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Die Stimme · 1955-01-01 · Heft 91 (Januar 1955) · page 6

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Journal
Die Stimme
Volume
1955
Issue
Heft 91 (Januar 1955)
Date
1955-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seile 6 DIF: STIMME Nr 91 Chanukka - Feiern Herzt-Klub Am 21 Dezember versammelten sich die Mitglieder des Herzl-Klubs lind einige geladene Gäste zu einem gemeinsamen Abendessen Anlaß hiezu gab die vom Klub veranstaltete Chanukka-Feic?r Der Präsident des Klubs Dr David Gelles zündete die Kerzen an und hielt eine Ansprache, im Verlauf welcher er ausführte, daß dieses volkstümliche Fest unter mehreren Gesichtspunkten betrachtet werden kann. Als nämlich die Juden im 2 Jahrhundert vor unserer Zählung das griechische Joch abschüttelten und die Feinde verjagten, schritten sie sofort zur Reinigung des Tempels und zur Wiederanzündung des Lichtes Sie fanden aber nur ein kleines Kännchen gehüteten Öles, welches höchstens für einen Tag gereicht hätte Aber es geschah ein Wunder: Das kleine Quantum Öl reichte für acht Tage Als Folge dieser Legende, wurde das Chanukka-Fest für acht Tage testgesetzt. Den national eingestellten Juden ist das Chanukka-Fest eine historische Erinnerung an die Makkabäerzeit, an jüdisches Heldentum, als eine kleine Schar tapferer Menschen unter der Führung der Hasmonäer die feindlichen Heere in die Fiucht schlugen, das Land von dem drückenden Joch der Feinde befreiten und die Unabhängigkeit des jüdischen Staates für eine gewisse Periode wiederherstellten Vielen von uns ist das Kerzenzünden mit Hilfe des ..Schamasch" ein Symbol in Erinnerung an die Überlieferung, daß das jüdische Volk eine Mission zu erfüllen hat, nämlich Aufklärung und Licht zu verbreiten, somit ein Diener am Lichte zu sein In Wirklichkeit war der Kampf zu jener Zeit ein Kulturkampf zwischen Judaismus und Hellenismus, ein Kampf des Geistigen gegen das Materielle, des Monotheismus gegen Heidentum Das Chanukka-Fest ist somit eine Erinnerung an den Sieg des Judaismus, des Geistes, des Monotheismus Diese Ausführungen machten auf alle Zuhörer tiefen Eindruck und großer Beifall dankte dem Redner. Zionistische Föderation „Hechulaz“ Am 19 Dezembber 1954 fand im überfüllten Saal des Hotel Post, die Chanukkafeier des ,.Hechulaz", unter dem Protektorat der Zionistischen Föderation statt Der Konsul des Staates Israel, Arie Eshel und der Präsident der Zionistischen Föderation, Gustav Leitner, hielten an die versammelten Kinder Ansprachen, die die Bedeutung des Chanukkafestes beinhaltete Mit. viel Energie und Liebe haben die Chawerim der Hebräischen Schuie des B'ne Akiba und des Haschomer Hazair ades dazu getan, um dieser Feier zu einem vollen Erfolg zu verhelfen Die Darbietungen der Kinder der Hebräischen Schule — Lieder, Gedichte und Tänze — fanden großen Beifall Dann folgte ein Theaterstück ,.Traum der Blumen", das von dorn jüngsten Chawerim des Haschomer Hazair ausgeführt wurde. Der Kampf der chaluzischen Jugend gegen die Wüste, bildete das Thema eines ausgezeichnet. zum Vortrag gebrachten Spreoch- und Bewegungschores des Haschomer Hazair. Autor dieses Stückes ist Abraham Schlonski, einer der größten Dichter der Gegenwart. In einem Theaterstück beleuchteten die Chawrim das B'ne Akiba die Taten des großen Helden unseres Volkes, Jehuda Makkabi. Zum Schluß dieser eindrucksvollen Veranstaltung, erhielt jedes Kind ein schönes Chanukkapaket, welches den Kindern viel Freude machte Was wissen wir über den Keren Hayesod 1. WO und WANN wurde der KEREN HAYESOD gegründet? Auf der „Zionistischen Konferenz4in London im Jahre 1920. 