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Die Stimme · 1953-08-01 · Heft 77-78 (August 1953) · page 4

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Journal
Die Stimme
Volume
1953
Issue
Heft 77-78 (August 1953)
Date
1953-08-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 DIE STIMME Nr. 77/78 Frauen in der israelischen Armee WIZO im kommenden Jahr! JEDE JÜDISCHE ER U II \T IHREN El. VT/, IN DER VS I/O. WIR WENDIN INS \N VEIT. JÜDI¬ SCHEN ER VI EN WIENS: NEHMT TKIE VN DER TÄTIGKEIT l NSERER EDDK- IIVTION WIEN. KHITLLKT El RL El EICHT GKGKNfBKR INNEREM STAATE I SR All.. W ahrliaftie gigantisch war die Arbeit der W I/O in Israel in den schwerer. 5 Jahren nach der Staatswerdung, um den Anfi'rdet ungen der Vlasseneinw andenim; aus aller Well zu entsprechen. Nur mit Hilfe der unermüdlichen und aufopfernden Mitarbeit der W i/.o-Eöd ■ rationell in aller Welt konnte dieses W erk für die Gesundheit und Erziehung der einwanderriden Krauen und Kinder, für ihre L nterbringung und Einordnung im neuen Staate geleistet werden. Neue Anforderungen an die finanzielle Leistungsfähigkeit der W IZO in Israel zur Erfüllung ihrer gewaltigen Aufgaben m eben neuerliche Anstrengungen der Föderationen in aller Welt notwendig. Die Tätigkeit der \erhältnismäßig klonen Föderation W ien hat. bedingt dur h schwierige öitliehc Verhältnisse und den Wiederaufbau der Organisation in W ien, in den veigangenen Arbeitsjahren dur -1t die WIZO-Zentralo anerkannte Ergemiicse gezeigt. Jm Kommenden Arbeitsjahr 1953- 1954 müssen die bisherigen Anstreng Ingen und der Beitrag der Föderation W i n an W IZO-lsrael bedeutend erhöht werd?n. Die in den vergangenen Jahren dur iigeführtei: zahlreichen Sendungen von wertvollen Neu- und Altmaterialien für die Säuglings-. Kinder- und Fraueninstitutienen der W IZO-lsrael sollen in n > \i größerem Rahmen fortgesetzt und intensiviert werden. Das zionistische Kulturprogramm der WIZO WIEN, ihre Veranstaltungen und Feiern halten im zionistischen und gesellschaftlichen Sinne den Kontakt mit dm jüdischen Frauen und Glaubensgenossen in W ien aufrecht. WIZO ist eine parteilose jüdische Frauenorgaiiisation. Die Anzahl unserer Mitglieder muß sich in diesem Arbeitsjahr bedeutend erhöhen. Helfet uns. neue Mitglieder zu werben! Bringet Eure Freunde zu allen Veranstaltungen der WIZO WIEN. Fordert durch Eure Mitarbeit an der WIZO WIEN, das große Kinder- und Erauen-Werk der WIZO ISRAEL! .Mitgliederzusammenkünfte und Anmeldung jeden Mittwoch von 17 bis 19 Ihr, W ien, I., Scitcnstettengasse Nr. 4. WIZO-Bridge-Nachmittage jeden Donnerstag ab 10 Ehr im Cafe Gartenbau. Wien, 1., Parkring 10. Telefon-Nummern einiger Ausschußmitglieder : 11 50 0 75, B 52 4 07, A 14 5 05. Alle mittels Karte oder telefonisch 'siehe obige Telefon-Nummern) angekündigten für W1ZO-ISRAEL bestimmten Sachspenden werden zur angegebenen Zeit gegen Bestätigung abgeholt. WIZO WIEN entbietet allen Mitgliedern und Freunden die besten Wünsche anläßlich des Jahreswechsels. Heinrich STEIN Wl«n IV, Favoritanitr«*« 24 Talaphom U 40 0 64 ERZEUGNISSE: