Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1954
- Issue
- Heft 88-89 (August 1954)
- Date
- 1954-08-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 88 DIE STIMME Seile 5 AUFTAKT ZUM HERZL-JAHR Gedenkfeier in Edlach Als Auftukt für das Hcrzl-Jahr, Avclchcs vi)n der Zionistischen Exekutive proklamiert wurde, veranstaltete die Zionistische Föderation in Österreich eine große Gedenkfeier in Edlach, dem Stcrbcort Theodor Hcrzl’s. Inmitten eines uralten Parks zwischen vier Ahornbäumen, wurde vor dem Sterbchaus in Edlach, eine Gedenktafel gesetzt, welche die Aufschrift trägt: Am 3. Juli 1904 starb in Edlach Theodor 11 e r z1 Vater des Judenstautes Zionistische Föderation in Österreich 20. Tamus 1954 3. 7. 1954 Mit Sonderautobussen und Sonderwaggons und in Privatwagen, waren über 400 Teilnehmer erschienen, um der eindrucksvollen Feier beizuwohnen. Der Festplatz wur mit blau-weißen und rot-weiß-roten Fahnen geschmückt, ebenso die Rednertribüne, welche als erster der Präsident der Zionistischen Föderation, Gustav Leitner betrat, der den Konsul des Staates Israel, Arie Eshel, den Bezirks - hauptmann Ulrich, den Oberrabbincr Dr. A. Eisenberg und den Bürgermeister von Reichenau, Wallncr, den Vizepräsidenten der IKG, Dr. Wolf Ilcrzberg, den Vizepräsidenten des Israelitischen Kultusgcmcjndcvcrbandcs, Josef Rubin Bittmann, nebst vielen Funktionären zionistischer und jüdischer Institutionen, begrüßte. In seiner Ansprache führte Präsident Leitner u. a. folgendes aus: „Zum 50. Mal jährtc sich der Tag, da Theodor Ilcrzl aus unserer Mitte schied, jener Mensch, dessen Erscheinung am jüdischen Horizont wie eine neue iJSonno wirkte, die Lieht und Wärme dem jüdischen Volk gab und gibt. Fünfzig Jahre sind verstrichen, seit die Welt und das Judentum aus diesem Hause, in welches er kam, um Erholung und Gesundheit zu finden, die niederschmetternde Nachricht erfuhr, Ilcrzl ist gestorben.“ „Er ist gestorben, aber sein Gedanke lebt, seine Vision und sein Traum wurden Wirklichkeit.“ „Er war der Vater des Judenstaates!“ Der Redner zitierte aus den Tagebüchern Ilerzls, hob hervor, was Ilcrzl am Basler Zionistenkongreß verkündete: „Ein Volk kann sich nur selbst helfen, kann cs das nicht, ist ihm eben nicht zu helfen.“ „Wir sind die lebenden Zeugen“, führte der Redner weiter aus, „der Richtigkeit obiger Worte und dafür, daß das jüdische Volk mit eigener Kraft und Heroismus sich erworben hat, was unser ist und ewig unser bleiben wird.“ Der Redner schloß mit den Worten: „Theodor Ilcrzl, Dein Traum vom Judenstaat wurde Wirklichkeit, aber zu seiner Vollendung bedarf cs der geistigen, moralischen und materiellen Hilfe aller Juden, bedarf cs deren Einigkeit und Zusammengehörigkeit. Wir wollen auch jener gedenken, die ihr Leben für die Verwirklichung Israels und dessen Schutz guben und noch immer geben müssen.“ Präsident Leitner bat nun Frau Konsul Adele Eshel und Frau Hilde Leitner, den Gedenkstein zu enthüllen, alle Anwesenden verharrten während dieses Aktes in feierlicher Stille. Der Bürgermeister der Kurgemeinde Reichenau begrüßte die Anwesenden und umriß mit prägnanten Worten die Persönlichkeit Hcrzl’s. Der nächste Redner war Herr Dr. Fritz Ncumann, der Präsident des Vereines Alland. In Vertretung des abwesenden Präsidenten der Wiener Kultusgcmeindc, sprach deren Vizepräsident, Dr. Wolf llerzbcrg, Worte des Gedenkens. In einer groß angelegten Rede, schilderte der Konsul des Staates