Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1954
- Issue
- Heft 87 (Juli 1954)
- Date
- 1954-07-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 87 du: stimme Seite 7 Aus der jüdischen Welt in Wien Dr. Quvrin — Gast des Zion. Landesverbandes ln einer Sondersitzung des Zionistischen Londess rrlmndrs, begrüßte der Präsident, l)r. Wolf llcrzberg um (i. Juli den ehemaligen Präsidenten des Zionistischen Landcskomilees in Wien, Herrn Dr. Jchnsehu i G u v r i n. ln Österreich war er unter dem Namen Dr. Oskar Griinbuum sehr populär. Im Kreis des Vorstandes hielt Herr Dr. Gu\rin ein sehr aufschlußreiches Referat iilxr den Klal-Zionismus in Israel und wies auf die großen Erfolge der sieh immer mehr entwickelnden Organisation der Allgemeinen Zionisten bin. Er schilderte die Entwicklung Israels seit dem Eintritt der Allgemeinen Zionisten in die Regierung, die Regelung des Schulwesens, die Konsolidierung der Wirtschaft und die erfreuliche bessere Versorgung Israels. Mit großer Ercudo vernahmen wir von Dr. Guvrin, daß die Verhandlungen über ein Zusammengehen mit den Progressiven gute Fortschritte machen. Sehr befriedigt hat uns der Bericht des Gastes über eine starke allgemein-zionistische Jugendbewegung in Israel. Mit einem Appell an die Wiener ^Allgemeinen Zionisten, ihre Linie strikt weiter zu wahren, schloß der Redner seine, mit großem Bei full uufgenomenen Ausführungen. Abschied von Jona Rosen und Nathan Schwalb Die Leiter der Jcwish Agency Österreichs, die Herren Jona Rosen und Nathan Schwalb, verließen ihre Wicnei* Wirkungsstätte und kehrten nach Israel zurück. Die Zionistische Föderation in Österreich nahm von beiden Freunden am 30. Juni 1954 im Festsaal des Kaffee Landtmann Abschied. Der Präsident der Zionistischen Föderation, Direktor Gustav Leitncr, dankte den Herren Rosen und Schwalb für die stets hilfsbereite Förderung, die sie der Zionistischen Föderation angedeiltcn ließen und w ünschte den Chawerim auf ihren; zukünftigen Weg viel Glück und Erfolg. Der Konsul des Staates Tsrucl, Arie E s h e I, schilderte die aufreibende Arbeit, die diese beiden Sehlichim in Österreich leisteten und hob ihre Erfolge finden Staat Israel hervor. Dr. Dovid Schlang als Mitarbeiter der Herren Rosen und Schwalb, hob besondere Details ihrer ersprießlichen Tätigkeit dankend hervor. Bewegt dankten Herr Rosen und Herr Schwalb für die anerkennenden Worte und versprachen, die Zionistische Föderation in Österreich auch weiterhin talkräftigst zu fördern. Den Schluß des Abends bildete die Begrüßung des neuen Leiters der Jcwish Agency Wien, Herrn Yischuy S c h i I o. Rot- Weiß-Rot sendet Samstag ,:lrn 24. Juli 1954, 14 Uhr 45, Vortrag: Dr Intunucl l1 n g e r „Zum 5Ü. Todestag llerzls“. Heinrich STEIN Wi«n IV, Pivoriitnilrale 24 Tnlnphpii! U 49 0 64 Ferien für jüdische Kinder Wiens Aus den Mitteln, die der Wicdcrgulm arhungsfond Deutschlands, der Israelitische Knultusgemcinde Wien zur Verfügung stellte, konnten Wiener jüdische Kinder aufs Land geschickt werden. Dank der Intervention der Zionistischen Kultusmandatarc, befinden sich derzeit 50 Kinder des „Ifaschomer Ilazair“ unter Leitung des Herrn Jakob Schönfcld, auf einer Moschawah in Tauchen bei Mönichkirchcn ,während der Zionistische Jugendverbund „Gordonia“ unter Führung des Herrn Fodor, seine Zelte am Ossiacher See aufschlug. Ein gutes Beispiel Der Konsul des Staates Israel stellt uns folgendes Schreiben zur Verfügung: Sehr geehreter Herr Konsul! „Ich erhielt vor wenigen Tagen meine 1 luflentsehädigung für die KZ Dachau- und Buchenwald-Haft. Es ist mir ein Bedürfnis, diesen Betrag für den Aufbau Israels zu spenden und bitte Sie, über die beiliegenden viertausend Schilling zu Gunsten des Aufbaues von Erez zu verfügen. Falls Sie denken, daß meine Geste dazu dienen könnte, auch andere KZ-Kumeraden dazuzubringen den llaftcntschädigungsbelrag für Israel zur Verfügung zu stellen, so erkläre ich mich einverstanden, wenn Sie darüber publizistisch oder sonstwie berichten, denn immer war es im Judentum die Tat eines Einzelnen, die neues Blut hcrcintrug ...“ Die Spende wurde vom Konsulat der „Vereinigten Aktion für Israel, Magbith Meuchedeth“ überwiesen. WIZO-Wien WIZO-WIEN hat mit beachtlichem Mut, dem schönen Frühlingswetlcr zu 'Protz, alle Mitglieder und Freunde vor den Sommerfericn zu einem letzten Rendcz-Vous gebeten, weil es einfach nicht anging, sich für mehrere Wochen voneinander zu trennen, ohne beisammm gewesen zu sein. Frau Adele Eshel ha'te das Protektorat über diese Verans'altung übernommen und die WIZO-Funktionürin aus Israel, Frau Kcchu Stößl, brachte einen eindrucksvollen Bericht über das Leben im Negev und das Wirken der WIZO in diesem bedrohten Neuland. Eine Reihe von ausgcwähltcn Skioptikon- Bildcrn vermittelte den zahlreichen Anwesenden einen guten Eindruck des Wirkens und Werkes der WIZO in Israel, wohin ja alle Bemühungen der Mitglieder und Förderer der WIZO konzentriert sind. Nach der Erholungs- und Jausenpause unterhielt ein interessanter moderner Magier die Mitglieder, die mit großem Interesse seinen verblüffenden Experimenten folgten. WIZO-WIEN hofft, daß alle Mitglieder nach der Sommerpause neugestärkt, nicht nur an Gesundheit und Laune, sondern auch an Liebe und Anhänglichkeit zur WIZO-WIEN sich itn Herbst wieder treffen und mit unverminderter Zugetanheit dem Rufe der WIZO Folge leisten wird, wann immer ihre Mitarbeit und gesellschaftliche Unterstützung gebraucht werden sollte. Konfektion en gros N. Grünberg Wien I, Rotenturmstr. 25/3 Telefon U 24-0-64 Aus dem Herzl-Klub Für drei Persönlichkeiten aus Israel, die in offizieller Mission in Wien weilten, veranstaltete am 22. Juni 1954 der Herzl-Klub einen Empfang in den Räumen des Landesverbandes in Wien. Es waren dies die Herren: Dr. Jehoschua Guvrin (Dr. Oskar Griinbuum), ehemaliger Präsident des zionistischen Landes Komitees in Wien, Ing. Krämer und Prof. Dr. Kellner, früherer Direktor des Chajes-Gymnusiums in Wien. Der Präsident des Her/,1-Klubs, Herr Dr. Gelles, begrüßte die drei Gäste aus Israel und in einer kurzen, sehr sympathischen Ansprache, hob er die Bedeutung dieser Askanim, vom zionisti- WOLLE UND GARNE größte Auswahl ADOLF BOMZE V, Reinprechtsdorferstraße 48 XX, Wallensteinstraße 17 