Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1954
- Issue
- Heft 82 (Januar 1954)
- Date
- 1954-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 82 Seite DIR STIMME Barmherzigkeit Die i'Mcrn.'M hi■ |icn und 111^ 1;inflischrn Z*’i t iifiii'M Inn ii'l't.ni iih.T ein.’ Kette meuM hiielier I lilfsbcrrit<rh:ift. um (Li- ITiekernde LebrnMicht eines kleinen tir > Ier Huben \ >r dem Erlöschen zu bewahren. Nies löste ein M:issoni n teresse ms. d'is zur l'iitl ilmnu t iues Pliän uuens fiilirie. Die;iiif't|)i'e;'uuüs\ollen \nstrenmmuen :iiuerik:iniselier. deutscher und üsteri eiehiseher Menschen sind rühmenswert. In diesem Zti^nmmenhuim kmin mnn Zun ersieht hesen. daß die Menschheit. rn< lidem der barbarische Nazismus :ds überwunden o-clten rl n r f. ihre Hilfsbereitschaft .'dien erweisen wird, die in Not <rc raten und der Hilfe bedürfen. Wir denken dabei nicht nur an die physische Not des Individuums, sondern auch daran. daß die Wertschätzung des Menschenlebens im allgemeinen, besonders aber die Berücksichtigung der durch C-ew a! tnnw endun g depr >ssedicrten Gruppen. eine Maxime unserer Gesellschaftsordnung sein muH. Dienst am Menschen und Achtung vor dessen l.chen und Dasein war die Hilfe, die den Law inenopfern des Montafoner Tales und den Opfern von Blons. viele Völker Europas gebracht haben. Der feierliche und rauschende Empfang der aus Rußland heimgekehrten. amnestierten Soldaten und SS-Angehörigen, scheint dem Bedürfnis entsprochen zu haben, sie in die Reihen der anständigen Menschen zu stellen und ihnen Gelegenheit zu geben, nützliche Mitglieder der Gesellschaft zu werden. Auf diese Art wäre der österreichischen Demokratie vollauf Genüge getan. In diesem Zusammenhang dürfen wir aber das Gefühl der Empörung nicht unterdrücken. daß man über den unvermeidlich höflichen Empfang hinaus. SS- Männer und Kriegsverbrecher als österreichische -Nationalhelden gefeiert und ihnen außergewöhnliche Begünstigungen geboten hat. Während Oesterreich mit Recht behauptet, daß es vom Nazismus überfallen, der Selbständigkeit beraubt und geknebelt wurde, setzt es andererseits Taten, die die Glaubwürdigkeit seines.moralischen Gehabens in Frage stellt. Demgegenüber stehen die von der nazistischen Barbarei verfolgten Menschen, an die keine W icdergutmachung ernstlich geleistet wurde. Kein österreichisches Gesetz regelt klar die Kragen der W iedcrgutniachunng. Eine große Zahl von österreichischen Menschen mußte bei Nacht und Nebel vor den Nazis flüchten, um das nackte Leben zu retten. Nach ihrer Rückkehr in die Heimat, zeigten ihnen die Regierungsstellen die kalte Schulte.". Aber den aus der Versenkung aufgetauchten Nazis, bat die österreichische Regieranng große Summen zugewendet und ihnen Vorteile geboten, die vom Gesichtspunkt der Ethik unerlaubt sind. Wälrend das österreichische Volk Gott sei Dank, Barmherzigkeit und Opferwilligkeit in Källen zeigt, wo es gilt ein Kind vor dem Tod zu retten, oder das Los hartgepriifter Opfer von Lawinen- Katastrophen zu lindern, stellt es den Opfern des Nazismus ablehnend gegenüber. Wir wollen liier nicht die Krage der Schuld der Oesterrcichcr an den nazistischen Blutverbrechen aufwerfen, doch können wir es nicht unterlassen darauf hinzuweisen, daß die Schuld an den Misiefungen jüdischen Besitzes in Oesterreich in erster Reihe Österreichs Heinrich STEIN Wl«n IV, PivoriltnilriS« 24 Telephon! U 49 2 64 ERZEUGNISSE! Selbstroller Rollvorhflnge Verdunkelungen Bretterjalouelen Holzrollbalken Durchsichtige Schaufeneterrolloe Opferwilligheit Die 1 Zeitung” meldet: 5303 Rücksfellungsverfahren noch unerledigt s< l:c ..