Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1953
- Issue
- Heft 81 (Dezember 1953)
- Date
- 1953-12-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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\ I'. «I 1) I1 STIMMK Seite Rabbi und Mathematiker Mc&Ue- SUatetU \ »n Herbert Auf Grund eines Beschlusses des l)ir<-k( >t iiims de*- Keren Kavrmeth werden •im IB Tevelli (25. DezemherA dem 55. .hlueslnu des Keren Kavern'-lh — die Gebeine \ >n /ui Hermann Sehapira \ tu Ki'dn n u ll Israel überführt und in J| Misnlein he littet werden. Sehapira war es niehl vergönnt. die Gründung (Ls Keren kavemeth zu erleben, aber bereits 1884 Inille er die Hier eines Jüdischen National foncL der kaliowitzer Gliowcw'1 Zion Koiifeien/ vorgelegl. S liaipra 1840 geboren. beherrschte mit 2' . J.-ihren f‘*isI die hebräische Sprach'1 und \ erstand \ i e1 e Kapitel ans (Lin Pentateuch. l-n Hier v >n 24 Jahren, als er bereits I!abbinrr war. las er '/.uTälli^ ein hebräisches Buch über Mathematik und dieses Buch änderte sein Lehen. Kr ging nach \\ i!na. dem damaligen jüdischen Z-nitrum der Wissenschaft, aber auch dort hielt es ihn nicht und ewandert'1 nach Berlin, last den ganzen Wog zu Kuß. ilme Leid, und ohne Kenntnis der deut- ■ < heil Sprach11 kam er dort an. \\ etl -r I liinycr noch Durst, weder Kälte noch \iunil hielt ihn davon ab. 18 Stunden läglLh zu studieren. Volle zwei Wochen \ erbrachter die Nächte auf einer Bank im Tiergarten: dort konnte er vor Kälte und Angst vor der Polizei nicht schlafen. und memorierte daher was er am Taue grlernI liatt". um sieh wach zu halten. und im seihen .Jahr'1 bestand er sein IG,amen an eine Handelsakademie. Aber seine Gesimdb'il war untergraben. er mußt" nach Lußlnud zuriiekkehren. und nur die außerordentliche Pflege seiner Kreimde und der \erzte rettete ihm das Lehen. \her sobald er sieh erholt und etwas (leid ej-spart hatte, hi dt es ihn dort nicht melu1 und zusammen mit seiner Krau — er hatte inzwischen in Odessa geheiratet. ging er im Jahre 1878 nach Heidelberg. um im Alter von 38 Jahren, das Studium der Mathematik wieder aulzunehmen. Bald wind: er zum Mitglied der Heidelberger Mi Ihematikgescilsehaft ernannt und nicht lauge darauf promovicr- I 1 er zum Doktor der Mathematik. Danach wurde er Privatdozent und im Jahre 1888 außerordentlicher Professor der Mathematik an der Heidelberger Lniversitüt. Kr war der erste russische Jude, der hn - überhaupt eine formelle Schulbildung im westlichen Sinne zu haben, Profi ssor an einer der größten und berühmtesten l nive sitiit Deutschlands wurde. In Deutschland nulten die beiden großen Träume seines L-'bens. Kines Tages ging er zu einem Spengler und bat ihn i ine Ble hbüehse nach seinen Instruktion: u anzufertigen. Das war die erste KKL- BiiHise. lang bevor der Fonds gegründet wurde. Die andere große Idee war die einer Gründung der Lnivcrsität in Kitz Israel. Beireils 1882 schwebte ihm eine solche Hochschule als Zentrum der jüdischen Kultur vor und er erklärte sieh bereit d >rt als Lehrer zu wirken. fest sieht, daß sein:1 wissenschaftlichen Werke Funken von Genie verrieten. Aber er war nicht imstande auch nur ein einziges zu vollenden: sein gesamtes mathematisches Opus blieb ein Torso. In jenem Zustand der Kntmutigung und Isolierung traf ihn die Botschaft I lerzls. die 18% durch die jüdische Welt ging. Damals kam eine Gruppe jüdischer Studenten nach Heidelberg, für die der Judenstaat der Beginn einer neuen Kpa- Diener ®nrf|ljau0 Adolf Reiss Erben 6t Co. Tuchgroßhamlcl und eigene Schafwollwaren - Manipulation Wien 1., Rudolfsplatz 6 II 24 5 lö, II 24 5 19 ITreden he war. St Inpira war zuerst nicht zu bew ereil. sieb mit der politischen Konzeption I lerzls zu befreunden. Kr sah Krez Israel als ein kulturelles Zentrum der JudeiiheiI. das nur durch langsame Kolonisation in unsere Hände kommen könnte. Aber unter dem Kinfluß jener jungen Menschen, die sich jeden Sclinhballi in seinem Hause trafen, erklärte er. sieh im