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Die Stimme · 1955-01-01 · Heft 91 (Januar 1955) · page 7

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Journal
Die Stimme
Volume
1955
Issue
Heft 91 (Januar 1955)
Date
1955-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nr 91 DIE STIMME Seite 7 A U I SS Israels Staalspräsideni 70 Jahre Vergangenen Monat feierte der Präsident Israels, Jizchak Ben Zwi seinen 70. Geburtstag. Er legte keinerlei Wei t auf öffentliche Feierlichkeiten aus diesem Anlaß. Dieser Tag ging allerdings nicht unbemerkt vorüber. Aus aller Herren Länder kamen dem herzensguten, prachtvollen Menschen Glückwünsche zu. Den Präsidenten zeichnen Bescheidenheit, Ehrlichkeit, Adel und'Menschenliebe aus. ln vielseitiger öffentlicher Tätigkeit und in schriftstellerischem Schaffen, erfüllt sich der Lebenslauf des israelischen Staatspräsidenten. In seinem Glauben an das große Werk, hat er dem Judentum sein Leben geweiht Heute ist Jizchak Ben Zwi zum Wahrzeichen des neuen Staates geworden, das Licht ausstrahlt und dem Zionismus Impulse verleiht. Von ganzem Herzen beglückwünscht das jüdische Volk seinen Präsidenten zum 70. Geburtstag. Die Zionistische Föderation in Österreich und der Zionistische Landesverband entboten dem Jubilar telegraphisch ihre Glückwünsche. Zionistenkongreß im Okt. 1955 Soweit Bis jetzt feststeht, wird der Zionistenkongreß im Oktober 1955 in Jerusalem stattfinden. Uber den Ort der Tagung des zionistischen Aktionskomitees sind die Meinungen geteilt. Es gibt führende Zionisten, die für Amerika plädieren, während andere daran festhalten, daß nur Jerusalem als Tagungsort in Frage kommt. Als Zeitpunkt dieser Körperschaft ist der Monat April 1955 vorgesehen. ZOA-Haus in Tel Aviv In unseren Nachrichten ist wiederholt vom ZOA-Haus in Tel Aviv die Rede, dem Haus der Zionistischen Organisation Amerikas, das ein Zentrum der Musik, Ausstellungen, Theater- und Filmaufführungen, der Oneg-Schabbath-Veranstaltungen und auch der Touristik geworden ist. Die ZOA ersucht uns, alle Mitglieder und Freunde, die Israel besuchen, aufzufordern, auch das ZOA-Haus in ihre Besichtigungen einzuschließen, das als architektonische Leistung ebenso sehenswert ist, wie als Kulturzentrum. Freigabe der „Bat Galim" Ägypten gab dem Druck nach Die ägyptische Regierung hat den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen von ihrem Beschluß unterrichtet, den israelischen Frachter ,,Bat Galim" mit seiner Besatzung am 1. Januar freizugeben. Dieser Beschluß erfolgte kurze Zeit, nachdem Israel eine erneute Behandlung dieses Falles im Weltsicherheitsrat verlangt hatte. Die ,,ßat Galim" war Ende September im Suezkanal von den ägyptischen Behörden aufgebracht worden, weil sie angeblich einen ägyptischen Küstenort beschossen hatte. Später wurde diese Behauptung jedoch als vollkommen haltlos entlarvt und die ägyptische Regierung von den Vereinten Nationen aufgefordert, das israelische Schiff freizugeben. (dpa.—AjW.) l,Bat-Galim,,-Besatzung frei Die ägyptische Regierung hat am 1. Jänner die zehnköpfige Besatzung des israelischen Frachters „Bat Galim" freigelassen, die vor drei Monaten von den ägyptischen Behörden interniert worden war. Ein gemeinsames Nutzfahrzeug- Montagewerk wird von General Motors, Ford und Chrysler bei Haifa in Israel errichtet. Kaiser-Frazer montiert dort bereits seit Jahren Pkw- Typen. RABL Kant und Heine in Hebrä'sch Von den nach dem hebräischen Dichter Tschernichowsky benannten Preisen für hervorragende Leistungen bei der Übersetzung von literarischen und klassischen Werken der Weltliteratur fiel einer an Dr Perlmann, Tel Aviv, für die Übersetzung von Heines Prosaschriften und ein zweiter an Professor Bergmann von der Jerusalemer Universität und Dr. Rottenstreich für die Übertragung von Kants „Kritik der reinen Vernunft". Der neue österreichische Generalkonsul in Israel Legationsrat