Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1954
- Issue
- Heft 83 (Februar 1954)
- Date
- 1954-02-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2431292-2431336-2431338--0594-2432229- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
DIE STIMME \ r. «:i Seite 2 \ orn 13. — I(i. Februar 19.14. \' n ihr Xo.nktisi heu Föderation in ('< vlrri" ich wurde im Beisein des Delui(!;’!] (In Xi.niis|isc||;'ii W r 1 (\k11(is r. Ili'n n S. I. K r c u t n v’ r. der erste De- 11 in (. n i ■!!: dei r>^{r?■ r;■ i(• 11ist• hti Xioni- -lin n u h der ürd.v-n jüdischen (irs,T i!i. ih«;. halten. Wir Im m I) Hink eti u n heule (I;i r n u f in kiii/;' (I-is Programm die-cs Delegierteui iurs /ii ski/zin rn und nn erden in der närlivit n Nummer unser.■' Blattes einen iletai I i eiten Beruht über den \ erlauf cIit ":t T tu;:m*;■ und ü 1>er die d >rt gefaßten Pc-u-hlüssr In innen, sowie rin ansfülirli - i hr-. Ik f'erat iibei den im Kummers t il de- NiiM'ik\ erein es \mi Delegierten Krcutner i*'i'li:d teilen \ irlrag: ..Isr.irl Nun d<■ r St• ’;i is”i iindunu zur \ dksren aissance" i rstattrn. Optimismus in Israel ‘ 0'-~r-‘z.,nq vor Se.*" * i unu ist urdei miidr noch resigniert und denkt nicht darin, sich von Widrigkeiten des Momentes un terkriegen zu hissen. Kragen allgemeiner \rt. wie etw a Organisationsproblemr der zionistihen Hewecung. oder die zukiinftise Gestaltung der Verbindung zwischen dem •Judentum in der Gallith und in Israel, interessieren nicht nur Spezialisten, sondern beschäftigen die Masse des Volkes nicht weniger als Probleme der Lolingestaltmmg oder des \ rrkehr.su esens. die jeden Einzelnen angehen. In keiner Schicht oder Klasse gibt cs ein Bedürfnis, sich zu isolieren, weder nach innen noch nach außen. Besucher, mögen sie nun •luden oder Nichtjuden sein, sind immer 'sieder von der aufgesc hlossenen Haltung der Bexölkerung überrascht und erstaunt über das grof.se Echo, das sie finden. In den wenigen Wochen meines Auf- (nthultcs in Israel beschäftigte sich natürlich die öffentlich:' Meinung besonders mit der Krage der Regierungsbildung. Ebenso ist es nicht verwunderlich. daß \icic sieh über die wahren Beweggründe des Rücktritts Ben GurimTs den Kopf zerbrachen und sich die Krage vorlegten. ob es nur ein taktischer Schachzug sei. \ber eines war zweifellos bei allen vorhanden: die unerschütterliche Sicherheit. dal.s der Rücktritt Ben GuriorKs. sei er nun zeitweilig oder dauernd. zwar äußerst bedauerlich sei. jedoch in keiner NN eise die F undamente des Staates gefährde. Israel fühlt sieh zu stark, als daß sein Schicksal mit dem Beschluß einer Einzelpersönlichkeit, möge sie auch noch s < gewaltig sein, stehe oder falle. Der Rücktritt Ben Gurion’s hat anscheinend im Ausland viel mehr Befürchtungen hervorgerufen als in Israel selbst. Einer der Gründe ist zweifellos der. daß Ben Gurion auch weiterhin in gewissem Maße am öffentlichen Leben trilnimml. wie es seine Intervention »ährend der letzten Tagung des Zionistischen \ktionskomitees bewiesen hat. Ein anderer Grund ist das \ ertrauen. das die Bevölkerung in die politischen Kähigkeiten siines Nachfolgers — Moshe Sharett — hat. der ja bekanntlich seit vielen Jahren nicht nur einer der nächsten Mitarbeiter Ben Gurimvs