Israel, Arie Eshel, das Wesen und Wirken Theodor Ilerzls, seinen Einfluß auf die Gestaltung des jüdischen Volkes und den großen Anteil, den Theodor Ilcrzl an der Gründung und Schaffung des Judenstaates hatte. ln anschaulicher Weise schilderte der Konsul den Werdegang Theodor Ilerzls, seine prophetischen und staats/nännischen Eigenschaften, bezog sich auf Ilerzls berühmten Ausspruch: „Wenn ihr wollt, ist es kein Märchen“ und beendete, die oft von Applaus unterbrochene Rede mit dem Appell, am Aufbau Israels mitzuarbeiten. Der Präsident des Herzl-Klubs, Herr Dr. David Gelles, übergab die Gedenktafel in die Obhut der Eigentümerin des Edlacher Hofes, wies darauf hin, daß diese Stätte uns und den kommenden Generationen stets heilig bleiben wird, und daß Ilcrzl in der Erinnerung des jüdischen Volkes ewig leben wird. Der Chor des Wiener Stadttempels mit dem Ersten Kantor Roth und dem Chordirigenten Lanzoni, hielten einen Gedenkgottesdienst ab, bei welchem sie das „Schewissi“ sangen, Oberrabbiner Dr. Akiba Eisenberg sprach das Kadischgebet und mit „El mole Raehnmim“ schloß die feierliche Andacht. Die österreichische und die israelische Hymne beendeten die erhebende Gedenkfeier, die allen Anwesenden noch lange in Erinnerung bleiben wird. Im Herzl-Klub Am 21. Juli — Kaf Tamus — fand im Großen Gewerkschaftssaal, eine vom Herzl-Klub veranstaltete Hcrzl-Gedcnkfeicr statt, die einige hundert Teilnehmer anzog. Nach einem würdevollen Vortrag des EI Mole Rachamim, des Ersten Kantors Roth, hielt der Präsident des Ilcrzl-Klubs, Herr Dr. David Gelles, die Gedenkrede, aus welcher wir einige Gedanken wiedergeben : „Von Moses bis Ilcrzl haben die Juden einen vollen Kreis durchwandert. Sie sind unter Moses als politische Nation in die Weltgeschichte cingctrcten, haben in Zeiten nationaler Katastrophen cs mit der Umgestaltung zu einer geistigen Nation und später zu einer Religionsgemeinschaft versucht, um die Eigenart zu erhalten, bis sic unter der Führung von Ilcrzl wieder eine politische Nation geworden sind.“ „Drc' wichtige Voraussetzungen müssen Zusammentreffen, um einen zum Führer zu qualifizieren. Zuerst muß man eine große Idee haben, die geeignet ist. ein wichtiges Problem zu lösen. Dann muß man die Fälligkeiten besitzen, die Idee so darzustcllen, daß der Zuhörer bzw. der Leser die Überzeugung gewinnt, daß die Idee von ihm selbst stammen könnte, schließlich muß man die Energie besitzen, die Idee in die Tat umzusetzen. Diese drei Voraussetuzngen besaß Ilcrzl in vollem Maße.“ „Mit der Ausrufung des Staates Israel ist nur ein Teil des Ilerzl’schen Zionismus in Erfüllung gegangen. Ilcrzl bczeiehnctc Zionismus als ein „ewiges Ideal“. Er ist nicht nur das Streben nach einer rechtlich gesicherten Scholle, sondern auch das Streben nach „sittlicher und geistiger Vollendung“. Diesen Satz müssen wir als heiliges Vermächtnis stets in Erinnerung behalten und uns bemühen, ihm gerecht zu werden. Erst wenn wir diese Stufe erreicht haben werden, werden Avir unsere Schuld und unsere Dankbarkeit an den großen Toten abgestattet haben.