Jahre 1897 bereit, als Delegierter zum zionistischen Kongreß zu gehen. Dort gehörte er dem Ausschuß an. der das Basler Programm formulierte. Sehapira sprach als Delegierter über die Errichtung eines jüdischen National - fiuids und er brachte jenen inzwischen so berühmt gewordenen Vorschlag ein mit der Preamhel. die jetzt zum klassischen Sihriftgut des Zionismus gehört: ..Sielhu wir uns vor. unsere Ahnen hätten hei ihrer Auswanderung ins Kxil eine w enn auch noch so kleine Summe für künftige Zeiten gesichert, so würden wir heule damit größere Territorien erwerben können. W as unsere A orfahren teils nicht gekonnt, teils versäumt haben, das sind wir zu tun verpflichtet, für uns und unsere Nachkommen.'” Bereits acht Monate später, am 5. Mai 1898 erkrankte Sehapira. Als ihn Wnlfson nach Köln zu einer Sitzung der Zionistischen Exekutive rief, reiste er gegen den Hat seines Arztes ab. Nach drei 'Pagen erlag er einer Lungenentzündung. A ielleicht waien die W7orte prophetisch. die er in Basel zu Ala\ Nordau gesprochen hatte, als sic eine Aersamm- Iuni* jüdischer Studenten in der Burgvogtei Halle besuchten: „Ich bin kinderlos. ich habe keinen Sohn, aber diese Studenten sind meine Sühne und das ist genug. Ich kann in Frieden sterben. W as ich gesät habe, wird in Krez Israel gute Früchte zeitigen.” I cberraschcnderweise und zum erstenmal wurde die Bedaktion der ..Stimme” zu einer öffentlichen Plenarsitzung des A orstandes der I. K. G. am 3. Dezember ringelnden. Zu Beginn der Sitzung gedachte Präsident Dr. Maurer der verstorbenen Kultusrätin Krau Dr. Hedwig llertzka und w ürdigte ihre \ ’erdienste. Zum Zeichen der 'Prauer wurde eine Traiierminute eingeschal tci. Gegen jede l Überlieferung, gegen Beeilt und Sitte, machte der Präsident von einem v om A eetretcrkollcgium bereits ihgelebn teil Antrag, die Suspendierung des Oberrabbiners betreffend, Mitteilung. Der klare Beschluß des Verlreterkollegiums ging lediglich dahin, eine Voruntersuchung gegen den Oberrabbiner Dr. Akibu Kisenbcrg einzuleiten. Hiezu nehmen wir vorläufig keim1 Stellung, es ist nur wichtig fcstzustcllcii, daß alle Anwürfe und Best huldigungen gegen das religiöse Oberhaupt der W icner Judensehaft unzeitgemäß sind, da bis jetzt keine objektive l eh< ."prüfung des Tatbestandes stattgefimdei; hat. Die öffentliche Krörteruog eines soll heu Kalles, ist nach dem Statut der IKG unzulässig und stellt eine Verletzung der statutarischen Bestimmungen dar. Der Vizepräsident Dr. Feldsbe.rg fand es für notwendig, eine Predigt Dr. Eisenbergs, die dem Gedenken an den verstorbenen Ohe: rabbiner Dr. Cliajes gew idmet wrar. in äußerst subjektiver Weise zu interpretieren. Ks ist leider eine historische Tatsache, daß der verstorbene Oberrabbiuer Dr. Cliajes mindestens zu Belau Mann, der an die Spitze der Israelischen Legierung treten wird, ist undenkbar. wenn ihn niehl Attribute auszeiehnen. die Ben Gurimi die. Krall verliehen. Aieisler des Geschicks des jüdischen Aolkes zu werden und mit nie erlahmender Begeisterung, Israel durch Arbeit zukunf 11 roh zu machen. Werte zu schallen. Buden und Lehen zu erobern. Aloshe Shareth. ein .Jünger des verewigten Ailosorow. der oh seiner geistigen. seelischen und menschlichen (Qualitäten. Gegenstand der Bewunderung war. empfing als dessen Sekretär, das geniale Gepräge und lernte die Lichtung im Denken. Wollen und Handeln in einer Weise kennen, daß er im Lande zur ciilsrheideiiden Kraft aulstieg und mm das Amt des piimits omnium. des Ministerpräsi- <I< iiten übernimmt. Aloshe Shareth. ein Kind Israels, rin Sabre, besuchle das Gymnasium in Tel Aviv, wo er sieh durch Lerneifer und herv oi t agende Auffassungsgabe auszeich - iiete und die Schule als einer der Fälligsten verließ. Kr studierte an ausländis< heil Lnivcrsitäten und eignet'.1 sieh mehrere europäische und orientalische Sprachen in W oet und Schrift vollkommen an. Sharelh's Hauptinteresse galt der Politik. die er zunächst theoretisch betrieb, sie dann