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Die Stimme · 1955-02-01 · Heft 92 (Februar 1955) · page 8

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Journal
Die Stimme
Volume
1955
Issue
Heft 92 (Februar 1955)
Date
1955-02-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 DIE STIMME Nr. 92 V. b. b. Expedie'par Tediteur Herrn Trau Wenn verzogen, bitte nachsenden oder aurück an die Redaktion Wien IX, Universitätsstraße 4 4 Verschiebung der Kultuswahlen Die zionistischen Mandatare berichteten in einer Sonderbessprechung, daß die im Februar 1955 fälligen Wahlen in den Kultusvorstand auf Ende Mai 1955 verschoben werden mußten Die Verschiebung war des, halb unumgänglich notwendig, weil die Geschlossenheit der österreichischen Juden gegenüber der Regierung, mit der die Wiedergutmachungs- Verhandlungen zu führen sein werden, dringend geboten erscheint Sigmund Freud Spät, sehr spät, aber doch haben sich die Männer der Wissenschaft und der Politik in Wien entschlossen, auf dem Boden der Alma Mater eine Büste zur Ehrung des Wissenschaftlers und Psychoanalytikers Sigmund Freud zu enthüllen. Sigmund Freud war eine der interessantesten und originellsten Erscheinungen unter den intellektuellen Urhebern des 20. Jahrhunderts; ihm verdankt die Welt eine Geistesarbeit, die einen neuen Abschnitt in der Wissenschaft einleitete und vollkommen neue Möglichkeiten eröffnete das Seelenleben zu behandeln. Der Psychoanalytiker Sigmund Freud lebte und wirkte in Wien, von hier aus mehrte und trug er den Ruhm der Wiener Schule in die Welt hinaus. Gehaßt von den Antisemiten, die immer gegen moderne Erkenntnisse auftreten und verfolgt vom nazistischen Diabolismus, mußte Prof. Freud flüchten sonst hätte ihn die SS vergast. Der Entschluß, die Büste Freuds in der Aula der Universität aufzustellen, hätte im Jahre 1945^46 gefaßt werden müssen. Es bedurfte erst der Initiative des Nachfolgers von Prof. Wagner- Jauregg, Professor Hoff, den die Nazi vertrieben hatten, um die kompetenten Stellen davon zu überzeugen, daß die Büste Prof. Freuds, eine Ehre für den akademischen Boden Wiens bedeutet. Bernhard Braver Remarque über den Nationalsozialismus Erich Maria Remarque, der das Drehbuch zum Hitler-Film ,,Der letzte Akt" geschrieben hat, sprach in Wien vor der Presse über die Tendenz dieses Films. Er soll vor allem jegliche Möglichkeit für die Bildung eines Hitler-Mythos ausschalten. Der Neonazismus sei in Deutschland kein dummes Gerede, sondern eine Realität. Ehemalige Nationalsozialisten, so betonte Remarque, seien heute in Deutschland eine ausgezeichnet organisierte Gruppe. Es sei bezeichnend, daß sie ihre seit 1945 angelaufenen Pensionsansprüche bereits befriedigt erhielten, während z. ß. die Kriegsopfer noch um ihre endgültigen Pensionen und Rentenbezüge kämpfen müßten Wellpappe- und Kartonagenfabrik, Druckerei und lithographische Anstalt Moderne, zweckmäßige, bedruckte u. unbedruckte Kartonagen in jeder Ausführung, sowie Tragtaschen, Mappen, Schnellhefter und Briefordner, Drucksorten aller Art. Wien XVII, Beheimgasse 77 Telefon U 50 3 28 und U 50 3 29 Bei Anfrage wollen Sie sich auf unsere Zeitschrift berufen Aus der Weltkonföderation der Allgemeinen Zionisten ln Anwesenheit des Präsidenten der Weltkonföderation Allgemeiner Zionisten, Dr Israel Goldstain, fand in Paris e ne Plenarsitzung der europäischen Exekutive statt, die sich besonders mit den Fragen des nächsten Zionistenkongresses und mit den Angelegenheiten der allgemein - zionistischen Jugend (Hanoar Hazioni, Shnath Sherut etc) beschäftigte. — An Stelle des verstorbenen Chawers Moshe Waldmann und des zurückgetretenen englischen Mitglieds N. Engelsberg wurden zwei neue Mitglieder kooptiert, und zwar Dr. S. Fox der derzeitige Vorsitzende der Britsh Zionist Federation, und Dr N. Roth. KZ-Mörder zum Tode verurteilt. Als Karl Theiner, SS-Unterscharführer, verantwortlich für den Tod von neunzig KZ-Häftlingen — meist Juden — in den Konzentrationslagern Mauthausen und Gusen, im März 1954 in Ostberlin verhaftet wurde, trug er noch eine Brieftasche aus gegerbter Menschenhaut bei sich. Theiner war ,, Sanitäter" in diesen beiden Schreckenslagern in der ehemaligen ,.Ostmark". Er ermordete die von ihm zu ,.betreuenden" Häftlinge auf die grausamste Weise durch Einspritzungen von Benzol und Evipan ins Herz. Vor Gericht schob Theiner die Verantwortung auf den ehemaligen Linzer Rechtsanwalt und späteren Gestapochef Kaltenbrunner, der für die Sanitätsabteilungen angeordnet habe, daß die sich dort zur Behandlung befindlichen Häftlinge nicht länger als vier Monate leben dürfen. Theiner gab ferner zu, auch in den Konzentrationslagern Dachau, Ravensbrück und Sachsenhausen in gleicher Weise gewirkt zu haben. Das Gericht verurteilte Karl Theiner zum Tode. I.P.N. Junger Mann 28 Jahre, naturalisierter Amerikaner, nicht un bemittelt sucht gut erzogenes Mädchen zwecks späterer Ehe kennen zu lernen (ev. Einheirat). Zuschriften, womöglich mit Lichtbild, erbeten an die Adm. unter „Nicht anonym Nr. 9201“. Konfektion en gros N. G rünberg Wien I, Rotenturmstr. 25|3 Telefon U 24 0 64 VttUcutfvon Hla&zoiU Und fKomeolUtneUi Der Verkauf findet im Amtsgebäude der israelitischen Kultusgemeinde, Wien I, Schottenring 25, in der Zeit vom 27. Mürz bis 2«. April 1955 a) An Wochentagen zwischen 8 und 16 Uhr i>) An Sonntagen zwischen 9 und 12 Uhr Der Preis ffir Mazzoth und Mazzothmehl beträgt — wie im Vorjahre — S 16.— per kg im beschränkten Umfange kann auch Pflanzenfett bezogen werden. Die Kultusgemeinde ist bemüht, auch Zucker und Kondensmilch zu beschaffen Kosher schel Pessach Erstklassige Weine, weiß und rot Weinhandlung E. SPIEGEL Wien II, Czerningasse 8 u. 6 Tel. R 44 2 12 und R 43 4 19 Herbert SCHELZER Generalvertretung und Niederlage der Firma K. JOS. 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