Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1954
- Issue
- Heft 84 (März 1954)
- Date
- 1954-03-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 84 Seite 3 DIE STIMME BEIBLATT redigier! von der Exekutive der Konföderation der Allg. Zionisten von Europa u. Nordafrika Der Zionismus auf neuen Wegen HANOAR HAZIONI Von l)R. [NACIK'M GOLDMANN Ich mochte hier einige Bemerkungen über zwei fuiuhimentjile Probleme maclicn: :i) l eher dir Notwendigkeit und über den Charakter der zionistischen Bewegung in der neuen Epoche nach der Gründung des Staates Israel, b) Leber die Orgauisationslorm. die die zionistische Bewegung in dieser Epoche haben muß. Der Gedanke war falsch, daß man nach der Schaffung des Staates Israel keine zionistische Bewegung mehr nötig hatte. Diese Idee war auf einer falschen Konzeption des Programmes und der Aufgaben des Zionismus aufgebaut. Die zionistische Bewegung hat sich niemals auf die Forderung beschränkt, einen jüdischen Staat zu schaffen. Die zionistische Bewegung ist in erster Linie eine Bewegung mit dem Ziele, die Gesamtheit und die Zukunft des jüdischen Volkes als eine Bcsonderlieit zu sichern. Die Schaffung eines jüdischen Staute;, eines nationalen Heims hat der Zionismus als sci.i llauplinslrument Betrachtet, um die Gesamtheit des jüdischen Volkes und seine Zukunft zu hüten, jedoch das Ziel ist immer gewesen und bleibt — das \Volk. Der Staut ist keine andere Sache gewesen, als ein Instrument für dieses Ziel. Wenn man dies von dem Standpunkt des zionistischen Zieles betrachtet, kann man leicht verstehen, daß diese Aufgabe noch nicht erfüllt ist und daß sein Programm noch weit von der Verwirklichung sich befindet. Unter den heutigen Bedingungen versichert nicht nur der Staat allein die Zukunft des jüdischen Volkes. Im Gegenteil. Wenn wir die Medinuh so lassen wie sie ist und die jüdische Bevölkerung in der Galuth wie sie ist, wird sich die Medinuh, weil sie eine Minorität vom jüdischer. Volk ist. hauptsächlich auf sieh selbst konzentrieren, und vom Standpunkt der Zukunft des ganzen Volkes bestellt die Gefahr, daß die Medinuh zu einem Element wird, das die Spaltung des Volkes in zwei Teile erleichtern wird: Einerseits diejenigen, die in der Medinuh leben und andererseits diejenigen, die außerhalb von ihr leben. Nichts wird gefährlicher und tragischer für die Zukunft des Volkes werden, sofern es zu dieser innerlichen Spaltung kommen wird, und der Abgrund zwischen diesen beiden Teilen sieh vertiefen wird. Dieses wild unvermeidlich sein, wenn man das jüdische Leben seiner „natürlichen“ Entwicklung überläßt. Der Staat Israel kann das llauplinslrument zur Sicherung des Bestandes des gesamten Volkes werden, unter der Bedingung, daß man Methoden entwickeln wird, die die Einigkeit des jüdischen Volkes und die Verbindung der jüdischen Ansiedlungen in der ganzen Welt in kultureller und moralischer Hinsicht mit dem jüdischen Leben in Israel sichert. Es ist richtig, daß eine große Mehrheit im jüdischen Volke den Teil des zionistischen Programms akzeptiert hat, welcher eine jüdische Medinuh befürwortet, und diese große Mehrheit ist heute bereit, dem jüdischen Staate finanziell, kulturell und oft politisch zu helfen. Diese Aufgabe ist nicht mehr eine exklusive Angelegenheit für Zionisten, sondern die großen Geldsammlungen in allen Ländern der Welt werden in dem gleichen Maße von Nicht-Zionisten wie Zionisten durchgeführt. Und wenn dieses das zionistische Programm gewesen wäre, dann würde sieh die Bewegung als solche erübrigen. Aus diesem Grunde habe icb geglaubt und ich glaube cs noch, daß die Notwendigkeit bestellt, einen breiteren Hahtncn als die augenblickliche zionistische Organisation ist. zu schaffen, um auch alte die, welche bereit sind dem jüdischen Staat zu bellen, aufnehmen zu können. Daher ist es die vornehmste Aufgabe der zionistischen Bewegung, die Einigkeit des jüdischen Volkes zu sichern und in jedem Aspekt des jüdischen Lebens das Prinzip der Volkseinigkeit zu realisieren, und die Konzeption über abgesonderte jüdische LaiHlmaniiscbaften, welche