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Die Stimme · 1955-01-01 · Heft 91 (Januar 1955) · page 3

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Journal
Die Stimme
Volume
1955
Issue
Heft 91 (Januar 1955)
Date
1955-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 9 7 DIE STIMME Seite 3 Aus dem Zionistischen Landesverband Trauerkundgebung Ms^OtUeM Zeitung." iur Moshe Waldmann T ' v Samstag, den 11 Dezember versammelten sich der Vorstand und die Mitglieder des Zionistischen Landesververbanc’es zu einer Tr:. uerkundgebung für den verstorbenen Askan der Zionistischen Bewegung, den hervorragenden jüdischen Journalisten Moshe W a I d m a n n. Eine tief empfundene Trauerrede hielt der Präsident des Zionistischen Landesverbandes, Herr Dr. Wolf Herzberg, welcher die Verdienste Moshe Waldmanns für die Zionistische Bewegung und insbesondere für den Allgemeinen Zionismus hervorhob. Dr. Herzberg erwähnte die große Freundschaft Waldmanns für den Zionistischen Landesverband in Österreich und sein großes Interesse für unsere Zeitschrift ,,Die Stimme", deren geschätzter Mitarbeiter Moshe Waidmann gewesen ist Der Redner schaltet schließlich eine Trauerminute ein (Eine Würdigung des allverehrten Verstorbenen an anderer Stelle unserer Zeitung) Empfang fit Di. IHnlin Moll Der zionistische Landesverband in Österreich veranstaltete am 8 Jänner im Festsaai des Cafe Landtmann einen Empfang für den Präsidenten der Zionistischen Organisation in New Jersey (USA). Diesem Empfang wohnte der Konsul des Staates Israel Herr Arie Eshel bei, sowie der Kanzleileiter des Israelischen Konsulates Herr Raphael Medan. Nach der Begrüßung durch Präsidenten Dr. Eierzberg ergriff der Gast das Wort. Einer interessierten Zuhörerschaft berichtete er über den Zionismus in Amerika unter besonderer Berücksichtung des Allgemeinen Zionismus, hob die Leistungen der Allgemeinen Zionisten in Amerika hervor und unterstrich die große .Opferbereitschaft für Israel Leider mußte der Redner im Gegensatz zu Amerika die Gebe!reudigkeit unserer jüdischen Brüder in Europa tadeln, wobei er Österreich nicht ausnahm, welches in der Lage wäre, für den Magbith, bei gutem Willen, v/eit größere Beträge aufzubringen. Mit einem Appell an die Anwesenden, sich der großen historischen Mission unserer Generation bewußt zu sein und daran zu denken, daß unser Volk mit Israel steht und fällt schloß unser Freund seine hochaktuellen Ausführungen. Konfektion en gros N. Grünberg Wien I, Rotenturmstr. 25|3 Telefon U 24 0 64 Der Zionistische Landesverband in Österreich ließ eine alte Veranstaltunosart wieder neu aufleben. Es ist dies die ..Gesprochene Zeitung". Eine solche Veranstaltung fand am 11. Dezember im Theatersaal des Cafe Landmann statt, die bei den zahlreich erschienen Gästen viel Beifall auslöste Den Leitartikel dieser ,.Gesprochenen Zeitung" sprach der Präsident des Zionistischen Landesverbandes, Dr. Herzberg unter dem Titel ..Allgegemeiner Zionismus — Partei der Mitte". Der Redner definierte das Wesen des Allgemeinen Zionismus, seine Leistungen für das Land Israel und die Notwendigkeit unsere Gesinnungsgenossen durch tatkräftige Arbeit in der Galuth zu unterstützen. Uber ,.Lokales" sprach in temperamentvoller Weise, von oftmaligem Beifall unterbrochen, unser Vorstandmitglied Alfred Weishut über die letzten Auswüchse des Antisemitismus und Neonazismus in Österreich Er verlangte von der jüdischen Presse einen schärferen Kampf gegen diese Geisel der Menschheit und ein gemeinsames Vorgehen