Dr. Kurt Enderl, der bisher in der Wirtscchaftsabteilung im Außenministerium tätig war, wurde zum österreichishen Generalkonsul in Israel ernannt österreichischerseits mißt man dieser Berufung große Bedeutung bei, insbesondere was die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Israel und Österreich betrifft. I iir den Philatelisten. Im Verlag des Haaretz, Tel-Aviv, erschien nunmehr die zweite Nummer der Monatsschrift ,,The Holy Land Philatelist", herausgegeben von F. W. Pollack, P. O. B. 2032, Tel-Aviv, Israel. Das vorliegende Heft beinhaltet in sehr gelungener Ausführung Abbildungen der ersten Marken des Staate? Israel aus den Kampftagen des Jahres und einen illustrierten Bericht von Otto Hoffmann über den Postdienst im belagerten Jerusalem in den Wochen nach der Staatsgründung Besonders interessant für jeden Philatelisten ist der Bericht über Postmarken, welche in jenen Tagen vom französische Konsulat in Jerusalem als „Postes Francaises. Jerusalem"' gestempelt wurden In führenden Philatelistenkreisen hat diese Neuerscheinung große Anerkennung gefunden und ist zweifellos ein schöner Beitrag israelischer Philatelie-Journalistik. „Im Schatten des Todes“ Demnächst erscheint im Verlag „Olamenu", Tel Aviv, anläßlich des zehnten Jahrestages der Befreiung vom Naziregime die deutsche Ausgabe des Buches ,,IM SCHATTEN DES TODES" aus der Feder des bekannten Dichters und Schriftstellers Dr. Jirmejahu Oskar N e u m a n n, das den tragischen Schicksalskampf des slovakischen Judentums und seine Vernichtung schildert. Der Autor dieses spannenden und interessanten Buches, das zum ersten Male ein umfassendes Bild vom Leben, Erleiden, aber auch vom aktiven Handeln des slovakischen Judentums vermittelt, stand selbst an einem führenden Platze in diesem nervenaufreibenden Kampf um Rettung nackter Menschenleben. Er entwirft ein äußerst spannendes und ergreifendes Bild der Zeitepoche, des ungleichen, verzweifelten Ringens an zwei Fronten, den deutschen und slovakischen Mördern, in allen seinen Phasen bis zur endgültigen Befreiung. Das Buch gibt ein klares und detailliertes Bild des Geschehens, das nicht nur Deportation, Zwangsarbeitslager und KZ. — Leben mit all ihren Grauen aufzeigt, sondern auch die unermüdlichen, mutigen Leistungen und Versuche einer kleinen Abwehrgruppe, in großzügiger Konzeption die Deportation im europäischen Raume zum Stillstand zu bringen, — und den heldenmütigen Einsatz junger jüdischer Partisanen, die ihr Andenken mit ihrem Herzblut in die Geschichte geschrieben haben. — g- Rede Ben Gurion’s beim WIZO'Treffen Nachstehend wollen wir versuchen, eine kurze Schilderung des Wizo- Treffens, das im November in Ascalon stattfand, zu geben. Uber 2000 Mitglieder der hiesigen Föderation, aus allen Teilen des Landes herbeiströrnend, versammelten sich auf dem herrlich grünen Rasen eines Hügels, der einen Ausblick auf die nahe, tief blaue See gibt. Frau Rachel Kagan, Vorsitzende der WIZO in Israel, war auch Vorsitzende dieses Treffens. Die Präsidentin der Welt-Wizo, Frau Rebakka D. Sieff, machte mit ihrer stimmungsvollen Rede großen Eindruck auf die Zuhörerschaft. Dann erhob sich Ben Gurion und begann seine Rede mit der Bemerkung, daß dies seit seinem 40 jährigen Aufenthaltes in Israel, die erste speziell an Frauen gerichtete Rede sei. Mit der bekannten Durchschlagskraft seiner leuchtenden Rede zog er die Aufmerksamkeit aller Zuhörer an sich. Er wies auf die Wichtigkeit der Frauen hin, bei unserer Stammutter Eva beginnend, über Mirjam und Deborah auf die Frauen im heutigen Israel hinweisend. „Ihr seid Euch nicht immer bewußt, daß Ihr die Hälfte unserer Bevölkerung seid." Vier Aufgaben, sagte er, müßten wir erfüllen. 1. Die Frauen Israels müssen ihr Land gründlich kennen lernen, nicht nur die Städte, auch den Galil und den Negew, die Grenzsiedlungen und Maabarot und deren Bewohner. 