“ Die lichtvollen Ausführungen des Redners wurden mit großem Beifall bedankt. Festgottesdienst Die Israelitische Kultusgemeinde Wien gedachte des 50. Todestages von Theodor Herzl, mit einem feierlichen Gedenkgottesdienst am 21. Juli im Stadttempel. Die Festrede hielt Herr Oberrabbiner Dr. Akiba Eisenberg. Im Kultusvorstand Nach dem Gottesdienst fand eine Festsitzung des Kultusvorstandes unter dem Vorsitz des Vizepräsidennten Dr. Wolf Herzberg statt. Dr. Herzberg hielt auch die Gedenkrede, Avobei er eine Parallele ZAvischen dem Leben Ilerzls und Moses zog. Im Anschluß daran, sprach der Konsul des Staates Israel, Arie Eshel, der in prägnanten Worten das Wesen und Wirken Herzl’s darstellte. Herzlgrabgang Sonntag, den 25. Juli fand der traditionelle Ilerzl-Grabgang am Döblinger Friedhof statt. Vertreter der IKG, der zionistischen Organisationen, soAvic zahlreiche Mitglieder der Gemeinde, zogen am Grab vorbei. Schicken Sie zu den Feiertagen ein CARE-Pakef nach Israel: Israel Familienpaket S 475.— Israel Lebensmittelpaket S 260.— Israel Festtagspaket S 364.— Derselbe wertvolle Inhalt wie gewöhnlich und noch 2 Unzen Nescafe in allen Paketen. CARE, Wien I.. Scholtenring 18 Die Idealsten Schulterauflagen aus Watte, beste Paßform, für Damen-, Herren- und Klnder- Bekleldung „HAPO” A cbaelpolster- Erzeugung RU DICH & Co. Wien II, Aspernbrückeng. 4 Telephon R 45 5 63 Sillen unseren SKunden und Freunden herzliche Slückwiinsehe zu den hohen Feiertagen United HIAS Service Die neugeschaffene einzige jüdische Auslandsorganisation Avird den Juden, die aus Europa auszuAvandern Avünsehcn, denselben hilfreichen Beistand angedeihen lassen, den sic bisher von der IIcbreAv Immigrant Aid Society und vom American Joint Distribution erhielten, kündigte Mr. Louis G. Horwitz an, der neuernannte Direktor des Europäischen Büros der Avcltumspannendcn Emigrations¬ und Wieder ansiedlungsorganisation. Die Gründung dieser neuen Organisation, die aus der Fussion der HIAS, der Ausa\ anderungsabteilung der AJDC und des United Service for Ncav Americans hervorgegangen ist, wurde Ende August in Ncav York beschlossen. Zum Präsidenten Avurdc der bisherige Präsident der HIAS, Ben Touster, gc- Avählt, zum Vorsitzenden des Exekutivausschusscs Walter II. Bieringer, zu Vizepräsidenten die Herren aus dem früheren Präsidentenstab der HIAS und der ISNA, geschäftsführender Direktor ist Arthur Grecnleight, Direktor des Europäischen Büros Louis D. IIorAvitz. Für den Rest des Jahres 1954 werden die Geldmittel für die neugeschaffene Institution aus derselben Quelle herrühren, Avie zuvor. Im nächsten Jahr jedoch Avird die Organisation die Beschaffung der Mittel selbst durchführen. Die Wcltzcntrale der neuen Organisation befindet sich in Ncav York, das Zcntralbiiro für Europa in Paris. Der United HIAS Service Avurdc ins Leben gerufen, um — den Wünschen der jüdischen Gemeinschaft entsprechend — auf dem Gebiete der AusAvandcrung Zweigclcisigkcitcn und Überschneidungen auszuschalten. United 111AS Service Avird in jeder europäischen Stadt, avo er operiert, nur ein einziges Büro haben. Das Wiener Büro unter Leitung des Herrn Direktor V. P. Blumenthal, amtiert 9„ Währingerstraßc 2. Schreibmaschinen (auch Iwrit) Rechen- und Addiermaschinen Diktiermaschinen BÜROMOBEL, BUROBEDARF Büromaschinenreparaturwerkstätte HERMES Günstige Zahlungskonditionen Koitor- Elnriihtungs- Sesallschaft ERWIN BRAUN & CO. Wien I, Eschenbachgasse 9-11 B 26 0 61 B 26 0 71 Braun Ltd., Tel Aviv, Herzlstraße Nr. 13 GESCH> uz i e n WOLLE UND GARNE ADOLF BOMZE KAFFEE-RESTAURANT GRILLPARZERHOF V, Reinprechtsdorferstraße 48 I. Bauernmarkt 10, Tel. U 25-4-90 XX, Wallensteinstraße 17 Telephona32oo8 XVI, Neulerchenfelderstraße 20 Streng orthodoxe Küche II, Rotensterngasse 5 empfiehlt sich für Hochzeiten, Festlichkeiten und Banketts.