Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1953
- Issue
- Heft 74 (Mai 1953)
- Date
- 1953-05-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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IMr. 74 DIE STIMME Seite 7 Interessantes aus Israel Marek ScheHak i ■ - . . ....—.. ■ zun%?5. Qtbuctstag, E-VCIIMlÄFTE FÜR ISRAEL l in eiiiwandcrnden Fai likrüf teil die Einordnung in Israel zu erleielitcrn, hat die Eiiiglicderungsabtcilung der Jewish Agency Lor Palcsimc Hotels erolfnct, die ausschließlich fiir Facharbeiter uller berufe zur Verfügung stehen. D.e Hotels sind modern eingerichtet. Hie Zimmer werden zu einem niedrigen Mietsatz an die Olim abgegeben. Abgesehen von der Regelung der W ohnungsfrage hat die .Jewish Agency in Zusammenarbeit mit den betreffenden Regierungsstellen in Israel besondere Einrichtungen für die berufliche Einordnung von Fachkräften, insbesondere aus Westeuropa, geschaffen. Ferner sind besondere Vorkehrungen für selbständige Handwerker und Einwanderer uus dem Mittelstand getroffen worden, um ihnen den Aufbau einer Existenz in Israel zu erleichtern. Das Sekretariat des Zionistischen Landesverbandes in Oesterreich, Wien IX., Univcrsitätsstraßc 4, ist gerne bereit, Interessenten weitere Informationen zu erteilen. ALLGEMEINE ZIONISTEN Tel-Aviv (Zins). In einem Bericht der Landesleitung der Partei der Allgemeinen Zionisten in Israel wird festgestellt, daß während des laufenden Partci-Werbemonutes 7000 neue Mitglieder aufg:- noinnicn wurden. DER NEUE BÜRGERMEISTER VON TEL AVIV Tel-Aviv. Israel Rokach, der Innenminister der israelischen Koalitionsregierung, ist nach 30-jähriger Tätigkeit im Tel-Aviver Stadtrat als Bürgermeister zu - riiekgetreten. Auf Grund eines provisorischen Abkommens zwischen Mapai und Allgemeinen Zionisten wird Chaim Lcvanon der neue Bürgermeister sein. Als Vizc-Bürgcrmcistcr werden Eliezer Pcri von der Mapai-llistadruth und M. Shosliani von den Allgemeinen Zionisten fungieren. Chaim Lcvanon ist Präsident der Exekutive der Allgemeinen Zionisten Israels. TOURISTIK IN ISRAEL Mit Wirkung vom 16. April 1953 hat die israelische Regierung neue Bestimmungen zur Erleichterung und Förderung des Touristenverkehrs erlassen. In Hinkunft wird den nach Israel kommenden Touristen die Möglichkeit gegeben, milgebrachtc ausländische Valuta, bzw. Kreditbriefe in den ofizicllen Wechselstuben, zum Kurs von IL. 1.800.— pro Dollar zu wechseln. Der Tourist in Israel wird in Hinkunft seine Ilotclrcchnungcn in israelischer Währung bezahlen können und hat das Recht, nicht rationierte Speisen zu bestellen, die ihm beim Vorweis des Reisepasses serviert werden. Selbstverständlich hat der Tourist das Recht, den nicht verbrauchten Betrag ausländischen Geldes wieder auszuführen, vorausgesetzt, daß er die Devisen bei der Einreise angegeben hat. NEUE SENDEZEITEN Der Sender von Kol Zion Lagolabringt täglich auf Welle 33,3 um 18.30 Uhr Nachrichten in hebräischer Sprache, um 19.15 Uhr in jiddischer Sprache, 20.15 bis 20.30 Uhr Nachrichten in englisch, von 20.30 Uhr bis 21.15 Uhr in französich und von 21.15 bis 22 Uhr in englischer Sprache. AKTIONSKOMITEE NcwAork (Zins). Die nächste Sitzung des Aktionskomitees der Zionistischen Weltorganisation wird am 8. Juli 1953 in Jerusalem stattfinden. Das Aktionskomitee ist die höchste Instanz der Zionistischen Bewegung in der Zeit zwischen den Kongressen. Die Plenarsitzung der Exekutive der Jewish Agency wird am 1. Juli d. J. in Jerusalem abgehalten werden. HOHES LOB Jerusalem (Zins). Rüssel Smith, der Vize-Präsident der Bank of America besuchte in den vergangenen Wochen die Gegend von Sdom und die Industrieeinrichtungen des Landes. Bei seiner Anreise erklärte er, er sei von den großen Fortschritten, die Israel gemacht hat, sehr beeindruckt. FREIE ZONE IN HAIFA Jerusalem (Zins). Das israelische Verkehrsministerium erwägt in Zusammenarbeit mit dem Finanzministerium die Schaffung einer freien Zone und cin.r exterritorialen Bank in Haifa, um den Warenumschlag uu Haifacr Hafen zu fördern. PX UND ISRAEL Tel-Aviv (Zins). Der