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Die Stimme · 1956-11-01 · Heft 100 (November 1956) · page 3

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Journal
Die Stimme
Volume
1956
Issue
Heft 100 (November 1956)
Date
1956-11-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 100 Dili STIMME; Seite 3 Aus dem zionistischen leben in Wien DU 100. Hu4nmet Wir nehmen das Erscheinen der 100. Nummer der „Stimme" zum Anlaß einer kleiner Rückschau. Eine kleine Schar unentwegtor Zionisten hat es im August 1947 unternommen, ein Redaktionskomitee zu bilden, welches beauftragt war, die schon vor 1938 erschienene allgemein zionistische Wochenschrift „Die Stimme" wieder herausgeben zu lassen. Schon in der ersten Nummer konnte „Die Stimme" ihren Lesern Interessantes berichten, so z. B. über das Eintreffen des ersten jüdischen Schiffes in Tel-Aviv „Kadimah". Vorfrag Dr. Wolf Herzberg Nach seiner Rückkehr von einem Besuch in Israel sprach Herr Dr. Wolf llerzberg ülmr seine politischen, wirtschaftlichen und religiösen Eindrück-' aus Israel. Der Redner besprach zuerst die großen Fortschritte, die Israel auf allen Gebieten der Wirtschaft und der Kultur gemacht hat. Sehr interessant verstand der Redner zu schildern, wie die politischen, wirtschaftlichen und religiösen Belange in Israel Zusammenwirken und wie Anstrengungen gemacht werden, die schwere wirtschaftliche Lage, bedingt durch die täglichen Angriffe der aria bösch e:n! Ba'ndeu und durch deren Boykott ^er arabischen Staaten. Eine sich an diesen Vortrag anschließende Debatte stand auf hohem Niveau und zeigte das große Interesse, mit welchem die Zuhörer den Ausführungen des Redners gefolgt sind. Der Präsident des Zionistischen Landesverbandes Woll Tischenkel, dankte dem Vortragenden. AUFRUF Seither nahm „Die Stimme'!’ zu allen großen Ereignissen der jüdischen Welt Stellung und hielt ihre Leser namentlich über die Vorgänge in Israel am Laufenden. In der Nummer 11 vom 6. Dezember 1947 wird über die Generalversammlung der Vereinten Nationen berichtet, die am 29. November 1947 statttfand, und in der praktisch der neue Judenstaat gegründet wurde. Die Sonderausgabe vom 26. Mai 1948 brachte die Proklamation des Judenstaates Israel, in welcher der erste Ministerpräsident Israels, Ben Gurion die Unabhängigkeitserklärung verlas. Die nächste Nummer begrüßte in einem Artikel den ersten Vertreter des Staates Israel in Österreich, Dr. Kurt Levin. An traurigen Ereignissen mußte ,»Die Stimme” gar oft über den Tod bewährter Gesinnungsgenossen berichten. In einer Sondernummer wurde des verstorbenen ersten Präsidenten Israels, Chaim Weizmann, gedacht. Bei wichtigen Ereignissen, bei den hohen jüdischen Feiertagen erschienen besonders reichhaltige Nummern der „Stimme". Sie ist der zionistischen Liste bei den Kultuswahlen ein wichtiges Propagandamittel, steht den verschiedenen Organisationen und Gruppen stets zur Verfügung, und sieht es als wichtigste Aufgabe an, die Fonds — Magbith und Keren Kayemeth — zu propagieren. des Zionistischen Landesverbände Dank der Initiative unseres Präsidenten Wolf Tischenkel, der gleichzeitig Mitglied der Weltexekutive für die Shnat Sberut Aktion ist, haben wir mit Hilfe einer großzügigen Subvention der Israelitischen Kultusgemeinde Wien die Möglichkeit, junge jüdische Menschen im Alter von 17 — 30 Jahren zu einem 18 Monate dauernden Aufenthalt in Israel einzuladen. Reise und Aufenthalt werden aus dieser Subvention voll bestritten. Shnat Sherut stützt sich auf den Gedanken, daß junge Leute für 18 Monate mit der Absicht nach Israel gehen, diese Zeit in einer Gemeinschaftssiedlung zu verbringen. Während dieser Zeit sollen die jungen Menschen mit dem geistigen und kulturellen Leben Israels eng verbunden werden. Nach diesen 18 Monaten können die Teilnehmer dieser Aktion nach ihrem Gutdünken in ihre Ursprungsländer zurückkehren, oder in Israel bleiben. Mit Stolz können wir feststellen, daß wir über eine treue Leserschar verfügen, „Die Stimme" wird nicht nur in Österreich gelesen, wir versenden sie nach fast allen Teilen der Welt, wo Juden leben und ersehen aus Zuschriften, daß sie überall lebhaften Widerhall findet. Magbith Meuchedeth Im Zuge der vergrößerten Anstrengungen, die der Magbith Meuchedeth, bedingt durch die Notwendigkeit dem bedrängten Staat Israel mit Geldmitteln behilflich zu sein, unternimmt, fand im Festsaal der Israelitischen Kultusgemeinde am 8. November 1956 eine Veranstaltung statt, bei welcher vor geladenen Gästen der Gesandte des Staates Israel, Minister Shmuel Bentsur, einen ausführlichen Belicht über die Lage in Israel erstattete, worauf der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde an die Anwesenden den Appell richtete, für das von uns allen geliebte Israel Opfer zu bringen, die unter allen Umständen, gemessen an den Opfern, die der Staat Israel selbst bringt, nur klein genannt werden können. Der Präsident des Magbith Meuchedeth, Direktor