Selbstrollar Rollvorhänge Verdunkelungen Bretterjelouelen Holzrollbalken Durchsichtige Schaufensterrollos Nicht mir in Israel, mich in der Gnlih. entwickelte sieh eine lebhafte Debatte über den Militärdienst von Krauen in Israel. W ir erhalten dazu von informierter Seite die nachstehenden Veußcrungrn. die unsere Leser sicherlich interessieren werden. ..Es ist bekannt, daß dieser Gesetzesvorschlag in gewissen streng religiösen Kreisen in Israel auf Widerstand stößt: diese fanden l nterstützung bei einem Peil der orthodovnc Judenheit im Ausland. welche praktisch nur einen schwachen Begriff von dem Zwecke und den Einzelheiten des vorgesehlagerien Gesetzes hat. Es scheint daher notwendig zu sein, Inhalt und Zweck des Gesetzes näher zu erklären. In Israel besteht Dienstpflicht im Heere für Krauen wie für Männer. Diese Dienstpflicht ist notwendig wegen der Sichcrhcitslage. die den I nterhalt einer stehenden Armee verlangt, und weil sie die .Möglichkeit schafft, Männer im aktiven Dienst zu verwenden und sie im Etappendienst durch Frauen zu ersetzen. Laut Militärdienslgesetz wird eine Frau vom Militärdienst befreit, wenn sie sieh aus religiösen Gründen weigert, zu dienen. Das Gesetz verpflichtet jede Frau, die aus religiösen Gründen vom Militärdienst befreit worden ist. sieh zum Zivildienst in der Erziehung, im Sanitätswesen, in Ue&cäticUkucst Für Anfänger u. Fortgeschrittene \ eranstaltet von der Zionistischen Föderation in Österreich beginnen am 15. September 1953 Anmeldungen werden schon jetzt beim Sekretariat der Zion. Föderation, Wien IX. Universitätsstraße 4. A 26 4 73. entgegengenoinmen. Diese Kurse sind unentgeltlich. der sozialen Fürsorge, in Lagern, in Einwandcrer-Transitsiedlungen usw. oder in der Landwirtschaft zur Verfügung zu stellen. Das Gesetz garantiert eine religiöse Lebensweise im Dienste und auch die Beschäftigung derjenigen, die zur Landwirtschaft gehen, in religiösen Siedlungen. Außer denen, die die Landwirtschaft vorziehen, werden die Mädchen in ihren Wohnorten arbeiten und zu Hause wohnen. Das Gesetz läßt weite Möglichkeiten für eine Aufschiebung des Dienstes und für völlige Dienstbefreiung aus Allg. Zionisten bei der Genfer Weltkongreßtagung Aus Anlaß der Tagung des Jüdischen Weltkongresses hatten sieh viele Delegierte, die zu den Allgemeinen Zionisten gehören, eingefunden. Man sah neben den bekannten Führern unserer Bewegung Dr. N. Goldmann und Dr. J. Goldstein, vor allem die Delegation aus Israel mit den Knessethabgeordneten Babe, Dr. Rimult und Eliascher, sowie Redakteur Heftmann und Dr. Marlon, ferner unsere Freunde aus Argentinien, Italien, Indien, USA, Australien, Schweden, Relgien, Englund. Frankreich, Marokko, Tunesien. Während der Dauer der Weltkongreßtagung verfügten die Allgemeinen Zionisten über ein eigenes Sekretariat, du^ von Herrn M. Kalehbeim, Gen.