Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1954
- Issue
- Heft 82 (Januar 1954)
- Date
- 1954-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 DIE STIMME Nr. 82 DIE BIBEL DU Aca&ec in Istaei 2. Fortsetzung DIE IDEE DES MIMVMSMIS Die große Bedeutung der Bibel liegt, wie seli ui erwähnt wurde, iin ethischen Monotheismus. in de/' Idee der Einheit alles Seins und W e. tlens. W eiters in der Erhebung der \I■ *rnI /um höchsten (im. indem sie. mit der Idee der Gottheit identiH/iert an I' ihren Thron erhoben wird. Die Ionische Folge dieser großen Idee ist die Einheit des Menschenge- Mhleehtes :ds Produkt eines Stammes. Dies bedeutet nichts weniger als die Abschaffung des Krieges, jeder Gewalt und l nie; di tirkung. sswic die \ ereinigung aller \ ülkcr /u einer (iemeinschaft von Brüdern, in der sie sieb gegenseitig lieifon und unterstützen . der If u in a n i s - Ul u s. Dieser Gedanke war und ist noch heute eon ganz graßer Bedeutung. Er war cs. der die heidnische W eit rc\olutionierte u. d m Pol y tlieisuins /um Stur/ brachte. weil dir Menschen mr \ n der Verwirklichung des Humanismus (ine \ erb esse rung des i.ebeiis und Abschaffung de-. Leids und Elends in der Welt erwarten konnten. l>i> Augenmerk der Proph -teil war auf die Zustände der Gesellschaft gerichtet. Die Nehiyim (vom Stamm nabe: reden, prophezeien, w aren \ .olksredner. Mm-1iisten. So/.ialreformer. mehr Didaktiker als Dialektiker. Ihre Seele war \un einem glühenden Ge eebtigkei tsg 'fühl durch - drungen. Tu ihnen war die Sittlichkeit, das Gute in seine ganzen Fülle verkörpert. und sie waren bestrebt, die Menschen. \or allem die politischen Eiihrer. von der Lebeosnotw endigkei t und Dringlichkeit der Sittlichke't. /um W’olile -and Gedeihet der Menschheit. zu überzeugen. Sie fühlten ein brennendes Bedürfnis, vor das A olk und seine he-rsch "nd" Schiebt hinzutreten. um ihnen die Wahrheit mit sch arfen Zungen ins Gesicht zu schienden. Sie wußten. daß sie ihr Leben aufs Spiel setz en, aber die \\’.ahrheit und Gere litigkeit stand ihnen höher als ihr Leben. Die größten unter ihnen bezahlten auch ihr aufcpfenuDs Wirken mit dem Mä-tyrertod (Jesaja wurde — der Sage nach — zersägt. Jeremja gesteinigt). Im Fordern nach Gere litigkeit und M ilrvai zum Wohltun. in Warnen \nr Gefahren und Drohen \ur Straf-\ ergeltürm sahen die Propheten ihre Lebensaufgabe, aber auch im Uinstclcn v >n Idealen für die Zukunft. Eines der schönsten Ideale bildet die Aision ton der Vereinigung aller Menst heil zu einer seelischen Gemein- •ahaft. zu t iriem solidarischen Brud •!•- Bund, ohne Rücksicht auf Abstammung und A olkszcgchöt igkeit. auf Grundlage des ethischen Monotheismus, ohne den keine Moral feiten Halt und Stütze findet. Wohl hat der Monotheismus große Bedeutung auch an sieh: Er erfüllt das Kausalitätshediirfnis des Mcnselrm und bietet ihm auch Trost im Leiden und Seligkeit in de - Ewigkeit. Di' Propheten sahen aber ihre Aufgabe und die der Menschen nicht in the irdischen Spekulationen und im (Juietismus. sonde n. in der praktistben Tat. Sie büren deshalb nicht auf. das Gewissen de- Mensdi m für das (Lite auf/.unittrln und waebzurufen. ungi achtet de- Einsicht, daß ihre Ideale ( rst in später Zukunft \ erw irklicb t werden. \on deren Realisierung sie tief überzeugt sind und die künftige glückliebe Zeit in lebhaften Earben schildern. Der Prophet Jceija war (Er Schöpfer der Idee des Humanismus und Pazifismus. Er lebte in einer sehr brw''gten Zeit. gewaltige geschichtliche Ereignisse spielten sich v or s une i Augen ab. Die Erde m bien aus den Enge l geraten zu sein. \ssyrcr und Aegypter kämpften um dir W el tberrseb.aft. Der Baien ertönte von K i iegsgetüsc, Die Luft widerballt ■ von (bm W rligrsrlirei Ermordeter, \ Tg< w;d tigl( r. \ mm h kopier. erbarmungslos I ling( rieb teter. Völker und Staaten stiegen enipu. Volke" und Staaten gingen unter. Die unersättliche Macht- und Reute.gier der rivalisierenden Grißmärhte brachte das größte l ngliick über die Gebiete zwischen diesen beitl m Eeintl-u lebenden