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Die Stimme · 1954-04-01 · Heft 85 (April 1954) · page 7

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Journal
Die Stimme
Volume
1954
Issue
Heft 85 (April 1954)
Date
1954-04-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nr. 85 DIE STIMME Seite 7 IflusiU in Iscael Prof. Josef Tal Moshe Ravinah Präsident Dr. Emil Maurer 70 Jahre NI I I Kl /VN CI- Der öslci i cichisehc Prcsseklub hall.“ im 5. März zu einer Pressekonferenz ringelnden. hei welcher ..Entwicklung der modernen Musik in Israel" (Ins Thema bildete. Der Referent war Professor Josef Tal. der Leiter des Konservatoriums in Jerusalem, einer der Prominenten im heutigen israelischen Musikleben. Der \ ortnigrndc illustrierte seine hochinteressanten Ausführungen mit auf Tonband mitgehi achten Beispielen. wozu Pot- Weiß-II nl liebenswürdiger Weise die Apparatur zur Verfügung gestellt hatte. Prof. Tal wußte seine Zuhörer so zu fesseln, daß die Pressekonferenz den tlharakter eines Konzertes bekam. Prof. 'Tal haute vor uns den neuen Hegriff dei jungen israelischen Musik auf: Er ist neu und noch nicht ausgereift, sagte der Redner, aber wir haben hier die seltene Gelegenheit, Zeugen der Gehurt eines neuen Volksliedes zu sein. Das Volkslied aber ist der Nährhoden jeder symphonischen Musik. Vielerlei sind die Einflüsse, denen der Komponist in Israel ausgesetzt ist. Osten und Westen treffen aufeinander. Jede \Iijall hat ihr Musikgut mitgcbracht und der Komponist, der in Israel lebt, schaffe eine Symbiose und fügt noch sein eigenes hinzu. „Auch die Landschaft hat ihre Klänge, das ganze Leben hat seinen Rhythmus“, so sagte der Musiker. Die neue israelische Musik ist abs >liii modern. An Mozart, Rethoven und Brahms kann man nicht anschlicßen. Es gibt sogar Musikstücke, hei denen das rein rhythmische Element \orherrseht. So hörten wir als Beispiel ein Lied, das um orientalischen Juden aus einem Einwandererlager stammt und zu einer Hochzeit gespielt wurde. Also ein Tanzlied. Es wurde ausschließlich auf zwei Trommeln gespielt und war ganz ähnlich, wie die Trommelkonzertc aus dem Sudan. Ein Thema, das in jedem Kunstschaffen aus dem Osten immer wiederkehrl, ist begreiflicherweise die Wüste mit ihrer absolut eigenen Art, nicht nur von Romantik sondern vom Leben. „Die Wüste ist etwas ungemein positives, sic fordert ungeheure Kräfte heraus zu ihrer Überwindung. Sie wirkt so stark, daß der Komponist in der Stadt den Kampf der Arbeiter im IN ege v mitfühlcn kann. Erwarten Sie keine Idylle! Diese Kultur gibt es nicht in der Wiener Staatsoper!“ Auch als Beispiel für das melodische Element gib es ein Wüstenlied, das musikalische Zwiegespräch eines Kameltreibers mit seinem Tier. Die moderne Viertel- und Drciviertelton-Komposition nimmt in der isiaelischcn Musik einen breiten Baum ein, hei der es nicht einmal möglich ist, alles mit unserem Notensystem aufzuschreiben. Volkslied, symphonische Musik, lithurgisclie Musik und Chorgcsung sind die Elemente des heutigen Musikschaffens in Israel. Der Redner gab noch einen Überblick über das ungeheuer reiche Musikleben in Israel. Ein großes, philharmonisches Orchester, ein Hadioorchester, ein neues Orchester in Haifa, ein besonderes Orchester für die Siedlungen, eine große Menge von Chören, für die spezielle Musik gedruckt wird, ein Streichquartett und schließlich eine neue Fakultät für Mus.k au der l uiversitüt sind die Ausübenden. HOTEL Stefanie Wien II, TaborstraBi 12 Tel. R 48 2 46, R 49 5 43 RESTAURANT - GARAGE Die Zionistische Föderation in Oesterreich hot den Direktor des Konsrrv tt >- riums in TclA\iv. Herrn Menashe R a - \ i n :i h. eingeludcn. über Musik in Israel einen \ ortrag zu