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Die Stimme · 1953-11-01 · Heft 80 (November 1953) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
1953
Issue
Heft 80 (November 1953)
Date
1953-11-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 DIE STIMME Nr; 80 über den \ erlist unschuldiger Menschen leben erfüllt und bedauern auch, daß die Situation sich infolge des l nwillen-' der jordanischen Behörden verschlechtert ha», die die nächtlichen l eberfälle, die /un: \ erlöst zahlreicher jüdischer Menschenleben und zur Zerstörung \on Kigentum führten, nicht zu einem Stillstand bringen können. Ks war klar. daß die Geduld der Grenzbevölkenmg ein linde erreicht hatte. Am 22. Oktober wurde \on jordanim heil banden ein \on Uaila nacti Uvdda i ährender Lastzug in der Nähe des jordanischen L»renzortes txalkdva durch einen Minenanschlag zum r.ingleiscn groraebi. wodurch eine neue I hesei-I .oKomoti\e und l-> Waggons schwer bescliä- <1 iut wurden. Die Gemischte israelisch-jordanische \N alteiistiilstandskomnussion stellte am 2.1. Oktober testj daß der lebertall aut den Zug eine schwere Verletzung der \rfikel o und 4 des W nffenstillsiandsv er träges darvtelle und forderte Jordanien auf. energische Maßnahmen zu ergreitcn. um ähnliche I eberfälle zu u'r hindern. Ministerpräsident Ben Gurion erklärte am 19. Oktober 1953: „Ks ist keineswegs die Ansicht Israels, daß die nachbarlichen Beziehungen auf \\ icdervergeltungsaktionen aufgebaut sein sollten, aber es kann dergleichen nicht zustirnmen, daß diese Beziehungen durch den unausgesetzten Zustand eines einseitigen Krieges bestimmt werden. Die Herrscher der arabischeu Staaten rechtfertigen öffentlich diese Art des Krieges und sie wiederholen ständig die Drohungen einer ,zweiten Bunde'. Wir sind ein kleiner und junger Staat und wünschen unter keinen Umständen, obgleich wir uns zu verteidigen wußten, als uns die arabischen Staaten vor fünf Jahren angriffen, die Beziehungen zu unseren Nachbarn auf Gewalt und den Gebrauch der Waffen zu stützen." Die israelische Regierung hat sich bereit erklärt, den durch den Ueberfall entstandenen Schaden zu ersetzen und Entschädigung für die Hinterbliebenen der Opfei zu zahlen, vorausgesetzt, daß auch Jordanien sich zu einem gleichen Vorgehen hinsichtlich der durch jordanische Angriffe entstandenen Schäden und Schadensanspriich bereiterklärt. Darüber hinaus begrüßte die israelische Regierung den Beschluß der drei westlichen Großmächte, die ganze Krage vor dem Sicherheitsrat der \ crcinten Nationen zu bringen. Israel hat seit Jahren darauf gedrängt, die W affenstill - Mandabkommen, die nur für die l cbergungsperiode berechnet waren, durch endgültige Friedensverträge mit den arabischen Staaten abzulösen. Immer wieder bat es sich zu solchen Friedensverhandlungen bereiterklärt. Diese Bereitschaft fand jedoch leider bisher keinerlei uufnahmebercites Echo auf arabischer Seite. Israel ist auch heute zum Friedens - Schluß bereit, ohne den es auf die Dauer iin Mittleren Osten keine Ruhe geben wird. Ks hofft, daß sich der Sicherheitsrat und die Vereinten Nationen nicht mit der Behandlung eines Teilprobl eines allein begnügen, sondern endlich die arabischen Staaten dazu bewegen werden. Meli mit Israel zu Friedens\rrliandlungen in einen Tisch zu setzen. KOSCHERE KCCHE VERBILLIGTE FAHRTEN NACH ffSfflMHiß. ANMELDUNGEN BEI REISEBÜRO CAPRIfaias'm PACE Z Juden - HeMpceietcäfec Der Nobelpreis für II >53 für Medizin ist wiederum zwei her\orragenden Geleinten zugrsprochrn worden, die beide P>53 infolge der Gewaltherrschaft der Nazis Deutschland \ erlassen mußten. Der 53 jährige Prof. I)r. Hans AdolT krebs und l)r. Fritz A. Uipmann. der 54 Jahre alt ist. sind Schüler der Nobelpreisträger Otto \\ arburg