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Die Stimme · 1953-05-01 · Heft 74 (Mai 1953) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
1953
Issue
Heft 74 (Mai 1953)
Date
1953-05-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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V. b. b. ÖtyOH du AtttyttntiKlh. ÜohUUh in Ösiuceick Zionistischer Landesverband Wien rrrn c'yrj; :nNn,*7 Das Judentum der Welt und Israel Von I)r. A. GOLDSTEIN ln der Ocffcntlichkcit Lsrucls und bei der jüdiselicn Bevölkerung der Gallith, hat der Beitritt der Allgemeinen Zionisten zur Koalition ein überaus zufriedenstellendes Echo ausgelöst. Die Einsicht hat sich durchgesetzt, daß dieser Schritt eine Lebensnotwendigkeit für das Land \v ar.' Es ist bedauerlich, daß die Mapai erst so spät die Nützlichkeit eines solchen Entschlusses eingesehen hat. Der Felder Ben-Gurions, durch Zusammenfassung kleiner Gruppen eine Regierungsokalition zu bilden, hat sich ganz besonders nach den Wahlen zur zweiten Knesseth als verhängnisvoll erwiesen. Koalitionen mit schwacher Mehrheit waren die Quelle fast unaufhörlicher Regierungskrisen. Der Irrtum der Mapai mußte sich umso schlimmer auswirken, als die Bevölkerung sich bei den letzten Knesscth-Wahlen für eine Arbeitsgemeinschaft der Mapai mit den Allgemeinen Zionisten ausgesprochen hat. In dem grandiosen Erfolg der Allgemeinen Zionisten, denen die letzten Knesseth-Wahlen mehr als das Dreifache an Mandaten brachten (sieben Mandate in der ersten Knesseth — dreiundzwanzig in der zweiten Knesseth) lag die stille Aufforderung an Ben-Gurion, die Allgemeinen Zionisten, entsprechend ihrer Stärke, an der Regierungsbildung teilnehmen zu lassen. Leider hat die Mapai viel Zeit unnütz verstreichen lassen. Trotz der schwierigen ökonomischen Lage, von der Israel gegenwärtig heimgesucht ist, herrscht im jüdischen Staat selbst und in der jüdischen Welt riiekhaltslose Freude und Genugtuung über die blutlose Revolution, die sich in den letzten Monaten vollzogen hat. Ungeachtet der Tatsache, daß cs auf beiden Seiten — bei der Mapai und bei den Allgemeinen Zionisten — Meinungsverschiedenheiten gibt und daß sich auf beiden Seiten Stimmen gegen die Koalition erhoben, — umspült die nunmehr geschaffene Arbeitsgemeinschaft zwischen den beiden großen Parteien eine Welle von Hoffnung und Optimismus. Die Allgemeinen Zionisten dürfen allerdings nicht einen Aspekt aus dem Auge lassen: daß nämlich der Allgemeine Zionismus im Verlaufe seiner bewegten Geschichte noch niemals von einer solchen Gefahr stand wie jetzt. Vom Erfolg (»der Mißerfolg der Beteiligung an der Regierung hängt in großem Maße die weitere Entwicklung, bezw. der Rückgang des Allgemeinen Zionismus ab. Nicht bloß in Israel, sondern in der ganzen Welt... Die Vertreter der Allgemeinen Zionisten in der Israel-Regierung haben in einer Versammlung in Tel-Aviv erklärt: „Gebt uns ein Jahr Zeit. Wir hoffen, daß wir weder die Bewegung noch die Bewohner Israels enttäuschen werden.“ Diese Erklärung stellt einen Wechsel dar, der durch die ganze Bewegung gedeckt werden muß. Es ist klar, daß die Minister ihre Zusage nicht werden einlösen können, wenn nicht alle Kräfte in Israel und im Auslande mobilisiert werden, um den Erfolg herbeizuführen. Das Minimalprogramm, auf das sich bei der Schaffung der Koalition beide 'Peile geeinigt haben, enthält eine Reihe von ökonomischen Voraussetzungen, die nur durch restlose Kooperation der Juden in den Galuth-Ländern erfüllt werden können. Es handelt sich vor allem um die Erweiterung der ökonomischen Basis und die Belebung der Privatinitiative, um die Ermutigung