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Die Stimme · 1956-01-01 · Heft 96 (Januar 1956) · page 7

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Journal
Die Stimme
Volume
1956
Issue
Heft 96 (Januar 1956)
Date
1956-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 96 Dir STIMME Seite 7 Prof. Arieh Tartakower in Wien Piofessoi Tartakower Her in den Vereinigter» Staaten von Nord-Amerika in wichtiger Mission weilte, nahm, auf seiner Rückreise nach Israel, die Route über Wien, um mit dem jüdischen Jischuw in Österreich Fühlung zu nehmen und Eindrücke von unserem Leben hier zu gewinnen. Prof. Dr. Tartakower wurde von der Israelitischen Kultusgemeinde Wien herzlich empfangen und eingeladen, über di 5 aktuelle Tätigkeit des jüdischen Weltkongresses zu referieren. Die Anwesenheit des Geiehrten hol die prachtvolle Gelegenheit, von ihm einen Vortrag zu hören, der wahrlich als ein Ereignis bezeichnet werdet' kann. Das Thema, zu dem Prof. Dr, Tartakower sprach, lautete: ,, Juden und das .Judentum in der Welt von heute". Einleitend wies der Referent darauf hin, daß wir Juden ein kleines Volk sind und immer — so wollte es das Schicksal — ein kleines Volk waren. Dies hat natürlich innere und logische Ursachen. Daß wir Juden, trotz der unmenschlichen Verfolgungen und der prekären Verhältnisse zweitausend Jahre lang uns als Volk zu erhalten vermochten, ist vier Grundgesetzen des jüdischen Daseins zuzuschreihen: 1 - In unseren Herzen ist die Bejahung des Lebens tief verankert. Unsere Einstellung zum Leben ist eindeutig optimistisch, im Gegensatz zu manchen anderen Völkern. 2. Die Liebe zum Lande unserer Väter „Ahawath Zion". Der geistige Titane Jehuda Halewi hat in seiner immerwährenden Lyrik diese Liebe Lesungen. 3. Ahawat Israel, die Liebe der Juden zueinander ist ein hehres Gebot. Jüdische Barmherzigkeit und jüdische Wohltätigkeit sind unbedingte v'erriunf tgesel ze. I. Die Liehe zum jüdischen Inhalt, dir: „Jüdisehkeit". Ehen diese Jüdischkeit ging innerhalb der letzten zwei Generationen allmählich verloren. Sogar die positive Lebenseinstellung im physiologischen Sinn, geht, verloren. Die Juden sind in zunehmenden Masse mit den Land-ein verbunden, in welchen sie leben. Die Verbundenheil mit der hebräischen Sprache geriet fast zur Gänze in Vergessenheit, selbst die Ersatzsprache, welcher die Massen der Juden im Osten sich bedienten, das Jiddisch, verfälllt. der Vergessenheit. Gehl dieser Prozeß weiter, so ist das Judentum in der Galuth zur Auflösung verurteilt. Unser vornehmstes Streben muß darauf abzielen, die angeführten vier Grundgesetze mit Lehen zu erfüllen. Im Gegensatz zum pessimistischen Stand des Judentums und der Jüdischkeil in der Galuth schilderte Prof. Dr. Tartakower die Entwicklung in Israel, wo das Leben stark und unerschütterlich verankert und den Stürmen gewachsen ist. In Israel ist die Idee der Erlösung des Landes und des Bodens durch Arbeit verwirklicht worden. Auf Grundlage der Arbeitsideologie ist ein neuartiges und hochstehendes System des Zusammenlebens zwischen den Menschen geschaffen worden. Wir bemühen uns in Israel, schloß der Referent seinen großangelegten Vortrag, einen Kontakt herzustellen zwischen der Kultur des Orients und der Kultur des Okzidents. Es ist dies ein sehr schwieriges und für die Welt außerordentlich bedeutsames und wichtiges Problem, das nur in Israel gelöst werden kann. Salo Guttmann 60 Jahre Einer unserer besten, dem zionistischen Gedanken treu ergebener Chawer Salo Guttmann, feierte am II. November 1955 sein 60. Lebensjahr. Chawer Guttmann, der einer jüdischnational gesinnten Familie entstammt, kam schon in sehr jungen Jahren zur zionistischen Jugendbewegung, blieb dieser Gesinnung treu, stellte seine Kraft in den Dienst der Entwicklung des Zionismus, opferte Zeit gab Geld für Zwecke des Ideals und stand für nationale Unternehmungen zur Verfügung. Aus Liebe zum Judentum betrachtet Guttmann sein Verhalten zu seinem Volke als hohe moralische Maxime und läßt sich nicht von äußeren Hemmungen in die Irre leiten. Sein besonderes Augenmerk lenkte Guttmann auf die Entwicklung der Fonde besonders auf die des KKL und war