Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1953
- Issue
- Heft 74 (Mai 1953)
- Date
- 1953-05-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 74 Seite 5 I) I E STIMM E /ofH UctcdwnttäÜifeUcto in Wien der Zionistischen Föderation Großer Konzerthaussaal Zur Feier des 5. .) •ihrestagcs der Unahhüngigkeil des Staates Israel veranstaltet«' die Israelitische Kiiltusgrinrinde \\ ien am Sonntag, den I!). April d. J. iin Großen Konzcithaiissaal eine festliche Kundgebung, an der ein zahlreiches Publikum und Vertreter der Negierung teil - nahmen. Zu Beginn spielte Prof. Alois Forer an der Orgel Improvisationen zum 42. Psalm von Feliv Mendelssohn-Barth oldy. Herr Alexander Trojan (Burgtheatcr) rezitierte das 51. und 52. Kapitcl aus Jesaja. Frau Maria Ott vom Akademietheuter las Israel-Gedichte von Martha lloffmann. Der Präsident der Israeli tischen Kultusgemeinde, Herr Or. E. Maurer, hielt die Begrüßungsansprache und gab seiner Freude Ausdruck, daß der Bundeskanzler Ing. Raab persönlich, der Vertreter der Bundesministerien für Unterricht. für Aeußcrcs und für soziale Verwaltung, der Bürgermeister von Wien sowie der Vertreter der verschiedenen Institutionen und der Presse erschienen sind. Die Festrede hielt Botschaftsrat. Arie Fshcl, Konsul des Staates Israel in Oesterreich, welcher die Leistungen und Errungenschaften des Staates Israel hervorhob und der Genugtuung Ausdruck gab, daß durch die Schaffung eines selbständigen Israel, für das ganze jüdische Volk Sicherheit. Selbstvertrauen und Lebensfreude geschaffen wurde. ,,Atn \om llaatzmauth gelobt das ganze jüdische Volk die schicksalhafte Solidarität mit unserem Staat zu stärken, Israel gelobt unter keinen Bedingungen vom Grundsatz abzugehen, seine Macht dort einzusetzen, wo es nottut, Juden zu schützen und ihnen Aufnahme und Sicherheit zu gewähren“, erklärte Herr Eshel. Zu den Beziehungen zwischen Israel und Oesterreich, sagte Botschaftsrat Eshel, daß sich diese für beide Partner günstig entwickeln! Israel habe den Brasilien-Antrag in der . UNO zugunsten Oesterreichs unterstützt, doch habe man nicht vergessen, daß das Problem der jüdischen Vermögenswerte in Oesterreich noch ungelöst ist und daß in Israel viele arme österreichische Juden leben, die auf eine zufriedenstellende Lösung dieses) Problems warten. Die Erklärungen des Israel-Konsuls wurden von den anwesenden Vertretern der Regierung freundlich aufgjenommcn. Im künstlerischen Teil der Feier tanzte das Wicsenlhal-Ballett den Walzer „Rosen aus dem Süden“, die bekannte israelische Tanzkünstlcrin Frl. Vera Goldmun, Solistin des Balletts der israelischen Oper, brachte das Tanzpoem „Mirjam“ zur Aufführung, dessen Musik aus Motiven des Landes Israel stammt. Die würdevolle Feier fand ihren Abschluß mit der Absingung der österreichischen Bundeshymne und der llatikwa. Ein Ruf an die jüdische Jugend! Komm auf ein Jahr nach Israel Unser Shiiat-Sherut-Programm siehl eine kurze Huchsclmrah in Frankreich vor, worauf ein Arbeits- und Studienjahr in Israel folgt. Alle Auskünfte erteilt der Zionistische Landesverbund, 9., Universitätsstr. 4 Tel. A 2B-4-73. Die Zionistische Föderation \eranstaiGte zu Israels Inabhängigkeitstag eine eigene Frier, für Wiens jüdische Jugend, die am Nachmittag des Pb Mai einige hundert Kindei’ im Alter \on 2 bis l(> Jaluen mit ihren Eltern in den Räumen des Cafe Grillparzcrhof \ersammelte. Es war ein richtiges jüdisches Freudenfeo. Während die kleineren Kinder nur um der Stimmung mit fortgerissen wurden, ohne allerdings ihren Grund zu erfassen, waren sich die Gr »Ren dagegen der Bedeutung des lages Null bewußt. Die Lieder, die heute die Jugend in Israel singt, brachten, gemeinsam