\rirr" tragen, was in den amtlichen (>i tindbüclirrn zweifelsfrei fcstgcstellt w'idcu kann. ( nerträglieli ist cs. daß der Bundeskanzler Ing. Raab öffentlich erklärt hat: ..Wir w lien unseren österreichischen Si.M'itsl-.Ü! gern W iedergutmaehuug leisten, aber es muß gleiches Recht für alle gelten.” Wir fordern selbstverständlich gleiches Beeilt für alle, nämlich für alle Opfer des Nazismus, lehnen es aber leide ns: hafMich ah. daß den Nutznießern des I li t!n istmis unw ahrscheinliche V urteile geboten werden! Es ist dringend atifkläi ungsbe■dürftig, weshalb der östcrreiclii- •.che Kanzler die Notwendigkeit, gleiches liecht für ..a I 1 c” üben zu müssen, unterstrichen hat! Der Herr Bundeskanzler hat die Pflicht, zu erklären, wen er unrr ..Allo" meint. Dem Bundeskanzler, der ein guter ( lirist ist. möchten wir folgenden Bibel- •.atz zitieren: „Mit dem Muß. da Ihr messet, wird man Euch wieder messen'1. Die Londoner „Jcwish Ghroniclc" schreibt in einem Leitartikel: Kaum eine Woche vergeht, ohne daß die Presse über die Zerstörunng von Gräbern auf jüdischen Friedhöfen in Westdeutschland berichten müßte. In den letzten Monaten haben etwa 50 jüdische Friedhöfe durch die deutschen Vandalen gelitten. Diese Ln taten erfolgten in einigen Fällen, wie in Ansbach (Bayern) und Hemcrden (Westfalen), mehrmals und jedesmal mit größerem Vandalismus. Anfangs des Jahres 1953 wurden Grabdenkmäler auf dem Friedhof in Worms, die aus dem 11. Jahrhunndcrt stammen, umgestürzt und fast 100 Gräber zerstört. Die Nachricht über diese l ntut wurde einige Zeit zurückgehultcn aus Furcht vor der Schockwirkung und der Schande, die auf die örtlichen deutschen Behörden fallen könnte. Und diese Intat folgt überdies der Vernichtung des zum Gedächtnis der jüdischen Märtyrer im K. Z. Belsen errichteten Mahnmals auf dem Fuße. Es wäre natürlich ungerecht unerwähnt zu lassen, daß es Deutsche gibt, die sich durch diese Gemeinheiten beschämt fühlen. ln einigen Orten haben die Behörden denn auch Wachtposten vor den jüdischen Friedhöfen uufgcstellt. Wir nehmen auch mit Genugtuung davon Kenntnis, daß Dr. Adenauers Sohn, ein Im V! mal November wurden auf Grund des Ersten. Zweiten mul des Driftten lliickslellunngsgesclzes insgesamt 125 neue Rückstellungsanlräge eingehr acht (21 •I 100 \ Nach dem Ersten RSTG. wann am 30. November hei den Kinanzi mdcsdirrktioneii von bisher insgesamt 12.540 \n trägen noch 33(> ( 2.7 Prozent, ohne Wien 0.3"/o) unerledigt: im Finanzministerium waren nur mein 3 0.4<: Berufungen in Behandlung. Beim Zweiten ILSTG. waren in erster Instanz noch 181! ( 12.5".») Fälle als unerledigt verzeichnet: auch liier liegt der giößte 'Peil des Rückstandes noch in W icn, für das übrige Bundesgebiet scheint es um mit 23 ( 3.3"o) auf. In zweiter Instanz waren am Stichtag noch l!1 ( 4,4"'.») Berufungen anhlin- V on den auf Grund des Dritten RSTG. bis 30. November insgesamt cingcbrachtm 32.25” Rückstelluncsanträgcn waren in katholischer Priester, sieh persönlich der Aufgabe unterzogen hat, zerstörte Grabsteine wieder hcrzustellen und jüdische Friedhöfe zu schützen, ln ähnlicher WTi - so luit eine Gruppe amerikanischer katholischer Pfadfinder, die Bewachung des jüdischen Friedhofes