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Die Stimme · 1954-04-01 · Heft 85 (April 1954) · page 8

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Journal
Die Stimme
Volume
1954
Issue
Heft 85 (April 1954)
Date
1954-04-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 DIE STIMME Nr. 85 Purimfeiern in Wien Haschomer Hazair In den Käumen des ..Ilasrhomer lluzuir” trafen sich zu Purim die Kinder unter Leitung des Herrn Jakob Seliönfeld und stellten für ihre jungen Gäste sowie für die eingeladenen Erwachsenen sehr lustige Purim-Spiele dar. Die Kinder waren in Kostümen und Masken erschienen. Sichtlich viel Vergnügen bereiteten die Tänze und Gesänge, ausgeführt auf improvisierter Bühne. Eine bescheidene Tombola rief bei den kleinen Gästen große Freude hervor. WIZO WIEN Empfang bei Frau Konsul Adele Eshel Der von Frau Adele Eshel am 24. März 1954 in ihrem Heim veranstalt ’te Empfang gestaltete sieh zu einem gesellschaftlichen Ereignis und vereinigte die Wizo-Mitglieder und zahlreiche jiidis be Krauen, deren wertvolle Mitarbeit Wi/.o- Wicn bisher entbehren mußte. Die Ansprache der Frau Konsul Eshel führte den Anwesenden vor Augen, daß jede jüdische Frau ihren Anteil am großen Aufbauwerk des Staates im allgemeinen und an den Frauen- und Kinderinstitutionen der Wizo im besonderen leisten möge. Die Anteilnahme der überaus zahlreich erschienenen Mitglieder und Fieundinnen der Wizo-Wien berechtigt zu der sicheren Erwartung, daß Wizo- Wien nunmehr noch wirksamer von den jüdischen Frauen Wiens unterstützt werden wird, als es schon bisher der Fall war. Wizo Heimnachmittag: Jeden Mittwoch 5—7, I., Seitenstettengasse 4 II. Wizo Bridge-Kanasta Nachmittage: Jeden Donnerstag, Cafe Gartenbau. I.. Parkring, 4—8 Lhr. EINIGE ZIFFERN OER DIE ANZAHL DER WIZO-MITGLIEDER Die Anzahl der Mitglieder der Wizo in aller Welt verkörpert in ihrem Steigen und Fallen die Geschichte des Zionismus und des Judentums. Seit dem Jahre der Gründung der Wizo, 1920, bis zum Jahre 1952 ergibt sieh in großen Zügen folgendes Bild: 1920 . . 4.500 Mitglieder 1933 . . 56.913 1939 . . 108.316 1943 . . 51.878 1947 . . 114.679 1948 . . 148.082 1952 3 . 200.000 Wizo ist nicht nur eine Organisation zur Aufbringung von Geldsummen für ihre Institutionen, sie ist in der Tat d i c zionistische Bewegung in der Galuh, (mit Ausnahme der USA). Deshalb haben kleine Wizo-Orgunisationcn, wie z. B. die in manchen Ländern von Süd-Amerika auch ihre Bedeutung, nicht nur vom Standpunkte der Geldaufbringung. Eines der wichtigsten Erfordernisse der W izo-Orgunisation ist die Heranbildung eines ,,Nachwuchses“, die Entwicklung junger Kräfte zu künftigen Führcrinnen, damit die Goluli in die Lage versetzt werde, ihre schöpferischen Kräfte voll uuszuniitzen. Dieser Nachwuchs muß nicht nur aus jungen jüdischen Frauen bestehen, sondern soll alle Frauen umfassen, die bisher aus irgendwelchen Gründen den Weg zu Wizo noch nicht gefunden hüben. Zionistische Föderation Die Zionistische Föderation in Oesterreich veranstaltete am 2L März eine sehr gelungene Purim-Feier unter der Devise: Die Zionistische Jugend für die jüdische Jugend Wiens. Das Erfreulichste an dieser Purim - Feier w ar die Zusammenarbeit aller Zionistischen Jugcndverbände Wiens. Jede einzelne dieser Gruppen war bemüht, das Beste zu bieten, um dieses Fest zu einem vollen Erfolg zu führen. Dieser Erfolg stellte sich auch sofort ein: Purim- Spiele, israelische