Mannheim
Compact Memory

Die Stimme · 1954-04-01 · Heft 85 (April 1954) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
1954
Issue
Heft 85 (April 1954)
Date
1954-04-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2431292-2431336-2431340--0615-2432252
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Nr. 85 DIE STIMME Seite 5 BEIBLATT redigiert von der Exekutive der Konföderation der Allgem. Zionisten von Europa und Nordafrika Vortrupp des jüdischen Volkes Von MOSHE WALDMANN Als vor vier Monaten Israel, von den Großmächten wegen des Vorfalles in kibiah angcklagt, von dem Sicherheitsrat der UNO schärfsten» gctadlet wurde, hat das amerikanische Judentum, ungeachtet der Tatsache, daß viele Juden den Vorfall als solchen verurteilt hatten, in prachtvoller Weise seine Solidarität mit Israel zum Ausdruck gebracht. Mit Stolz und mit Satisfaktion konnten dio zionistischen Führer konstatieren, daß das amerikanische Judentum ein glänzendes Examen von jüdischem Patriotismus abgelegt hat in einem Augenblicke, als die Legierung und das Volk Israels die moralische Unterstützung seitens der Judenhcit in der Diaspora so dringend benötigten. Wenn man den Verlauf der Ereignisse in jenen schweren Tagen innerhalb des amerikanischen Judentums analysiert, so findet man, daß ohne die energische Führung der Zionisten in den Vereinigten Staaten cs kaum möglich gewesen wäre, die mächtige jüdische Gemeinschaft in Amerika zu einer gemeinsamen Willenskundgebung im Interesse Israels zu veranlassen. Wenn es jemanden gegeben hat, der an der Notwendigkeit der Fortexistenz und der Befestigung der zionistischen Organisation gezweifclt hat, so mußte er durch die Erfahrung in Amerika in den Tagen, als Israel im Sicherheitsrat wegen Kibiah auf der Anklagebank saß, eines besseren belehrt worden sein. Die politische Situation Israels hat sich leider seit dem Vorfälle von Kibiah nicht wesentlich verändert, trotzdem in der Zwischenzeit durch die verschiedenen Ereignisse in einzelnen arabischen Staaten die von den Juden wiederholten Behauptungen bestätigt wurden, daß die politische Lage in den arabischen Ländern unstabil ist und daß auf lange Sicht hinaus die Araber weder als aktive noch als passive Partner der westlichen Dem >- kratien in Frage kommen. Der unglückselige Kurs Amerikas und Englands, der sich zum Ziel gesetzt hat, wertlose arabische Sympathien zu erwerben, was im übrigen ein aussichtsloses Unternehmen ist, und diesen falschen Kurs durch Demütigung und Kränkung Israels zu bezahlen, ist der Hauptgrund für die fortdauernde Verstärkung der jüdisch-arabischen Spannung und der vermehrten Zahl von blutigen Zwischenfällen an Israels Grenzen, Zwischenfällen, die seitens der arabischen Führer planmäßig vorbereitet werden. Es stellt sich für Israel die Notwendigkeit heraus, genau, wie es in den Tagen geschah, als Ernest Bevin alles daran setzte, um die zionistischen Hoffnungen zu zerstören, mit einer breiten politischen Arbeit zu beginnen, deren Ziel die Wiedergewinnung der öffentlichen Meinung zu Gunsten Israels in der Sache des jüdischen Volkes sein muß. Eine derartige über die ganze Welt reichende Arbeit kann nur von dem jüdischen Volke in seiner Gesamtheit geleistet werden, wenn es in entsprechender Weise von dem einzig hierfür geeigneten Instrument gelenkt wird, nämlich von der Zionistischen Weltorganisation. Hierbei muß man sich vor Augen halten, daß die Zusammensetzung der Judenheit in den freien Ländern der Diaspora eine derartige ist, daß zionistische Parteien mit extremen Programmen kaum imstande sein würden, den größten Teil der in Frage kommenden jüdischen Gemeinschaften um Zions Fahne zu scharen. Während der überwiegende Teil der in Israel lebenden Bevölkerung der Arbeiterklasse und den Festbesoldeten nngchürt, setzt sich die Judenheit in der Diaspora in der Hauptsache aus bürgerlichen Elementen zusammen, deren politische Einstellung eine gemäßigte und sozusagen „zentralistische“ ist. Das Vertrauen dieser überwiegenden Mehrheit der