-Sekretär der Allgemeinen Zionisten in Europa, betreut wurde. familiären. Er/ieliungs- und wirtschaftlichen Gründen oder wegen besonderer Lebensw eise. Die Absicht der vorhergehenden Restimmung ist. Mädchen, deren Familientraditi >n so extrem dem Verlassen des Hauses — sogar für einen Arbeitstag — entgegengesetzt ist. völlig vom Dienst zu befreien: jedoch nicht diejenigen jungen Mädchen vom Zivildienst zu befreien, die sowieso außer Dause arbeiten. Die Ausführung des Gesetzes wird (I an \i heitsministei ium übergeben, an dessen Spitze eine Frau steht.” Kepp, hepp. der Jidd! Fs gibt Rassenhasser und Menschen, die den Menschen als solchen werten. Es gibt Zeiten, in denen Rarbarei und Bestialität den Bassenhaß zur Wcllanschauung und zum systemisierten Bassenmord erheben, und es gibt solche, da sieb die Menschen darauf zu besinnen beginnen, daß sic Menschen sind und sich dessen schämen, was sic taten oder geschehen ließen. Für Israel Die Anzeigcn-Verwaltung unseres Blattes liegt in den Händen der Annoncen-Expedition GERSHON BEN Tel Aviv, Allenby Rd. 51, Tel. 62810 Manchmal aber verwischen sieb uueh in der Gcgenwurt die Grenzen. So, wenn plötzlich aus irgendeinem finsteren Rattenloch jenes „Hepp, liepp, der Jidd" aufgellt, daß man vermeint, die unseligen Zeiten des „Stürmers” seien wieder im Anzug. Das Verdienst, eine solche Nachfolge angetreten zu haben, kann die letzte Nummer clcr VdU. -„Neue Front” in Anspruch nehmen, aus deren Winkeln nicht zum ersten Male, aber diesmal besonders widerlich, der Aasgeruch der braunen Pest stinkt. Daß es eine Theaterrezension ist, in der sie sich ausstinkt, und daß es Herr Viktor Reimann ist, der dies dort tut, verleiht dem Ganzen den besonderen haut-gout, zu deutsch Verwesungsgeruch. Herr Reimann findet in einer Besprechung der Salzburger Aufführung des „Julius Cäsar1’: der Darsteller des Mare Anton, „Ernst Deutsch, spielt einen Jidd. aber keinen Römer“. „Um es kraß auszudiücken“, setzt er dazu, und meint dann freundlicherweise, „das soll weder eine Spitze gegen den sonst ausgezeichneten Schauspieler sein noch irgendeine antisemitische Aeußcrung“. W'as denn soll es sein? Wenn man einem Schauspieler, von dem man weiß, daß er Jude ist, vorwirft, er hätte einen „Jidd“ gespielt? Wohlgemerkt, nicht etwa einen Juden, nein, einen „Jidd!“ Das knallt, das peitschI, das schneidet „Jidd!“ So machte man bis 1933 in der NS-Pressc Kunstkritik: Fritz Kortner: ein Jidd; Bruno Walter: ein Jidd; Stefan Zweig: ein Jidd: bevor man sie nach 1933 in die Fremde, in den Sclbsmordt, ins KZ, ins Grab trieb. Ernst Deutsch mag als Marc Anton gut. oder schlecht gewesen sein: sich darüber zu äußern, hat jeder Kritiken’ das Recht. W ie er dieses Recht gebraucht, das kennzeichnet ihn und seine Denkurt — und die Zeitung, in der er es tun darf. So auch im vorliegenden Falle; wenn das noch nötig ist. Bikur Cholim Verein zur Betreuung jüdischer Kranker L. Seitenstcttcngassc 2 Der Acrein. der vor fünf Jahren gegründet wurde und nufer der Leitung der Damen Mirrio Rosenkranz. Marie Slrauss. Silonn Deutsch und Erna Biller wirkt, wende! sich an die Juden Wiens mit der herzlichen Bitte: Helfen Sic, damit wir unsere charitativc Tätigkeit fortsetzen können! In den Wiener Krankenhäusern liegen unsere kranken Brüder und Schwestern vereinsamt und hilflos, unter