Gesänge, israelische Tänze und Solonummern gestalteten das Programm reichhaltig, und lösten auch bei den Erwachsenen reine Freude aus. In einer launigen Ansprache begrüßte der Präsident der Zionistischen Föderation, Gustav Leittier, die freudig gestimmten Gäste ein di dankte bei dieser Gelegenheit dem American Joint für die großherzige Spende, die es ermöglichte, den Kindern ein so reichhaltiges Sehlach - manoth-Gcschenk zu überreichen. Groß war die Freude und Begeisterung uls unsere Kinder dieses Geschenk in Empfang nahmen, und sieh von der Reichhaltigkeit überzeugten. Die Kinderfeste der Zionistischen Föderation, zum Jom Haatzmauth, zu Am 31. .März d. J. fand das Leiehenbegängnis des verdienten, gütigen, redlich.:i und vorbildlichen Mannes, wirklichen Hofrats, Dr Wilhelm Fuchs, statt. Obei rabhiner Dr. Eisenberg schilderte in seiner Trauerrede den Lebenslauf Dr. Fuchs und unterstrich die ethischen \hti\e. von denen sich der Verbliebene unbeirrbar leiten ließ. Hofrat Fuchs verstand es, die ererbten guten Eigenschaften mit den schulmäßig erworbenen lium;- nisti.schcn und tulmudischcn Kenntnissen zu vci mahlen und sie im praktischen Leben zu verwerten. Oberveterinärrut Rosenzweig verabschiedete sich von seinem Freund Fuchs und dankte ihm dafür, daß er mit Aufopferung und Liebe Taten vollbracht bat, die an Großartigkeit nicht zu überlrcffen seien. Redakteur Braver sprach im Namen des llerzl-klubs und der Schicksalsgeno;- sen des KZ Theresienstadt. Er gab die lobenden Worte wieder, die Obcrrubbincr s. A. Cliajcs über Hofrut Dr. Fuchs einst K. K. L. Am 20. März fand der traditionelle Purim-Ball der Keren Kayemctli LcisraH in den Bäumen des Kursulons statt und \ci einigte jung und alt zu einem frohen Fest. Die ausgezeichnete Kapelle Halm sorgte für gute Stimmung und bis in die frühen Morgenstunden wurde getanzt. I m das Gelingen des Festes erwarben sieh besondere Verdienste: Die Herren Dr. Bernhard Klumer, Heinrich Stein. Dr. Ncumurk und die Sekretärin des K. K. L. Frl. Kitty Pistol. Der finanzielle Erfolg überstieg alle Erwartungen, was hauptsächlich auf die Gebefreudigkeit unserer jüdischen Geschäftsleute zurückziifiihrcn ist, die die Tombola mit reichen Treffern ausstatteten. Clnwiukkah und zu Purim, sind zu einer Tradition geworden und erfreuen sieh bei den Kindern größter Beliebtheit. Kein Wunder, daß der nur fünfhundert Personen fassende Saal stark überfüllt war, zählte man doch mit Vergnügen 350 jüdische Kinder und ebcnsoviele Erwach - sprach und verdolmetschte die edlen Gefühle, die die Insassen ThcresicnstudFs insbesondere die des Märtyrers Oberbaurat Stricker s. A., für ihren Freund Dr. Fuchs hegten. Im Namen der B’nc Britli-Loge spra h Dankesworte Herr Dr. Leelmer. F. M. Das passive Verhalten der Israelitischen Kultusgemeinde anläßlich der Bestattungsfcierliehkcitcn für Hofrut Fuchs, hat in ^Kreisen, die den Verblichenen kann len und verehrten Erbitterung hcrvorgei ufen. War doch der Verstorbene in der schwersten Zeit der Wiener Kultusgemeiude. in den Jahren uurh 1945, als cs galt die Gemeinde neu aufzuriehten und den Juden zu helfen, Vizepräsident dieser Institution. Bis in seine letzten Lebenslage war Hofrat Fuchs Mitglied des Tcmpelvorstundes und sorgte ' für Ordnung, feierliche Abhaltung des Gottesdienstes und genoß bei den Juden des 1 ii- und Auslandes großes Ansehen. üfohistisekt FöcUcatiOH in ÖtiwticJU Dienstag, den 20. April 1954 um 19 Uhr im Theafersaal des