Diasporajudenheit kann am leichtesten von zionistischen Parteien gewonnen werden, die in der Mitte zwischen extremen Lichtungen sozialer Auffassung oder religiöser Einstellung stehen. Mit anderen Worten, in allen zionistischen Landesorgunisolionen ist es vor allem die Aufgabe derjenigen organisierten oder unorganisierten „Allgemeinen Zionisten“, die Führung in der Arbeit für die Gewinnung der jüdischen Gemeinschaften zum Zwecke der Hilfeleistung für Israel zu übernehmen. Im jetzigen Augenblicke handelt cs sich nur darum, Israel finanziell zu Hilfe zu kommen und dafür zu sorgen, daß die Sammlungen für Israel ein gutes Ergebnis zeitigen. Noch wichtiger als das Geld ist im gegenwärtigen Augenblick die moralische und politische Hilfe, welche Israel mit vollem Recht von der Wcltjudcnhcit beansprucht. Ucberall, wo Juden in freien Ländern leben, muß aufs Neue die Sache des jüdischen Staates und die Bedeutung dieses „Aktes historischer Gerechtigkeit“, der Gründung Israels der Welt vor Augen geführt werden. Mit Ihlfe der Freunde von Demokratie und Freiheit werden die Juden wiederum, wie es 1947 der Fall gewesen ist, imstande sein, das Gewissen der Menschheit zu wecken. In der Frontstellung bei diesem Kampf zur Wiedercrobcrung der öffentlichen Meinung, müssen die Zionisten vorrücken und unter diesen in erster Reihe die Allgemeinen Zionisten. Zionistische Föderation in England Uebcr 50 Jahre existiert bereits die Zionistische Föderation in England, die im Geiste von Dr. Chaim Weizmann s. A. geführt wurde. Ueber 50 Jahre beschäftigt sich der Zionismus in England mit konstruktiver Arbeit. Es ist nicht notwendig zu betonen, daß diese Arbeit stets objektiv geleistet wurde, derart, daß die parteiischen Meinungsverschiedenheiten niemals einen Abbruch tun konnte. Mit großem Bedauern stellen wir fest, daß verantwortungslose Elemente sich jetzt vermessen, die zionistische Föderation zu zersplittern. Als Präsident der allgemeinen zionistischen Konföderation in Europa und in Nordafrika bin ich der Meinung, — uni dies ist der Beschluß der Weltkonföderition, die im Jahre 1951 in Jerusalem tagte — daß man sich auf keinen Fall mit einer der zwei allgemein zionistischen Parteien in Israel identifizieren darf. Die Einheit der Weltkonföderation außerhalb Israels ist eine unbedingte Notwendigkeit für eine starke zionistisch Bewegung. Solange die offizielle Instanz der Zionistischen Föderation in England keine Idcntifizicrungsdcklurntion angenommen hat — im Gegenteil — sie wird alles tun um dies zu vermeiden. So wie bis jetzt die Zionistische Föderation in England ihre Prinzipien aufrecht erhal ten hat, aus dem Gefühl der Treue zum Zionismus und zum Staate Israel werden wir, w ie bisher, auf dem Standpunkt konstruktiver Tätigkeit auf allen Gebieten zionistischer Arbeit weiter beharren. Dr. Josef Sagall Präsident der Allgemeinen Zionistischen Konföderation in Europa u. Nord-Afrika Moshe Kalchheim in Italien Herr Moshe Kalchheim, der Generalsekretär der Konföderation, hat letztens Italien besucht und sich dort mit den Ghaverim von Rom und Milano getroffen. Anläßlich dieses Besuches hat er den Ghavctim geholfen, die Komitees in den zwei oben genannten Städten zu reorganisieren. Er wohnte auch etlichen Sitzungen bei. Unter anderem ist ein Arbeitsplan entworfen worden, der bcs>nders die Tätigkeit des Schnat Seheruth und eine Sommerkolonic in Israel in einem unserer Erziehungsin,stitutionm festlegt. Herr Kalchheim hat auch Kontakt mit der „Organisation der jüdischen Jugend“ angebahnt, die von jetzt ab in engem Verhältnis zu der Exekutive der Konföderation in Paris stehen wird. Er hat sich auch mit dem Madrichim der Jugendorganisation „Hazofim“ getroffen. Komitees als Freunde des Schnat Scheruth sind in Rom und in Milano gegründet worden.; Es wurden zwei öffentliche Versammlungen in beiden Städten abgehalten, die von der zionistischen Ortsgruppen zusammen mit der „Organisation jüdischer Jagend” einberufen war. Bei dieser Gelegenheit hat Herr Kalchheim in seinen