gegen Antisemitismus und Neonazismus, die uns zusehends gefährlich werden Besonders interessant gestaltete Herr Dr. David Gelles seine Ausführungen in Form eines Feuilletons über den Schulchan Aruch Der Redner legte dar: Ein besonderes Charakteristikum des jüdischen Volkes ist seine Gesetzestreue Das erklärt, daß es bereits in alten Zeiten so viele und bedeutende Rechtsgelehrte hervorgebracht hat, die Tanaiten und Amoräer, die die großen Werke der Mischnah und Gemara zustande gebracht haben, beides zusammen als Talmud bekannt War schon der Talmud nach seinem m 5. Jahrhundert unserer Zählung erfolgten Abschluß wegen seiner Fülle kaum übersichtlich, wurde diese Schwierigkeit in den folgenden Jahrhunderten durch die vielfachen Er- Das Mitglied der Weltexekutive des S h n a t - S h e r u t h, Herr Wolf Tischenkel, hielt im Rahmen des Delegiertentages der österreichischen Zionisten eine beachtenswerte Rede über die im Gange befindliche Shnat- Sherut-Aktion der Allgemeinen Zionisten Der Redner führte aus: ,,Es ist allgemein bekannt, daß die jüdische Erziehung in den meisten Ländern der Galuth sehr viel zu wünschen übrig läßt Sofern die Heranwachsende Jugend überhaupt eine jüdische Erziehung geießt, ist sie unzulänglich und in keiner Weise geeignet, das Judentum für junge jüdische Menschen attraktiv zu machen. Der Grund hielür ist einleuchtend. gänzungen und rabbinischen Entscheidungen von Einzelfällen vermehrt. Es ist deshalb verständlich, wenn einige große Gelehrte sich bemühten, Auszüge (Kompendien) zu schaffen, um den Stoff übersichtlicher zu gestalten. Unter diesen Gelehrten ragen drei besonders hervor: Alfassi (auch Riff genannt), Rambam (Maimonides) und Ascheri, auch Ter genannt, der Verfasser des vierbändigen Werkes unter dem Titel Arba Turim. Aber auch dieses ausgezeichnete tiefgründige Gesetzeswerk war umfangreich und schwer übersichtlich. Josef ben Ephraim Karo (1488—1575) ein Mann von ungewöhnlicher Begabung und phantastischem Gedächtnis, machte sich bereits in Jugendjahren daran, einen Kommentar zu den Arba Turim zu schreibenden er in 20jähriger Arbeit zustande brachte unter dem Eitel ,,Beth Josef". Aber auch dieses Werk war für ein Gesetzbuch zu umfangreich, weshalb er eine kürzere Ausgabe veranstaltete unter dem Titel ..Schulchan Aruch". Dieses Werk ist in Anlehnung an den Ter in vier Teile geiteilt unter den Überschriften: Orach Chaim, Jore Dea, Eben Esar und Choschen Mischpat Dem Inhalte nach zerfällt, das Werk in: Religiöse Gesetze, Nahrungsvorschriften, Familien- und Erbrecht, Sachen- und Obligationsrecht. Der Titel Schulchan A-ruch bedeutet: ..Der Tisch ist gedeckt'. Damit will der Verfasser sagen, daß nunmehr das jüdische Gesetz so vereinfacht ist, daß sich dessen jeder bedienen kann. Und tatsächlich haben alle Rabbiner der Welt den Schulchan Aruch sofort als Standardwerk jüdischen Rechtes anerkannt und bis heute wird nach ihm entschieden und geurteilt. Allgemein wurde der Wunsch geäußert, die .Gesprochene Zeitung,, als ständige Einrichtung beizubehaltea und in kürzester Zeit zu wiederholen Man kann junge Menschen nicht dauernd für die Vergangenheit, und mag diese noch so hervorragend sein, interessieren. Man muß jungen Menschen Zukunftsziele zeigen. Mit anderen Worten, ohne mit dem Staat Israel und dessen Beziehung zum gesamten jüdischen Volk verbundenen Ziel, kann die jüdische Jugend nicht als ein aktives Element erzogen werden. Diese jungen Menschen im reiferen Bildungsaiter können nun in ihrer Ausbildung gefördert