Jahr der gesamten Judenheit Leben, Segen und Frieden bringen! Das kommende Jahr beschließt das erste Jahrzehnt unseres neuerstandenen Staates, wir empfangen es mit Gefühlen der Dankbarkeit und preisen den Herrn im Gebet. Wir danken Gott für die Gnade, die eden Resten unteres Volkes erwiesen, für die Errichtung des Staates und den Beginn der Ein Sammlung der Verstreuten; für die Kraft, die ER dem Heer Israels bei der Befreiung und Verteidigung der Heimat gegeben hat; wir danken Ihm für das wachsende Ansehen, zu dem Israel im Land seiner Väter und in der gesamten Welt gelangt, zum Ruhme uns aller, rOer ^Präsident der Medinath Israel Ben Zwi übermittelt anläßlich des Rosch - Hast har,ah 5718 alien Juden in der Welt, al en Freunden Israels und allen Menschen die guten Willens sind, die innigsten Wünsche für Gesundheit, Frieden und Wohlstand. den Bewohnern Israels sowohl als auch Euch, meine lieben Brüder die verstreut in der Welt leien! Wir erileben andachtsvoP, daß ER seine Gnade nicht von uns wende und unsern Staat in seiner großen Barmherzigkeit beschirme; und Die Gesandtschaft des Staates Israel in Wien wünscht dem Bundesverband der Israelitischen Ku tusgemeinden in Österreich, der Zionistischen Föderation, den zionistischen Parteien, dem Bund Werktätiger Juden, dem Herzl-Kiub, der Wizo, alten jüdischen Institutionen und jedem Mitglied der jüdischen Gemeinschaft in Österreich. T '

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