Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1954
- Issue
- Heft 83 (Februar 1954)
- Date
- 1954-02-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. «:> IHK STIMME Im Namen der Republik (I: r Kt oblieium. eines eigenen Staates. ist klar i’runrdni. daß es \icl leichter ist. einen Sinnt zu errichten. nls ihn zu erliniien und festigen. I)ns Strafbc/irksgerirhl Wien und da- Landcsgei ich I für Mmlsielien Wien. Iml in der Rechtssache des I*ri\ ritkI;it?r*, ..Wiener Moniag" gegen den \ erantw ml - In heil Redakteur der Zeitschrift ..Die Stimme". Fritz Müller. wegen l ('hei tre hing der Khrcnheleidigung in den dur< lig( l'ührtc n \ ei handlungen umi I. I\. 1.954 und 24. \n\. 1954 /u Hecht erkannt: Der Beschuldigte l'ril/ Miiller ist schuldig. im Juni 1954 in Wien nls \rranlw (»rllichcr Redakteur der Nr. 75 der prriodiM hen Druckschrift ..Die Stimme" umi Juni 1954 jene Sorgfalt \rrnachlüssiirt zu liahen. hei deren pflichtgemäßer \nwrndimg die Mifnahmr der Stelle in dem aul Seile 4 mit der l eherschri11 ..Bi wußte Lügen" \ erülTcnllichte Artikel unterblieben wäre u. zu. die Stelle . mit der Absicht, die Schreiberlinge der Ncrachtuiig aller anständigen Menschen prris/.ugcben." Worin der HA. nämlich der ..Wiener Montag". ohne Anführung hestimm ler Tatsachen fälschlich utächlliclier I7i i^ensch a (teil und Gesinnungen «('ziehen und somit der Tatbestand der l ■ebertrclung gegen die Sicherheit der Ehre nach ij 4b I StG. erfüllt wird. Der \ng( klagte Fritz Müller ist weiter schuldig, jene Sorgfalt vernachlässig! zu haben, hei deren pflichtgemäßer Anwendung die Aufnahme der Stelle ..11daklionsstuhe der Miseure" in dem genannten Artikel unterhliehen wäre, worin Der Zionistische Landesverband in Oesterreich konnte den Generalsekretär der Konföderation der Allgemeinen Zionisten für Europa um: Nordafrika. Herrn Moshe Kal eh heim (Paris) als Gast begrüßen. Es war dies ein langversprncliener Besuch cies I lei rn Kulehheim. der dazu dienen sollte, die Verbundenheit unseres Zionistischen Landesverbandes mit der \Y cltoi ganisation der Allgemeinen Zionisten zu bekunden. In sielen Besprechungen wurde die künftige Tätigkeit des Zionistischen Landes\erband -s festgelegt und wii konnten mit großer l’rcude feslsleilen. daß wir mit unseren Ereunden in der ganzen Welt darüber einig sind den allgemein zionistisch n Gedanken zu propagieren mul weiter zu inh nsi\ ieren. Sein cister Besuch galt unserer Jugendgruppe ..llanoar llazioiii". die ihm zu Ehren, einen Onrg Sehuhhath \eranstdtete. bei welcher Ghawer Kalehheim iih r die Aufgaben der jüdischen. iushesoirJ -e der zionistischen Jugend, sprach. Er betonte daß die Zukunft des Zionismus hauptsächlich in den Händen der Jugend liege, sprach über die Möglichkeit. ein Jahr in Israel zu verleben (..Slmat Slicrut"), Land und Leute au Ort und Stelle kennen zu lernen und nach freier Wahl irn Lande zu bleiben oder aber als Pionier des zionistischen Gedankens in der Gotuli zu wirken. Der Zionistische Landesverband \eraustaltete am Samstag, den 2.4. Jänner einen Vortrag des Herrn kalehheim mit dem Titel: ..Zionismus vor neuen Problemen". Mit Befriedigung können wir berichten, daß diese Veranstaltung (im Thcalersual des Cale Landtiminn) ausgezeichnet besucht war. so daß sieh der B. Teilet WIEN I, SALZTORGASSE!> TELEFON U 25-4-85 HERREN-, DAMENKLEIDER UND -MÄNTEL MODISCHE SPORT- UND REGENSCHUTZBEKLEIDUNGS¬ FABRIK Montag" ohne \nfiihrung bestimmter Tatsoeben fälschlich \ erächtlieher Eigen- ' ( h i ft eil und Gesinnungen geziehen und somit der Tatbestand gegen die Sicherheit dir Ehre im Sinne des § 491 StG erliült wurde. Der Angeklagte hat auch diesbezüglich die l eherdreiimg nach $ 40 des Pressegesetzes begangen und wird nach $ 40 Absatz 4 Preßgeselz zu einer Geldstrafe \ oll Schilling 200.-- (zweihundert Schilling) im Eallc der l neinhringlic-likeit zu 4 Tagen Arrest, so wie zur Zahlung einer Geldbuße in der Höhe \on Schilling 200.