Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1953
- Issue
- Heft 76 (Juli 1953)
- Date
- 1953-07-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 7(i DIE STIMME Seile r, Der Dörgermeister Anläßlich des im Juni in Wien staltgel (indem n Biii germcislcrkongr.'sscs kmm - 1 (Mi wir rim n illuslrcn (Inst begrüßen: l)r. I) inirI A ii s I (' r. den Biirgrrmrisler von Jerusalem. Daniel Auster galt uns liebenswürdigerweise ein lnler\iew. wobei wir erfuhren, daß auch der Leiter einer heiligen Stadt höchst unheilige Sorgen mit seiner Stadt- Verwaltung haben kann. „Gild es ( inen Punkt, in dem sieh die Stadtverwaltung Jerusalems von allen anderen auf der Welt unterscheidetfragten wir den Bürgermeister .Jernsehalajims, der unter drei Negierungen diese Stelle bekleidete. ..Das 'orientalische Element unter den Juden herrscht vor”, erzählte' er uns. ..heute genau so, wie eh und je. Auch unter den Meueinwanderem zieht es die Orientalen nach Jerusehalajim. I utcr den weltlich wenig gebildeten Juden des Ostens sind Ercz Israel und Jerust halajim nicht zwei Begriffe sondern einer. Es gibt eine Anekdote, wonach viele sich nicht ganz klar darüber sind, ob Jeruschalajim in Israel liegt oder Israel in Jeruschala jim. Das Göttliche ist es. was diese Neueinwanderer im Sinne haben. Die Sorgen um Wohnung.. Kleidung. Arbeit und Krankenpflege fällt dem Bürgermeister zu. Nur im ersten Jahr hat der Staat die Sorge für den Olcli. Nachher kommt man um alles Nötige zur Gemeindeverwaltung.“ Selbstverständlich zeigen sich die wirtschaftlichen Probleme des Staates in derselben W eise bei der Gemeinde. Jerusalem. das zum Schlüsse der Mandatsregierung eine Einwohnerzahl von IbO.OOO hatte. davon 10(1.000 Juden, hat jetzt, in seinem jüdischen Teil allein 100.000 Juden. So erfreulich der Bevölkerungszuwachs ist, so ist er ein schweres wirtschaftliches Problem, denn die Neuen kommen buchstäblich ohne Hemd am Leib. Sic sind keinesfalls Steuerzahler und werden cs durch lange Jahre nicht sein. Auch nach Behebung der ersten Not. nachdem sie untergebracht und versorgt sind, sind sic wirtschaftlich noch nicht auf der Höhe und bleiben Objekt der Fürsorge. Es mußte gebaut werden und neue Stadt- Gefundener Die deutsche Bundcsvcrmögcnsvcrwaltung München, teilte der Salzburger Landesregierung mit, daß der ehemalige SS- Mann Hans Mandrak die Behauptung aufgestellt hat. daß sich im Hohen Göll-Gebiet bei I lallein, in einer vergrabenen Kiste ein Goldschatz im Werte von sechs Millionen Schilling befinde. In den Märztagen 1045 ist der Schatz vom SS-Sturmbann Führer Fe\ erlein in 1800 m Scchühe vergraben worden. Wenige Wochen später, im April 1045, wurde dieser bei Marburg an der Drau verwundet und erlag seinen Verlettzungen. Er übergab vor seinem Tode dem SS-Mann Hans Flundrak einen großen Umschlag, den der SS-Mann während seiner vierjährigen Kriegsgefangenschaft in Jugoslawien vorsichtig aufbewahrtc. In diesem Kuvert befand sieh der genaue Lageplan des Verstecks und eine Liste der in der Kiste enthaltenen Gegenstände. Ein Beutel mit Edelsteinen, 2 Barren Gold, viele Armbänder mit Brillanten, eine große Anzahl von Uhren und in einer verlöteten ßlcehkiste 10 wertvolle Gemälde alter Meister. Im Mittelpunkt steht die Frage, wer der rechtmäßige Erbe des Schatzes ist. Die Erben des gefallenen Sturmbannführers Fever- Wltntx Adolf Reiss Erben & Co. Tuchgroßhaudel und eigene Sehafwollwaren - Manipulation Wien 1., Rudolfsplatz 6 U 2*4 5 18, U 24 5 19 der Heiligen Stadt viertel wurden geschaffen, um den Menschrnstrom aufzunchmcn. Die produktivsten unter den neuen Arbeitern sind nach wie vor die Jemeniten. Sie nehmen die Sache ernst. Sie erfassen, bei «aller Einfalt. das Problem, sieh das ihnen durch W under geschenkte Land im nachhinein zu erobern. Aus ihren Heilten kommen die besten landw irtschaftilchen Arbeiter. Daniel Auster war im Jahre 1084 zum ersten Male unter dem englischen Mandatsregime V izebiirgermeister von Jerusalem. Damals waren 50 "o Juden und 50",ii Araber in der Stadtverwaltung. Zwei Jahre später wurde der arabische Bürgermeister. der mit Nazi-Mufti zusammengearbeitel halte, weggeschickt