Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1955
- Issue
- Heft 91 (Januar 1955)
- Date
- 1955-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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DIL S T I M M [ Nr. ni Ein Freispruch . , . \'or kurzem stand Hör 53 jährig.0 Alois l. i c h t o n b (' r g v r, dor im September 19 U als Wachführer dos Werkschutzes m dor Warschauer Filiale dt'r Steyrwerke boi dor Füsilierung einer Polin mit wirkte, neuerlich vor (bericht Lichtenberger hatte sich bereits im Sommer vorigen Jahres wegenTntschlages nach dem deutschen Reichsstrafgesetz vor einem Volksger icht zu verantworten Das Volksgerieht fällte damals ein Unzuständigkeitsurtei! Nun stand Lichtenberger vor einem Geschwornengericht (Vorsitzender Dr Pausinger, Staatsanwalt Dr Oschtzadal). Der Vorfall spielte sich im brennenden Warschau ab, als der Aufstand der Warschauer Bevölkerung vor den Augen der Sowjetarmee, die ihren Vormarsch plötzlich eingestellt hatte, schon fast niedergeschlagen war. Kurz vor Mittag war aus einem beschädigten Gebäude gegenüber den Steyrwerken ein Schuß gefallen. Lichtenberger und der Werkschutzkommandant Paul Magg, fanden in der Hausruine zwei etwa dreißigjährige Frauen. Obwohl die Polinnen bestritten, daß sie geschossen hatten und keine Waffe bei ihnen gefunden wurde, führte Magg sie abseits und schoß sie nieder Die Beamten des Werkes mußten auf ihrem Weg zum Mittagessen voll Entsetzen mit ansehen, wie Magg zuerst die eine Frau tötete und dann auch die andere, die auf die Knie gefallen war, als ihre Kollegin tot zusammenstürzte, niederschoß. Sie sahen, daß Lichtenberger auf den noch zuckenden Körper der Frau feuerte Gegen Magg läuft ein Verfahren beim Volksgericht Linz Lichtenberger berief sich in der Verhandlung auf den Ausnahmszustand, der damals über Warschau verhängt war. Es habe eine Anordnung bestanden, wonach Zivilisten, die sich dem Werk näherten, ohne Anruf zu erschießen waren. Magg und er seien überzeugt gewesen, daß der Schuß auf das Werk von einer der Polinnen abgefeuert worden sei. Er bestritt überdies, daß die Frau, auf die er geschossen hat, im Zeitpunkt, da er abfeuerte, noch gelebt habe Die Zuckungen seien höchstens Reflexbewegungen gewesen. Die Geschwornen sprachen Lichtenberger frei Der Staatsanwalt meldete die Nichtigkeitsbeschwerde an fUiritn* (Tiu1|l|nne Adolf Reiss Erben s Co. Tuchgroßhandel und eigene Schafwollwaren - Manipulation Wien I, Rudolfsplatz 6 U 24 5 18, Ü 24 5 19 Heinrich STEIN Wien IV, Favoritenstr. 24 Telephon t U 49 0 64 ERZEUGNISSE: Selbstrollcr Rollvorhänge Verdunkelungen Bretterialousien Holxrollbalken Durchsichtige Schaufensterrollos Jeder Jude erwerbe den Schekel als Zeichen der Verbundenheit mit ISRAEL durch den Zionistischen Landesverband Wien IX, Universitätssfraße 4 Tel. A 26 4 73 Besuchen Sie die Hüfatez-Betriete Kursalon — Open Gate Splendid — Konzertcafe und Bar — Feuchter Stock Kobenzl-Restaurant TEXTILWAREN EXPORT IMPORT Josef Limberg & Co. Wien I, Eßlinggasse 7 - Tel. U 26 2 01 V. b. b. Expedie’par l’editeur Herrn Frau Wenn verzogen, bitte nachsenden oder zurück an die Redaktion Wien IX, Universitätsstraße 4 4 Struktur der Wiener Judenschaff Wien |!PN|. Laut einem Bericht der Abteilung Bevölkerungswesen der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde waren bei derselben am 31. Dez. 1954 9.123 Personen registriet. Hievon waren 4.829 männlichen und 4.294 weiblichen Geschlechts. Die Altersstatistik zeigt folgendes Bild: vom — bis 5 Jahren 248 Personen von 6 bis 10 Jahren von 11 bis 14 Jahren von 15 bis 18 Jahren von 19 bis 24 Jahren von 25 bis 40 Jahren von 41 bis 50 Jahren von 51 bis 60 Jahren von 61 bis 70 Jahren über 70 Jahren 341 Personen 147 Personen 143 Personen 257 Personen . 