Leiter der E.nkaulsajbteilung iur die amerikanischen PX-Geschäfte in Europa weilte in Israel, wo er eine Ausstellung isruclisclier Industrieprodukte besuchte. Unter den Warenmustern, die er nach Europa mitnahm, befinden sich Kleidungsstücke, Schuhe, ürangensaft, Küchenutensilieu und Souvenirs. Eine Ausstellung dies -r Warenmuster wird in Nürnberg im Hauptquartier der PX-Lcitung eröffnet werden, wo die Abteilungsleiter des Arineeversorgungsdepartements Bestellungen machen können. .FINALY-KINDERj Der Fall der entführten Geschwister Gerhurd und Robert Finaly ist weltbekannt. Intrigucn haben es den beiden Kindern unmöglich gemacht, nach Israel zu kommen. Auer ihre Namen haben bereits ein Heim in Jerusalem gefunden. Bei einer Feierstunde, die von der Föderation der Jüdischen Organisation in Frankreich abgchalten wurde, wurden 10.000 Frs. gesammelt, um Gerhard und Robert Finaly im Scfer llajeled, dem Kinderbuch des KKL, das im Hauptbüro in Jerusalem aufliegt, einzuschreiben. „KRÖN UNGSWALD” Königin Elisabeth 11. hat sich einverstanden erklärt, daß ihre jüdischen Untertanen aus Anlaß ihrer Krönung in Israel einen Wald anpflanzen, der den Namen „Krönungswald der Königin Elisabeth” tragen soll. (JTA.) HEBRÄISCHE SENDUNGEN lm Rahmen der „Krönungs-Sendungen1* ihrer Hebräischen Abteilung sendet die BBG in diesem Monat zwei hebräische Vorträge von Dr. Cecil Roth, dem bekannten Forscher auf dem Gebiete der Geschichte der Juden in England, über das Thema „Die britische Monarchie und die Juden. (WJA.) TABAK-ANBAU IM NEGEV Israels Raucher blicken hoffnungsvoll nach dem Süden, denn nach einem Raport, der von dem „Mifal Ilanegev“, der maßgebenden Ncgcvstcllc, veröffentlicht worden ist, haben die Siedler in Israels Südland begonnen, Tabak zu pflanzen, und zwar mit ausgezeichneten Ergebnissen. GUTE ERNTEAUSSICHTEN IN ISRAEL Infolge der starken Spätregen im April werden die Aussichten für die Sommermonate vom Landwirtschaftsministerium Israels als gut bezeichnet. Insbesondere! wird in diesem Jahre eine gute Kartoffelernte erwartet. JOM HASCHOA Am 12. April (27) Nissan wurde der Jom lluschoa gefeiert, der Tag der Erinnerung an die 6 Millionen, die dem Nazimord zum Opfer fielen. Zu diesem nationalen Trauertug, an dem gleichzeitig die Gedächtnisfeier zu Ehren der Helden aus dem Warschauer Ghetto alljährlich begangen wird, versammelten sich uueh diesjährig Vertreter der 19 zerstörten Judengemcinden im Märtyrerwald auf den Bergen von Judäa. So kamen die Abgesandten von Städten und Siedlungen aus ganz Israel, um im In wenigen Jagen feiert der bekannte Dichter und Schriftsteller Marek Seherlug, seinen 75. Geburtstag. Aus diesem Anlaß gab die Kulturabtcilung in Israel eien Aut trug, eine Auswahl seiner Schriften neu herauszugeben. D.e Auswahl umfaßt Erinnerungen an die heroische Zeit des Zionismus in Wien, Begegnungen mit llerzl und anderen prominenten Zionisten in Wien, sowie Essays über die repräsentativen Dichter Wiens, jüdischer Abstammung. Scherlag gehört zu den wenigen L eberlebenden aus der Jugendzeit des Zionismus. Im Jahre 1878 in Chorostkow geboren, studierte er in Wien, wo er vier Jahrzehnte wirkte. Er hatte persönlichen Kontakt mit llerzl, Max Nordau. Besondere Freundschaft verband ihn mit Adolf Stand. Fast in allen jüdischen Blättern Europas findet man Beiträge von Scherlag. Er gründete zusammen mit Freunden die Zeitschrift „Unsere Hoffnung“ und „Die neue Zeit“. Noch immer bewundernswert agil, wirkt er in Haifa, wo er seit dem Jahre 1939 lebt. Die Autobiographie seines Vaters, mehrere Erinnerungsblätter und viele Gedichte, sind das Resultat seines Schaffens in Israel. Der Zionistische Landesverband in Oesterreich und die Redaktion der „Stimme“ gratulieren herzliehst dem Jubilar, unserem Freund Marek Scherlag. MAREK SCHERLAG Ein langer, bunter Landesstreifen, der Wüste abgerungen hart. Oliven und Orangen reifen und auch Getreide mancher Art. Die Siedlungen und Dörfer schmiegen sich an die ßergeshänge sacht. Die Städte, die am Meere liegen, sie wachsen herrlich über Nacht. Verbindend blitzen