des Privatkapitals und um die Förderung der Alijah des Mittelstandes. Alle diese Aufgaben können nur mit Unterstützung der Anhänger der allgemein-zionistischen Ideologie durchgeführt werden. Allerdings müßten die Leitungen der beiden allgemein-zionistischen Gruppen jUljWmston Churchill Die Vitalität des britischen Ministerpräsidenten ist imponierend, ln einem Alter, in dem andere verdienstvolle Staatsmänner gewöhnlich einen repräsentativen Posten cinnehmen (wenn sie sich nicht schon gänzlich aus dem öffentlichen und politischen Leben zurückgezogen haben), steht Winston Churchill, der vor einigen Wochen geadelt wurde, als unbestrittener Führer Englands da. Aber nicht nur das: die geistige Frische des Achtundsiebzigjährigcn, seine Dynamik in der Behandlung der brennendsten internationalen Probleme, machen ihn zu einer Persönlichkeit, die trotz ihres fortgeschrittenen Alters zur Mitbestimmung an den Geschicken der Welt prädestiniert ist. Winston Churchill hat sich erneut als ein Freund Israels erwiesen. Er erklärte klipp und klar, daß er nicht gestatten wird, daß die britischen Flugzeuglieferungen an die Nahost-Staaten Israel in eine unvorteilhafte Situation bringen werden und er gab bei der Behandlung der isruelisch-transjordanischen Differenzen seiner Hoffnung Ausdruck, daß diese — wie er sagte — „besonders unzeitgemäßen Streitigkeiten“ bald einem Ende zugeführt werden. „Ich hoffe, daß die arabischen Staaten mit Israel Frieden schließen werden und ich bete zu Gott, daß die größt) zionistische Idee fiir dieses historische Volk im Lande seiner Ahnen schließlich voll zum Ausdruck kommt;**, sagte Sir Winston. „Seit der Balfour-Deklaration im Jahre 1917 war ich ein treuer Anhänger und Helfer des Zionismus. W enn ich nun zurückblicke auf die Arbejit, die getan in den territorialen Föderationen mehr Verständnis für die Erreichung dieses Zieles aufbringen, ln den USA hat die zionistische Organisation eine Aktion zur Förderung der privaten Initiative für ln- \estitionen in Israel eingeleitet. Auf diesem Gebiet hat man leider bis jetzt noch nichts oder fast nichts getan. Territoriale Organisationen in diesem Weltteil begreifen nicht, daß eine außerordentlich hohe Verantwortung auf ihnen lastet. Es fehlen bis jetzt die Körperschaften, welche sich mit der Mobilisierung der finanziellen Mittel und der Ali - juh befassen sollen. Das muß so rasch als möglich geschehen. Wir können ohne Lebertreibung sagen, daß wir vor eine sehr ernste Prüfung gestellt sind. Von uns hängt der Bestand eines der wichtigsten Instrumente der israelischen De^ mokratic in der Gegenwart und in der Zukunft ab. wurde, um die Nation aufzubauen, um die Wüste fruchtbar zu machen und um 500.000 Flüchtlinge allein aus Europa aufzunchmen, dann fühle ich, daß cs die Pflicht Englands ist, zu wachen, daß Israel fair behandelt wird und daß die Versprechungen, die verschiedene britische Regierungen im Laufe der Zeit gegeben haben, auch tatsächlich eingi halten werden**. Auch in dieser Beziehung hit Winston Churchill die Initiative ergriffen. Gerade zur Zcft des Besuches von John Koster Dulles im Nahen Osten, kamen seine Worte für viele in- und ausländische Kreise — und möglicherweise gerade wieder für die Amerikaner selbst — einigermaßen überraschend. Israel hat aber der britische Ministerpräsident einen Dienst erwiesen, der hoch eingeschätzt werden kann. Das Bekenntnis Sir Winstons zum jüdischen Staat, ist gerade in diesen Tagen von hoher internationaler Bedeutung. John Foster Dulles Der amerikanische Außenminister John Foster Dulles war in Begleitung des Leiters des Amtes für gemeinsame