Völkern. Je.aja sa’i das Z'linstämme ei li un'ergehen und rrkanuldie Gefahr für das Bestehen des Reiches Juda. Der v m Mitleid und Eich zu all"r Kn ater erfüllte Geist des Pr /ph len W . MIIILENMEISTEB d.'fK Illen das Aufblühen des jungen Staasmlite nach den l rsachcn dieser traurigin Erscheinungen, und er glaubte sie im polytheistischen Naturalismus der heidnischen Kultur gefunden zu haben, deren Gebrechen damals (wie auch noch heute' auf allen Gebieten des Lehens /um Ausdruck kam. Eine Gesellschaft, die die Natur als höchstes Prinzip betrachtet. vermag keine sittliche Kultur, keine Einheit aufzurichtcn. In der Natur ui!»t es eine unendliche Vielheit von Er- Eiitc Rcl/iuhttmg zur Lage der am bist hen Minderheiten Der Staat Israel, der am 14. Mai auf sein fünf jähriges Bestehen zurüekblickcn könnt.', stellt seit seiner Gründung immer wieder im Mit.elpimkt des Wellinteresses. Die au Israel grenzenden Araberstaaten verharren indessen noch immer in ihrer feindseligen Haltung und bc (es mit wachsendcr Eifersucht. Während man im arabischen Lager nicht müde wird, dfeu und \ erste kl gegen die .Juden zu hetzen und den friedlichen Aufbau Israels zu hemmen, übersieht man dabei, daß ein Teil der Einwohner 1si t(ls aus Arabern besteht. Nach den neuesten statistischen Eestl( Hungen leben mehr als 120.1)00 Araber mohammedanischen Glaubens in Israel und muhen damit etwa 8»„ der G< smiidu völke: ung aus. Darunter sind 20.000 Beduinen, die 50 verschiedenen Stämmen angeboren. Die Araber sind Ringer des Staates Israel mit denselben R ■eilten und Pflichten wie ilre jüdischen A ilbti ger und ihre In'eressea werden von ö Abg'-e (Mieten in der Knesset vertreten. In (Ln 102 arabischen Schulen werden 27.150 Kindei' unterrichtet. dafür stehen insgesamt 700 Lehrkräfte zur Verfügung, di" iliieiecits in rein arabischen Instil:- ieu ihre Ausbildung erhielten. In fast al!:n ar duschen Schule l ist Hebräisch als Pflichtfach cingrfiilr't worden und lienso wi d in vielen jüdischen Schulen Aiabisch obligatorisch gelehrt. Ges. m. b. H. WIEN Stimmungen, die in unablässigem Gegensatz miteinander stehen. Hier bestellt ein unbarmherziger Kampf aller gegen alle, giit das Prinzip der Kraft und Stärke. Die Heiden konnten sieb deshalb nicht zu der Idee eines Einheitsprinzips erbeben, das als einheitliche Ersuche des Lniversums. die Teile des W'eltganzcn zusammenhält und in sie Ordnung hineinbringt, sondern für sie existierten so viele Götter als Nuturkräfte, bzw. Nationen und unter dieten Göttern selbst (Personifikationen menschlicher Gefühle, Wiinsdio und Tiiebe) herrschte Kampf, Inzucht. List, Intrigue. Herrschsucht, Egoismus und alle sinnlichen Leidenschaften. Wie soll es nicht auch innerhalb der Menschheit, die sieh die Natur zum A otbild nehmen, auch Kampf, Ealschhcit. Lüge. Betrug und Gewaltherrschaft der Starken über die Schwachen herrschen tr Die heidnischen Könige gaben sieb als Güttcrsöhnc aus, oder als A ei körperung der Götter selbst und schalteten und walteten, wie diese, nueh Laune und W illkiir. Nur die Männer der licrrsihenden Klasse galten als Freie, das \ olk wurde als Sklaven, als unterjochte Tin hertle betrachtet. Eine weile e Folge des Naturalismus war der l tilitarismus, Eudcmunismus und Hedonismus. Nur im materiellen Genießen. in de- Sinnlb'likeit, Ausschweifung. I fppigkeit, Schwelgerei und Ausb Innig der 'rricb'1 siebt der Naturalismus tb n einzige i Sinn im Leben. Aus Eigennutz, Ruhm- und Prunksucht wurden kostspielige Paläste und kolossale Monumente eebaut, die die Knift des Volkes erschöpften. verzehrten, aus Besitz- und Raubgier wurden Mordwaffen g( s( hmiedel. schwache V ölker mit Krieg iibMzui.en. ausgeplündert und ausgeiiiuljt. ihr Land erbeutet und sie selbst zu Sklaven gemacht, vernichtet. Diesem heidnischen Naturalismus und Polytheismus sagte Jesaja den heftigsten BILD ISRAEL Marek Stherlag (Haifa) Schmucke Dörfer, froh verstreute, im ergrünten Talgelände, flache Dächer. we’ße Wände und bemühte Ackerleute. Stille faltet ihre Flügel über den Oraiigenliainen, die