war. sondern auch auf sein < igenes Konto große und entscheidende N erdienste buchen konnte. VERBILLIGTE FAHRTEN ANMELDUNGEN BEI REISEBÜRO CAPM KOSCHERE KOCHE ELI G-. SGI II Kl INI) B MINK ARTEN N ACH ALLEN PEILEN DER NN ELI ZI ORIGIN M.PREISEN I nter dem Norsitz des Präsidenten der Zionistischen Föderation. Herrn Gustav Lutner. versammelten sich am II. Feber die Mitglieder des \ orst indes der Kode rntion zu einer Begrüßung des Gastes. Herrn Krcutner. ln dieser Sitzung wurde die Tagesordnung des Delegiertentages fi sigcselzt. die allen F raktionen gerecht wurde. Ein gemeinsames Vhrndrssen im Restaurant Grillparzerhnf. vereinigte am nächsten Pag eine große \nzahl von Wiener Zionisten zu einem gemütlichen Bei sammenscin. Samstag, den lö. F'rbruar begann in \nw cscnlieit des Delegierten Krcutner. der Delegiertentag der österreichischen Zionisten, der am Dienstag, den lb. Februar seine Fortsetzung fand. Delegierter Krcutner war Gast der zionistischen Jugcndv erhände und war sichtlich beeindruckt von der großen \nzahl unserer zionistischen .Jugendlichen. die gespannt seinen Worten lauschten. In einer Resolution wurde die künftige Arbeit festgelegt. Einen würdigen Abschluß fand der Delegiertentag in dei \ cranstaltung. welche Dienstag, den Hi. Februar im Kammersaal des Musikvereinsgebäudes stattfand, liier hielt Konsul Arie Esliel eine kurze einleitende Mispraehe. worauf der Delegierte Krcutner das Wort zu seinen Darlegungen: ..Israel, von der Staatsgründung zur \ olksrentiissance" ergriff. Schon heute können wir mit Befriedigung feststellen, daß der Delegiertentag der österreichischen Zionisten, der Beginn einer neuen Aera im Wiener Zionismus bedeutet und daß die Anwesenheit des Delegierten Krcutner. auf unsere Bewegung befruchtend gewirkt hat. Der Notstand des Zionistischen Landesverbandes lud seinen engeren Gesinnungsgenossen. den Delegierten der Zionistischen W eltevekutive. Herrn S. J. Krcutner. zu einem intimen Empfang in den Räumen unseres \ erbnndsheimes ein. (lb. Kfber), Bei dieser Gelegenheit überbrachte uns Chawer Krcutner Grüße unserer Freunde aus Israel und aus den vielen europäischen Ländern, die er eben besucht hat. Präsident Dr. Herzberg bat seinerseits, allen unseren Chawerim in Nah und Fern unsere Grüße zu bestellen. Die Israel-Presse zur Frage der Wiedergutmachung ..Habokrr”. Tel \viv. Tageszeitung der Mlgemeinen Zionisten: ..Wer die Erklärungen der österreichischen Minister liest, muß den Eindruck erhalten, als oh sie über eine interne österreichische Frage sprechen, während es in Wirklichkeit um eine ausgesprochen internationale Krage geht. Ms Hitler nach Oesterreich kam. gab es dort 183.000 Juden: von ihnen wurden (iO.OOO ermordet. Heute leben in Israel. England und Amerika 1)0.000 aus Oesterreich ausgewunderte Juden und noch einige Tausend verstreut über andere Länder. Fis ist bekannt, daß die österreichischen Juden von den Habgierigen Oesterreichs ausgeplündert wurden: diejenigen, denen es gelang. Oesterreich zu verlassen, bevor man zu ihrer Nerilichtung schritt, entkamen völlig mittellos." ..Haare/”. Tel Aviv, unabhänngige Tngeszeitunng: ..Der österreichische Nazismus wurde enthusiastisch von der Mehrheit des österreichischen Volkes unterstützt und trotz