— (zweihundert Schilling, •m den l:ri\utkläger verurteilt. Gemi. $ 5 (2) PG. haftet für die Geldstrafe und für die Geldbuße sowie für die Kosten des SlralA erfahrens der Zionistisilie Landes!erband in Oesterreich als Eigentümer und Herausgeber der..Stimme" zur ungeteilten Hand mit dem Verurteil teil. Gern. $ 44 (I) PG. ist das Erteil in dev ersten oder zweiten nach Eintritt seiner Rechtskraft erscheinenden Ntunni “■ der ..Stimme" ohne Einschaltungen und Weglassungen in demselben Teil der Zeitung und in der gleichen Schrift wie der Artikel zu veröffentlichen. Die Zeitung darf \om Tage des Erscheinens dieser Nummer an nicht mehr erseheinen, wenn sie die \ cröffcnlJiehung nicht gebracht hat. licr/bcrg eröffnete die Veranstaltung und widmete dem verstorbenen ersten Sekretär Theodor Hcrzls. Dr. Isidor Schabt. Worte (ies Gedenkens. I)r. llerzberg würdigte die Leistungen des Generalsekretärs Kalehheim. hob seine große Freundschaft zum Zionistischen Laiidesi erband in Oesterreich hervor und bat unseren Gast, die Verbindung mit den Wiener Allgemeinen Zionisten immer aufi echt zu halten. Aus der Bede des Herrn Moshe Kalehheim bringen wir in dieser Nummer den politischen Teil seiner Ausführungen: .. Ais Herz! an der Wiege der Zionistischen Bewegung über den ..Judenstaat" sprach, hielten es alle Zionisten für eine Utopie, und sein schärfster Gegner, der nüchterne Philosoph Aehad Haam, stellte dieser ..Ltopie” die Lösung gegenüber, rin ..geistiges Zentrum" für das jüdische A ulk in Israel zu schaffen. Dis Schicksal wollte aber, daß gerade die ..l lopie" llerzls Wirklichkeit wurde, wählend wir von der Verwirklichung des geistigen Zentrums im Sinne Aehad llaams noch sehr weit entfernt sind. Es ist heute unmöglich, über Zionismus zu sprechen, ohne Israel zu nennen, genau so wie es schwer ist. sieh mit Israel zu belassen, ohne den Zionismus in den Kreis der Betrachtung zu ziehen. Beide sind eng verbunden und es ist gut. daß die Führer Israels endlich unfaugen. zu begreifen, daß die Medinali ohne eine starke zionistische Bewegung \ielen Gefahren uusgesetzt sein müßte. Drei große Probleme hat die Medinali: Das politische, ökonomische und geistige. Auf dem politischen Horizont sind die Wolken noch soll von EvplosionsstolT. Nach dem ersten Bauseh des Sieges über den \iei stärkeren arabischen Feind und Fünf Jahre nach der Gründung des Staates, besteht noch immer der Kriegszustand mit den arabischen Nachbarn. Ein Teil dieser Länder hat nicht einmal einen W af'fenstillstand mit Israel abges< blossen und sind formell noch im Kriegszustand mit Israel. Die anderen denken noch immer an eine zweite Bunde. Der Brgrnl des halbwilden Saudi- Arabien. wo nicht einmal eine Zeitung erscheint, (und dies stört ihn gar nicht. Mitglied in den A eieinten Nationen zu s(in) Lt bereit auch zehn Millionen Araber zu opfern, um das ..Geschwür", das Israel heißt, aus dem arabischen Leih zu reißen. Auch die Hoffnung auf die Hilfe der Großmächte war illusorisch. Die arabischen Kriegshetzer, die Juden morden und neues Eener im Milderen Osten legen, schüren zu einem dritten Weltkrieg (heule weiß mau nur. wo ein Krieg anfäiigl. aber niemand kann wissen, wie er zu Ende geht) werden von den Großmächten noch \erzärteil und mit Waffen beliefert. Früher, als England einen Einfluß im nahen Osten anstrebte, stellte es die Arabische Liga auf. England vermeinte (inen sicheren Faktor in diesem Weltteil zu haben. Heute, da Amerika Einfluß in diesem Wcltwinkel bekommen will, plant es eine muselmanisdie Liga \on Pakistan bis Jemen. Die Wirklichkeit Int bewiesen, daß gerade in der Arabischen Liga England den größten Feind besitzt und alle Geschenke, die es der Liga zuteil werden ließ, die Araber nicht lininal bewogen haben, mit England im Kampf gegen Hitler zusammen zu gehen. Wir hoffen, daß auch Amerika endlich cinsehen wird, daß die Rechnung falsch ist. Die Situation birgt gegenwärtig eine große Gefahr für die Existenz des jüdischen Staates und für den Zionismus. Zionisten der ganzen Welt werden viel Mühe aufwenden müssen, um den arabischen Einfluß bei den einzelnen Staaten und Staatsmännern abzusehwächcn. Gegenwärtig befindet sieh aber Israel in einer politischen Isolierung, was in der Angelegenheit Kybia