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Die Stimme · 1954-08-01 · Heft 88-89 (August 1954) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
1954
Issue
Heft 88-89 (August 1954)
Date
1954-08-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 imk s r i m m io Nr. 88 Haltet Einkehr und Umkehr ICcaft Während des letzten Jahres bestand für l-'ortsctv.im.ü von Seit’ I welch' ungeheuerlicher \ crfehlungcn gegenüber der zionistischen Idee und dem Staate Israel sie sich schuld!" macht, Es ist nicht nur meine, sondern Pflicht eines Jeden, der dazu berufm ist. die warnende Stimme zu erheben: Was tut Ihr. was schuldet Ihr Euch selbst und Puren Kindern und wie wollt Ihr Kure wirtschaftliehe. kulturelle und geistige K\islcnz. sichern V W ir haben in guten und schlechten Zeiten, in Zeiten der höchsten Anfeindung eines großen Teiles unseres Volkes und gleichzeitig aber auch in höchster Begeisterung und Mitarbeit eines ansehnlichen Teiles den Kampf um die Eigenexistenz, geführt. Mehr als zwei Jahrtausende hindurch war das höchste Ziel unseres in aller Welt zerstreuten Volkes, die Wiedererlangung der Eigenstaatlichkeit in dem uns verheißenen Lande zu erreichen. Theodor Herz l hat uns den politischen W eg hiezu geebnet, und es ist das Wunder zuwege gebracht worden, den Staat Israel zu begründen. In Blut und Tränen ist der Staat erstanden und entstanden. Tausende von der Blüte unserer Jugend haben ihr Leben geopfert in der sicheren Erwartung, daß das ganze jüdische \ olk ihre Opfer würdigen und sich dementsprechend in aller Zukunft \erhalten wird. Es sind kaum 6 Jahre seit der Gründung des Staates vergangen und unter den ungeheuersten Anstrengungen der führenden Männer und des erweiterten .Jischuv ist die Existenz des Staates in wirtschaftlicher, politischer und militärischer Hinsicht so gesichert worden. daß wir mit der größten Buhe, nicht aber ohne weitere Höchstanstrengungen der Zukunft entgegensehen können: eine Einwohnerzahl von etwa 1,600.000 hat es — allerdings mit Unterstützung der W eltjudenheit und anderer wohlgesinnter Staaten — zuwegegebracht. daß sämtliche Erfordernisse des Staates und nicht zuletzt mit Bezug auf die Ernährung der Volksmassen gesichert sind. Man bedenke, welch ungeheure Steuerlast die erwerbenden Massen zu tragen haben, um einen großen Teil des Budgets zu decken und welchen Kampf überdies die führenden Männer mit der allgemeinen Weltpolitik zu führen gezwungen sind. W ie verhält sich nun ein Teil unseres Volkes zu den gegebenen Tatsachen? Es ist meine, aus tiefster Überzeugung fließende Aufgabe, gerade auf das Verhalten eines Teiles unseres Wiener Judentums hinzuweisen. Es bewegt sich in dieser Stadt eine nicht unansehnliche Gruppe IGNAZIO MESSINA & Co. Schiffahrtsgesellschaft - Genua EXPRESSDIENST NACH ISRAEL S/S PACE Wassetverdr. 80001 Geschwindk. 17 Kn. Abfahrten alle 14 Tage Marseille — Genua — Haifa Anläßlich der Feierlage ermäßigte Preise Auf Wunsch koschere Küche Generalvertretung für Österreich Reisebüro CAPRI Israel-Abteilung Wien I., Graben 10, Telefon R 26-100 Telegr. Adr. Caprireise und durch alle Reisebüros. Männern im Jahren, eine Gruppe, die infolge ihres Mtcrs gerade prädestiniert ist, ihre jugendlichen Kräfte unserem Staate zu widmen. Harun (er ist eine zicmlieh erkleckliche Zahl vorhanden, welche das durchschnittliche Maß überschreitende \ ermögenschaftoii besitzen. Ein Teil dieser Menschen investiert das Kapital hierzulande, ohne darüber naebzudenken, welcher Zukunft ihre Person und ihre Kinder entgegengeben. Ich kann nicht genug in die Welt hinausschrcicn, daß diese Gruppe in unverzeihlicher Weise die jüngste \ ergaugenheit ganz vergessen luit, die \ crg.mgcnhcit, in welcher ihre Eltern, Kinder, Geschwister in der grausamsten Weise gemeuchelt, vergast und erschossen wurden. Es füllt ihnen nicht ein, auch nur ein wenig darüber nurhzudenkcn. welche Schuld sic auf sieh laden, daß sic das Andenken ihrer Liebsten mit Eüßcn treten, indem sic an das große Werk der Errichtung des eigenen Staates. der eigenen Heimstätte und letzten