sieb weder mit dem Staate Israel verbunden fühlen, noch mit anderen jüdischen Landsmannschaften zu eliminieren. Dies ist ein Aspekt vom augenblicklichen zionistischen Programm. Der Verbindung der Galuth mit Israel durch eine Reihe Methoden, hauptsächlich durch die Erziehung der jüdischen Jugend in dem Geiste von jüdischer Solidarität und von Volkssolidarität; dem Geiste der Einigkeit des jüdischen Volkes Ilcbraisierung der Galuth, um von der neuen' hebräischen Zivilisation in Israel beeinflußt sein zu können — dies alles sind die Aufgaben ,welche noch für lange Zeit die Aufgaben der zionistischen Bewegung bleiben werden. Ich sage und ich wiederhole es — es mag auf den ersten Blick wie ein Paradox anmuten — daß das Kriterium des Zionismus auf den ersten Blick hin nicht die Stellung des einzelnen Juden zu Israel darstellt, sondern des einzelnen zur Galuth. Gerade wenn cs uns gelingen wird einen breiteren Rahmen für die Tätigkeit einer gemeinsamen Hilfe für den Staat Israel zu schaffen, um dadurch den Nicht- Zionisten eine Mitverantwortung zu ermöglichen, dann werden wir mehr Möglichkeiten und mehr Aktionsfreiheit für die spezifisch zionistischen Aufgaben und Aktivität haben. Mit anderen Worten wollte ich sagen: Der Nicht-Zionist ist derjenige, welcher die jüdischen Probleme von dem Standpunkt aus betrachtet: „Wir“ und „Ihr“; Wir, französische Juden und ihr, Juden von Israel. Wir, französische Juden und ihr, englische Juden, oder Amerikaner. Es kann natürlich auch eine gewisse Zusammenarbeit sein, aber es wird immer eine Zusammenarbeit von „Wir“ und „Ihr“ sein. Der Zionist dagegen betrachtet das Problem vom Standpunkt des „Wir“ gleich „wir“ — von einem Volk was Israel und die Galuth betrifft, und daß die Solidarität alle jüdischen Landsmannschaften vereinigt in einer gemeinsamen Aktion zur Sicherung der Zukunft und des Bestandes des jüdischen Volkes, welches man definieren kann wie man will, aber welches die jüdische Bevölkerung in der ganzen Welt repräsentiert. Ein wesentlicher Teil des zionistischen Programms muß dem Programm von Alijah und Ghuluziuth gewidmet werden. Es besteht noch eine lungo Diskussion über dieses Problem und auch verschiedene Führer sowie Gruppen haben in dieser Frage extreme Stellungen eingenommen. Ein Teil glaubt, daß ein Zionist nur derjenige ist, welcher faktisch ein Oleh ist, andere wieder zwei- Fortsetzung auf Seite 4 FRANKREICH Der „Haimar Ilazioni“ in Frankreich ist in letzter Zeit mit der Vorbereitung des israelischen Stückes „Brarawoth llancgev" von dem Dichter Yigal Mossiiison. beschäftigt, welches zum ersten Male in französischer Sprache auf einer Pariser Bühne aufgeführt worden ist. Die Kritiken. welche wir von verschiedenen Persönlichkeiten — jüdischen und nichtjüdischen — erhalten haben, betonen die Wichtigkeit und den Erfolg dieses Unternehmens. Der tiefe Eindruck, den es auf die Bevölkerung gemacht hat, bestätigt ebenfalls dieses Unterfangen als ein erzieherisches zionistisches Mittel. BELGIEN W ährend der Winterferien hat in den Ardennen-Bergen in Belgien ein W interlager für französische und belgische Jugendliche des „Haimar llazinoi“ slattgefundcu. Dieses Lager kann als eine Fortsetzung des sehr gelungenen Sommerlagers bezeichnet werden, welches dicChuverim des Jlatmar Ilazioni von den oben genannten Ländern im August September in den französischen Alpen ahgclialten wurde. Nach dem Lager hat in Brüssel ein Zusammentreffen stattgefunden, an welchem die Madrichim des Hanoar Zioni Probleme der Arbeit besprochen haben. TUNIS Die Bewegung in Tunis betreibt eine sehr vielseitige Tätigkeit auf den Gebieten, die zur Jugendbewegung gehören. Der Hanoar Ilazioni ist eine der stärksten Jugendbewegungen und steht an erster Stelle bei der KKL-Arbeit. Außerdem hat er bereits einige Kinder in unsere Kibbutzim in Israel geschickt. ÖSTERREICH Der Hanoar Ilazioni (Klub der Zionistischen Jugend) Wiens, hat es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht, allwöchentlich einen Oncg-Schabbath zu veranstalten, bei welchem abwechselnd Vorträge und Diskussionen abgchultcn werden. So sprach u. a. der Präsident des Zionistischen Landesverbandes, Herr Dr. Wolf Ilerzbcrg über die Aufgaben der allgemein-zionistischen Jugend, Herr Dr. David Gelles über „Hillel und seine Bedeutung für den Judaismus". Anläßlich seiner Anwesenheit in Wien, war der Gen.