Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1955
- Issue
- Heft 94 (Juni 1955)
- Date
- 1955-06-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 DIE STIMME Nr. 94 Mörder unter uns Am 27 Juni 1955 begann in Turin ein Prozeß gegen den ehemaligen österreichischen Lehrer und SS Mörder Gottfried Meir Meir lebt jetzt in Graz und bezieht eine auskömmliche Pension aus Staatsmittel Dieses SS Ungeheuer Meir wird der Ermordung einer italienischen Familie jüdischen Glaubens angekiagt. Der Anklageschrift zufolge hat der SS Meir das Ehepaar Riccardo und Nella OYAZ.ZA sowie dessen beiden Kinder bm Intra an der schweizerisch - italienischen Grenze bestialisch ermordet und die Leichen in einem ßauernofen verbrannt. Meir durchsuchte das Gepäck der Ermordeten und fand darin Juwelen, die er geraubt hat. Gegen SS Meier wird in contumaciam verhandelt, weil das Grazer Gericht ein italienisches Aus- Leferungsbegehren abgelehnt hat. Graz war die erste Stadt der östereichischen Erhebung und jubelte Hitler in einem Maße zu, wie es die Geschichte bis heute noch nicht verzeichnen konnte. Gottfried Mair wurde in contumaciam zu lebenslänglichen Kerker verurteilt. Rückkehrer Im Laufe der letzten Monate kehrte aus Sowjetrußland nach Österreich eine beträchtliche Anzahl von amnestierten Personen zurück, die während des Hitlerkrieges in fast allen europäischen [.ändern, divon den deutschen Landsknechten besetzt waren, unglaubliche \ erbrochen;)ognn Juden und gegen aufrec hte demokratische Hichtjuden verübt haben. Unter dem Amnestierten beiinden sich Gestapokoinmissare, Kommandanten von nazistischen Konzentrationslagern, Bewachungsperson il der Todeslagerund SS-Schergen, die unübersehbare Zahl von Juden gemeuchelt haben Indie- Zusammenhang behält sich di- (sreaiitische Kultusgomeindo in Wien vor, die Namen der von Rußland amnestierten Verbrecher hekanntzugebon. Den Rückkehrern nach Österreich wurde ein triumphaler Empfang bereitet Offizielle 1\ rsöniiehkoiten darunter der sozialistische Innenminister Helmer, tat alles dazu, -men Eroudentaume1 in Szene zu setzen, ehr der Würde der östen eich ischon Republik geradezu ins Gesicht schlägt Ohne etwaige richterliche Urteile abzuwarten, sprach man die nazistischen Peiniger von jeder Schuld frei und gewährte ihnn außerordentliche Begünstigungen. Ofüzi-Ilc Stellen ließen große Geldbeträge an die Amnestierten auszahlen und gewährten ihnen unverzüglich a nsehniiehe Vorteile, wie beispielsweise Pragmatisierung im Staatsdienst, W’iedereinstellung und f evorzugba Wohnungszuweisungen Dieser Vorteile wird auch der amnestierte stollv-rt o-lenrb' Gauieiter von WJon, Karl Schantzer, sicherlich LdMiafUg werden. Soilie das so weiter gehen, dann ist es um die öl feilt i ich e Moral in Österreich schlecht bestellt Als Häftlinge — Opler dos Nazismus — aus den deutschen Konz mi rat ionslagern nach Österreich heimk ehren. würdigte man sie kein-s Blickes und überließ sie ihrem traurigen Schicksal. W’-nn der amerikanische' Joinl den KZ-lern nicht Hilfe gebracht, hätte, wären sie in der östorr-ichisch: n Heimat zugrunde gegangen Gedenkfeier in Mauthausen Der Bundesverband der israelischem Kultusgemeinde in (Js (.erreich, veranstaltete auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Mauthausen, anläßlich des 10. Jahrestages der Befreiung dieses I agers. eine feierliche Gedenkkundgebung. An dieser Kundgebung nahmen vie.e hunderte Menschen teil, um die 121.000 jüdischen Opfer von Mauthaussn zu ehren. Bei dieser Feier sprach der Präsident des Bundesverbandes der Israel. Bundesverbandes in Österreich, Dr. Maurer, der Konsul des Staates Israel, Arie Eshei, der Präsiden! des Wiener Landbums, Bruno Marek DG G-d-nk iv imrig Jump hiiderie Lei ai'.-n, die >n ihr :! na h men, einen im\ ('rgeß!ich n Linrlruek. AUFRUF! Das internationale Komitee für jüdische KZler und Flüchtlinge in Oesterr-ich gibt, hiomi! bekannt, daß die I ris! zur Anmeldung ihr Wiedorgut machungsanspriiehe an die Deutsche Bundesrepublik, mit 1. Oktober 1955 abläuft. Die Anträge sollen, zwecks Beschaffung der für die Registrierung notwendigen Dokumente, spätestens ein Mona! vor Alllauf dieser Frist eingereichl werden. Gesellschaftsfähig nach Elsenstadt Der Zionistische Landesverband plant eine Goselischal tstahrt nach Eisenstadt (altes Jud enghol to) und zu in See Winkel (seltenste Fauna in Eli ropa). Diese Fahrt soll im Laufe des Monats September slaittinden und wir blben Interessenten uni freundliche Anmeldung nn Sekretariat des Zion.! andesverbandes, 9, Utiiversi ä Isst ra 2 e 4, Tel. A 20-4-73 Stärkt die Reihen der Allgemeinen Zionisten, tretet dem Zionistischen Landesverband bei Sekretariat: Wien IX, Universitätsstraße 4 - Tel. A 26 4 73 Bdidec Heufdd TEXTJLGROSSH ANDEL UND MANIPULATION WIEN 1, WERDERTORG. 11 TELEPHON U 27 3 71 Stoffe - Meidetj für DAMEN HERREN UND KINDER gut und preiswert vom KAUFHAUS Brader Haber Wien VII, Mariahilfersfraße 90 Telephon B 360 63, B 362 37 Die idealsten Schul lerauflaqen aus Watte, beste Paßform, für Damen-, Herren- und Kinder- Bekleidung „HÄPO" Achselpolster-Erzeugung RU DICH (& Co. Wien II,Aspernbrückeng.4 Tel. R 45 5 63 .V. M-Umm KREDITE erteilt Jüdische Sparu. Kredilgcn. mb. II., Wien I., Dominikanerbastei 24, Tel.: R 27 5 55, Kl. 261 an jüd. selbständige Kaufleute, Gewerbetreibende und an freie Berufe. Herren-, Knaben- und Kinder- Konfekfion 6. Stiftet WIEN II. Obere Donaustraße 87 Telephon A 41-2-72 B. 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