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Die Stimme · 1954-08-01 · Heft 88-89 (August 1954) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
1954
Issue
Heft 88-89 (August 1954)
Date
1954-08-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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V. b. b. timme OeftH d$$ Attf&nti*CH ÜshUHh in ÖsitccticU Zionistischer Landesverband Wien Praia 2 Schilling Redaktion und Administration : Wien IX, Universitätsstr. Nr. 4/4 Telefon A 26 4 73 1 S Postscheck-Konto Nr. 134.292 August/September 1954 IIIStMMMIIiaiMMIMIIMMIMIIMIMMll >dl nna nnnxm Nr. 88/89 - 1954 ßosch Haschanah 5715 ARIE ESHEL, Konsul des Staates Israel Hoffnungsvoll ins Neue Jahr Glückwunschbotschaft des israelischen Staatspräsidenten Jizchak Ben Zwi Das Neue .fuhr beginnt für den Staat Israel und die mit ihm in Einmütigkeit und Solidarität verbundenen jüdischen Gemeinschaften in der Welt im Zeichen von neuen Gefahren, aber auch angesichts nicht zu unterschätzender Erfolge. Die Vereinigten Staaten von Amerika und Großbritannien haben mit der systematischen Bewaffnung der arabischen Staaten begonnen. Noch ist dieser Prozeß in seinem Anfangsstudium. Das allein legt uns die doppelt entscheidende Verpflichtung auf, alles in unserer Macht stehende zu tun, um ihn im Keime zu ersticken oder, sollte das unseren außenpolitischen Anstrengungen nicht gelingen, die Verteidigungsfähigkeit unseres Staates in dem Muße zu erhöhen, wie cs die zunehmende Rüstung der arabischen Staaten erfordert. Bezüglich beider Aufgaben weiß Tsruel, daß es auf die Unterstützung der jüdischen Diusporu rechnen kann. Eine unserer Hauptaufgaben wird es deshalb sein, die Einheit des jüdischen Volkes in der kommenden Epoche schicksalhafter Entscheidungen noch enger zu schmieden. All das, was wir in den letzten Jahrzehnten erreicht haben, erreichten wir gegen uns feindlich oder desinteressiert gegcnübcrstehcndc überwältigende Kräfte. Das allein berechtigt uns zu glauben, daß wir auch aus dieser Situation gestärkt hervorgehen werden. Jedoch nicht in der Macht der Waffen liegt unsere Stärke. Das Ziel israelischer Außenpolitik ist auch weiterhin die Schaffung normaler Beziehungen mit den arabischen Nachbarstaaten .Niemand zweifelt an der Ehrlichkeit der israelischen Ericdensabsichten. Vielleicht gerade deshalb haben es die arabischen Machthaber nicht eilig, auf sie einzugehen. Trotzdem hegen wir auch für den jetzt beginnenden Zeitabschnitt die Hoffnung, daß er uns dem Ericden näherbringen möge. Unbeschadet jeder politischen Konstellation werden auch in der Zukunft unsere Anstrengungen auf die Festigung unserer Wirtschaftslage gerichtet sein. Die auf diesem Gebiete im letzten Jahr erreichten Erfolge sind eindeutig und eindrucksvoll Auf allen Sektoren konnte Wesentliches erreicht werden. Den überzeugenden Beweis dafür bringt sowohl die Stabilisierung der israelischen Währung, wie auch der große Erfolg unserer Exportanslrengungen, die sich in einer merklichen Erleichterung unserer Handelsbilanz ausdrücken. Wir haben demnach alle Ursache, hoffnungsvoll in das Neue Jahr zu schreiten. Das in den Ländern der Well verstreute jüdische Volk möge sicher sein, daß der jüdische Staat entschlossen ist, allen Stürmen der Zeit zu trotzen und sich allen Anstrengungen zu unterziehen, um auf dem Wege der Konsolidierung weiterzugehen. In seinem Kumj>f um politischen und w irtschaftlichen l< orlschritt hat Israel stets sein höchstes Ziel vor Augen: Sichere Heimstätte allen bedrohten und aller sich nach nationaler Erlösung sehnenden Juden zu sein. Das, was wir in der letzten Zeit erreicht haben, darf in uns den Glauben erwecken, daß die nahe Zukunft eine Wiederaufnahme der Massenaliah bringen wird. Hoffen wir, daß der Strom der Einwanderung aus Ost und West sich verstärken wird und daß dem Ruf nach Erlösung aus den Fesseln der Diaspora ein immer stärker werdendes Echo beschieden sein möge. Aus Anlaß der bevorstehenden Feiertage entbietet der Zionistische Landesverband Österreichs allen Wiener Juden die herzlichsten Grüße und die besten Wünsche für ein glückliches Neujahr! In den Tagen zwischen Rösch Huschana und Vom Kipur fühlt jeder Jude, in welchem Lager er immer stehen mag, den Zusammenhang mit dem Judentum und mit der Vergangenheit seiner Väter. Tausend Fäden und Erinnerungen lassen Abstammung und Zusummenhang wach werden. Pietät gegenüber den Vorfahren und Volkszugchörigcikt, der man selbst bei stärkster Assimilation nicht entgehen kann, lassen in diesen Tugen, den jamim noruim, die Töne des Herzens höher schwingen. ln diesem Jahr jährt sich zum 50. Male der Todestag Dr. Theodor Hcrzls, des Vaters und Schöpfers des Judctistuales. Die zionistische Wcltcxckutive hat dieses Jahr zum llcrzl-Jahr erklärt und zur Ehrung des großen Toten des jüdischen Volkes u. a. als erstrebenswert bezeichnet, unter den noch außerhalb unserer Reihen stehenden Juden um Beitritt zu werben. Als llcrzl seinen „Judenstaat“ veröffentlichte, schrieb der Dichter Becr-Hofman: „Endlich wieder ein Mensch, der sein Judentum nicht wie eine Last oder ein Unglück resigniert trägt, sondern stolz ist, mit der legitime Erbe uralter Kultur zu sein.