-Sekretär Moshe Kalchhcim (Paris) Gast uns: ics Jugendv erbandes. Den Höhepunkt der diesjährigen Veraiistaltungsrcihe, bildete ein Vortrag des Direktors des Konservatoriums in Tel- Aviv, Mcnashe Ravinul). der über „Das Lied in Israel" sprach. Wir danken an dieser Stelle dem Vortragenden für seine ausgezeichneten Darlegungen. Aus unserer Bewegung Ein zweiter Moschnv Oviliin aus Tunis zur Alijah gegangen. Dank der mühevollen Arbeit des Schulinch der Konföderation in Tunis, Cliaver Aharon Himoni, beginnt jetzt die Alijah der Chavcrim für das zweite Kooperative Dorf (Moschav Ovclim) in Israel. Der erste Moschav Ovditn der tunesischen allgemeinen Zionisten ist im Jahre 1951 gegründet worden und seine Mitglieder haben sieh in Pctachia in der Nähe von Jerusalem angcsiedclt. Die kooperativen Moschavirn sind dem „Ovcd Uazioni“ angcschlosscn, welche in Israel zirka 20 Dörfer umfaßt. Zusammentreffen von Allgemeinen Zionisten in Algier. Im Zusammenhang mit der zionistischen Konferenz in Algier von Ende Februar 1953 hat eine Zusammenkunft aller Allgemeinen zionistischen Konferenzdclegiertcn mit den Chavcrim Zwi Hermann und Sam Scgal stattgefunden. Das Zusammentreffen war von den Schlichim der Konföderation Aharon Rimoni und M. Bluincntal organisiert worden. Es waren die Probleme unserer Arbeit in den nordafrikanischen Ländern erörtert worden. ITALIEN Chaver M. Kalchhcim wird Italien besuchen. Der Cliaver M. Kalchhcim, der Generalsekretär der Konföderation, wird in Kürze Italien besuchen, um die Fragen unserer dortigen Arbeit zu behandeln. Unter anderem wird er in Rom. Florenz und in Milnno sein. Kann man das Rad der Geschichte zurückdrehen? MOSHE WALDMANN, Paris Israel ist von Feinden umgeben, die nur deshalb nicht zu einer kriegerischen Attakc großen Stils ausholen, weil ihre innere politische Situation labil ist und weil sic die militärische Stärke Israels kennen und befürchten müssen, daß sie im Falle eines von ihnen provozierten neuen Krieges eine schwere Niederlage erleiden müßten. Außerdem, und das ist das politisch Entscheidende, hat keiner der feindlichen arabischen Nachbarn Israels die Empfindung, daß ein Angriff gegen Israel die Duldung oder gar die Zustimmung der ini Mittleren Osten entscheidenden zwei großen Mächte, Amerikas und Englands, finden würde. Die Großmächte, das heißt Amerika, England und auch Frankreich, haben im Mai 1950 eine Garantieerklärung hinsichtlich der bestehenden Waffenstillstandsgrcnzen zwischen Israel und seinen arabischen Nachß. Teller WIEN I, SALZTORGASSE 5 TELEFON U 25-4-85 SINGER* STOFFE HERREN-, DAMENKl.EIDER UND -MÄNTEL //V DfR R0UN1URMS1R 19 MODISCHE SPORT- UND REGENSCHUTZBEKLEIDUNGS¬ FABRIK REINWOLLENE DAMEN- U. HERRENSTOFFE KAMMGARNE TWEEDE IN NEUESTEN MODEDESSINS SEIDENNOUVEAUTfiS TEL. U 21-3-88 barn abgegeben. Diese Garantieerklärung wird sieh aber im gegebenen Falle nur dann aiiswirken, wenn militärische Kräfte der Garantiemächte in nächster Nähe der israelischen Grenze vorhanden sind. So lange englische Soldaten im Gebiete des Suczkanals stationiert sind oder in der Nähe von Akabu in Jordanien stehen, ist cs theoretisch denkbar, daß diese Soldadaten der gemeinsamen Garantieerklärung der Großmächte militärischen Nachdruck verleihen werden. Für jedem Fall muß Israel genug stark sein, um den ersten Schock einer arabischen Attacke einige Zeit aufhalten zu können, bis die Garantiemächle nach vorangegangener Beratung, wie cs in der im Mai 1950 abgegebenen Erklärung vorgesehen ist. ihre Maßnahmen beschließen werden. Der ganzen Ausführung kurzer Sinn ist, daß Fortsetzung auf Seite 4 Erstklassige StoHe und Zugehör, sowiey beste Verarbeitun bilden die Grundlage N^n^A 1 i der bewährten VS^W* TELLER - KLEIDUNG ///. UMphtraZe 88- 90 U16 2 86