entlang dem sanften Hügel sieb mit Wegestraueh vereinen. Arbeit regt sich hier nach Normen hinter heiliger Frühlingsstille. Menschenhand und Gottcswillc segensreiches Leben formen. Kampf an. Diesem Pluralismus und Individualismus, dieser Kampf- und Gewaltmoral setzte Jesaja das Ideal der Einheit des Menschengeschlechtes und der Solidarität, des allgemeinen, ewigen Friedens und der Liehe entgegen: die Idee des Humanismus. Der große Prophet ist der l eberzeugung. daß nur ein neuer Mensch, der die Einheit der Welt in einem sie umfassenden und dmchdriu - grndeu. sie w eit übe leg uien Geiste erkennt. mit einer tiefen moralischen Gesinnung. erfüllt von einem Gerechtigkeitssinn und einen Willen zum Guten, imstande ist. eine neue Welt der Gewaltlosigkeit. des Rc'hts. der Lieht' und des dauernden Vülkerfriedens aufztihaiicu: Nur eine Religion des Geistes, des llumanismus vermag eine sittliche G< meinschaft zu schaffen. Fortsetzung folgt. Für die unter die Jurisdiktion des isl.tmis'heil Sehet inl-Reellts gehörenden Fälle gibt es 4 leügiöso Gerichte mit dem Silz in Akk». Nazareth. Jaffa und Jerusalem. Eheschließungen unter Moliamnndone'-n müssen z. R. vor diesen Geti liten erfolgen, wobei die Kadis sieb genau an die Bestimmungen des israelis( hen Ehegesetzes von P)5!) hallen, wcl- < ht s Frauen erst ab 17 Jahren das Emen hen de- Eh ' gesitttet. Damit ist der l:ei den Arabern, besonders bei den Beduinen. immer noch herrschenden l nsittr der Kindereht'ii. durch die schon v'cl Inheil entstanden ist. innerhalb des israelischen Staatsgebietes ein Ende gesetzt worden, und es ist zu hoffen, (laß die benachbarten arabischen Staaten diesem schönen Beispiel bald folgen werden. Für die religiöse Betreuung der mohiimmedaiiis'ht'ii Bevölkerung sorgen 70 Imame. 8 Heinas und 35 Muezzins, die usamiiun mit den übrigen Mosehcebenmlen v om Ministerium für religiöse Ang( Ice lheiten besoldet w erden. Dasselbe Ministerium verwaltet auch die verschiedenen leügiösen Stiftungen ..w.aqf“. die im Islam eine große Bedeutung haben, mul v; wendet deren Einkünfte für die Inst imlli '.llmig von Moscheen. Friedhöfen. Stipendien und andere wohltätige Zwecke. Die umf'nnn geriehen Renoviei ungsarhei t"ti in der Moschee AI Ja’zar. (ine de" schönsten und ältesten des Landes. werden vom israelischen Arbeitsministei iiim durchgeführt. I m die Bedeutung di-ser Tn ts neben voll zu würdigen, muß man berücksichtigen. daß in den meisten arabischen Ländern die fiir die Erhaltung von Sv - nagogen. Friedhöfen und sonstig mi religiösen Zwecken dienenden Einrichtungen, sowie die Besolduniig des dazugehöremlen Personals notwendigen Geldmittel nicht (inntal leiweise vom Staat, sondern ausschließlich von den jüdischen Gemeinden aufgebracht werden müssen. Der staatliche Gesunndheitsdienst, sowie die vecschiedenncn Krankenkassen und die llndnssah stehen allen Bürgern. Juden und Arabern in gleicher Weise zur \ crfüguimg und in Gegenden mit g< 11iis(-hier Bevölkerunng bestehen daher keine beioudemi Einrichtungen für die Amber. In solchen 'Peilen des Landes jede h, die vorwiegend oder ausschließlich von Arabern bewohnt werden, hat die llegici ung siC'ielle Einrichtung m für die G' simdheiL pfleg ‘ get offen. Die aruhiselirn Gemeinden leiden immer unter ein< in fühlbaren Mangel an Aerzlen und /. P,a$&u/e# WIRKWAREN UND WÄSCHE-ERZEUGUNG Tel. R 29 0 43 Wien 1, Fleischmarkt 16 Tel. R 29044 Postsparkassen - Konto Nr. 30.937 Pflegepe son il. I in diese Schwierigkeiten zu beheben, wui’d'a in den vergangnen 5 Jnliren laufend Kurs" zur Ausbiblii'ing ITm* arcb'sclies PIT-gepi'i's' ii.il nb- ('(Inll'n. Inzwischen wurden ein Tu - berkulose-1 lospi tal. 3 En I bind ungs hoi me. 4 ombidn'ile Gesimdheilsstalioueu, die in c'sler Eure für di - B'doim'ii muhcht sind. 33 ö1 tlicli ■ und DislriktskÜnikcu sowie Kranken;’iilodic'islc eigens für die •u'abisi he Revülkcninng Israels eingerichtet. Winde 'lu i'c’iorobleme. wie sic In nideven. bes-mders den ncubcgriiudeli'n Eorlsel/.iuing auf Seile 5 02003123232300485323324848480248 299999