besonders in Erscheinung trat. Nur Dank der energischen Intervention der zionistischen Bewegung und deren Führer in den Vereinigten Staaten und auch in den Ländern des Westens ist die politische Reaktion in der ..I NO" viel schwächer ausgefallen, als es anfänglich schien. Dies ist wieder ein Beweis, daß in Zeiten der Not die Mcdinath Israel nur einen einzigen treuen Partner besitzt und dies ist die Zionistische Organisation, sind die Zionisten in der Galuth. Sie muß daher die Prerogntixen der politischen Arbeit zurückbekommen. die man ihr nach der Entstehung der Medinali zu Unrecht genommen hat. Zionismus ist die Kraftquelle Israels. Es muß auch der innere jüdische Feind des Zionismus und der Medinatli Israel in Betracht gezogen werden. Es sind dies Verräter, die Bosenwalds und Lilien (hals, die Führer des Council of Judaism in Amerika, die eine wüste Anti-Isracl-Cumpagne führen und Hand in Hand mit allen Feinden Zions gehen. Es genügt das schändliche Buch von Lilienthal „Israel, für welchen Preis?" zu erwähnen, welches der syrische Außenminister in einer Anti-Israel-Campagne als Propaganda gegen Israel verwendet hat. Die Zionistische Bewegung, alle Zioninisteil müssen aber auf AVaehe stehen, innerlieh stark sein, sieh der großen Aufgaben bewußt sein, um die großen Gefahren. die Israel bedrohen, abwehren zu können." Die Ausführungen des Redners fanden SINGER STOFFE IN 0[R R0UN1URMSJR /? REINWOLLENE DAMEN- U. HERRENSTOFFE KAMMGARNE TWEEDE IN NEUESTEN MODEDESSINS SEIDENNOUVEAUTßS TEL. U 21-3-88 der Priv atkläger. nämlich der ..Wiener MOSHE KALCHHEIM: Zionismus vor neuen Problemen Saul als zu klein erwies. Präsident Dr. Seite 4 i i ,v ,u a n k - <; n v vr i: I.A ITALIENISCHE SCHIFFAHRTSLINIEN NORDu. SÜDAMERIKA - MITTELAMERIKA NORDu. SÜDPAZIFIK 1.1, 0 VII T R I E S TI [W O ASIEN - AFRIKA - AUSTRALIEN V n R I A T I c \ O ml IAIIRnG!S(l[SCH»FI ■ VENEDIG ÄGYPTEN - ISRAEL - LIBANON SYRIEN - CYPERN - TÜRKEI SCHWARZES MEER GRIECHENLAND T 1 R R E N I 1 LYBIEN TUNIS - SIZILIEN - SARDINIEN KORSIKA - MALTA - MARSEILLES SPANIEN - NORD EUROPA Auskünfte und Buchungen bei der Zweigstelle in WIEN I., Kärntnerring 6, Tel. U 47 5 60 Serie, ibei der Filiale in GRAZ, Annenstrafye 10, Tel. 67 01 sowie bei allen Reisebüros. Frachtenabteilung; WIEN I., Kärntnersfraf)e 33 (Eingang Johannesg. 1) - Tel. R 24 5 60 Serie. Fernschreiber 01-1142 ungeteilten Beifall und die anschließende Diskussion, un welcher sich Redner aller Wiener zionistischen Fraktionen beteiligten. stand auf hohem!Ni\eau. Dr. Herzberg dankte dem Redner für seine glanzenden und konstruktiven Ausführungen. Inter dem Vorsitz des Vizepräsidenten W olf T i s e li e n k c 1, versammelte sieh Sonntag, den 24. Jänner der Vorstand des Zionistischen Lundesverbundes und besprach mit Generalsekretär Kalehheim die künftige Arbeit des Landesverbundes, nachdem ihm von unserem Vorstandsmitglied Braver ein historischer Rückblick über die Entwicklung der jüdischen Gemeinde und des Zionismus in Wien seit 1945 gegeben wurde. Zur Sprache kam dann das Verhältnis unseres Verbandes zur Föderation, die Propagierung der kommenden Sehekelaktion und die Abhaltung eines Werbemonats für den Allgemeinen Zionismus in Wien. Selbstverständlich wird der Zionistische Landesverband alles tun. um seine Jugcndgruppc llanoar llazioiii uuszubaucn, aber auch der akademischen zionistischen Jugend soll entsprechende Aufmerksamkeit gewidmet werden. Der Zionistische Landes- \erband wird über Anregung des Herrn Kalehheim eine große Ferienaktion fiir Kinder nach Israel propagieren und alles Notwendige \erunlasscn. um einer großen Anzahl \on Kindern die Möglichkeit zu geben, mindestens einen Ferien- Monat in Erez zu verbringen. Daran schloß sieh eine fruchtbare Debatte, an welcher alle Mitglieder des Vorstandes tco In ulmien. In einem herzlich gehaltenen Schlußwort dankte Generalsekretär Kalehheim für den freundlichen Empfang, der ihm in Wien von den Allgemeinen Zionisten bereitet wurde. Erstklassige Stolle und Zugehör, sowie beste Verarbeitung bilden die Grundlage TELLER KLEIDUP ///. HQüphfrüMe 88- 90 U16 2 *6