Hotel Post, Wien I, Fleischmarkt Das RoMildspital und die Kultusgemeinile Gäste willkommen! Eintritt frei! Siegmund Fuchs A. & Söhne Wellpappe- und Kartonagenfabrik, Druckerei und lithographische Anstalt Moderne, zweckmäßige, bedruckte u. unbedruckte Kartonagen in jeder Ausführung, sowie Tragtaschen, Mappen, Schnellhefter und Briefordner, Drucksorten aller Art. Wien XVII, Beheimgasse 77 Telefon U 50 3 28 und U 50 3 29 Bei Anfrage wollen Sie sich auf unsere Zeitschrift berufen Schöne Pessachtage im Doc&tUfy-S&ficcssA Wien I, Dorotheergasse 7, Telefon R 29131 Mazzofhknödel und andere Spezialifäten Es laden ein: Edith Kohn und Viktor Grünwald TÄGLICH TÄGLICH ^^gB viprmoierigen CLIPPERN USA BL IS fi/vMmoiv Flugkarten in allen Reisebüros und WIEN I, KÄRNTNERRING 5 - B 34-5-20 Serie Wer Gerechtigkeit will, muB Gerechtigkeit Oben! Am 8. März fand in New York ein denkwürdiges Ereignis statt. Senator Alexander Wilcy — der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Senats und einer der drei mächtigsten Führer der Republikanischen Partei — war eigens aus Washington zu den aus Oesterreich stammenden, früheren Flüchtlingen gekommen, um zu ihnen über eine Frage zu sprechen, die relativ klein erscheinen mag, wenn man die großen internationalen Probleme, mit denen Wilev täglich zu tun hat, vergegenwärtigen. Die Wiener Regierung wird gut tun, die Bedeutung des Erscheinens von Senator Wilev bei den ehemaligen Juden aus Oesterreich richtig zu verstehen und auszulegcn. Senator Alexander Wiley wurde von der Versammlung mit großen Ovationen empfangen, ln einer bedeutungsvollen Bede führte der Senator aus, daß die Vereinigten Staaten sieh zwar nicht in alle Angelegenheiten mischen sollen, aber — an die Adresse der österreichischen Regierung gerichtet — „wir sollen auch nicht vor der Verantwortung zurücksehrcckcn“. Er unterstrich, daß er, bevor er nach New York gekommen sei, die Frage der österreichisch-jüdischen Wicdergutmachungsverhundlungcn mit dem State Department eingehend besprochen habe. Wilcy erklärte, daß Oesterreich mit der Anerkennung der jüdischen Ansprüche eine wichtige Rolle in der Familie der Nationen spielen könne. Nicht nur steht das Recht der Opfer uuf dem Spiel, sondern auch Oesterreichs eigenes Ansehen. Als ein souvreänre Staat muß Oesterreich nicht nur für sein Recht kämpfen, sondern auch seine Verpflichtungen erfüllen. Hierbei ist Zeit ein wichtiger Faktor. Schon sind viele Monate unglücklicherweise ungenützt vertan worden. Die Regierung der Vereinigten Staaten hat immer wieder ■ klar gemacht, daß die Opfer des Nazismus alle Berücksichtigung verdienen und natürlich den Vorzug haben müssen gegenüber den Die angenommene Rclosution spricht der amerikanischen Regierung für ihre fortgesetzte Anstrengung, die Forderungen der jüdischen Weltorganisationen zu unterstützen, Dunk und Anerkennung aus. Die Juden aus Oesterreich sind dankbar, feslzuslcllen, daß sie in diesem Kampf nicht allein stehen, sondern die moralische Unterstützung der Juden in der Welt haben. „Es ist für uns eine Suche tiefster Enttäuschung, daß Oesterreich fortfährt, ökonomische Vorteile aus jüdischen Vermögen, die vom Naziregime beschlagnahmt wurden, zu ziehen“, heißt es in der Entschließung. OPTIKER KARL DRUKS Atelier für moderne Brillen-Optlk Wien IX, Univereitätsstraße 12 Telephon A 27 9 70 Gegen Vorweisung dieser Anweisung 10% Rabatt ^66512

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