der Erklärung der Alliierten aus dem Jahre 1943 weiß das jüdische Volk sehr wohl, daß die österreichische Verantwortung für die Verbrechen gegen die Juden nicht geringer als die des deutschen Volkes im Nazi-Reich ist.” ..Smanim". Jerusalem. Tageszeitung der Progressiven Partei: ..Die Erklärung des österreichischen Finanzministers und die Stellungnahme der ostdeutschen Regierung sind erstaunlich ähnlich in der Behandlung der Wiedergutmachungsfrage. Beide sind durch das Bestreben charakterisiert. sich jeglicher moralischen, gesetzlichen und finanziellen Verpflichtung gegenüber den jüdischen Opfern des Nazismus zu entziehen und sich des Nutzens des gestohlenen jüdischen Eigentums. das sich im privaten unnd öffentlichen Besitz befindet, zu erfreuen. Die österreichische Regierung bestreitet, der legale Nachfolger des Regimes zu sein, das von den Nazis zur Zeit der Besetzung errichtet worden ist. Diese Stellungnahme ist unhaltbar, schon allein mit Rücksicht auf die langen Verhandlungen, die bisher stattgefunden haben.", ..Davar”. Tel Aviv, Tageszrilunng der Gewerkschaften: ..Die Klage hat mellt nur eine finanzielle, sondern auch eine öffentlich sittliche Seite. Die österreichische Regierung stützt sich in ihrem \ erhallen zur Flage der Entschädigung für das geraubte jüdische Eigentum auf zwei Faktoren: auf die na/.ifreundlichen kreise auf der einen und die Kommunisten auf der anderen Seite. Beide wi- (h rsetzen sieh bekanntlich energisch der Fhitsrhädigung der Juden, die die Opfer des Naziregimes gewesen sind." ..Mitteilungsblatt des Irgun Olri IMrrkas Europa” (Organisation der Einwanderer aus Mitteleuropa). Tel Aviv : ..Es kann kein Zweifel daran bestehen, daß die Bevölkerung Oesterreichs in nicht geringerem Maße als die Einwohner anderer 'Peile des damaligen Nazi-Reiches an der Judenverfolgung teilgenomnr'ii haben. W rnn Oesterreich aus allgemeinen weltpolitischen Firwägtingen heraus nach Beendigung des Krieges im Zusammenhang mit der W iederherstellung seiner staatlichen Selbständigkeit anders behandelt vn orden ist als die ursprünglich deutschen Gebiete, dann sollten seine verantwortlichen Männer sich sorgfältig davor hüten, diese Sonderstellung für Zwecke zu mißbrauchen, die ihnen und dem von ihnen vertretenen Volke nicht zur Ehre gereichen. Fis ist keine gute Gesellschaft. in die sieh der österreichische. Kinuuzminister damit begibt, auch wenn er wahrscheinlich die Zustimmung der Straße, soweit sie zum Denken nicht befähigt ist. dadurch zu erlangen hofft." Es ist halt schwer, mit Dr. Karnitz über .Judenfragen zu diskutieren: stand er doch in der Hitlerzeit dem Nazismus sehr nahe. Kann man heute vom üsteere ichischen Finnnzminister Phi losend lismus erwarten? (Red.' Rot-Wei^-Rol sendet: Mittwoch. 24. Februar 17.00 l hr VRENTElER DER FERNE Kupfer mul Tomaten in der W iistc v on VI. N . Ren G n v r i e I Tiefe Enttäuschung Washington (IPV Vier prominente ehemalige Ocstcrreicher. jetzt amerikanische Staatsbürger, sandte an Staatssekretär Dulles ein Schreiben, in welchem sie ihrer tiefen Enttäuschung über die Haltung der österreichischen Regierung in Bezug auf die jüdischen W iedergutmacluingsforderungcn Ausdruck geben. Das Schreiben trägt die L nterscliriften von Prof. Otto