unermüdlich, als es galt, ihnen Geldmittel zuzuführen. Guttmanns höchstes Streben ist, Israel zu dienen, den Jischuw zu stärken und teilzuhaben am Glück der jüdischen staatlichen und kulturellen Freiheit. Als ihn die nazistischen Verfolgungen nach Shanghai trieben, trat Guttmann dort in die Reihen der aktiven Zionisten, trug zum Ausbau der zionistischen Organisation entscheidend bei, konsolidierte und erweiterte gemeinsam mit anderen Treuen die Tätigkeitsbasis des KKL und half mit, eine gesunde, aktionsfähige zionistische Jugendbewegung zu schaffen. Darüber hinaus ist Salo Guttmann ein verständnisvoller, sozial denkender Mensch, dessen Hilfsbereitschaft in ernsten Situationen immer wach ist. Der zionistische Landesverband wünscht seinem bewährten Vorstandsmitglied Salo Guttmann und seiner Gattin, die ihm treu zur Seite steht, recht viel Glück und frohes Dasein für die Zukunft. UNITED STATES LINES NACH NORDAMERIKA Der neue Sehnellrbimpfer „UNITED STATES ä'DTIO HUT um) Schnelldampfer „AMERICA .T5.ÖJ2 MRT ABFAHRTEN von BREMERHAVEN, SOUTHAMPTON, LE HAVRE, COHH. PASSAGIER BEFÖRDERUNG, auch mit modernen FRACHTDAMPFERN WÖGHKNTLM’HK ABFAHRTEN von HAMBURG. BREMERHAVEN, LE HAVRE, ANTWERPEN, ROTTERDAM Auskünfte bei allen Reisebüros und bei UNITED STATES LINES WIEN 1, KÄRNTNERRING d R 2.S 0 UH, R 25 2 71, R 25 442 FERNSCHREIBER: 1140 B. Tdtec WIEN I, SALZTORGASSE 5 TELEFON U 25-4-85 HERREN-, DAMENKLEIDER UND -MANTEL MODISCHE SPORT- UND REGENSCHUTZBEKLEIDUNGS¬ FABRIK ist: niotit egal - Du fliegt’ Ely-AI^ ISRAEL R/RL/NES ■ WIEN T.uHjEGELGASSE 21 TEL R20 0 66 David Spanier - 70 Jahre Unser langjähriger administrativer Mitarbeiter, Herr David Spanier, vollendete am 16. Jänner 1956, sein 70. Lebensjahr. Der Zionistische Landesverband überreichte ihm aus diesem Anlaß ein Geschenk und drückte ihm in herzlichen Worten Glückwünsche aus. Jüdische Hochschüler Der neugewählte Vorstand der jüdischen Hochschüler setzt sich folgendermaßen zusammen: D. Kurt Weigl, Vorsitzender, Cand. ined. Chaim Michels Vizevorsitzender und Sozialreferent, Cand.phil Rita Koch, Generalsekret., Stud.med. Moshe Spira, Kulturrefer., Cand.nied. Andreas Hornhaut, Kassier. Rezitationsabend Jehuda Ehren Jehuda Ehren (Ehrenkranz), Reinhardtschüler, ehern, hervorragendes Mitglied der Wilnaer Künstlergruppe, ein Elementartdient von seltener Erscheinung, das das gelesene Wort souverän beherrscht und in der Improvisation vollendet agiert, gab am 11. Jänner 1956 im Brahmssaal des Wiener Musikvereines, mit unerreichter Meisterschaft, einen Rezitationsabend, der unverwischbare Spuren von Schönheit, Geist lind Kultur hinterlassen hat. Jehuda Ehren las aus der Bibel, versinnbildlichte den uralten jüdischen Geist, und entzückte durch sein wunderbares Ivrith. ln erlesenem Deutsch trug der Künstler chassidische Geschichten vor und erreichte damit eine Gipfelleistung der Vortragskunst. Seine geistige und künstlerische Vielfältigkeit offenbarte Ehren im Vortrag, den er alternierend in Yiddisch und Hebräisch hielt und als er das soziale Leben in Israel erläuterte, nahm Ehren die Gelegenheit war, alle Register seines Könnens zu zeigen und die Zuhörer zu enthusiasmieren. Die Veranstaltung stand unter dem Protektorat der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien. Bernhard Braver. Wizo - Wien Die neue Alijah aus den nordafrikanischen Ländern stellt WIZO- ISRAEL vor neue Aufgaben. Für Tausende werden gebrauchte Kleidungsstücke in gutem Zustand dringend benötigt. Besonders Kinderkleidung für das Alter von 6—14 Jahren wäre sehr erwünscht. Spenden werden von WIZO-WIEN gesammelt und rasch der Bestimmung zugeführt. Die Abholung, die uns mittels Postkarte gemeldet werden möge, wird zu der angegebenen Zeit und am gewünschten Tage erfolgen. Telefonische Meldung von Spenden zur Abholung kann unter folgenden Nummern unserer Ausschußmitglieder Nerfolgen: A 11-1-56 Z, B 47-1-89, B 52-4-67, A 22-1-39 U. WIZO-W1EN dankt im voraus für die Hilfe, die den afrikanischen Olim geleistet wird. Matf TUcUenkd Had jCetecsöngec TEXTILIEN, STRICKWARENERZEUGUNG Wien XV, Kirchstetterngasse 43 Telefon Y 11 7 ,54 B

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