gesungen, etwas vom Ci ei st der israelischen Jugend nach W ien und verbanden uns alle mit der groRcn Gemeinschaft und dem Aufbauwerk des jüdischen Volkes in Israel. Die Festrede an die kleinen (niste hielt Doktor David Gelles. Obwohl er ein Publikum besonderer Art hatte — verschieden an Temperament und „Weltanschauung" aber durchaus homogen an Begcistcrungsfähigkeit und Aufnahmebereitschaft — gelang es ihm. mit seinen Worten in den Herzen aller verwandte Saiten zum Klingen zu bringen. Er sprach über die Wechselwirkung des groRcn Tages und der Jugend aufeinander: Einerseits war es Israels Jugend, der es zu danken ist. daR wir heute einen Jom-1 laatzmauth feiern können, andererseits ist es die Feier dieses Tages, die der jüdischen Jugend im Lande selbst und in der Diaspora immer neue Impulse gibt, sich den einmal eroberten Platz an der Sonne zu erhalten und. wenn cs nottut, auch zu verteidigen. Auf unsere Jugend in Israel, ein,zig und allein auf sic, ist heute die Hoffnung des jüdischen Volkse gerichtet. Unsere Generation hat bestimmt ihr Bestes zum Aufbau des Landes getan. Alles jedoch, was sie tun konnte und noch tun kann, ist nichts anderes, als Vorbereitung zu einem wirklichen Eigenleben des eigenen Volkes im eigenen Lande, als eines normalen Familienmitgliedes in der Familie der Völker. Das Menschenmaterial unserer Generation, das nach Israel kam, war nicht immer das beste Material: Wirtschaftlich zu Grunde gerichtet, oft krank un i gebrochen an Leib und Seele, bestimmt abermit den Spuren der Galulh und des Jahrhunderte alten Gctthodase’ns der Seele — so kam ein groRcr Teil von von uns im Lande an. Die Jugend aber — geboi en auf dem eigenen Boden und erzogen von der Gemeinschaft des eigenen Volkes in Freiheit, in Liebe und im I leimatbew uRtsein, genau so, wie die Jugend eines jeden anderen Volkes — sie als die erste Generation, der cs beschieden ist, zu wachsen, wie Bäume in dem für sie bestimmten Boden und Klima, sic ist der erste wahrhafte Träger unseres nach einer Pause von zwei Jahrtausenden neu gewonnenen Volkstum;. Sie ist das Glück unserer Gegenwart und die Hoffnung unserer Zukunft. Nach der Festrede begann die eigentliche Feier. Ein Zauberkünstler hielt alt und jung in seinem Bann und nach der Jause blich man bei Spiel, Musik und allcihand Unterhaltung in bester Stimmung bis zum Abend beisammen. Der Initiator des Festes, Präsident Gustav Leitner, fühlte sich in seinem Firmem und man sah ihm die Freude an. ..Vater“ so vieler Kinder zu sein. Eine interne Feier der Zionistisch m Föderation fand am Abend des 20. Mai im Klubzimmer des Cafe Gartenbau stak. Sie vereinigte die Delegierten der Zionistischen Föderation, ihre Frauen und ihre Gäste, um im gemügtlirlien Beisammensein den Festtag zu feiern. Der Präsident der Zionistischen Föderal! >n Herr Gustav Leitner. bcgrüRte mit herzlichen Worten die Erschienenen, darmirr (!r n \ izcpräsidenlrn der G »nieder :~ Fon der Allgemeinen Zionisten Europas aus Paris. Herrn Topiol. der gerade als .Gast des zionistischen Landesverbund s in Wien weilte. Die Stimmung des Abends, gehoben durch den Gast, war von der Fmide des J in-llaatzmauth getragen. Obwohl hier schon ältere Jahrgänge beisammen waren, als am Page vorher. äußerte sich auch hier die Festesfreude letzten Endes in den ‘ins übervollen Herzen heraus gesungenen Liedern unseres neuen Landes, bei deren Klängen man bis in d e späten Abendstunden beisammen blieb. 