Gustav Leitner, fordert je jdie Anwtelsienden auf, nicht nur selbst ihre Pflicht zu erfüllen, sondern auch andere Juden an ihre Pflicht zu erinnern und sich in den Dienst der großen Aktion zu stellen. Die Versammlung billigte die Aussendung eines gemeinsamen Aufrufes zur Sammlung für Israel und für die in Österreich weilenden jüdischen Flüchtlinge aus Ungarn, über Vorschlag des Präsidenten Leitner wurde ein Komitee gewählt, welches über diese gemeinsame Aktion beraten wird. an die jüdische Jugend Wiens Die zionistische Organisation wird für die Verpflegung und Unterkunft, Arbeitskleidung und ärztliche Hilfe Sorge tragen. Die Freiwilligen für Shnat Sherut erhalten intensiven Unterricht in Israelgeo graphie, jüdischer Geschichte und Iwrith, selbstverständlich werden sie auch Gelegenheit haben, Land und Leute kennenzulernen. Nach Ablauf des „Dienstjahres" werden die Teilnehmer die ehrenvolle Erkenntnis mit sich nehmen, für den Staat Israel ihre persönliche Pflicht als treue Söhne ihres Volkes erfüllt zu haben. Bewerber und Bewerberinnen, die von dieser einmaligen Gelegenheit, Israel kennenzulernen, Gebrauch machen wollen, schicken ihr Curriculum vitae an den Zionistischen Landesverband, Wien IX, Universitätsstraße 4, wo auch ausführliche Broschüren in deutscher Sprache bezogen werden können. (Telefon A 26 - 4 - 73) Zwei Chanukkafeiern veranstaltete die Zionistische Föderation in Österreich. Die am 4. Dezember 1956 stattgefundene Feier wurde für die ungarischen jüdischen Flüchtlinge, die sich derzeit in Wien befinden, arrangiert. Der Präsident der Zionistischen Föderation, Herr Direktor Gustav Leitner, begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste zuerst in deutscher und dann in ungarischer Sprache. Der Redner wies insbesondere darauf hin, daß eine Übersiedlung der jetzigen Flüchtlinge nach Israel für sie die Freiheit bedeute, daß sie in unserer Heimat im Gegensatz zu allen anderen Ländern nicht mehr als DP's leben, sondern freie Bürger in einem freien Land sind. Nicht wie Fremde sondern wie Brüder werden sie in Israel aufgenommen werden und können jeder Unterstützung sicher sein. In demselben Sinne sprachen die Oberrabbiner Dr. Teichmann (Ujpest) und Dr. Farkas (Stuhlweißenburg). Die Kinder erhielten sehr schöne Geschenke, die über die Jewish Agency von den Kindern aus Israel gespendet waren. 14)ir qratiilhren unserem Vorstandsmitglied, langjährigem Sekretär des Zionistischen Landesverbandes nur! der Zionistischen Föderation, Redakteur Fritz Müller zu seinem sechzigsten Geburtstag! Wir brauchen unseren Lesern den unermüdlichen Organisator aller zionistischen Versammlungen, den Mittler jüdischen und israelischen Lebens, den Initiator unzähliger kulturel ei Veraasta.tiingen wohl nicht besonders vorzustellen, er ist fas! allen Wiener Juden und ganz gewiß jedem Wiener Zionisten bekannt- Fritz Müller ist ein „Überbleibsel" aus der „guten, alten Zeit" des österreichischen Zionismus. Schon als Gymnasiast trat er im Jahre 1911 der zionistischen Mittelschulverbindung „Atid" bei, war später aktives Mitglied der Sektion IV V, vom Jahre 1931 an ihr Obmann und wurde im Jahre 1936 für seine Verdienste in das Goldene Buch eingetragen. Als Sekretär des Palästinaamtes war unser Jubilar im Jahre 1938 in der glücklichen Lage, vielen unserer Glaubensgenossen zur Flucht aus Österreich und zur Fahrt in die alte Heimat zu verhelfen und vertrat ein Jahr später die Partei der Allgemeinen Zionisten als Delegierter beim Kongreß in Genf. Auch in der Emigration war Fritz Müller für das Judentum und den Zionismus unermüdlich tätig, vorerst in der Zeit von 1940 bis 1945 beim Weltkongreß in Genf, in den Jahren 1945 — 1947 als Leiter der Suchabteilung in der Jüdischen Zentralkarthotek und schließlich von 1948 — 1950 im Informationsdienst des Kinderhi'lfswerks OSE. Nach seiner Rückkehr nach Österreich und mit der Aufnahme seiner Tätigkeit in der Zionistischen Föderation, dem Zionistischen Landesverband und der Zeitung „Die Stimme" hatte unser Freund regsten Anteil an der Entwicklung des jüdischen Lebens im allgemeinen und der zionistischen Bewegung im besonderen. Nun, da er das halbe Jubiläum des Lebens, das ihm beschieden sein mag, feiert, wünschen wir ihm für seinen ferneren Lebensweg Gesundheit, Glück und Erfolg — die ihm Lohn für die Vergangenheit und Kraft für die Zukunft sein mögen. Wolf Tischenkel Am 5. Dezember konnte Präsident Leitner die Wiener Kinder beim traditionellen Chanukkalest der Zionistischen Föderation in einer herzlichen Ansprache begrüßen. Die Darbietungen der Kinder der Hebräischen Schule, des Haschomer Hazair und des Jugendbundes ß’ne Akiba hatten viel Erfolg und fanden Beifall. Auch unsere Kinder wurden am Schluß reichlich beschenkt. Wie alljähr i h, war auch diesmal der Theatersaal des Hotel „Post" bis auf das letzte Plätzchen besetzt. Israel kämpft für Dich, spende Du für Israel!

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