1513 Personen . 1579 Personen 2173 Personen 1675 Personen 1047 Personen zusammen 9123 Personen Die Bevölkerungsbewegung im Jahre 1954 zeigt einerseits eine Abnahme durch Abwanderungen (390), Religionsaustritte (111), Sterbefälle (171), zusammen um 672 Seelen, andererseits eine Zunahme um Zuwanderungen bzw. Rückwanderungen (728), Religionseintritte (11), Geburten (57) zusammen um 796 Seelen. Es ergibt sich sohin eine Erhöhung gegenüber dem 31. Dezember 1953 um 124 Seelen. Ihre Sekretärin die „Hcilcla-Sohreihistutoe“ erledigt Ihre di pondenz. Vertri schreiben. Alle Artei remdspraehige Korresrh diktieren oderselbston Vervielfältigungen. GRABEN 31 (Passage) - R 24-808 Nachlassenschaften Edith und Camilla Korn Angehörige der verstorbenen CAMILLA KORN, gehören in Vt ien am 2. Mai 190.1, Witwe von V. Barta oder von EDITH KO KN, gehören in Wien am 20. Mai 1889, Ehefrau von Paul Pollak. letzhin wohnhaft in Amsterdam, werden gebeten, sieh ins Einvernehmen zu setzen mit Rechtsanwalt Mr. K. E. LEONI, Beursgebouw. Kr.;>. Amsterdam Schuhmodenhaus FERDINAND BECK & CO. VERKAUFSSTELLEN: IX., Alserstraße 8 VII., Mariahilferstraße 82 IX., Währingerstraße 50 V., Pilgramgasse 6 XV., Sechshauserstraße 12 Zum Fall Sokolowski Der Fall des Wiener Magislratsrntes Dr. Alfred Sokolowski hat in den letzten Tagen viel Staub aufgewirbelt. Die Sowjets verhafteten ihn unter der Beschuldigung, er wäre sowjetischer Staatsbürger, der aus der Sowjetarmee desertiert ist und bei der Deutschen Wehrmacht Spionage gegen seine Heimat betrieben hat Dabei berufen sie sich auf in ihrem Besitze befindliche Dokumente, die aus österreichischer Quelle, nämlich dem Ausländeramt der Wiener Polizeidirektion stammen. Die österreichischen Behörden bis hinauf zum Chef der Regierung haben gegen die Verhaftung protestiert und die Freilassung Dr. Sokolowskis mit. der Begründung gefordert, daß er als österreichischer Staatsbürger nur den österreichischen Gesetzen und Gerichten unterstellt ist. So weit, so gut! Was uns Juden bei dieser Affäre mit äußerster Verwunderung und größter Besorgnis erfüllt, ist die Tatsache, daß ein Mann und noch dazu ein Ausländer, dessen Tätigkeit als Kriegsverbrecher und aktiver Nazi von den österreichischen Amtsstellen nicht in Abrede gestellt wird, jahrelang einen der höchsten und verantwortungsvollsten Posten bei der — notabene sozialistischen Wiener Gemeinde bekleiden konnte! Und im Zusammenhang damit tauchen Zweifel darüber auf, ob das Reinemachen im Jahre 1945 tatsächlich, wie bei jeder Gelegenheit behauptet wird, ein gründliches war? Kleine Anzeigen 55 vv ecks Ehe wird einfache» sy mpathisches Mädchen bis 3f> Jahre gesucht. Eingerichtete Wohnung vorhanden, Gefl. Zuschriften unter „Rentner“, postlagernd. Postamt 87. Jugendhei tn für zionistische Organisation, 3 Räume, zu mieten gesucht. Gefällige Angebote unter „Auch Souterrain räume Nr. 911“ an die Administration Kauf in ann 68 Jahre alt, mit gutem Einkommen, sucht sympathische Lebensgefärtin mit Wohnung. 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LHlllilK Wellpappe- und Kartonagenfabrik, Druckerei und lithographische Anstalt Moderne, zweckmäßige, bedruckte u. unbedruckte Kartonagen ln jeder Aualührung, sowie Tragtaschen, Mappen, Schnellhefter und Briefordner, Drucksorten aller Art. Wien XVII, Beheimgasse 77 Telefon U 50 3 28 und U 50 3 29 Bel Anfrage wollen Sie sich auf unsere Zeitschrift berufen