10 faUie: Wat&ckaüec UeUUnUamtf Die Israelitische Kultusgemcindc Wien veranstaltete am 17. Mai 1955 im groRcn Musikvereinssaal eine Gedenkfeier zu Ehren der Kämpfer im Warschauer Gliett ». An der Feier nahmen teil: Vertreter der östci reichisehen Regierung, der Polizeipräsident von Wien, der Bürgermeister Jonas, der israelische Konsul Eshel. Vertreter der jüdischen und zionistischen Institutionen und der Direktor des Joint, Mr. Feder. Der Oberrabbiner von Wien, Herr Dr. Akiba Eisenberg sprach das Kaddischgebet und der erste Kantor des Stadt tcmpcls, Herr Leo Roth, sang in Begleitung des Tempclchors das „El Mole Rachamim". Nach der Einleitung der Feier durch den Präsidenten der Kultusgemcinde, Herrn Dr. Emil Maurer, hielt Herr Vizekanzler Dr. Adolf Schärf eine Ansprache, in welcher er die groRe Bedeutung des mutigen, bewaffneten Widerstandes der jüdischen Kämpfer im Ghetto von Warschau hervorhob. Er stellte die Forderung an die freie Menschheit, denen zu Dank verpflichtet zu sein, die die Fahne der Freiheit im ungleichen, aber heldenhaften Kampf gegen die Tyrannei hochgehalten haben. Anschließend schilderte der Vizepräs’dent der Kultusgemeinde Herr Dr. Ernst Feldsberg die Geschehnisse im Warschauer Ghetto in den Jahren 1942-1943. Die W iener Symphoniker unter Prof. Hans Swarowsky spielten von P. 1. Tscluiikovvskv das Adagio lamento aus der f>. Symphonie und von Ludwig van Becthofen die Leonoren-Üuv ertiire. Burgsclumspieler Trojan rezitierte das Gedicht Wilhelm Krells ..Den Kämpfern des W arschauer Ghetto“. Die Gedenkfeier fand ihren AbschluR mit der Intonation der Hatikwah und der österreichischen Bundeshymne. Israelische und jeminitische Tanzkunst lm Quäkerhaus hielt am 9. Mai die bekannte israelische Tanzinterpretin Vera Goldnmnn einen formvollendeten Vortrag über israelische und jeminitische Tanzkunst. Sie zeigte an verschiedenen Tanzbcispielcn, wie sieh jetzt eine neue Form des israelischen Tanzes herauskristallisiert und weiter vervollkommnet. Den schönen und inhaltsreichen Abend beschloß eine Reihe von Tanzdarbietungen, welche Vera Goldmann in Originalkostümen vorführte. Efka M,t United States Lines NACH NORDAMERIKA Der npue Schnelldampfer „UNITED STATES” 53.300 BRT und Schnelldampfer „AMERICA” 33.532 BRT ABFAHRTEN von BREMERHAFEN, SOUTHAMPTON, LF: HAVRE, COBH. PASSAGIERBEFÖRDERUNG auch mit modernen FRACHTDAMPFERN WÖCHENTLICHE ABFAHRTEN von HAMBURG, BREMERHAVEN, LE HAVRE, ANTWERPEN u. ROTTERDAM Auskünfte bei den Reisebüros oder UNITED STATES LINES WIEN I, KÄRNTNERRING 3 R 23 0 38, R 25 2 71, R 25 4 42 Lag bfOmer-Feier Die Vereinigung Jüdischer Hochschüler veranstaltete am 2. Mai d. J. im Kursalon der Stadt Wien ein Lag b’Omer Fest, dessen Reinerträgnis dem KKL- Fonds zur Pflanzung des Waldes des unbekannten jüdischen Kindes, zufließt. Die Veranstaltung, welche unter dem Ehrenschutz des Herrn Konsul des Staates Israel, Arie Eshel, des Herrn Obcrrabbiner Dr. Eisenberg und des Präsidenten der Zionistischen Föderation, Herrn Gustav Leitner, stattfand, gedieh zu einer schönen Feier, an welcher zahlreiches Publikum teilnuhm. Im Unterhaltungsteil sang Frl. Nora Goldwasser, aus Israel Opernarien, die von den Anwesenden mit starkem Applaus aufgenommen wurden und wiederholt werden mußten. Im Mitternaehtskaburett konferierte Karl Farkas und Fritz Muliar in ihrer heiteren Art, mit gelungenen populären Witzen. Die gute Organisation des Festes trug zur guten Stimmung bei. KFI FN-I TD WIEN I., ESSLINGGASSE NR. 2/5 TELEPHON U 29-0-57 Wiederum hatten wir das Vergnügen, Benec Roth in einem Vortragsabend in der Wiener Urania am 22. April zu hören. Ihre Ausdrucksweisc schlug die zahlreichen Zuhörer in Bann und verdienter Beifall beendete den eindrucksvollen. .Abend. Efka tEICKNUNGSFRIST 26.M/H0 JUNI1953 fall LEIH VM3 WERTGESKHERT-STEU E R BES ÜNSTI6T Kl NUN NlillKN HUT NIJK VON JUcUacd ScUwavz ,der SfCut des -JCerrn1 WIEN, I„ ADLEKG VSSE 4 TELEPHON 1t 20-2-71