Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1955
- Issue
- Heft 92 (Februar 1955)
- Date
- 1955-02-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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92 DIE STIMME Seite 7 NACHRICHTEN AUS ISRAEL Zionisten-Kongreß - April 1956 Die Exekutive der .Jewisli Agency, die kürzlich in Jerusalem getagt hat, beschloß die Frage der Abhaltung des Kongresses einer schriftlichen Abstimmung den Mitgliedern des Aktionskomitees zu unterbreiten Das Resultat liegt nunmehr vor. Die Mehrheit hat sich für April 1956 und für Jerusalem als Tagungsort entschieden Inzwischen geht die Schekelaktion in 56 Staaten weiter. In Südafrika, Israel, Argentinien und den anderen südamerikanischen Staaten sind dieses Jahr mehr Schkalim verkauft worden, als zum letzten Kongreß. Die Aktion in Amerika ist in vollem Gang. Die Wahlen der Delegierten dürften noch Im Laute dieses Jahres stattfinden. Allgemeine Zionisten in der Regierung Jerusalem. In einer Bilanz über Erreichtes und Nichterreichtes in der Koalitionsregierung stellte Handelsminister Dr. P. Bernstein fest, daß es bisher nicht gelungen sei, die öffentlichen Dienste zu nationalisieren, wie es das Programm der Allgemeinen Zionisten verlangt. Es sei für das Wohl der Bevölkerung von größter Bedeutung, daß die Arbeitsvermittlungs- Stellen und die Krankenkassen Sache der Regierung werden — In einer Rede erwähnte Gesundheitsminister Serlin, daß vor allen Dingen auch die Wasserversorgung in die Hände der Regierung übergehen müsse und die Histadruth nicht länger regierungsdhnüche Funktionen ausüber dürfe. Die Regierungskoalition Nathanja. Minister Dr. Perez Bernstein behandelte in einer Versammlung der Allgemeinen Zionisten die Gründe, aus denen seine Partei in diesem schweren verantwortungsvollen Augenblick es abgelehnt habe, die Regierungskoalition zu verlassen. AVir sind Partner mit vollen Rechten in der Koalition und nicht nur Gäste darin, und so werden wir an den Wahlen zur dritten Knesseth teilnehmen. Wir können aut wesentliche Erfolge in unserer Mitarbeit in der Regierung hinweisen. Unser Hauptziel m Inneren ist die Befreiung des ein- : achten Bürgers von der Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Macht der Histadruth-Unternehmungen, die einen .Staat im Staat' bilden." Ein weiblicher Konsul Ester Herlitz, die Erste Sekretärin an der israelischen Botschaft in Washington, wurde zum Konsul im Generalkonsulat Israels in New York ernannt. Sie ist die erste Frau im israelischen Außenministerium, die den Posten eines Konsuls bekleidet. Während des israelischen Freiheitskrieges war Fr. Herlitz stellvertretende Kommandantin der Frauenhilfstruppe in Jerusalem Sie absolvierte das Lehrerseminar und die Beamtenschule der Politischen Abteilung der Jewish Agency in Jerusalem. Photopapiere aus Israel Bei der Eröffnung der Papierfabrik in Ramat Gan bei Tel Aviv wurde bekannt gegeben, daß in Kürze Photographien und Abzüge bereits auf in Israel produzierten Papieren hergestellt werden könnten. Die Produktion von sechs Monaten wird den lokalen Ansprüchen für photographisches Papier genügen; die restlichen sechs Monate des Jahres wird das Werk für den Export arbeiten Israel benötigt Filme und photographisches Papier im Werte von 1L 1,3 Millionen pro Jahr Der Eröffnung der Chernodan-Fabrik gingen Versuche von viereinhalb Jahren voraus, die von einem Versuchswerk in Bnei Berak bei Tel Aviv ausgeführt wurden Hebräische Graphologie fn den letzten Jahrzehnten ist überall in der Welt das Interesse an der Graphologie im Wachsen begriffen. Die Neubelebungen der hebräischen Sprache und der hebräischen Schrift als Sprache des täglichen Gebrauches stellt auch die Graphologie vor neue Aufgaben in der Festlegung von Regeln der graphologischen Beurteilung einer hebräischen Handschrift. Ein israelischer Graphologe, Dr. Pokorny, seit Jahren in Tel Aviv beratend tätig, hat unter dem Titel ,,Handschrift und Charakter" (K'taf jad waofi) eine wissenschaftliche Darstellung der hebräischen Graphologie veröffentlicht. Innerhalb 4 Monaten war das Buch vergriffen, so daß bereits eine zweite Auflage gedruckt werden mußte Das Buch stellt einen Versuch dar, zum ersten Mal bei einer von abendländischen Gewohnheiten abweichenden Schrift, die von links nach rechts geführt wird und hei der die Buchstaben unverbunden