Sicherheit, Harold E. Stassen, Mittwoch, den 13. Mai in Israel eingetroffen. Dulles, der sich auf einer Reise durch den Nahen und Mittleren Osten befand, wurde auf dem Flugplatz Lydda bei Tel- Aviv von Außenminister Moshe Sharett, der am Vortage von seiner Reise durch Nord- und Südamerika zurückgekehrt war, empfangen. Im israelischen Außenministerium in in Tel-Aviv fanden Besprechungen über die Beziehungen Israels zu den arabischen Ermutigende Worte Preis 2 Schilling HMIMMIHIIIIIIIIIIIHIIIHIMIIIIIIlUj 3 3 i Redaktion und Administration : Wien IX, L niversitätsstr. Nr. 4 4 Telefon A 26 4 73 S i i i 3 3 i Postscheck-Konto Nr. 134.292 Mai 1953 iiiiiiiiiiiiimii mm 1(1(1111111111 il Nr. 74 Staaten und die Möglichkeit eines Friedensschlusses statt. Dulles Berater und Sachverständige des israelischen Außenministeriums waren zur gleichen Zeit in einem separaten Raum ebenfalls zu einer l ntci redung zusammen. Am Donnerstag hatte der amerikanische Außenminister in Jerusalem mit dem israelischen Ministerpräsidenten David Ben-Gurion eine ander thalbstündigc Unterredung. John Foster Dulles gab den Vertretern der Presse folgende Erklärung ab: „Mr. Stassen und ich freuen uns, auf Einladung der israelischen Regierung hierher gekommen zu sein und wir sehen den Besprechungen mit Ministerpräsident Bei: Gurion. Außenminister Sharet und anderen führenden Persönlichkeiten mit Zuversicht entgegen. Wir haben diese Reise in die Länder des Nahen und Mittleren Ostens auf Aufforderung von Präsident Eiscnhower unternommen, damit wir direkte Informationen über die Situation in diesen Ländern erhalten und auch als Zeichen der Freundschaft unserer Regierung und unseres Volkes den Regierung und Völkern dieses Gebietes gegenüber. W ir wissen um den großen Fortschritt in Israel und wir kennen die energische Art, in welcher die israelischen Politiker versuchen, die noch existierenden Probleme zu lösen. Ich bin davon überzeugt, daß die Gelegenheit, die sich uns bietet, um mit unseren eigenen Augen zu sehen, was hier, getan wird, und auch die Gelegenheit eines direkten Meinungsaustausches zwischen Mr. Stassen, mir, und den israelischen Politikern für beide Seiten von Vorteil sein wird.** Nach dieser Erklärung begaben siqli die amerikanischen Gäste nach Ramat-Gan ins Privatheim des USA-Geschäftsträgers F. D. Rüssel. Am späten Nachmittag begannen die politischen und wirtschaftlichen Beratungen. Die Regierungskrise Jerusalem. In den letzten Wochen kam cs in der Knesseth zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen der Mapai und den Allgemeinen Zionisten, die verlangten, daß in den öffentlichen Schulen in Israel nur mehr die blau-weiße Nationulflagge erlaubt wird und daß die roten Fahnen bei Beflaggung der Schulgebäude zu verbieten sei. Ebenso soll bei festlichen Anlässen nur die „Ilatifcwa“, als Nationalhymne, gespielt werden. Die Allgemein-zionistische Fraktion der Knesseth entschloß sich, in dieser Frage keine Kompromißlösung anzunehmen. Ministerpräsident Ben Gurion erklärte vor der Knesseth, daß er nach dem Austritt der Klalim aus der Regierung nun bemüht sei, ein starkes Kabinett auf erweiterter Koalitionsbasis zu bilden. Verhandlungen mit den Allgemeinen Zionisten, den Pro gressiven und mit dem Religiösen Bio k werden fortgesetzt. Der Ministerpräsident hat die Neubildung des Kabinetts verschoben, du die Mapai den Fall ihrer Parteiinstanz vorzulegen gedenkt. Gedenket der sechs Millionen Toten Spendet Bäume für den Märtyrerwald KEREN KAYEMETH LEISRAEL WIEN I, SEITENSTETTENGASSE 4 TEL U 29 2 26 POSTSPARKASSEN-KONTO 130.067

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