“ Heute, nach Gründung des Staates Israel sind es bereits Millionen, die sich des Judentums nicht schämen, vielmehr bei der Nennung des Staates Israel von Stolz erfüllt sind und sich offen zu ihm bekennen. Es ist die Meinung aller einsichtigen und weitblickenden Juden in der Golah, daß für jeden Juden in der Welt die Mit Beginn des neuen Jahres, des siebenten seit der Entstehung des Staates Israel, sende ich meine Grüße an alle seine Bürger, ohne Unterschied des Glaubens und der Rasse. Mein Segen gilt dem ganzen Hause Israel, unseren Brüdern, wo immer sie sich befinden, sowohl in den Ländern, die für die Aliah offen sind, sowie in jenen, deren Tore für die geschlossen sind, die der Aliah zustreben und deren Existenz des Staates Israel eine Notwendigkeit ist, auf den sich jeder im Momente einer Gefahr zurückziehen kann. Aber auch der Staat Israel ist auf die Juden in der Golah angewiesen, nicht allein materiell, sondern auch auf die ideelle Unterstützung. Jedes junge Wesen muß gehegt und gepflegt und durch Jahre unterstützt werden, bis es auf eigenen Füßen steht und seinen Weg selbst machen kann. Die Wiener Judenhcit hat eine doppelte Pflicht zu erfüllen, nämlich nicht nur als Juden im allgemeinen, sondern weil Theodor llcrzl in Wien gelebt und gewirkt und sein Leben für die jüdische Suche geopfert hat, dem wir besonderen Dank abzustatten haben. Wir appellieren daher an Euch: Verstärket unsere Reihen, tretet dem Zionistischen Landesverband Österreich als dem Verband der Allgemeinen Zionisten, oder der Zionistischen Föderation Österreichs als Zcntrnlorgunisution österreichischer Zionisten bei. Einigkeit macht stark, Einigkeit gibt Macht, Einigkeit verbürgt Erfolg. L’schana towa! Dr. DAVID GELLES Vorstandsmitglied des Landesverbandes Es ist keine dankbare Aufgubc zum so undsovieltcn Male als Warner, Mentor und Kritiker jüdischen Verhaltens aufzutreten. Ich hübe es wiederholt für meine Pflicht erachtet, als jahrzehntelanger Miturbeiter in der zionistischen Bewegung an prominenter Stelle, den in Betruch t kommenden Teil unseres jüdischen Volkes zur Einkehr zu bewegen. Es Aliah wir erhoffen. Ihnen allen wünsche ich ein gutes, neues Jahr. Der Staat Israel ist noch jung und noch haben wir die Wehen und die Leiden seiner Entstehung nicht überwunden. Noch befinden wir uns in schwerem Kampf mit dem Feind, der uns von allen Seiten mit dem Schwerte angriff, und der auch weiter Drohungen ausstößt, uns zu vernichten. Der Waffenstillstand, der vor fünf Jahren geschlossen wurde, brachte uns auf seinen Schwingen nicht den ersehnten Frieden, sondern wurde von seiten des Feindes zur Anfachung des Hasses, zur Verstärkung seines wirtschaftlichen Boykotts und zur Unterbrechung der Verbindungswege nach Israel ausgeniitzt. All das führt zu einer Verzögerung des ersehnten Friedens zwischen den Söhnen Scm’s und uns. Unsere Antwort auf den Boykott besteht in der Verdoppelung der Anstrengungen des Volkes im Aufbau, in der Ansiedlung, in der Industrie und in der Festigung unserer wirtschaftlichen Positionen. Wir müssen alle unsere Kräfte mobilisieren und vereinigen, unsere Verteidigungskräfte. unsere Arbeit und den Aufbau im Lande selbst, von innen und von außen. Unserer Generation war cs beschieden, Zeuge des Beginnes der Verwirklichung der Worte unserer Propheten zu werden, den Traum der Befreiung zu erleben und selbst die Sammlung von Juden aus siebzig Ländern zu einem Volke zu sehen. Alle Bemühungen unseres jungen Staates und seiner Regierung sind dahin gerichtet, die Zerstreuten aus den entferntesten Ländern zu sammeln und sie mit der Erde der Heimat zu einer einzigen und geeinten Nation zu verwurzeln, sind gerichtet auf die Einführung eines Jeden in die hebräische Sprache, auf die Stärkung der Gleichheit und Solidarität zwischen allen Bürgern Zions, ohne Unterschied der Klasse, der Rasse und des Glaubens. Möge die Liebe Israels in unseren Herzen alle Meinungsverschiedenheiten verdrängen und die Bande unserer Bruderschaft und unserer nationalen Einheit \ erstärken. Mein Gebet zum Beschützer Israels ist, daß das Neue Jahr ein Jahr der Sammlung der Zerstreuten unseres Volkes sei und daß der Frieden über alle Länder und Nationen kommen möge. geschah dies insbesondere vor zwei Jahren anläßlich meines Aufsatzes über Rösch Haschanah und es geziemt sich sicherlich auch diesmal anläßlich des be- \ erstehenden Rusch Haschanah die Stimme gegen das Verhalten einer ansehnlichen Gruppe unserer hiesigen Brüder zu erheben, und ihr vor Augen zu führen, (Fortsetzung auf Seite 2) Ah dU Juden l</Uns! Hälfet Einkehr und Umkehr Dr. Wolf Herzberg, Präsident des Zion. Landesverbandes

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