nebeneinander stehen, die bisherigen Erfahrungen der Graphologie nutzbar anzuwenden (Dr Pokorny war Präsident ries Zionistischen Landoskomifees in Oster reich). Dokumentarisches Material über die ORT-Tätigkeit Die im Jahre 1880 gegründete ORT- Gesellsehaft. bereitet aus Anlaß der 75-Jahr-Feier eine umfasssende Ausstellung von Schülerarbeiten und Bildung Druckmaterial über die ORT- Tätigkeit in aller Welt vor. Da der Großteil der Archive während des letzten Krieges zerstört wurde, ersucht die Zentrale der ORT-Union in Genf, 6 Rue Eynard, alle Organisationen und Einzelpersonen, die im Besitze von interessantem Material sind, sich mit. ihr in Verbindung zu setzen. Jn Betracht kommen Photographien, statistisches Material, Diagramme, Berichte und Protokolle, Flugblätter, Aufrufe, überhaupt Propagandamaterial jeder Art usw, Die an die ORT- Zentrale eingesendeten Originaldokumente werden den Besitzern nach Herstellung photostatischer Kopien mit Dank retourniert werden. Eine Kulturschande Der ,.Wiener Montag" fährt unentwegt in seinen Verleumdungen und Besudelungen der Juden fort. Mitte Jänner schrieb er wieder eine seiner berüchtigten Glossen: ,,300 000 Juden haben mehr als ein Drittel des Gesarntvermögen von 6 Millionen Österreicher in Händen gehabt . . . Wenn diese Rechnung stimmt, dann versteht man eher, daß es damals in Österreich eine Judenfrage geben mußte." (Der ,,Wiener Montag" brachte das Wort , mußte" fettgedruckt) Klar und deutlich gesprochen, ist der . Wiener Montag" der Meinung, daß die Juden Wiens vergast werden mußten. Die aufgenordeten Herren vom „Wr. Montag" finden es immer wieder für notwendig, uns Juden zu verunglimpfen und das Feuer des Antisemitismus zu schüren. Der Geist in dieser Redaktion ist der, der in den Konzentrationslagern Dachau, Buchenwald, Lemberg-Janow, Mauthausen und Maidanek geherrscht und dazu geführt hat, daß unzählige Menschen heimtückisch gemordet wurden. Die Welt soll und darf nicht vergessen, daß in den nazistischen /) T^ PO o f* „ELSE" PARFÜMERIE iJ» //vwvv WIEN I, STEHN DEMI ASSE 1 (beim Tuchlaubeu-Kino) WIEN I, SALZTORGASSE 5 TELEFON U 21 3 6 t TELEFON U 25-4-05 t DIE JÜDISCHE PARFÜMERIE HERREN-, chm n'tlL' CDU7I A I lTÄTW 4 ITC 11 C A DAMENKLEIDER UND -MANTEL r'AM 1 l.lUiL M L/jIAU l A l rlS Al l . A. MODISCHE SPORT- UND FRANKREICH. SCHWEIZ. DEUTSCHLAND REGENSCHUTZBEKLEIDUNGS- FABRIK Wir schicken offiziell Pakete mit Parfümerien und Seifen nach Israel! WIENER. INTERNATIONALE MESSE 'f '3 . - Zo. Die idealsten Schullerauflai>en aus Walle, beste Paßform, für Damen-, Herren- und Kinder- Bekleidung „HÄ PO" Achselpolster-Erzeugung RUDICH& Co. Wien H,Aspernbräckeng.4 Tel. R 45 5 63 Konzentrationslagern an gesunden lebenden Menschen furchtbare Experimente durchgeführt wurden. Die armen Menschen wurden splitternackt und ohne Narkose ins Eiswasser geworfen, darin bis zur Erstarrung liegen gelassen, dann herausgezogen und den nazistischen Sadisten zwecks wissenschaftlicher Auswertung überantwortet Offenbar wollen die Redakteure des ,.Wiener Montag" der Menschheit das tausendjährige Reich in Erinnerung bringen und es als Ideal nazideutscher Kultur hinstellen. Ein jüdisches Kredit-Institut Die Jüdische Spar- und Kreditgenossenschaft, registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung, Wien I, Franz Josefs Kai 7—9, hielt am 17. Februar 1955 ihre sechste ordentliche Generalversammlung ab. Die Generalversammlung war gut besucht. Aus den Berichten des Vorstandes Komm. Rat Dr. Ludwig Hift und dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates Dr Rudolf Braun, war eine sehr rege Tätigkeit der Genossenschaft zu entnehmen. Im Laufe des Jahres 1954 wurden an 106 Darlehensnehmer ein Betrag von S 1,700.000.— ausgezahlt. Die Maximalhöhe des Darlehens an ein Mitglied bleibt wie auch im vergangenem Jahre S 35.000.—. Der Zinsfuß wird ab 1. April 1955 um ein halbes Prozent gesenkt. In den Vorstand wurden gewählt: Komm Rat Dr. Ludwig Hift Dr Heinrich S o k a 1 Robert Blum Arnold Fischer Salo Guttmann Hofr. Dr. Paul Pollak Salomon Süß Herbert S c h e 1 z e r Dr Gottfried Weidenfeld David W o n s c h Olga Z w i e b In den Aufsichtsrat wurden gewählt: Dr. Rudolf Braun Matthias Grünwald Heinrich Keller Sau! Rappaport 'Dr. David Schapira Elias Schapira Dr. Hans Stern berg id Zugehöi ULLtR-KLEIDUNG ///. HtüßlhhraKe. 88- 90 U 76 2 <P6