Irillen. (4. März. Kammersaal im Musik verein.) Nach einer herzlichen Begrüßung du-cli den Präsidenten Leitner. referierte der Redner in äußerst charmanter, lebendiger und teilweise humoristischer Weise über das musikalische Schaffen in Israel. In Israel ist alles anders, war die Feststellung. von der er ausging. Jüdische Volkslieder, wie sie in der Golah gesungen wurden, sind in Israel nicht mehr denkbar, auch nicht ein bekanntes, wie ..Oif dem Wege schtcjt a Baum", das Ravinah als erste Schallplattenprohe. wir seinen Ausführungen, zu Gehör brachte: heißt es doch darin: „und er fährt nach Israel”. Für die Juden in Israel hat dieses Lied den Sinn \erloren. ln Israel muß eine ganz andere Volksmusik geschaffen werden, denn es kann \ on (Jen bisherigen Liedern nicht bloß die Musik übernommen werden, da sie eng mit dem Text zusammenhängt. So werden heute vielfach Klänge der Araber übernommen, die von stark mit Synkopen durchsetzte Melodien zeugen. In einem Liede wie „Gamal" \on Admnn sind die Glöckchen und die Synkopen deutlich herauszuhören. Braclia Zefira hat sodann sefurdischc und jemenitische Lieder gesammelt, und viele davon haben starke \crbreitung gefunden. Auch die isiaelischcn Feste bilden Quellen für neue israelische Lieder. Dabei ist zu beachten, daß Israel auch eine Reihe anderer Feste kennt als wir. Schon hat die neue Volksmusik auch die Kunstmusik beeinflußt, die Ravinah in seinem Vortrage kurz streifte. Der Referent schilderte dann die Entwicklung des von llubermunn gegründeten Israel - 0 r chcstcrs und kam auf die Schwierigkeiten des israelischen Radios zu sprechen. Mit Erläuterungen über das musikalische luterr i c h t s w e s e n in Israel, das über ausgezeichnete Lehrkräfte verfüge, beendere Ravinah seinen Vortrag. Starken Eindruck hintcrlicß auch das „Kinereth-Lied" mit Orehcsterbegleitung von Luwry. Der Redner erntete Dunk für seine überaus interessanten Ausführungen. Der Konsul Israels, Arjeli Eshel, widmete dem Gast herzliche Bcgriißungs- und Dankesworte und sprach von der besonderen Beziehung des Juden und des jüdischen Landes zur Musik. Auch der zweite von der Zionistischen Föder ilion verunstaltete Vortrag von Menashe Ravinah. fand vor ausverkauftem Hause statr (Samstag, Kl. März) und brachte dem Redner einen wohlverdienten Erfolg. Wir hoffen, Menashe R>- viituli bald wieder in Wien begrüßen zu können. Großmutter HADO gratulieren herzlichst zum 80. Geburtstag l)r. Imonucl Inger mul Familie \m II. April feierte Dr. Emil Mnur-r, Pi äsident der Israel. Kul tnsgemeinde und des Hundes-\ erbandes der Israeli tischen Kultusgrmrinden Oesterreichs, seinen 70. Geburtstag. Dr. Maurer entstammt einer armen Familie. Sein Vater war Talmudleluer. führte ein gottgefälliges Lehen und genoß in seiner Heimatstadt den Ruf eines gütigen, bescheidenen, hilfsbereiten und sozial denkenden .Juden. Kaum dem zarten Kindcsalter entwachsen, mußte sich Dr. Maurer mit seiner Hände Arbeit das llrot \erdicnen. Nach harter Lehrlingszeit wurde der Jubilar als Metalldi ucker freigesprorhrn. Im Alt *r \on 24 Jahren begann er das Mittelschulsludium. I0II erlangte er das Abitur, l!Hb an der Alma mater in Wien den Doktorhut. Im Jahre 1028 cröffnetc Dr. Maurer seine Rcclitsanwaltskanzlei in W ien. Als Jugendlicher trat er der sozialdemokratischen Partei hei und fiel wegen seiner Agilität und Intelligenz besonders auf. Später gedieh er in seinem llczirk am Neubau, aber auch in der großen sozialdemokratischen Partei, zu einem wichtigen Faktor. Nach den W :i'i- Irn im Jahre 1082 wurde er, der \erdiensts olle Sozialdemokrat. Bezirksvorsteher des siebenten W icner Bezirkes. Als Funktionär des republikanisch :n Schutzbundes und aktiser sozialistischer A nrkämpfer