Teiaphona 32ooe XVI, Neulerchenfelderstraße 20 II, Rotensterngasse 5 Wenn Sie nach den Vereinigten Staaten oder nach Kanada wollen, denken Sie an die Gesellschaft mit über 110 Jahren Erfahrung im Schiffsverkehr über den Atlantik und fahren Sie mit CÜNÄRD IINE Regelmäßiger Expreßdienst nach den USA und Kanada Buchen Sie durch Ihr Reisebüro, niemand kann Ihnen besser dienen CUNARD LINE WIEN I, KÄRNTNER RING 4 TELEFON U 47 413, U 48 519 ERZEUGNISSE, Selbstrollar Rollvorhflnge Vardunkelungen Bretterjalousien Holzrollbalken Durchsichtige Sehaufenaterrolloa Dia Idealsten Schulterauflagen aua Watte, beste Paßform, für Damen-, Herren- und Klnder- Bekleldung „HAPO" A chse/po/ster-Erze ugung RU DICH* Co. Wien II, Aspern brückeng. 4 Telephon R 45 5 63 sehen und nationalen Gesichtsupnkt aus hervor. Der Anlaß des Empfanges gab dem Abend einen eigenen Rahmen, innerhalb dessen die Darlegungen der drei Freunde sehr aktuell und hochinteressant waren. Julius Ofner Die Gemeinde Wien hat das Denkmal des vorbildlichen Demokraten, des Sozialpolitiken und Rechtsgelehrtcn Dr. Julius Ofner in dem kleinen Garten an der Mündung der Glockengasse in die Taborstraße wieder aufstellen lassen. Das Ofnerdenkmal wurde von den Dollfußfaschisten entfernt und dann im W'usserpark von Floridsdorf wieder aufgestellt. Nach Einbruch des Nazismus fiel das Denkmal in Floridsdorf den Vandalen zum Opfer. Etwas spät aber doch entschloß sich die Wiener Gemeindeverwaltung, dem Demokraten und Rechtsreformer Ofner, die Ehre zu erweisen und das von der wüsten Reaktion zerstörte Denkmal, an ursprünglicher Stelle wieder aufzustellen. Das Denkmal trug die Inschrift „leb bin ein Mensch, nichts Menschliches ist mir fremd.“ Diese Inschrift trägt das neu aufgestellte Denkmal wieder. Die etwas verspätete Ehrung des Mannes, der ein Anwalt der Armen, Schwachen und Unterdrückten war, kann nur mit den Worten Goethes entschuldigt werden „Es irrt der Mensch, solang er stiebt“. Nach Schiller ist der Mensch frei geschaffen, ist frei, und würde er in Ketten geboren. Julius Ofner dachte frei, fühlte sieh als frei geschaffener Mensch, handelte frei, hielt den demokratischen Gedanken hoch, trat unerschrocken für Recht ein und wurde als Abgeordneter im österreichischen Parlament mit dem Ehrentitel?-Dts Gewissen des Parlaments“ bedacht. W ir Juden, die wir in der Galutli leiden, denken in Ehrfurcht an den Mann, der der Anwalt der Unterdrückten war. Wir gratulieren Nahum Qoldmann Der Zionistische Landesverband in Österreich und die Redaktion der „Stimme1 nehmen Veranlassung, dem Herrn Dr. Nahum Goldmunn, Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation und Vorsitzenden des World Jcwish Gongress, aus Anlaß der Vollendung seines (>(). Lebensjahres, ehrfurchtsvoll zu gratulici en, „Die Stimme“ wird in der nächsten Nummer die Persönlichkeit Dr. Nahum Goldmanns würdigen. Wien - LV je - Graz Klagenfurt Aus Privathand kauft man am günstigstenl Daher vor jeder Anschaffung ins Haus d. Gelegenheitskäufe; ,,Die LAuuice ZENTRALE; Wien V. WiednerHaupfstr.87 Telefon U 46 5 90 FILIALE : Wien II, Aussfellungssfr. 1 Telefon R 43 4 90