und l)r. Auster zum Bürgermeister gemacht. Er blieb es bis zum Jahre 1048 und nach der 'Peilung Jerusalems durch die Engländer war er weiter Bürgermeister für den jüdischen 'Teil. Im Jahre 1040 gab es den ersten internationalen Bürger meisterkongreß und schon auf diesem wurde der Jerusalemer Bürgermeister ins Exekutivkomitee gewählt. Der nächste Kongreß war 1051 in Brighton und der dritte dieses Jahr in Wien. Es gibt unter 800 Mitgliedern des Kongresses 10 Mitglieder der Exekutive: Ein Mitglied für USA, eines für England, eines für Frankreich und eines, nämlich Daniel Auster, von Anbeginn an für Israel. Auch jetzt, wo er seit 1051 nicht mehr Bürgcermcisler von Jerusalem ist, wurde er wieder für weitere zwei Jahre ins Exekutivkomitee gewählt. Daniel Auster, seit 1022 Allgemeiner Zionist, ist unser Mann, jedoch kein Parteichauvinist. Wenn man mit dem Bürgermeister von Jerusalem zusammensitzt und das in Europa, kommt auch die Frage der christlichen heiligen Stätten aufs Tapet. Der Papst ist für Internationalisicrung aller in Israel und dem arabischen Teil gelegenen heiligen Stätten, berichtet er uns, wir haben die Ernennung eines internationalen Kommissärs vorgcschlagcn. Die Entscheidung der UNO steht noch aus. 11. B. Goldschatz lein haben bereits ihr Erbrecht angcmcldct. Inzwischen wurden in dieser Sache Hccherehen cingeleitct, die einwandfrei ergaben. daß weder Fcvcrlcin noch seine Angehörigen jemals nennenswerte Vcr mügensvverte besaßen. Nach Ergreifung der Macht durch den llitlerismus, stieß Feyerlcin zur SS und betätigte sieh als Schläger und Killer. Sein Hauptgebiet aber war die Ausplünderung von den Nazis nich(genehmen Personen, insbesondere von Juden. Er bildete einen eigenen Stoßtrupp heran, mit dem er Judenwohnungen und jüdische Juweliere überfiel und Pente machte. Diese Beute lag in einem SS-Magaziu in München, bis Fcvcrlcin notgedrungen und nicht dem eigenen Trieb gehorchend, ins Feld gehen mußte. Vorher schaffte er mit Hilfe seiner SSßandc die geraubten Schätze nach Oesterreich und verbarg sic auf dem Hohen Göll. Eine merkwürdige Tatsache scheint in dieser Affairc auf, daß die deutsche Polizei den SS-Mann Hans Flandrak, der einen Finderlohn begehrt, und die Lagerskizze solange nicht auszufolgen bereit ist. bis ihm die Behörde den Lohn offiziell zusichert, nicht sofort in Gewahrsam nimmt. Ohne Zweifel gehört Flandrak zur Plalttte des Feyerlcin und hat sich an den Baubzügen aktiv beteiligt. Wir bringen Vorstehendes der jüdischen Oeffentlichkeit zur Kenntnis, und hoffen, daß maßgebende Kreise sieh einschalten werden, um jüdisches geraubtes Gut zu riiekzu ve rI angen. D. ZIERING Ein- und Verkauf von Nähmaschinen aller Arten, auch Universal und Zick-Zuck. Elektrokocher. Eigene llepuraturwerkstütle. Wien VII,'Apollogasse 20, Tel. B 34304 Israels Minister Während in allen anderen Staaten der Welt die Minister den Ländern entstammen. in denen sie als Präger der Stnatsinlrrrsscn fungieren, wurden in Israel, nur drei Minister im Lande, dem früheren Palästina, geboren. Innenminister Israel liokaeh. Polizeiminister Baruch Shitreet und \ erkehrsminister Josef Saphir. Aus Bußland stammen Ministerpräsident und Si(-herbeitsminister David Ben Gurion, Erziehungsminister Prof. Benzion Deenur, Außenminister Moshe Sharctl (der jedoch im Alter von einem Jahr nach Palästina kam) und Arbeitsminister Frau Golda Meyersou (die als kleines Kind aus Amerika kam). In Polen geboren wurden: Finanzminister Lew Eskliot. Gesundheitsminister Josef Sher- 1 iii. Ncligions- und Sozialfürsorgeminister Moshe Shapira und Minister ohne Portefeu Ile Pinehus Lavon. Gebürtige Deutsche sind: Justizminister Pinchas Bosen. Landw irt.schaftsminister Perez Naphtali. Postministcr Dr. Josef Burg und Handelsminister Dr. Perez Bernstein (der aber viele Jahre in Holland lebte). Aus Kanada stammt Minister ohne Portefeuille Dr. Dov Joseph. Der im vorigen Jahre plötzlich verstorbene Verkehrsminister D. Z. Pinkas war gebürtiger Burgenländer und lebte bis zu seiner Auswanderung als Inhaber eines Bankgeschäftes in Wien. Denkmal für Widerstandskämpfer Der Berliner Bürgermeister Beutelenthüllte in seiner Stadt ein Denkmal für die am 20. Juli 1944 von den Nazis ermordeten Widerstandskämpfer. In seiner Ansprache pries der Bürgermeister die Tugenden der tapferen, aufrechten Menschen, die ihr eigenes Leben opferten. um das Volk von dem Nazismus zu retten. Das lebensgroße Bronzedcnkmal stellt einen an den Armen geketteten Jüngling dar. Auf dein Sockel sind die Worte eingemeißelt: „Ihr trugt die Schande nicht, ihr wehrtet euch, ihr gabt das große, ewig wache Zeichen der Umkehr. opfernd euer he’ßes Leben für Freiheit. Beeilt und Ehre.