2. Zu welchem Zweck wurde der KEREN HAYESOD aufgestellt? Der KEREN IIAYESOI) ist die zentrale Instanz Hir Sammlungen von Juden in der ganzen Welt, um die Errichtung und Konsolidierung des Jüdischen National-Heimes zu finanzieren. 3. Was war die Veranlassung zur Gründung des KEREN HAYESOD? Die Balfour - Deklaration im Jahre 1017. die Grollbritanniens Sympathie und Interesse an der Errichtung des Jüdischen National Heimes in Palästina zum Ausdruck brachte, schuf einen neuen Begriff von praktischer zionistischer Arbeit. Finanzielle Mittel waren jetzt notwendig, um die Immigration und die landwirtschaftliche Ansiedlung in grobem Stile durchführen zu können. Der KEREN HAYESOD war im Jahre 1920 gegründet worden, um diese beiden Hauptaufgaben des Zionismus zu verwirklichen. 4. Was sagen die Statuten des Jewish Agency über den KEREN HAYESOD? In Paragraph 9 lesen wir: „Bis auf anderweitige Entscheidung durch das Zionistische Aktions-Komitee ist der KEREN IIAYESOI) das Haupt-Einanz-lnstitut zur Sicherung de? Budgets der Jewish Agency for Palestine. Die Direktion des KEREN HAYESOD hat das gesamte Netto - Einkommen des KEREN HAYESOD an die Jewish Agency auszuhändigen." 5. Ein Israel-Pfund besteht uus 1000 Prutot. Wofür wird das durch den KEREN HAYESOD aufgebrachte Geld verwandt? 68 Prutot für Rettung u- Transport von Neueinwanderern .521 .. Absorbierung von Immigranten 87 „ Jugend - Alijah 817 Landwirtschaftliche Siedlungen 126 „ Organisation und Sicherheit 11 Erziehung u. Kulturarbeit 7 ökonomische Projekte 30 „ Administration etc. KREDITEN , rl.oi:t üdi ->che Sparu. Krediten, mb. II., Wien I., DominikanerbdStei 24, Tel.: V. 27 0 55, Kl. 261 au jüd. selbständige Kauileute, Gewerbetreibende und an ircie Berufe. Stoffe - Httidcv FÜR DAMEN HERREN UND KINDER gut und preiswert vom KAUFHAUS BrQder Haber Wien VII, Mariahilfersfraße 90 Telephon B 36063, B 36237 IN HEMORIAM HANNA SENESH Von Gereschon Swet Budapest, 7. November 1944. Am Morgen dieses Tages wurde die gefangene Parachutistin aus Palästina, Hanna Senesh, in die Totenzelle No. 13 eingeliefert. , Hanna Senesh", sagte der Staalsanwalt. ,,Sie sind zum Tode verurteilt Wollen Sie ein Begnadigungsgesuch einreichen?' ,, 1 ch will mit meinem Verteidiger sprechen und Berufung gegen das Urteil einlegen " , Das ist gesetzlich nicht möglich Sie können nur um Begnadigung bitten." ..Euch Henker und Mörder soll ich um Begnadigung bitten? Niemals! Von Euch will ich keine Gnade!" , Dann können Sie nur noch Abschiedsbbriefe schreiben; in einer Stunde werden Sie erschossen." Hanna verlangte Papier, Tinte und Feder Sie schrieb einen Brief an ihre Mutter, der niemals abgesandt wurde. Eine Stunde später führte man sie in den Gefängnishof hinaus. Kurz darauf brachte ein Lastwagen die sterblichen Überreste von Hanna Senesch zum Friedhof der Budapester Jüdischen Gemeinde. Im Frühling 1950 wurden die Gebeine dieses wunderbaren Mädchens, dessen Name schon fast Legende geworden war, nach Jerusalem übergeführt und dort auf dem Herzl-Hügel, unweit vom Grabe Theodor Herzls, mit großen Ehren bestattet. Hanna Senesh wurde vom nazistischen Staatsanwalt, Hauptmann Simon zum Tode verurteilt Er persönlich leitete die Exekution. Dieser Mörder lebt heute in Argentinien. Er gibt zurzeit in Buenos Aires eine nazistische Zeitung m ungarischer Sprache heraus ,,Es gibt Zeiten", schrieb Hanna an ihren Bruder, da das private individuelle menschliche Lehen keinen Wert hat, da es jedermanns Pflicht ist, aktiv zu sein etwas zu unternehmen, auch wenn man dabei sein eigenes Lehen einbüßen sollt?." Bevor sie aus Palästina nach Europa >•- flog, um mit einem Fallschirm me jugoslawischer Erde niederzugr hen. schrieb sie an eine Freundin, „Ich übernehme meine Mission freudig und völlig aus freiem Willen Ich betrachte dies als eine nationale Pflicht, und als besonderes Privileg für mich " Julius Baum Der langjährige und treue Mitarbeiter unserer Administration cler . Stimme" Herr Julius Baum ist nach schwerer Krankheit im 74. Lebensjahre am 27 Dezember verstorben. Wir verlieren an Baum einen fleißigen, unermüdlichen, überlegenen Funktionär der schwer zu ersetzen sein wird Im Namen der Redaktion , Die Stimme' sprach Redakteur Bravei am Grabe des Verstorbenen, Worte des Gedenkens, und pries die Treue und Arbeitsfreude Julius Baums Unsere Teilnahme gilt der Witwe, die in 50-jähriger Ehe mit ihrem Mann Leid und Fremd teilte und dem Sohn, der bestrebt war, seinem Vater, die alten Tage zu verschönern Eben geht uns die traurige Nachricht zu, daß der Chefredakteur des ,,Haboker", Zentralorgan der Allgemeinen Zionisten, in Israel im Alter von 68 Jahren gestorben ist. Heftmann war Präsident der Israelischen Jouranalistenvereinigung, die durch sein Hinscheiden einen unersetzlichen Verlust erlitten hat Unverdienter Dank Die Antisemiten behaupten unentwegt, daß die jüdischen Ansprüche vollkommen erfüllt wurden Die österreichischen Steuerzahler müssen Lasten tragen, die ihnen der Nazismus aufgebürdet hat Die Heimatvertriebenen, haben, bei Gott, durch die Schuld Österreichs nichts eingebüßt. Im Gegenteil, sie standen in ihrer Mehrheit im Lager Hitlers, negierten die Selbstständigkeit Österreichs, füllten die Reihen der SS und kämpften im Verbände des deutschen Heeres Der Dank hiefür ist: Eingliederung der Heimatvertriebenen Wie der Beirat für Flüchtlingsfragen über seine bisherigen Bestrebungen zur Seßhaftmachung der Heimatvertriebenen in Österreich mitteilt, wurde bis Ende 1954 durch das Landwirtschaftsministerium 24 Millionen Schilling ERP -Mittel aufgewendet, und zwar für 85 Hof- und Wirtschaftsankäufe, 163 Pachtungen, 71 Instandsetzungen von Hof- und Wirtschaftsgebäuden und 183 Eigenwohnungen für landwirtschaftliche Arbeiter in allen Bundesländern. Die in der Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Wohn- und Siedlungsbaues für Flüchtlinge zusammengefaßten 10 Baugenossenschaften haben bis Jahresende mehr als 1200 Woh¬ Hebräisch-Kurse unentgeltlich für Anfänger u. Fortgeschrittene beginnen in der nächsten Zeit Anmeldungen im Sekretariat des Zion. Landesverbandes, Wien IX. Universilätsstr. 4 - Tel. A 26 4 73 nungen fertiggestellt, weitere 650 Wohnungen befinden sich im Bau. Man erwartet, daß es mit Hilfe der Mittel des Bundes-Wohn- und Sied- 'ungsfond und durch das Wohnbauiörderungsgesetz 1954 sowie durch das definitive Lösungsprogramm des Müchtlingskommissars der Vereinten Nationen möglich sein wird, innerhalb der nächsten Jahre das Barackenelend zu beseitigen. Vom Zeitpunkt der Novellierung des Kriegsoplerversorgungsgesetzes vom 1. Seplember 1953 erhielten bis Ende November 1954 2692 Kriegsbeschädigte, Kriegswitwen und -waisen und Eltern ihre Renten. Das zweite Sozialversicherungsabkommen, das die Versorgung eines weiteren Großteils anspruch berechtigter Heimatvertriebener sichert, wird bereits durchgeführt (Aus einer offiziellen Aussendung). Zum runden Geburtstag gratulieren wir: Herrn Facharzt Dr. Robert Pfeiffer Herrn Saul Haber, Mitinhaber der Firma Brüder Haber TcctHzisiid Bc&cUnawi Antiquitäten, Neu- und Allwaren Teppiche, Juwelen, Porzellan, Kauf ganzer VerlusHensehaften Wien I, Landesgerichtsslr. 10 Telefon A 27 8 19

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