Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1953
- Issue
- Heft 74 (Mai 1953)
- Date
- 1953-05-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 DIE STIMME Nr. 74 WIR GEDENKEN Rudolf BäUtnec im Am 21. April wurde das \ rsümdsmiigtied des Zionisiisi uen LaiiiiosN erbandes. Herr lind >lt Böhmer. zu Grabe getragen. Ganz unerwartet und plötzlich wurde er unseren Reihen entrissen. Kraftsti otzeiul und Null jugendliebeu ETcrs batte er, obwohl er das biblische Utcr überschritten hatte, getreu seinen Grundsätzen, seine Ptlicht als Zionist, Allgemeiner Zionist und nationaler Jude restlas erfüllt. Böhmer ist den \\ eg des allgemeinen Zionismus \on Herzt und \\ eizmann bis zu seinem Tode gegangen. Es zeichnete ihn besondere Beseiieiucnheit aus. Niemals hatte er Ehrenstellen in der Stufenleiter der zionistischen llirarehie ungestrebt, sondern ist wie ein einfacher Soldat dagestanden, wohin man ihn gestellt iiatte. Nur dort, wo er selbst aus einem kategorischen Pflichtgefühl heraus die Notwendigkeit seines Einsatzes erkannte, ließ er sich einen höheren Pflichtenkreis übertragen. Als Mensch zeichnete ihn Güte und \ erantwortungsbcwußtscin aus. Sein Tod hat ebenso wie das Abgehen des Ilofrat Lerner, ing. Kornfein und Josef Lauf, eine nicht ersetzbare Lücke der zionistischen Organisation, der jüdisihcn Gemeinschaft und insbesondere des Zionistischen Landesverbandes hinterlassen. Sein Freund, der Präsident des Zionistischen Landes\erbandes ür. Wolf llerzberg, verabschiedete sich von dem \ erblichenen mit einem überaus herzlichen Nachruf, im Sinne der obigen Darstellung und schloß mit den Worten: ,,W ir werden das Andenken Böhmers wahren, wenn wir geloben, in seinem Sinne und seiner Bescheidenheit unentwegt das Werk, an dem er mitgearbeitet, fortsetzen und unsere Pflicht gegeniibei dem zionistischen Gedanken erfüllen.” Der Ski- und Touristenklub hat durch den Tod unseres sehr geliebten Präsidenten Rudolf Böhmer, einen unermeßlichen \ erlust erlitten. Böhmer, der seit 30 Jahren mein Weggenosse war, war auch mit ganzem Herzen ein treuergebener Ifakoahner und Miterbauer der Hütte am Semmering, langjähriges Vorstandsmitglied der hiesigen Hakoah, Präsident der IJakoah in Jerusalem. Friede sei mit ihm! Rudolf Böhmer hat mir ein Vermächtnis hinterlassen. ,.Beschützet, so lange Ihr könnt, die IJakoah-Hütte!“ End so habe ich mich wieder entschlossen, die schwere Bürde der Führung dieser Hütte zu übernehmen. \Y ir haben in unserer ersten Sitzung beschlossen, Rudolf Böhmer auf ewige Zeiten in der Hütte eine Gedenktafel zu setzen und diese wird nunmehr am 4. 6. 1953 feierlich enthüllt werden. W ir hoffen, daß an dieser Feier alle seine Freunde, sowie alle Mitglieder der Hakoah teilnehmen werden. Im ewigen Gedenken die Hakoah und der Präsident Robert Glücksmann STOFFE KLEIDER rnn DAMEN IIEHHEN CND KINDER Sut und preiswert vom Diaufhaus Buidec tia&u Wi«n VII, Marlahllf«rstrafttt 90 Talaphoni B 36 0 63, ■ 36 917 JXimp *. A. tu Julius Lüwy, der nach längerer Krankheit in lel-Avn im Alter von .2 Jahren verschied, Detrauert die zionistische Bewegung einen mrer verdienstvoll - sien Veteranen, der sich unter uer „allen vjurde” gioiacr helieütncit, Prcundscnatt und Anerkennung erfreute. Julius Low) i3i ld8l in Schuffu in Suuntalirei: geboren, studierte an der wiener Limeisität National-Uekunomie und war \orerst m Wien als Parlaments- Stenogrupli tätig. fcr gehurte zu den ersten aktuell Zionisten, war Mitglied des \\ teuer llerzl-Klubs und nach llcrzls lode 1904 Gliclredakteur der „Welt” m Köln, dem Wohnsitz des zweiten Präsidenten der Zionistischen Organisation, Uuvid Wolfsohn. iyi9 redigierte er, anfangs zusammen nnt Jukob Kraus, die „Wiener Morgenzeitung" und seine mit —y gezeichneten täglichen Leitartikel von l9iy b.s 1925 waren für die zionistisclie Einstellung zum Weltgeschehen wie zu den Ereignissen, die das jüdische Volk betrafen, richtunggebend. iNach Einstellung der „Wiener Morgenzeitung" wurde er uhefredakteur der „Oesterreichischen Volkszeitung" und dann der Wochenschrift „Die Stimme*4. Seit September 1938 in Erez Israel, war er im Redaktionsstab des „Dawar” und tätiges Mitglied der Freimaurer-Loge „Ner Tamid". Seiner WTtwe, die ihmeine verständnisvolle, treue Lebensgefährtin war, wendet sich das Beileid aller alten Zionisten zu, die den liebenswürdigen, durch Bescheidenheit und Hingabe an die Renaissance-Bewegung unseres Volkes ausgezeichneten Mentor einer Generation jüdischer Jugend im alten Oesterreich in dankbarer Erinnerung bewahren wird. Haf%UaU Uuu ltntec von Z. F. Finkeistein (Jerusalem) Imber starb in New York im Jahre 1909 und hatte als letzten Wunsch geäußert, in Erez Israel zur ewigen Ruhe gebettet zu werden. Ein Freund, Mr. J. Haber hat alles getan, um diesen Wunsch in Erfüllung gehen zu lassen. Als klassischer Bohemien der Galuth, vei mochte Imber auch sonst in Poesie und Prosa das nationale Sehnen der Volksmassen mit der Romanitk des profanen Alltags zu verbinden. Ein Gedicht Imbers wie: „Meine Tränen sind wie Regen" mochte im Zeitalter, wo die deutsche Romantik bereits zur Veigangenheit gehörte, etwas alltägliches und stereotypes gewesen sein. Doch klang d es im Entwicklungsstadium der hebräischen Dichtung, die von der „Melize" — der Phrase, beherrscht war, neuartig und erdennahe und kann wohl als Vorbote der Natur- und Liebeslieder eines Bialik und Tschernichowski gelten. In solcherart Dichtungen Imbers, wenn auch ungelenkig und formlos, zeigt sich bereits der lange gefesselte Schöpferdrang der Ghettojugend, die losgelöst von religiöse) Pathctik, nach neuer Form und Gestaltung zu ringen beginnt. Wie Tausende seiner Kampfgenossen, wurde auch Imber aus der Verknöcherung seiner galizisehen Kleinstadt durch den Ruf nach profaner Bildung in die Fremde geradezu hinausgeschleudert. Von Rumänien ging Imber nach Konstantinopel, von hier nach Jerusalem, sechs Jahre brachte er hier zu und schrieb den Großteil seiner Lieder, die voll glühender Begeisterung als Volks- XXI., Strandbad Alte Donau XXL, Angelibad XIX., Krapfenwaldl XIX., I lohe Warte XVI., Kongreßplatz XVI., ()ttakringerbad XII., Thercsienbad XIV., Haumgarlnerbad Während des fünfjährigen Bestehens des Staates Israel sind viele voraussehbare Probleme aulgetaucht, welche die tliltsmitlel und den Krlmdungsreichlum der internationalen zionistischen Frauen- Organisation auf eine harte Probe gestellt haben. Zusammen mit anderen Peilen der Bevölkerung mußten alle Anstrengungen verstärkt werden, um den Ncrscmtdciieii Hindernissen zu begegnen und sie zu überwinden, welche wahrend der 5 Jahre der Konsolidierung des Staates Israel aufgetaucht sind. Beginnend lieder mancherorts erklingen. Jahrzehnte vor Herzl prägte er hier die Idee nationaler Wiedergeburt, und die Zukunft des Judentums wurde ihm zum Born seines dichterischen Schaffens. Glühende Liebe, visionäre Glut und mcssianische Traumspiele bilden das Leitmotiv der im Lande entstandenen Dichtungen. Doch auch in Erez Israel gab es für den ewigen Wanderer keinen Halt. Er ging nach London, fand in Israel in Zang- will einen Freund und Wegweiser, durch den er in den englischen Kulturkreis eindrang, übernahm für kurze Zeit die Leitung einer englischen Zeitung „Jcwisli Standard" und ging schließlich nach Amerika. Hier wanderte er unermüdlich von New York bis nach Colorado, und landete kaum 54-jährig als Alkoholiker mit der Aureole eines Nationaldichters im Armenstübchen eines New V ol ker Spitals ... Heute, wo sein sturmumbraustes Bannerlied. der nationalen Wiedergeburt zum Ausdruck einer Wirklichkeit wurde, erhält die Rückkehr seines toten Autors nach Israel besonderen Sinn und geschieh tliche Verklärung. ln der Notigen Nummer der „Stimme" unterlief uns insofern ein Irrtum, als wir Imber als Komponisten der „llatikwah" bezeichneten. Imber verdanken wir wohl den Text Hatikwah. Sein Text wurde in Musik gesetzt, die ein rumänischer Kantor, dessen Name nicht bekannt ist, geschaffen hat. £oM Taute* #. A. Am 16. Mai sind es 20 Jahre, seit dem lode Loebl Taubes, eines der Askanim der Zionisten in Oesterreich, in Israel, wird aus diesem Anlaß eine große Feier veranstaltet, an der Dr. N. M. Gelber, Dr. Meier Ebner und Dr. Z. F. Finkeistein sprechen werden. Loebl Taubes war einer der Pioniere der zionistischen Bewegung in Galizien, ein bekannter jiddischer Publizist und Volksredner. Er