in Aschaffenburg übernommen. Auf diesem Friedhof sind einige hundert Juden beerdigt, die 1942 lieber Selbstmord begingen, als sich in die Todcslugcr nach Polen deportieren zu lassen. Wenig ist v on den großen jüdischen Gemeinden in Deutschland übrig geblichen. Zerstreut über den Boden Deutschlands liegen die Friedhöfe. Mahnmale der großen und nützlichen Rolle, die die Juden früher im deutschen Leben spielten — in Handel. Politik. Wissenschaft und den Künsten. tt/UUelm £psUin - 75 JaUce Direktor Wilhelm Epstein vollendete im Dezember 1953 sein 75. Lebensjahr. Zur Zeit als Wien das Zentrum des Zionismus in der Welt war, stand Epstein in den Reihen der arbeitenden, begeisterten Zionisten, die den Weg für die Eigenstaatlichkeit vorbereitet haben. Wir wünschen unserem alten Freund Epstein recht viel Gesundheit und sorgenfreies Leben. erster Instanz noch 4013 ( 14,3"/o) unerledigt, davon im Hinblick auf das Kontrollabkommen unterbrochen: 2339 50.7" iA: die Obrrkommissionen hatten noch 114 ( 1,2'),,) Beschwerden gegen Rückslcllungscrkcnntnissr zu erledigen; hei der Obersten Rückstellungskommissiou lagen noch 30 ( 1,4°/«). Die bisherigen Berufungen: Gegen Erledigung der ersten Instanz 33,0"/o. Revisionsrekurse gegen die zweite Instanz: 23,2"/o. Gesamtühersieht: Die insgesamt 40.094 Rückstellungsfällc wurden bis 30. November in 58.759 Riickstclluligsvcrfuhrcn behandelt: von diesen waren am Stichtage insgesamt 53.450 erledigt und 5303 unerledigt. * l eher das erblose Vermögen wird nirgends klar Aufschluß gegeben. (Red.) Moshe Kalchheim in Wien Der Zionistische Landesverband in Oesterreich wird die Ehre haben. den Generalsekretär der Konföderation der Allgemeinen Zionisten Europas undNordafrikas, Moshe Kalchheim (Paris) zu begrüßen. Herr Kalchheim zeigt immer großes Interesse für unseren Verband und ist bestrebt uns in unserer Tätigkeit zu fördern. Aus Anlaß seiner Anwesenheit in Wien linden Aussprachen mit seinen engeren Gesinnungsgenossen und zwei Veranstaltungen statt, die wir auf der ersten Seite unseres Blattes ankündigen. Barach haba — Freund Moshe Kalchheim! Siegmund Freud Der in Wien kürzlich zusammengetretene Wcltverbund für geistige Gesundheit hat beschlossen, am Wohnhaus von Sigmund Freud, in der Berggassc im 9. Bezirk, eine Gedenktafel anbringen zu lassen, ln diesem Hause sind bekanntlich die Hauptwerke des großen Forschers entstanden. Aus diesem Hause vertrieb ihn der Nazismus! Richtigstellung ln dem Artikel: „Die Stimme“ interviewte“ („Die Stimme“ Nr. 81;, ist ein bedauerlicher Irrtum unterlaufen. Herr Dr. Emil Kollek. der unserem II. B. Mitarbeiter das Interview in liebenswürdigerweise gewährte, ist nicht Ingenieur, sondern juris Doktor. Wir benützen gerne die Gelegenheit, Herrn Dr. Kollek für seine informativen Ausführungen unseren besten Dunk auszusprechen. Die Redaktion STOFFE KLEIDER E0R DAMEN HERREN UND KINDER Sut und preiswert vom Diaufhaus Bcadec Mafce Wl«n VII, Narlahllltrilral« 90 Talanhaai B 29 9 99, B 29997 fade *ötl ISRAEL einmal g*stUen Uabm Jede Woche ein direkter Flug nach TEL AVIV über Rom und Athen Personen- und Luftfrachtbeförderung EL AL, Israel Airlines Ltd. Wien I, Hegelgasse 21 Teleton R 27 1 16, R 20 1 (6 Schändung jüdischer Friedhöfe WOLLE UND GARNE größte Auswahl ADOLF BOMZE V, Reinprechtsdorferstraße 48 XX, Wallensteinstraße 17 Telephon A 32 0 08 XVI, Neulerchenfelderstraße 20 II, Rotensterngasse 5