ihnen Menschen, die noch an den Folgen der Haft im KZ leiden. „Bikur Cholim“ steht diesen Kranken mit allen zu Gebote stehenden Kräften zur Seite, wir besuchen sie in allen Spitälern und bringen ihnen Lebensmittclpakcle. Wir tim für sic alles Erdenkliche und Mögliche, um ihr trauriges Los zu lindern. Tragen Sie Ihr Sehcrflcin bei, das Los dieser armen Kranken zu lindern. Helfen Sie uns hei unserer Arbeit! Jeder IMenseh, der den Sehus hatte, dem grausamen Morden zu entgehen, trägt die moralische Verpflichtung, an seine leidenden Mitmenschen niemals zu vergessen. An dieser Stelle wollen wir allen denjenigen, die uns bisher unsere Tätigkeit ermöglicht haben, herzlichen Dank sagen und wünschen allen unseren Freunden und Kranken Ie schana towa. Israelische Tanzgruppe Die israelische Tanzgruppe „Kichud“ weilte vorübergehend in Wien und erfreute uns mit ihren Darbietungen. Tänzer und Tänzerinnen brachten zuerst eine israelische Tanzsuile, die an Rhythmus und Präzision nichts zu wünschen übrig ließ und das Auge der Zuschauer durch die Darbietungen und farbenprächtigen Kostüme auf das höchste begeisterte. Besonders originell und für Wien ganz neu, war ein jemenitischer Tanz, und die hervorragende Mimik, gepaart mit blendendem Humor und bewundernswerter Körpcrbeherrschung. Den Abschluß bildete ein Tanzpoem : „Ernte in Israel“, ausgeführt vom gesamten Ensemble. Trotzdem bei dieser Veranstaltung fast 300 Personen anwesend waren, hätten wir diesen einmaligen Genuß allen unseren Freunden gewünscht. Wir drücken die Hoffnung aus, daß diese Tanzgruppe in größerem Rühmen in Wien noch zu sehen sein wird. HEBRATSCHE ÜBERSETZUNGEN RILKES UND KLEISTS Kleists „Michael Kohlhaas“ und Rilkes „Weise von Liebe und Tod“ erschienen in hebräischer Uebersctzung in erlesener bibliophiler Ausstattung im Verlag Moshe Spitzer in Jerusalem. „Michael Kohlhaas * wurde von M. Chartiner übersetzt und erschien mit Holzschnitten A. Arikhus’. Die von \. Shenkar übersetzte „Weise von Liebe und Tod“ (hebräischer Titel: „Massah ahavato umitato schel kakornet Christoph Rilke“) erschien mit Federzeichnungen und ist aus der von Franziska Burue.h geschnittenen Schockensclirift gesetzt. ANDRE MAUROIS PLANT ISRAEL-REISE Der französische Nobelpreisträger wird nach Fertigstellung seines neuen Romans, der das Leben Viktor Hugos zum Inhalt hat, Israel besuchen. A. Glücksmann & Söhne Wellpappe- und Kartonagenfabrik, Druckerei und lithographische Anstalt Moderne, zwedcmfißlge, bedruckte u. unbedruckte Kartonagen in jeder Ausführung, sowie Tragtaschen, Mappen, Schnellhefter und Briefordner, Drucksorten aller Art. Wien XVII, Beheimgasse 77 Telefon U 50 3 28 und U 50 3 29 „Arbeiterzeitung“ llubalck A. G. Vereinigter Wiener Tischlermeister Mobelverkaul und Zentiaia Wien VI, Mariahilfer Straß« 31 / lei. B 22-401, B 20-40S, B 20-2-15 Hol/- und l umlerverkaul | Wi«n XV, Goldschlagstraß« 73 / Tel. A 39-4-81, A 39-2-20 fSvL^i | 11 ul/o berfluchenbehandlunqs-Materiale nveikaul I Wien XV, Goldschlagstraß« 65 / lei B 31/05

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