Löwy, Nobelpreisträger für Medizin im Jahre 1030, Frau Alma Mahler- Werfel, der Witwe Gustav Mahlers und Gattin des verstorbenen Dichters Franz Werfel. Prof. Richard Schüller, dem ehemaligen österreichischen Gesandten in den l SA, sowie Dr. Bruno Walter, dem weltberühmten Dirigenten. In dem Schreiben un Staatssekretär Dalles heißt es unter anderem, daß die W iedergutmachuugs frage ein moralisches Prinzip beinhalte, für welches die gegenwärtige österreichische Regierung Interesse bekunden müßte, insbesondere in einem Augenblick, wo Oesterreich in seiner eigenen Sache einen Appell an die Welt richtet. dem Schreiben weiter. seinerzeit in Oesterreich gemachten Erfahrungen bezeugen, daß die Nazibewegung in Oesterreich hei weitem nicht ausschließlich (h utschen Eisprungs war, sondern duß ein Großteil der österreichischen Bevölkerung das Nazi-Regime aktiv unterstützte und sieh an gesetzwidrigen Handlungen beteiligte. Die Verpflichtung der österreichischen Regierung zur Regelung der Wiedergutmaclumgsfruge sei schon durch die Tatsache gegeben, daß mehr als ein Drittel der jüdischen Bevölkerung Oesterreichs während des NS-Regimcs ums Leben kam. Obwohl die österreichische Regierung keine Eile gezeigt habe, zur Entschädigung der Opfer des Nuzisnuis zufriedenstellende Gesetze zu erlassen, hat sie andererseits energische Schritte unternommen, um durch besondere Gesetze den ehemaligen Nazis ihre Stellung und ihr Vermögen wieder zu verschaffen. Dadurch sei ein noch nie dugewesencr und erschreckender Präzedenzfall —nämlich die Bevorzugung der Verfolger gegenüber den Verfolgten — geschaffen w orden. I eher eine kulturtul des israelischen vormilitärischen Organisaiton. der ..Gadnu". in der Araball-Wiistc im Süden Palästinas berichtet M. J. Ben Gavriel aus Jerusalem. Die Arahah-W liste ist eine nur fünf bis fünfzehn Kilometer breites und fast 201) Kilometer langes steiniges und fast wasserloses 'Pal. das sieh zwischen (len Edomiter-Bergen und der N ege v-VV iistc liin/ieht. Hier ist es der israelischen Jugend in einer Art Arbeitsdienst unter unvorstellbar schwierigen Verhältnissen gelungen. den salzigen steinigen Boden urbar zu machen und in einem Seitental Grasfläehen und Felder anzulegen und Obstbäume. Palmen und Blumen zu ziehen. Es ist die Gegend, in der die Sklaven des Königs Salomo Kupfer förderten, das dann nach dem sagenhaften Land Ophir exportiert und von der Königin von Saba gegen Gold ringetauscht wurde. Eine offizielle italienische Lagerliste W ien (IPN) Die italienische Regierung hat vor kurzem eine Liste der in der faschistischen Vera. bzw. in der Aera der NS-I len schal l in Italien unterhaltenen konzenlrations- und Anlndtelager offiziell herausgegehen. Bekanntlich war eine große Anzahl österreichischer Juden in diesen Lagern ungehalten. KAFFEE-RESTAURANT GRILLPARZERHOF I.. Bauernmarkt 10. Tri. I 2.r>-4-‘)0 Streng orthodoxe kiielie empfiehlt siel: fit« Hoeh/.ritrn. Festlichkeiten mul Banketts. ..Wir können aus eigenen." heißt es in „ELSE” PARFÜMERIE WIEN I, STEINDELGASSK 1 'he.im Tt.<lita.il»en-Kiim; TELEFON U 21 3 64 DIE JÜDISCHE PARFÜMERIE SÄMTLICHE SPEZIALITÄTEN AUS U. S. A. FRANKREICH, SCHWEIZ, DEUTSCHLAND Wir schicken offiziell Pakete mit Parfmncrion und Seifen nach Israel I