“ i Arabischer Protest in Wien Kein Einfluß auf die österreichisch-jüdischen Verhandlungen. Der syrische Botschafter in Wien überreichte der österreichischen Regierung im Namen aller arabischen Staaten eine formelle Protestnote gegen die österrci-f chisch-jüdischen W iedcrgutmachungsvVerhandlungen. Die österreichische Regierung beantwortete diesen Protest mit der Feststellung, daß die Verhandlungen nicht mit einem anderen Staat geführt würden, sondern lediglich zu dem Zweck, die legitimen Ansprüche früherer österreichischer Staatsbürger zu befriedigen. Es wurde betont, daß der arabische Protest keinerlei Einfluß auf den Verlauf der Besprechungen mit den jüdischen Vertretern haben werde. (JTA.) Für Musikfreunde lm Verlag C. Bertelsmann, Gütersloh, ist von dem bekannten Musikfaehmann Paul Fechter ein kleines, aber woldfundiertes Buch erschienen, welches den Titel ..Kleines Wörterbuch für Musm- Gespräche“ führt. Ein unentbehrlicher Helfer in allen musikalischen Fragen, bringt es uns die wichtigsten Begriffe der edlen Tonkunst in leicht faßlicher, auch für den La eil verständlicher Art. näher. Ein sorgfältig s Stichwürterv crzciclmis ergänzt den geschmackvoll ausgestatteten Band. Wir können die ..Musikgesnräche” allen Freunden der Musik empfehlen. Die Königin von Saba Demnächst erscheint im Forum-Kino der italienische Großfilm ..Die Königin von Saba". Die Geschiehte einer frevelhaften Liebe mit berauschenden Prunk- und Massenszenen. S. }ecusalem" New A ork hatte in diesen Tagen Gel-- grnhcÜ. Israels größtes und schönstes P;c-v>eier',ebif I. das zugleich auch sein erster transatlantischer Dampfer ist. zu bewundern. Die ..S. S. Jerus dom", der Z! M Israel Navigation G i. gehörig. ist (-bi Doppelsrhraubendampfer von 11.015 Tonnen, der früher ..Bcrgensfjord" hieß und völlig umgebaut und modernisiert worden ist. Die „Jerusalem” unt-r dem Kommando von Kapitän Kürzer Axel kam mit über 400 Passagieren an Bord am Pier 42 des North River an. Sie brachte als Geschenk für den New Yorker Bürgermeister ( ine sei lern- und besonders ausgewählte Sammlung von Israels Blumen mit. die Kapitän Axel in einer feierlichen Zeremonie in City Hall überreichte. Das Schiff, der Stolz der Handelsmarine Israels. wurde in den vier 'Tagen seines ll'crseins der öffentlichen Besichtigung freigegeben, und das New Yorker jüd;- sclie und nicht jüdische Publikum drängte sich über 8000 an der Zahl zum Besuch des eisten israelischen Ozeandampfers. Die idealsten Schulterauflagen aus Watte, beste Paßform, für Damen-, Herren- und Kinder- Bekleidung „HAPO” A chselpolsler-Erze u gütig RUDICH <& Co. Wien II, Aspern brückeng. 4 Telephon R 45 5 63 Israel — Rußland Die Nachricht über die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und Rußland, hat in allen Kreisen Befriedigung ausgelöst. Der Anfang der Verhandlungen, die vom israelischen Geschäftsträger in Ungarn und Bulgarien in Sofia geführt wurden, datiert bereits 2 .Monate zurück und fand nun in dem Notenwechsel zwischen Sharett und Molotow ihren erfolgreichen Abschluß. Für Israel ist der freundschaftliche Kontakt mit der Sowjetunion nicht nur aus politischen Gründen wichtig, sondern hauptsächlich wegen der in den kommunistischen Ländern lebenden Juden, als deren Beschützer sich der jüdische Staat betrachtet. Cafe — Bar — Tanz Wien IX., Porzellangasse 39 Tel. R 52 405 In der PARFÜMERIE FRUCHTER Wien VII, Neubaugasse 71 Telefon B 35 5 34 Mariahitferstraße 88 a Zitahof, Telefon B 30 0 47 worden Sie fachmännisch beraten und billigst bedient. 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