wurde im Jahre 1863 als Sohn des Ottynier Rabbiners geboren. Als Volksredner zog er durch Galizien und die Bukowina und propagierte in Wort und Schrift die nationaljiidische Idee. Er gründete in Kolonien „Die jiddische Volkszeitung4* und den „Folksfrajnd“. Beide Wochenblätter buben viel zur Entwicklung der jiddischen Literatur und Journalistik in Europa beigetragen. Nach Ausbruch des ersten Weltkrieges nahm er in Wien Aufenthalt, setzte seine Tätigkeit fort, und nach einem arbeitsieichen Lehen, starb er hier hochverehrt von seinen vielen Anhängern und Schülern. Eine prachtvolle, gütige, ideale Persönlichkeit, faszinierte Löbl Taubes ulle, die sich um ihn scharten. XIV., 1 liittildorferbad XIV., Ila.liTsdorf-Weidlingai. XXII., Strandbad Stadlau XXIII., Himberg XXIV., Liesing XXV., Mödling XXV., Lump.,Idskinl.cn XXVI., Strandbad Klosterneuburg XXVI., Stninibad Kril/.emlorf - 1953 Nom historischen Augenblick im Mai 1948, als Mrs. Rachel Kugan, die Vorsitzende der Israel-Föderation der W 1ZU, zusammen mit anderen 3h Mitgliedern des pron isorischen Slaalsrutcs die l nahliängigkcilscrklärung während der Belagerung Jerusalems, des Bombardements und der erbitterten Kämpfe im ganzen Lande Unterzeichnete, hat die Notwendigkeit für Nolstanclsüktioncn niemals aufgehört. Schon früh im Jahre 1949 fand eine Sitzung der \ oliNcrsammlung der Exekutive der W clt-W izo in Tel-Aviv statt, um die Notwendigkeit der Reorganisation zwecks Fortsetzung der konstruktiven und praktischen Arbeit unter den neuen Bedingungen zu diskutieren, ferner um die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Regierungsämtern zu fördern und die bestehenden W izo-lnsti Unionen und Möglichkeiten den neuen Bedürfnissen un/upassen, sie zu erweitern und auszubauen. Die Last der Arbeit der W1ZÜ in dieser Periode mußte sich natürlich mit den ungezählten Problemen, durch die große \\ die der Einwanderung, welche das Land nach der Staalserklärung erreichte, honoigerufen, befassen. Vom Augenblick der Landung, bei welcher Wizo-Arbcitcriiiiien den Hafenbeamten in der Befürsoigung der Alten, der Jungen und der Kranken und später während der langen Wartezeit in den Einwanderungs- Sammcllagcrn bis zur Fertigstellung der ständigen Behausung beistanden, wurden alle Institutionen und Möglichkeiten der Wizo direkt zur Förderung der Einwanderung der Neuankömmlinge und zur Linderung der vielen Schwierigkeiten auf dem Wege ihrer Seßhul'tmuclnmg zur Verfügung gestellt. Im ersten Monat, als die Flut der Einwanderung cinsetzte, wurden 29 Kindergärten und 50 Kindcr-Krunkcusälc in den Einw anderungslagcrn der Jcwish Agency eröffnet, während jene Kleinkinder, die infolge Raummangels nicht aufgenommen werden konnten, durch den Besuch von W izo-Pflegcrinncn bcfiirsorgt wurden; eine der Hauptaufgaben war die Erziehung der Mütter, von denen viele aus primitiven und rückständigen Ländern, aus dem Mittleren Osten und Nordafrika gekommen sind, in den Grundbegriffen der Hygiene, der Diät und der Säuglingspflege. Die Anzahl der eingewanderten Kinder und Jugendlichen, welche in der Periode der Masseneinwanderung in die Erziehungsinstitutionen aufgenommen wurden, erreichte zwei Drittel des gesamten Belages, während iicugeschaffene Untcrbringungsmüglichkeiten für einzelne Frauen m drei Einwanderungshleimen für 400 Frauen l nterkunfl beschaffte. 'Pausende Frauen bedienten sich auch der Beratungsstelle in den drei Hauptstädten, um Anleihen aufzunehmen, sieh in Herunhildungskursen einschreiben oder ihre Kinder in llcranbildungs- oder Erziehungseinrichtungen uiiterhringen zu la;- SCIl. Zur Bekämpfung des erschreckenden Ansteigens der Kindersterblichkeit, welche in dieser Periode einsetzte, wurden zwei neue Säuglingsheime in Rush Haayin und in Salcd zur Versorgung des Gesamtgebietes von Galiloa mul zwei Kleinkiiitlerheime in Baka’a. in Jerusalem und in Tiryat, Tel-Aviv. als Vergrößerung der W i>;o-Säug 1 ingshcimc in diesen Städtoi errichtet. Fortsetzung folgt. HDtrner ®urf|I|auö Adolf Reiss Erben & Co. Tuehgroßhandel und eigene Schafwollwaren - [Manipulation Wien I., Rudolfsplatz 6 l) 24 5 1«, l! 24 5 19 Städtische Sommerbäder XXL, Strandbad Günseluiufel