iteferalen die Aufgaben der jüdischen. Jugend in der heutigen Zeit gekcnnzcich net. Aus Tunis Sonntag, den 21. März wurde in Tunis eine imposante Purim-Feier von der zionistischen Jugend zusammen mit dar „jüdischen Jugend“ von Tunis und „Omet“ veranstaltet, an welcher über 700 Personen teilnahmen. Das reiche artistische Programm mit zwei Theaterstücken, Chorgesang und jüdischer Musik, ausgeführt von der Tunesier-Ortsgruppe, hat einen enormen Erfolg gezeitigt. Abraham Eisenstadt beendigt seine Schlichuth in Europa Herr Abraham Eisenstadt, der Leiter des „Schnat Scheruth“ in Europa, hat seine Schlichuth beendet und begibt sieh in diesen Tagen zurück nach Israel. Herr Eisenstadt war der Initiator und Gründer dieser Bewegung, die sich ein großes Ansehen in England und in den anderen europäischen Ländern erworben hat. Im Verlauf ihres kurzen Bestehens, hat diese Bewegung „Schnat Scheruth“, über 160 junge Menschen organisiert, welche für ein Jahr in unsere Kibbutzim in Israel gegangen. Fast 50«/o sind lsruclbürger geworden. Herr Eisenstadt hat durch seine Tätigkeit den allgemeinen Zionismus in den europäischen Ländern verstärkt. Aula $- lieh seiner Abfahrt drückt ihm die europäische Exekutive der Konföderation den herzlichen Dank aus und wünscht ihm Erfolg in seiner zukünftigen Arbeit. Gern erfüllen wir den Wunsch van Herrn Eiscnstadt, und übermitteln a if diesem Wege seine besten Grüße und Dank allen Ghaverim in Europa, die die Schnat Scbcruth-Bewcgungen leiten. Woty Ti&cUenUd Had SU&usoztyM. TEXTILIEN, STRICKWARENERZEUGUNG Wien XV., Kirchstetterngasse 43 Telefon B 38 1 54L Filiale: Wien XV., Neulerchenfelderstraße 38 ab 11. April 1954 MIT DEN MODERNEN VIERMOTORIGEN ÜBER SEE MASCHINEN DC-6 DIREKTER FLUG WIEN -TEL AVIV ABFLUG: AB WIEN: MONTAG 17.10 AN TEL AVIV: DIENSTAG 02.25 RÜCKFLUG: AB TEL AVIV: DIENSTAG 05.00 AN WIEN: DIENSTAG 12.45 ERSTE KLASSE UND TOURISTENKLASSE KOMBINIERT SCI/VMH/MIW/I/V aijr£M£s nsr&ti WIEN I, KÄRNTNERRING 3 R 20 6 75 SALZBURG, MAKARTPLATZ 9 72 7 33 AUSKÜNFTE IN ALLEN REISEBÜROS Für eine starke und vereinigte Konföderation Die Zionistische Föderation von England ist heute eine der stärksten und am besten organisierten zionistischen Organisationen in der Welt. Sie hat wunderbare Erfolgs zu verzeichnen, vor allem auf dem Gebiete der Hilfe für Israel und nicht weniger vor allem auf dem Gebiete der Alijuh, (sowohl vom Mittelstand wie auch von Chaluzzim und Mitgliedern von Schnat Seheruth). Nicht unwichtig ist die Erziehungsarbeit und der Einfluß auf die jüdischen Gemeinden. Diese Föderation zählt jetzt ca. 50.000 Mitglieder und ist Bestandteil der europäischen Konföderation. Die Exekutive der Konföderation hat mit großer Genugtuung die Tatsache aufgenommen, daß fast das ganze Zentralkomitee der Allgemeinen Zionisten die Spaltungsversuche einiger ihrer Chaverim scharf getadelt hat. Die Existenz von zwei allgemein-zionistischen Parteien in Israel, kann und darf kein Argument sein, um die Organisationen in den Golah-Läudern zu spalten. Wir haben die gleichen Ziele und Aufgaben, für welche wir geschlossen arbeiten und kämpfen müssen. Wir alle wollen eine starke und konsolidierte zionistische Bewegung, wir alle wollen die besten Hilfsmittel schaffen, um den jungen jüdischen Generationen eine nationale Erziehung zu geben; wir alle wollen mit derselben Lieberzeugung eine starke zionistische Jugend, die viele Chaluzzim n.uh Israel schicken soll; und wir sind für die \ erhreitung des Schnat Scheruth- Gedankens, der schon seine ersten große.■ Erfolge bewiesen und 150 Mitglieder n ull Israel geschickt hat. Dies alles ist möglich, unter der Bedingung, daß der Allgemeine Zionismus stark geeinigt ist. Der Allgemeine Zionismus in England, hei dem der Geist Chaim \\ eizmnun’s s. A. und Prof. Prodetzky’s (Jilmdel Uih.iim) und die Tradition praktischer mul konslrukti\er zionistischer Arbeit wach sind, hat bewiesen, daß er sich nicht auf falsche Wege führen läßt. 1034

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.