wurde Maurer nach dem Dnllfußputseh. gleich anderen promin nton sozialistischen Persönlichkeiten. im Lager Wollersdorf interniert. Am 1. April 1088 geriet Dr. Maurer in die Fänge der Gestapo und wurde als „Politischer” ins KZ Dachau deportiert. Nach unsäglichen Qualen, die Maurer im KZ erdulden mußte, gelang es seiner Gattin. mit Hilfe ausländischer Freunde, ihn frei zu bekommen, worauf er nach England emigrierte. Im Jahre 104(1 kehrte er n.u< h W ien zurück. Im Konzentrationslager Dachau und Buchenwald gelohte er. nach Befreiung der Well von der nazistischen Barbarei, sich dem Aufbau des jüdischen Lehens in W ien zu w i dm eil. Anläßlich der Wahlen in den Kultussorstand im Jahre 1048. figurierte Dr. Maurer als Listeiifiilirer des Bundes Werktätiger Juden. Nach dem Einzug in Rot-Weiß-Rot sendet: Mittwoch, den 28. April um 20 Ihr 15 bis 28 I hr ..Neue Musik in einem neuen Land", ein Vortrag mit Musikbeispielen über israelische Musik von Prof. Josef Tal (Tel Aviv). *1 Wien VI, Marlahillar StraQa 31 / Wien XV, Goldschlagdraßa 73 / lei A .W-t Hl, HuOoberllachenbehiinillungs-Mulerlalenvei t .1 Wien XV, Goldschlagdraßa 65 / Irl B 11 /Ob die Kultusstuhe wurde er zum \ izepräsidenteu gewählt. In der Folgezeit war ec alternierend Präsident und Vizepräsident. Am 18. Feber 1052 erfolgte di:* BEA FLUG DIENST NACH ZÜRICH 0 Modernste 4-motorige TURBO-PROP VISCOUNTS Verbilligte Touristen-Flugpreise Die tägliche Flugverbindung Österreich-Schweiz seit 6 Jahren + Flugkarten bei allen anerkannten Reisebüros oder durch RQckstellungsanträge im Jänner Im Monat Jänner wurden 50 neue Biickstcllungsanträgc eingebraclit: Hievon entfielen 10 auf das Erste und 40 auf das Dritte RStG. In erster Instanz waren am 81. Jänner noch unerledigt: heim Ersten KStG. 287 ( 8,8»o, heim Zweiten 170 ( 11.0»o. ohne Wien 2.0llc) beim Dritten RStG. 4888 ( 13.8»/,,): von der letztgenannten Zahl entfallen 2888 ( 54.0»„) auf Verfahren, die im Hinblick auf das Kontrollabkommcn unterbrochen worden sind. — Zweite Instanz: beim Ersten RStG. waren von insgesamt 850 Berufungen noch 15 ( l,8»/<>) offen, heim Zweiten RStG. von insgesamt 441 noch 20 ( 4,(i»o). beim Dritten RStG. von 03(14 noch 80 ( 1.0»,,). — Dritte Instanz: hei der Obersten Riickstellungskommission von insgesamt 2140 Beschwerden gegen Rückstcllimgscrkcnntnisse nach dem Dritten RStG. noch 27 ( 0.0 »o) unerledigt. — Von den in Erster Instanz erledigten Verfahren wurden bis 8I. Jänner in Rerufung gezogen: heim Ersten RStG. 7.1 »o, beim Zweiten 88.4» o, beim Dritten RStG. gleichfalls 88,4»,1. Gegen die von den Rüekstellungsoberkommissionen in Zweiter Instanz erledigten 0275 Fälle wurden 2140 ( 28,2 Prozent) Revisionsrekursc eingebraclit. — Die Zahl der bei den Rückstellungskoni - missionen (Drittes RStG.) bis 81. Jänner abgeschlossenen Vergleiche betrug 10.(i52; bei den Bezirksverwulutngsbchörden gemäß § 18 des Dritten RStG. nngenieldete Vergleiche. Verzichte und Anerkenntnisse: 14.202. BRITISH EUROPEAN AIRWAYS Wien! , K ii r n c n c r r i n g io Tel. U 45-5-30 Neukonstituierung des Kultusvorstandes und die W ald Dr. Maurers zum Präsid eilte n. Er räumte mit dem Abusus auf, der durch die Lnterbrechung der Kontinuität, die Amtsführung des Präsidenten chaotisch gestaltete. W iigratulieren dem Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien, Herrn Dr. Emil Maurer, zu seinem 70. Geburtstag und wünschen ihm ad mea w'essrim sehana! Besuchen Sie die Hübner- Betriebe Kursalon — Open Gate Splendid — Konzertcafe und Bar — Feuchter Stock Kobenzl-Restaurant STOFFE KLEIDER FÜR DAMEN HERREN UND KINDER Qut und. preiswert vom Jiaufhaus Btüdu Ho&et Wien VII, Marlahllfferstrale 90

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