Endes auch der einzigen Zufiuchtstüttc vergessen wollen. Es können nicht genug oft diese Verfehlungen und Untreue vor Augen geführt werden. Diejenigen, welche über diese Tutsachen hinweggeheil, werden große Enttäuschungen eneben. Unser Lund bedarf nicht nur eines Kapitalzuwuehses aus der Galuth, sondern insbesondere Menschen, welche in der Wirtschaft Israels mittun. Es bedarf einer Jugend, die bereit ist, für die gesicherte Existenz unseres Staates uneingeschränkt Opfer darzubringen. Anstatt in Ausnützung ihrer Kraft und Begeisterung ins Land zu ziehen und dortselbst Erwerbsmöglichkeiten sieh zu sehaffen und dadurch dem Lande nützlich zu sein, vergeudet sie ihre Kraft und Fälligkeit, ohne an die Zukunft zu denken. Einer möglichst schwereren Verfehlung machen sieii aber diejenigen schuldig, welche — sei es aus eigener Schuld oder aus Bequemlichkeit, oder Streben nach einem genußreichen Leben — das Land verlassen und hieher ziehen in der Meinung, daß hier der gedeckte Tisch bereit steht. Sie kehren zurück in ihre schöne Stadt Wien und glauben, sieh hier glücklich zu fühlen .Sie begnügen sieh nicht mit der bloßen Desertion, sondern sic verunglimpfen das Land, den dortigen Jischuv und die führenden Männer, welche die höchsten Anstrengungen machen, um in dieser kritischesten aller Zeiten den Staat zu erhalten. Sic verunglimpfen führende Männer ohne Rücksicht darauf zu nehmen, welch höchstes Glück die ganze Judenhcit beherrschen muß, wenn man bedenkt, daß nach 2000 Jahren ein eigener Staat kaum C Jahre existiert, daß die Stautsführung es soweit gebracht hat, daß Israel in der ganzen Welt volle Anerkennung genießt und überallhin seine Vertreter entsendet, nicht nur Konsulate errichtet, sondern zur Teilnahme an internationalen Zusammenkünften und Kongressen Einladungen erhält. I nd nun noch einen Hinweis auf eine letzte Gruppe, das ist diejenige, welche trotz hohen Einkommens und Vermögens nicht einmal Geldopfer für den Staat Israel bringen will. Die Förderung des Staates durch nennenswerte Geldleistungen wäre ,sagen wir, eine balbzulängliche Rechtfertigung für das Verbleiben hierzulande. All dies zu sagen, erachte ich als meine heilige Pflicht, insbesonders angesichts des kommenden Bosch llaschunah. Ich gebe mich der bestimmten Erwartung hin, daß diejenigen, welche nicht ganz der Geduntms die Nutw endigkeit. einen großen 'Peil unserer Energie d'r Vollendung von Aufbaii-1 nfci'nehmimgeu zu widmen, die in den früheren Jahren begonnen waren. Mit Freude und Genugtuung können wir l'eMstellen, daß die Ergebnisse unserer Bemühungen jedes Opfer an Energie und Kapital gerechtfertigt haben und wir dadurch ein beträchtliches Stück auf dem W cg zur Stabilisierung in unserem Lande vormgeschritteu sind. Die enorme Einwanderung der letzten Jahre wirklich zu absorbieren, ist eine gigantische Aufgabe und wir erkennen jetzt mehr denn je. daß sic in keiner kürzeren Zeitspanne hätte bewältigt werden können. Wir haben die Errungenschaften, hervorgerufen durch die starke Emigration seit der Gründling des Staates, noch, weiter auszubaucn. Mit ganzem Herzen werden wir fortfahren, im kommenden Jahre unsere Ihuptnnstrengungen auf dieses verantwortliche Ziel zu lenken. Die Aufgabe, die noch vor uns liegt, ist gewaltig, jedoch sie schreckt uns nicht mehr. \ iele Ma'ubamth sind liquidiert worden und eine Dorfgemeinschaft nach der anderen haben die Plätze dieser Tran- Dr. Bernh. Klamer Ein lang gehegter Wunsch ging unserem Vorstandsmitglied Dr. Bernhard Klamer und seiner Frau in Erfüllung. Anfangs September verließ Dr. Klamer und seine Gattin Wien, um sieh in Israel anzusiedcln, um dort, wie er sagte, ein neues Leben zu beginnen. Dr. Klamer kam schon im Alter von 18 Jahren zmn Zionismus, war Erstellargicrlcr der Fcrialvcrbindung „Chcrmonia” in seiner Heimatstadt Radauz, gehörte der Wiener „Ivriah“ ebenfalls als Erstchargierter an und war der Mitbegründer des Jüdischen Ifochscliulausschusscs, der Mensa Judaica Akademien Der Verband Alter Herren der jüdisch-akademischen Studentenverbindungen Wiens „TGUL“, wurde