werden, wenn sie 18 Monate iang in Israel verbringen. Diese Möglichkeit gibt ihnen die Shnat-Sheruth-Aktion der Allgemeinen Zionisten. Die Erfahrung bisher hat gelehrt, daß die an dieser Aktion teilnehmenden jungen Menschen ihr Interesse für jüdische Dinge bewahren, auch dann, wenn sie nach Absolvierung des Shnat-Sheruth in ihr Geburtsland zurückkehren Die jungen Leute lernen während dieser 18 Monate die landwirtschaftlichen Siedlungen des Landes kennen, sie machen Exkursionen in Israel, lernen Land und Leute kennen und bereichern ihr jüdisches Wissen. Diese jungen Menschen sind befähigt, während ihres ganzen Lebens Träger eines aktiven Judentums in Israel oder in der Galuth zu bleiben. Die einzelnen Anwärter verdienen ihre Aufenthaltskosten durch Arbeit; die Auslagen bestehen aus stark ermäßigten Reisespesen, die zum größten Teil von der Shnat-Sheruth-Aktion getragen werden." Der Redner appellierte an den Delegierlentag die Shnat-Sheruth-Aktion nach besten Kräften in Form einer weitgehenden Propaganda zu unterstützen, sein Appell richtete sich aber insbesondere an die Wiener jüdische Jugend, dem Rufe des Shnat- Sheruth Folge zu leisten, um Israel auf diese Art kennen zu lernen. Auskünfte über die Shnat-Sheruth- Aktion erteilt das Sekretariat des Zionistischen Landesverbandes, Wien IX, Universitätss'raße 4, Tel. A 26-4-73. Über Wunsch senden wir Ihnen ausführliche Prospekte über diese Aktion in deutscher Sprache. Altersgrenze für die Shnat-Sheruth- Teilnehmer: 10 bis 30 Jahre. Salomon Süß - 60 Jahre •Das Vorstandsmitglied des Zionistischen Landesverbandes in Österreich, Herr Salomon Süß, feierte am 30. Dezember 1954 im Kreise seiner Familie seinen 60. Geburtstag. Herr Süß schloß sich im Jahre 1910 einer allgemein zionistischen Jugendgruppe an, war im Jahre 1922 bereits Vorstandsmitglied der zionistischen Bezirkssektion Prater, wo er gemeinsam mit Dr Frey der jüdischen Sache große Dienste leistete In der schweren Zeit des Wiener Judentums, im Jahre 1936, gründete er die Wirtschaftsabteilung der IKG, welcher 14 Küchen unter seiner Leitung unterstanden. Persönlichen Mut bewies Herr Süss indem er während der Nazizeit beim Landesernährungsamt die Erzeugung von Mazzoth durchsetzte. Im Jahre 1943 nach Theresienstadt deportiert, war er dort um die Verpflegung der Schicksalsgenossen besorgt. Auch in diesem Konzentrationslager konnte er Mazzoth, die aus der Schweiz kamen, zur Verteilung bringen Gleich nach seiner Rückkehr nach Wien, bemühte sich Herr Süß um die Wiederaufrichtung des Zionistischen Landesverbandes. Seither ist er Vorstandsmitglied und wird überall dort verwendet, wo es gilt, wertvolle Arbeit zu leisten Eine Abordnung bestehend aus den Vizepräsidenten Wolf Tischenkel und Heinrich Stein, sowie den Generalsekretär Fritz Müller, überbrachten dem Jubilar die herzlichsten Glückwünsche des Zionistischen Landesverbandes. Die Allgemeinen Zionisten für die jüdische Jugend Erstklassige Stolle und Zugehör, beste Verarbeitung bilden die Grundlage der bewährten TELLER-KLEIDUNG ///. Uoüpltfrasse 88- 90 U16 2 86 „ELSE" PARFÜMERIE B. tdiec WIEN I, STE1NDELCASSE 1 (beim Tuchlanben-Kino) TELEFON U 213 61 WIEN I, SALZTORGASSE 5 DIE JÜDISCHE PARFÜMERIE TELEFON U 25-4-85 SÄMTLICHE SPEZIALITÄTEN AUS U.S.A. HERREN-, DAMENKLEIDER UND -MÄNTEL FRANKREICH, SCHWEIZ, DEUTSCHLAND Wir schicken offiziell l’akete mit Parfümerien und Seifen nach Israel! MODISCHE SPORT- UND REGENSCI1UTZBEKLEIDUNGS- FABRIIv

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