praktisch an dee Seite Arlo.sorows ausiihte und nach dessen Tod übernahm er im gesellschaftlichen Lehen Krez Israels, wichtige politische Positionen, worin er sich derart bewährte, daß er ein Mann von großem Namen wurde. Ks gibt eine A e \sion. wonach Shareth mit der heroischen Tat Ben Gurions, als dieser im Jahre 1948 die Aledinath Israel proklamiert.1. nicht in allen Einzelheiten einverstanden war. Ks mag sein, daß dieses umwälzende Ereignis heftige Debatten zwischen Ben Gurion und Aloshe Shareth ausgelüst hat. ginn seiner Tätigkeit in Wien durch den assimilatorischen Kreis des damaligen K ul tusv orstandes, konsequent angegriffen wurde. Dr. Feldsbcrg. der etwas spätcr diesem Kreis seihst angchört haite (l nion), fühlt sieh nun verpflichtet. ah Verteidiger der l monisten nufzutrelen. Man konnte sieh des Kindrueks nicht erwehren, daß die Kritik an der Predigt Dr Eisenbergs. tendenziös und gehässig aufgezogen war. Aus Anlaß des Berichte' und verschiedener Vorschläge der technischen Kommission. wurde dem Obmann der Kommission Herrn Komm. Lat W odicka, dem \ izepräsidenten der Israelitischen kultusgemeiüden Herrn Josef Luhin Bitlmaiin und allen Kommissioiismitgliede n Dank und Anerkennung ausgesprochen. F. AI. Der Präsident der Israelitischen Kullusgemeinde. Dr. Kmil Maurer, scheint in letztee Zeit auf die Lnterstrcichung W ert zu legen, daß er vollkommen frei und unabhängig sei und keiner niehtjüdisehen Partei Lcehnung zu tragen habe. Dies steht in* krassem Widerspruch zu seinen wiederholten Aeußerungen. er behalte das Mandat in der IKG nur im Auftrag ..seiner" Partei und zu einer jüngsten Ausseiidung einer Einladung zu einem 8. P. ö.-Treffen, die von Herrn Dr. Maurer unter Hinzufügimg ..Präsident der Israelitischen Kultusgemcinde” un ter/eiehnet war. A. G. Vereinigter Wiener Tischlermeister Wi«n VI. Mariahilfer Straß* 31 lei H e f Liij- und I urnlerverkdiut Wi«n XV. Goldschlagstraße 73 U A; 4 t L)i/(.bi'H:ücht*nbe*hftiKjluruj v Materialen1 Wian XV, Goldichlagsiraße 65 Ir H ll Vi Aus der Israel. Kultusgemeinde 11; r cs leg! Zeugnis ah für die Bedenlung Sh.nrrlh’s. der anläßlich der ersten Bildung des Kabinetts Ben Gurion. mil der Aufgabe eine.-. Außenministers betraut wurde, mit einem Amt. das in luael das wichtigste ist. Seiner Person sind die Frfolge im Ausland zu verdanken. GE SCH Die Idealsten Schulterauflagen aut Watte, bette Paßform, fQr Damen-, Herren- und Kinder- Bekleidung „HAPO” Achselpolster-Erze ugung RUDICH&Co. Wien II, Aspernbrückeng. 4 Telephon R 45 5 63 Wenn wir uns die Kpoclic des Kampfes um Israel und die der Krlungung der jüdischen Selbständigkeit vor Augen führen. gelangen wir zwangsläufig zur Krkimitnis. daß den Weg der zionistischen Politik der letzten 15 geschichtlichen Jahre. Ben Gurion im Verein mit Aloshe Shareth geebnet hat. In einer öffentlich gehaltenen Rede sagte einst Shareth: ..Ein Grundfaktum müssen wir festhalten: Das einzige wirk- Zollfreie Liebesgabenpakelß nach Ungarn und der CSR, auch Medikamente I KFI FN-1TD WIEN I., ESSLINGGASSE NR. 2/5 “ U'’ TELEPHON U 29-0-57 liehe Mnchtzentrum des jüdischen A olkes Ll die Kraft des Jischuws in Ercz Israel. N1 it Kraft allein werden wir aber keine Entscheidung hcrbcifiihrcn. Ausschlaggebend ist der politische Eindruck unserer Kraft und nicht die Entscheidung durch ph\sisclic Kraft." Shareth als Außenminister hat den politischen Eindruck unserer Kraft vertieft. Israel Achtung und Ansehen verschafft. ln Kragen der Außenpolitik zeigte er A orsieht. Loutinc und handelte klug. W ir dürfen uns der Hoffnung hingeben, daß sieh Shareth als Premierminister des reell len Weges bewußt ist und den v orgezciehncten Weg Ben Gurions weiter gehen wird. In diesem Sinne beglückwünschen wir den neuen Premier Israels. Aloshe Share ll.! B e r n h a r d B r a v e r Cafe KAMM ERSPIELE FILM-ESPRESSO I, ROTENTURMSTRASSE 25 TEL. U 22-109 SepAnvvle Spiel- und Kluhiinnner IHREN GESCHÄTZTEN BES.'CH ENTGEGENSEHEND Peichtet : Miso/- Ztvereuz