von Dr. Klamer im Jahre 1948 wieder ins Leben gerufen. Im Jahre 1949 trat er dein Vorstand des Zionistischen Landesverbandes in Österreich bei, wurde von diesem in den Keren Kajcmcth Lcisrael delegiert und war dessen geschäftsführender Vizepräsident bis zu seiner Alijuh. Besondere Verdienste erwarb sieh Dr. Klamer um den Ilcrzl-Klub Wien, er wurde erster Präsident des neuerstandenen Klubs. Das Präsidium des Zionistischen Landesverbandes und der Bcdaktionsstub der ..Stimme“ wünschen seinem verdienstvollen Vorstandsmitglied und seiner Frau viel Glück und Erfolg in der neuen Heimat I kcnlosigkeit verfallen sind, sieh angesichts dic.es hohen Feiertages darüber Rechenschaft geben werden, was sie zu tun unterlassen haben und vvus sie weiter zu tun gedenken, dies im Interesse ihrer eigenen Person, ihrer Familie und unseres nach 2000 Jahren wiedererstandenen Staates. Ihnen Allen, auch denjenigen, die zu tadeln und zu warnen ich in diesem Aufsatz unternommen habe, sowie allen unseren Brüdern hierzulande und in der ganzen Welt rufe ich entgegen: Leschono tu uw a. sit-Gamps eingenommen. Neue Duellen der V asserversorgung sind entdeckt worden und gerade auf diesem Gebiet ist das ausgehende Jahr besonders gesegnet gewesen. Zahlreiche neue Industrien sind gegründet worden, viele von ihnen in bescheidenem Ausmaß, aber dafür über die ganze Landkarte Israels verstreut. Wenn wir auch mit diesem Erreichten zufrieden sein können, so vergessen wir nicht, daß unsere Anstrengungen im kommenden Jahre nicht vermindert werden dürfen. Wir werden nicht eher ruhen, als bis die letzte Ma’ihnrnh verschwunden ist, jeder Neu-Einwanderer seine fest Stellung und jede Familie ihre angemessene Behausung hat. \\ ir wissen, daß unsere Partner in diesem l nlerfangen — unsere Brüder in der ganzen Welt — genau entschlossen sind, dieses Ziel zu erreichen, wie wir hier und daß sic uns helfen werden, die nötigen Mittel aufzubringen. An der Schwelle des Neuen Jahres beten wir alle um die Kraft und die Ausdauer zur Erfüllung dieser schweren Aufgaben. die denjenigen aufcrlegt sind, die sich ehrlich dem Wiederaufbau unseres Landes geweiht haben. Das Direktorium des KEREN I1AVESOD — UNITED ISRAEL CAMPAIGN, JERUSALEM Heinrich Stein Vizepräsident des Zionistischen Landesverbandes in Österreich wurde von diesem Verband als gcschäftsführcndcr Vizepräsident des Keren Kaycmcth Lcisrael in Österreich designiert. Wir wünschen Herrn Stein auf diesem hohen Posten viel Erfolg! Herr und Krau Stein weilten zu längerem Aufenthalt in Israel, wo sieh die beiden Söhne bereits niedergelassen haben und das Ehepaar beabsichtigt, seine 'Alijah in kürzester Zeit anzutreten. S. J. Kreutner der Delegierte und Bevollmächtigte des Organisationsdepartements des Jewisli Agency in Jerusalem, weilt zu längerem Aufenthalte in Wien. Zweck seines Besuches ist die Stärkung der Zionistischen Föderation in Österreich, die Intensivierung des Sehekclverakufes und die Vorbereitung der ersten zionistischen Landeskonferenz in Österreich, nach dem Juhre 1938. Herr Kreutner hatte bisher Besprechungen mit allen Parteien und Gruppen, die in der Zionistischen Föderation vereinigt sind. Am 16. September war Herr Kreutner Gast des Zionistischen Landesverbandes in Österreich und wurde vom Präsidenten Dr. Wolf Herzbcrg auf das herzlichste begrüßt. Der Zionistische Landesverband sagte Herrn Kreutner vollste Bereitschaft zu und wird die Bemühungen des Delegierten Kreutner in jeder Hinsicht unterstützen. STOFFE KLEIDER KOR DAMEN HEHREN UND KINDER Qut und preiswert vom ^Kaufhaus Baidec Uo&CC Wl«n VII, MarlahllfarslraB« «0 Talaphom B 10063, B 10317 „ELSE” PARFÜMERIE WIEN I, STEINDELGASSE 1 (beim Tuchlauben-Kino) TELEFON U 21 3 64 DIE JÜDISCHE PARFÜMERIE SÄMTLICHE SPEZIALITÄTEN AUS U. S. A. FRANKREICH, SCHWEIZ, DEUTSCHLAND Wir schicken offiziell Pakete mit Parfümerien und Seifen nach Israel 1 Allen unseren ^eschülzlen Kunden herzlichste Glückwünsche zu den hohen T'eietlagenl von etlichen hundert \!trr von 25 — 3Ö bzu. 40

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