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Die Stimme · 1956-01-01 · Heft 96 (Januar 1956) · page 6

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Journal
Die Stimme
Volume
1956
Issue
Heft 96 (Januar 1956)
Date
1956-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 DIE STIMME Nr. 96 Hofrat Pollak ausgezeichnet Wir Juden rechnen es uns zur Ehre an, daß der österreichische Hundespräsident dem hochverdienten, allseits geschätzten Facharzt und Chefarzt der Bundespolizei, Herrn Hofrat Dr. Paul Pollak, die höchste Auszeichnung unserer Republik verliehen hat, Hof rat Dr. Pollak genießt den Ruf eines vortrefflichen Menschen, eines überzeugten Juden, und einer hilfsbereiten Persönlichkeit, die durch gute Taten als \ orbilld dient. Auf die an Holrat Dr. Pollak, anläßlich der Verleihung des großen goldenen Ehrenzeichens, gerichtete Ansprache, erwiderte er: ,,Ich werde dieses Ehrenzeichen an der gleichen Stelle tragen, an der ich in der Nazizeit den Judenstern tragen mußte." Herr Hofrat Dr. Pollak bekundete somit öffentlich seine aufrechte Gesinnung und jüdisches Selbstbewußtsein. Hilfsfond für ehemalig politisch Verfolgte im Ausland Der Finanz- und Budgetausschuß nahm mit den Stimmen der Regierungsparteien die Regierungsvorlage über das Hilfsfondsgesetz an. Dieses Gesetz sieht die Gewährung von Bundesmitteln zur Hilfeleistung an politisch Verfolgte von 1933 bis 1945 vor, die ihren Wohnsitz und ständigen Aufenthalt im Ausland haben. Das Finanzministerium wird ermächtigt, zu diesen Zweck insgesamt 550 Millionen Schilling innerhalb von elf Jahren zur Verfügung zu stellen. In den Erläuterungen zu dem Gesetzentwurf wird hervorgehoben, daß an sich Österreich zu einer Wiedergutmachung der Schäden, die durch Maßnahmen in den Jahren 1938 bis 1945 eingetreten sind, nicht verpflichtet werden kann. Nichtsdestoweniger beabsichtigt Österreich aber für jene ehemaligen Österreicher, die sich im Ausland befinden und die infolge politischer Verfolgungsmaßnahmen hilfsbedürftig sind, gewisse Mittel zur Verfügung zu stellen. Der Betrag von 550 Millionen entspricht ungefähr dem Aufwand, den Österreich leisten müßte, würde die Opferfürsorgegesetzgebung auf Ausländer ausgedehnt werden. KLEIDER - WÄSCHE - SCHUHE auf Teilzahlung S. Bcod WIEN VI, DAMBOCKGASSE 4 Kaffee-Restaurant Grillparzerhof I., Bauernmarkt 10, Tel. U 25 4 90 Streng orthodoxe Küche empfiehlt sich für Hochzeiten, Festlichkeiten und Banketts Wellpappe- und Kartonagenfabrik, Druckerei und lithographische Anstalt Moderne, zweckmäßige, bedruckte u. unbcdruckto Kartonaßen in jeder Ausführung, sowie Tragtaschen, Mappen, Schnellhefter und Briefordner, Drucksorten aller Art. 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Der Präsident der Zionistischen Föderation in Österreich, Herr Dir. Gustav Leitner, sprach dem Referenten im Namen der Zuhörer, den Dank für seine überaus interessanten Ausführungen aus. Dr. Zwergbauin ließ es sich angelegen sein, mit allen zionistischen Parteien in Wien Kon'akt aufzunehmen, um über die Arbeit in diesen Gruppen informiert zu werden. Sein besonderes Augenmerk widmete er den Arbeiten, die im Zusammenhang mit der Schekeiakt ion laufen. Er konnte mit Befriedigung den Fortgang dieser Aktion feststellen und dankte dafür den Obmann der Schekelkommission, Wolf Tischenkel und seinen Mitarbeitern. Dank an unsere Mitarbeiter Der Vorstrnd des Zionistischen Len ^esverbandes dankt herzlich allen Freunden, die anläßlich der Verbreitung der Schkalim, tätige Hilfe angedeihen ließen und zum schönen Erfolg beitrugen. Erstklassige Stoffe und Zugehör, s beste Verarbe bilden die Grundlage der bewährten TELLER-KLEIDUNG ///. Htäßfsfrßsse 88- 90 U16 2 86 Emma Künstlinger Die nazistischen Untaten haben uns Juden in den Abgrund gestoßen. Unzählige jüdische Familien fielen der barbarischen Vernichtung zum Opfer, eine große Anzahl von jüdischen Menschen ergriff den Wanderslab und viele erlangten leider nirgends Schutz und Schirm. Der jetzige Chef der Zeitschrift ,,Naue Welt", Herr Jerz.y Künstlinger lebte in einer okerschlesischen Gemeinde und genoß dort einen guten Ruf, bis die nazistischen Menschenfeinde aufbrachen und besonders an uns Juden das Vernichtungswerk vollzogen. Künstlinger mußte mit seiner Gattin einen Fluchtweg suchen und das Schicksal verschlug sie nach Budapest. Hier fristete das Ehepaar Künstlinger, bedroht von den Naziknechten und Nazis seihst, ein bitteres Dasein. Die Gattin Künsilingers ertrug die ungeheuerlichen Verfolgungen nicht und verfiel einer schweren Krankheit, der sie während der Nazizeit erlag. Herr Künstlinger verlor eine vorbildliche Lebensgefährtin, die Kinder, die der Ehe enlsproßen, beklagen den Verlust ihrer Mutter. Frau Künstlinger wurde in Budapest provisorisch mit dem Vorsatz bestattet, sie, nach der Niederlage des Feindes, dorthin zu überführen, wo der Gatte seinen ständigen Wohnsitz haben wird. Nach der erfolgten Überführung der Gebeins, fand am 16. Oktober 1955 die feierliche Beisetzung am jüdischen Friedhof in Wien stattt. Wiener Freunde des Witwers in großer Zahl geleiteten die Verstorbene zur letzten Ruhe. Br. Proi. Julius Popper | Prof. Dr. Julius Popper, der beliebte, ausgezeichnete Arzt wurde am 8. Jänner 1956 von einer großen Zahl von Freunden und Verehrern zur letzten Ruhe geleitet. Zionisten Wiens! Erwerbet den DOPPELSCHEKEL, 5713/14 durch den Zion. Landesverband, Wien IX,Universitätsstr.4,Tel. A 26473 möchte sich hiermit bei allen Organisationen und Persönlichkeiten für ihre Beileidsbezeugungen anläßlich des plötzlichen Hinscheidens unseres Generaldirektors Moses W. Beckelman bedanken Fred Ziegellaub Bitte vorinerken s PU RIM BALL des Keren Kayemeth Sonntag, den 26. Februar im Kursalon

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