und Otto Mc\ - erhol', und als solche aus dem kaiser- W illielm-Institut in Berlin lier\orgegau-. gen. IV>|'. krebs wurde in Hamburg als Sohn eines Arztes geboren und w ir bis 1933 Privatdozent an der l niversität Kreiburg i. B. Kr ging dann nach Engl ind und ist beute Leiter des Instituts für Zellforschung des Britischen Medizinischen Forschungsratcs in Sheffield. Dr. krebs entdeckt den nach ihm benannten „Krebs-Zyklus", und seine Theorie erklärt zum erstenmal die \orgänge in der lebenden Zelle, durch die der Organismus auf Grund von StoffumWandlungen Lebensenergic gewinnt. Weitere bedeutende wissenschaftliche Arbeiten von Prof. Krebs behandeln die Gewinnung des Zuckers in der Zelle durch Oxydation und die Entstehung von Harnstoffen in der tierischen und pflanzlichen Zelle. Dr. Uipmann, der in Königsberg geboren wurde, erwarb 1922 an der Universität Berlin den Titel des Doktors der Medizin und 1927 den der Philosophie. Seine Kursehungen, die er seit 1931 am Boekefellcr-Institut New A ork und ab 1933 im Carlsberg-Institut in Kopenhagen betrieb, von wo er 1939 nach den USX über-sicdclte. galten hauptsächlich der Knergicumset/.ung in lebenden Zellen. Dr. Uipmann wurde 1947 von der I niversität Marseille das Khrrndoktotal der Herzl in Salzburg Salzburg (I PN) Das Salzburger Lund es - arehiv übergab v :>r kurzer Zeit der Israeli tischen Kultusgemeinde Salzburg einige l rklinden über die Tätigekit des Schöpfers des Zionismus, Dr. Theodor llerzl. als Rechtspraktikant im Lundesgelielit Salzburg aus dem Jahre 1885. Bekanntlich quittierte Dr. Herzl seine Kechtspraxis in Salzburg und wir finden in seinem Tagebuch darüber folgende Stelle: .Ich wäre auch gerne in der schönen Stadt geblieben, aber als Jude wäre ich nie zur Stellung eines Richters befördert worden. Deshalb nahm ich damals von Sulzburg und der Reehlsgelehr ■ sainkeit Abschied." Aul ausdrücklichen Wunsch des Lau (lesarchivs sollen diese l rkunden hei der k ul lusgemeinde Salzburg verbleiben. Medizin verliehen. In den ISA lehrte er mehrere Jahre an der medizinischen Fakultät der Gornelle-l niversität und im Km sehimgsltihorntorium des Massachusetts General Hospital und wurde 1949 zum Professor für biologische Chemie an der llarx ard-Universität in Boston ernannt. Uipmann erhielt auch verschiedene Medaillen und Preise für seine Arbeiten über den ..\ itamin-b-h omplex". Uipmann ist assoziiertes Mitglied der Dänischen königlichen Xkademie der \\ issensehafteii. Mitglied der Xkademie der Wissenschaften von Nrw A ork und zahlreicher anderer w issenseliaf'tlieher Gesellschaften. Beide Gelehrte sind Kinder des jüdischen Xoikes. Alty&nciH'iiaMsttscUc HacUUcUtCH New York. Das Lundeskoinitce der Zionistischen Organisation Amerikas hielt am 25. Oktober eine außerordentliche Tagung in New A ork ab, mn über die ernste Situation zu beraten, die durch die letzten Ereignisse an Israels Grenzen mit Jordanien und Syrien, für Israel entstanden ist. Das Hauptreferat hat der bekannte Führer der Allgemeinen Zionisten. Dr. Kmamiel Neumann, gehalten. Paris. \m 24.'25. Oktober hielten die Allgemeinen Zionisten Frankreichs ihre Jahreskonfereriz ah. Da«* politische I laupt - leferat hielt der k nesseth - Abgeordnete Dr. Abraham Stopp. Tel Aviv. Vlakkabi-Israel, der bekanntlich der allgemein-zionistischen Partei angeschlossen ist. teilt mit. daß seine S< Ins csterorgunisation, der Mukkahi in Beirut, von der Regierung Libanons verboten worden ist. weil diese Organisation ..die innere Sicherheit des Staates bedrohe". -- Die Brüder Ruhen und Gad Finalv sind der Gruppe des ..Makakbi llazgir" in Gcdera beigetreten. Rischon Ir Zion. Die Stadl Risehon Ir Zion hat einen neuen Stadtrat bekommen, der sieh aus den religiösen Gruppen und den