Schienensträngc. Fabriken hämmern Schlot bei Schlot. Das sind der Arbeit Festgesänge. Der Mühen Segen bannt die Not. Jasmine, Palmen und Zypressen säumen die Straßen kühl und schön. — Wer wird Jerusalem vergessen? Ehrwürdig krönt es Judas Höhn. Im Süden weit dehnt das Gelände sich aus zum braunen Negew breit. Da regen sich schon tausend Hände. Bald blüht es hier. Es drängt die Zeit. Nun laßt uns froh vom Lande singen, das wie ein Wunder auferstand, und das Begonnene vollbringen, in Feld verwandeln Stein und Sand. Die Zukunft wird die Arbeit lohnen. Doch schon die Gegenwart ist schön, hier unter Brüdern nur zu wohnen und schnell die Heimat wachsen sehn. Da schwillt die Liebe im Gemiite zu unserm Land, das traumumwebt nach Leiden auferstand zur Blüte. — Wir danken Gott, daß wirs erlebt. Gedenken an ihre Toten, Bäume Haine und Wälder auf den Bergen Judäas zu pflanzen, die im Namen ihrer ermordeten Familien und ihrer zerstörten Gemeinden für immer mit dem Boden Israels verbunden werden sollen. lm Zentrum des Märtyrerwaldes wurde ein Forst im Namen der Ghettokämpfer cingeweiht und die jüdische Jugend sowie die Hinterbliebenen in aller Welt aufgefordert, diesen Forst zu einem würdigen Ehrenmal für die unvergeßlichen Kämpfer der Freiheit zu machen. Denjenigen wenigen Ueberlebenden der Warschauer Freiheitskämpfer denen cs gelang, nach Israel zu kommen, wurde im Oberen Galil auf dem Boden des Keren Kajcmct eine Siedlung eingeräumt. Dort leben sic heute. /. Jta&swcQ' WIRKWAREN UND WÄSCHE-ERZEUGUNG Tel. R 29043 Wien I, Fleischmarkl 16 Tel. R 29044 Postsparkassen - Konto Nr. 30.937 Die Idealsten Schulterauf- •lagen aus Watte, beste Paßform, fflr Damen-, Herren- und Kinder- Bekleidung „HAPO" Achse/polster - Erzeugung RUDICH& Co. Wien il, Aspernbrückeng. 4 Telephon R 45 5 63 Josef Rubin Bittmann Unser Vorstandsmitglied Herr J. Rubin- Bittmann wurde in der Sitzung des Bundesverbandes der Israelitischen Kultusgeineinden Oesterreichs am 18. Mai 1953 zu dessen Vize-Präsidenten gewählt. Wir wünschen ihm viel Erfolg! Zionistischer Landesverband in Oesterreich Weizmann-Preis der Isr. Kultusgemeinde Wien Das Präsidium der Israelitischen Kultusgemeinde Wien erhielt von Frau Vera Weizmann, Witwe nach dem unvergeßlichen ersten Präsidenten Chaim Weizmann das nachfolgende Schreib :cn: Sehr geehrter Herr Präsident der Israelitischen Kultusgcmcinde! Mit großer Bewegung erfuhr ich von dem Beschluß Ihrer Gemeinde, einen Preis auf den Namen meines Gatten für Arbeiten über sein Werk als Staatsmann; und Wissenschaftler auszusetzen. Ich w ünsche Ihrer Gemeinde vollen Erfolg, sowohl in der Durchführung dieses Planes, w ie auch in ihrer gesamten Tätigkeit auf allen anderen Gebieten. Mil vorzüglicher Hochachtung Vera Weizmann.” Ausschreibung In der Sitzung des Vorstandes der Israelitischen Kultusgemeinde Wien vom 28. Jänner 1953 wurde im Andenken an den verstorbenen ersten Präsidenten des Staates Israel, Professor Dr. Chaim Weizmann, die Schaffung eines vierjährigen „Weizmann-Preises“ beschlossen. Der „Weizmann-Preis“ wird in den Jahren 1953 bis 1956 für populär-wissenschaftliche Abhandlungen über das Leben und Wirken des verstorbenen Präsidenten ausgeschrieben. Das Thema für 1953 lautet: „Weizmann als Staatsmann“. 1. Preis . . . 1500 S 2. Preis . . . 1000 S 3. Preis . . . 500 S Eine vom Vcrtretcrkollegium der Israelitischen Kultusgemeinde Wien zu bestimmende fünfgliedrige Jury wird die drei besten Arbeiten prämiieren und die Preise unter Ausschluß des Rechtsweges zuerkennen. Um den „Chaim-Weizmann-Preis” können sich Mitglieder der Israelitischen Kultusgcmcinde Wien und der übrigen Israelitischen Kultusgemeinden in Oesterreich bewerben. Die Arbeiten dürfen über den l mfang von 50 zweizeilig beschriebenen Schreibmaschinensciten nicht hinausgehen. Arbeiten sind bei der Amtsdirekt'on der Israelitischen Kultusgemeinde Wien in einem geschlossenen Kuvert mit dem Kennwort: ..Weizmann-Preis 1953“ in fünffacher Ausfertigung, einseitig geschrieben, bis 30. September 1953 einzureichen. Israelitische Kultusgcmcinde Wien