2. Die Frauen müssen ihre Kraft und Mütterlichkeit anwenden, um sowohl bei ihren Männern, wie auch bei ihren Kindern ein besseres Verständnis für das Heimatland und seine Probleme zu erwecken. „An Euch liegt es, Parteilichkeit auszuschalten und Kooperation herbeizuführen." 3. Jede Familie soll eine Neieinwanderer-Familie unter ihren Schutz nehmen. Das würde sehr viel zur rascheren Einordnung beitragen. Wenn jede Frau einer Neueinwanderin Hygiene und Reinlichkeit beibringt, würde es nicht zu lange dauern, um uns zu einer Nation zusammenzuschmelzen. Wir haben nicht so viel Zeit übrig wie die Vereinigten Staaten es hatten,- unsere Generation muß dieses Ziel noch erreichen. 4 Sein vierter und letzter Auftrag für die Frauen war, ihre Kinder zu Pionieren Israels, zum Aufbau der wüsten Flächen Israels zu erziehen. Für WIZO Frauen Israels und für die Delegierten aus aller Welt war dieses Wizo-Treffen ein wirklich großer Tag. SINGER STOFFE IN D[MOT[NUnMSn REINWOLLENE DAMEN- UND HERRENSTOFFE - KAMMGARNE TWEEDE IN NEUESTEN MODEDESSINS - SEIDENNOUVEAUTES TEL. U 21-3-88 Neue Vorstandsmitglieder des Zionistischen Landesverbandes Uber Vorschlag des Vizepräsidenten Tischenkel koopierte der Zionistische Landesverband vier treue, bewährte Allgemeine Zionisten in seinen Vorstand. Es sind dies die Herren Hofrat ßirnstein, Samuel Brod, Hans Brüßl und Esriel Seifert In der Sitzung vom 11. Dezember hieß der Präsident Dr. Herzberg die neuen Mitglieder herzlich willkommen. Hofrat Birnstein dankte namens der neukooptierten Herren für die ihnen erwiesene Ehre und versprach, den Zionistischen Landesverband in seinen Bestrebungen nach besten Kräften zu unterstützen. Direktor Dr. Berthold Hirschl — Holrat Der Bundespräsident hat dem verdienstvollen Pädagogen, Herrn Prof. Dr. Berthold Hirschl, den Titel eines Hofrates verliehen. Herr Hofrat Prof. Dr. Hirschl gehört zu den besten zionistischen Askanim und arbeitet seit seiner frühesten Jugend im Interesse der zionistischen Bewegung. Schon 1905 war er Mitglied einer zionistischen Mittelschülervereinigung, betätigte sich in der Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler, deren Präsident er lange Zeit hindurch war. Im Jahre 1910 gründete er den Jüdisch-Akademischen Philosophenklub. Hofrat Hirschl ist mit Leib und Seele dem zionistischen Gedanken ergeben. Nach Beendigung des ersten Weltkrieges, gehörte Hofrat Hirschl dem jüdischen Nationalrat an, hatte beträchtlichen Anteil an der Gründung des Chajes-Gymnasiums und war leitendes Mitglied des Keren Hayossod und Keren Kayemeth. Im Jahre 1945 fiel Hofrat Dr. Hirschl die ehrende Aufgabe zu, gemeinsam mit Chawer Bernhard Braver den Keren Hayossod neu zu gründen. Er war geschäftsführender Präsident des K. H. und Präsident des K. K. L. Seiner Initiative ist es zu danken, daß der Herzl-Klub wieder reaktiviert wurde, der heute die zionistischen Askanim Wiens vereinigt. Es muß besonders hervorgehoben werden, daß unser Freund Prof. Hirschl, sich der Wertschätzung seitens des verewigten Oberrabbiners Dr. Chajes erfreut hat. Wir stellen uns mit innigen Glückwünschen ein. Ritualmord - Festspiele eingestellt Wie aus kirchlichen Kreisen bekannt wurde, hat der zuständige Bischof Dr. Rusch die Abhaltung der sogenannten „Anderl-Spiele" in Rinn bei Hall in Tirol untersagt. Der Text der Mysterienspiele soll einer von der Kirche gebildeten Kommission zum genauen Studium übergeben werden. Von jüdischer Seite wurde sowohl gegen die Ritualmord-Bilder in der Kirche „Zum Judenstein" in Rinn als auch gegen die Ritualmord-Festspiele und die Pilgerfahrt von Schulkindern scharfer Protest erhoben. Das Erzbischöfliche Ordinariat in Wien hat aus Österreich und aus aller Welt wegen der Vorkommnisse in Rinn Proteste erhalten. (I. P. N.) Salo Guttmann Wien I, Helferstorferslr. 8 Tel. U 21 2 95 Großvertrieb von patentamtlich geschützten Neuheiten

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