Allgemeinen Zionisten zusammensetzt. Aussichtsreichster Kandidat für das Amt des Stadtpräsidenten ist der Allgemeine Zionist |)r. Ostasehinskv. W IR CR ATI Ul FR IvN . I User langjähriges Mitglied. Herr Bernhard P i i-t e, feiert am 21. November seinen 89. Geburtstag. Herr Piete ist seil einem halben Jahrhundert in der zionistischen Bewegung tätig. Wir stimmen mit allen Freunden des Jubilars ein in den Ruf- Ad mea w'essrim schäm! Wiedergutmachung Am 12. November 1953 fand in Paris eine Vollsitzung des Vereinigten Exekutiv - Ausschusses für jüdische Forderungen an Oesterreich (Joint Executive Board for Jewish Claims on Austria) unter dem Vorsitz, von Dr. Null um Goldmann statt. Der Exekutiv-Ausschuß hat die Lage, wie sie sieh nach der Unterbrechung der W iedcrgutmnehungsvcrhiindlungcn mit der Oestcrreichisehcn Regierung ergehen hat. geprüft und entsprechende Beschlüsse gefaßt. S. RüduteUiiHfBffttiu Wien (IPN) Die Israelitische kuIUiisgemeinde Wien hui in einem ausführlichen Memorandum, welches an das Bundesministerium für soziale Verwaltung gerichtet winde, zur Regierungsvorlage, betreffend das 8. Riiekstellungsgesctz. (Mirt- und Restandreeilte), Stellung genommen. Das Memorandum der Israelitischen kullusgenieinde wurde auch den Mitgliedern des So/.inlausschusscs des Parlamentes zngesandt. Das Memorandum der Wiener knltnsgemeindc verlangt, daß an den Grundsätzen des $ 2, Absatz 3. und $ 3 des 3. Rüekstcllungsgcset/.cs auch in Hinsicht auf riick/.ustcllende Mict- und Bcstandrechte festgelial teil werden muß. daß nämlich jede Entziehung nichtig und jeder Erwerber oder Inhaber eines derart entzogenen Bestandgegenstandes rüekstcllungspflichtig ist. Nur dies könne, heißt es in dem Memorandum, dem primären Zweck der Rücksctllungsgesctzgcbung entsprechen, daß nämlich der Geschädigte in den Zustund zurückversetzt wird, als oh eine Entziehung überhaupt nicht stattgefunden hätte. Eine traurige Zeremonie Salzburg (IPN) Eine nicht alltägliche religiöse Zeremonie fand kürzlich auf dem Salzburger jüdischen Friedhof statt. Die Israelitische kultusgemeinde Salzburg enthüllte feierlich einen Grabstein über einem Grab, in dem kein menschlicher Leichnam bestattet ist. Vor ungefähr drei Monaten wurde der Kultusgemeindc eine Kiste Seife übergeben, die die Nazi aus Fett von jüdischen Menschen, die sie erschlugen, hergestellt haben! Die nach dem Kriege Vorgefundenen deutschen Dokumente und Aussagen von Zeugen während verschiedener Prozessbelegen, daß die Naziindustric Teile von Leichen ans den Konzentrationslagern als Rohstoffe verwerteten. So wurden aus den Frauenhaaren Filzsietfel und Matratzen angefertigt: Goldzähne von Juden wurden zu Barren für die Deutsche Bank zusammcngesehmolzcn und ans dem Fett der Erschlagenen wurde Seife hcrgcstcljlt. Die Seifenfabrik in Langfuhr bei Danzig (heute W rseszrz) arbeitete ausschließlich auf dieser Feltlnisis und machte damit Geschäfte! W ir gratnriei-en unserem Yorstuiidsmitglied Herrn Salo G u Um a n n zu seinem Geburtstag und hoffen, daß er in voller Rüstigkeit seine kraft weiterhin dem zionistischen Gedanken widmen wird. Zion. I .andesv erband STOFFE KLEIDER EHR DAMEN HEHREN UND KINDER §ut und preiswert vom Diaufhaus Bciidee Wlan VII, MarlahllffaratraBa M Talaphaai ■ MMI. ■ 3« 117 ZIONISTISCHE FÖDERATION DONNERSTAG, 26. NOVEMBER 1953 UM 19.30 UHR IM GEWERKSCHAFTSHAUS, WIEN IX, MARIA THERESIEN-STRASSE 11 OBERRA-.BINER DR. AKIBA EISENBERG CHAJES ZUM GEDENKEN KONSUL ARIE ESHEL KRISIS UND ENTSCHEIDUNG EINTRITT FREI GÄSTE WILLKOMMEN WOLLE UND GARNE größt« Auswahl ADOLF BOMZE V, Reinprechtsdorferstraße 48 XX, Wallensteinstraße 17 t«laphona 32o06 XVI, Neulerchenfelderstraße 20 II, Rotensterngasse 5

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