Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1953
- Issue
- Heft 73 (April 1953)
- Date
- 1953-04-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 73 DIE STIMME Seite 5 | UNSERE TOTEN | Anna Nordau Dr. Emil Schmorak Am IC). Mürz 1953 starb in Jerusalem l)r. Emil S c li m n r;i k im Alter von nur (><i .lalimi mich einem qiialvdien Leiden. Ein tapferer Mensch, der sein Lehen dem Zionismus geweiht luitle. Sein mutiges Miltia len Regelt l nehrliehkeit. Korruption und ähnliche \ erderhliehe Erscheinungen im öffentlichen Lehen, wirkte ermutigend in den Reihen jener, die sieli in dieser von einer moralischen Seuche durch Hüteten Welt den Glauben an die l nenlhehrliehkeil ethischer Grundsätze bewahrt haben. Km Herzleiden, das ihn viele Tuge uns Krankenlager fesselte, setzte ihn außerstande. seine wichtigen Kunkti mm auszuiibcn. Kine Persönlichkeit. die mit vorhildlirhen Kigeiisi hal ten der Moral und des Gemütes aiisgcstattct war. ist mit Dr. Kmil Scltmornk dem Lehen allzufrüh entrissen worden. Klire seinem Angedenken. Im ()kt;*her 1901) war dem Zionistischen Lande,sv erhand die Klire zuteil. Dr. Selmiorak in W ien zu begrüßen und mit ihm Probleme von großer Wichtigkeit zu erörtern. Dr. Selmiorak vermittelle uns Krkenntnisse. die wir nur von einer Persönlichkeit erfahren konnten, die über ein so profundes Wissen verliigte. wie es dem \ erstorbenen zu eigen w ar. Prof. E. Sukenik In Jerusalem starb Kürzer Lippu Sukenig. Professor für Archäologie an der l niversität. Kr war im Jahre 1889 in Bialvstok geboren und erhielt seine erste Erziehung in den Jeschiwoth von Lomza mul SJobodku. Die akademische Ausbildung erwarb er am Lehrerseminar in Jerusalem, an der Universität in Berlin und am Dropsie College in Philadelphia. 1912 kam er nach Jerusalem: im ersten Weltkrieg seliloß er sich der Jüdischen Legion an. Seither hat er eine große Reihe \on Ausgrabungen durchgeführt, zum Beispiel die dritte Mauer um Jerusalem, in Beit Alpha, Tibcrias, Ghedcra, am Nupoleonshiigel und in der Umgebung Jerusalems. Sukenik gehörte zahlreichen wissenschaftlichen Gesellschaften an, 1948 war er Vorsitzender des internationalen archäologischen Kongresses. Berühmt wurde er in den letzten Jahren durch die Entdeckungen der alten Handschriften, die in der judäischen Wüste gefunden worden sind. Klire seinem Andenken. Armin Guttmann Luser verdienstvolles, stets hilfsbereites Mitglied. Herr Armin Guttmann, ist am 12. März 1958 verschieden. Herr Gultiiienn hatte sich schon in seiner Jugend mit zionistischen Problemen befaßt und wirkte insbesondere während seiner Kmigrnlion in Shanghai für unsere Sache. W ir werden sein Andenken immer hoch halten. Zionistischer Laiidesverhand ÖSTERREICHISCHE STRUMPF- U. WIRKWARENFABRIK HERBST &GA0N ZENTRALE: WIEN I, GONZAGAGASSE 1 (MORZINPLATZ 3) TEL. U 26 1 43 FABRIK: WIEN VI, MOLLARDQASSE 20 TEL A 30 2 67 Die Tel Aviver Stadt\erwaltung teilte mit. daß sie aus Paris die Nachricht \om Milchen der Krau Mim Nordau. der Gattin des \ erstorbenen zionistischen Führers Mas Nordau. erhielt. Krau Nordau war 9b Jahre alt. Sie hatte mehrmals Israel besucht und begleitete auch den Sarg ihres Mannes, als dieser nach Israel überführt und auf dem alten Kricdhof in Tel A\i\ beigeselz! worden war. Ein Ruf an die jüdische Jugend! Komm auf ein Jahr nach Israel l nser Sluiat-Shcrut-Programm sieht eine kurze I lachscharali in Krankreich \or, worauf ein Arbeits- und Studienjahr in Israel folgt. Alle Auskünfte erteilt der Zionistische Laiidesverhand. 9.. I niversi tätsstr. 4 Tel. A 2(>-4-73. Forderung der Allg, Zionisten ln einer in .Jerusalem stattgefundenen Versammlung der Allgemeinen Zionisten erklärte Gesundheitsminister Josef Serlin u. a.: ..Die Koalition befindet sieh in der ersten Klappe ihrer Wirksamkeit und sie ist auf dem Wege, eine gemeinsame Plattform für die Tätigkeit der Regierung zu finden. Vorläufig deckt sich die Richtung der Mapai mit jener der Allgemeinen Zionisten nicht. Kür eine Koalitionsregierung ist es aber entscheidend, daß ein Koalitionsweg gefunden wird. In der letzten Zeit kommt es vor. daß Minister einander widersprechende Aeußerungen machen. Das ist verständlich — solange die Regierung noch nicht ihre Linie definitiv fixiert hat. Die fundanu ntalcn Prinzipien der neuen Regierung sind: Liberalisierung der Wirtschaft: Schaffung von Bedingungen für die Heranziehung jüdischen Kapitals: Slaatsunterrichl: Knipolitisierung des Staatsapparates: Gesundung des parlamentarischen Regimes durch Acnderung des W ahlgesetzes. In diesen Grundfragen muß eine Klärung herbe'gcführt werden, die den Bestand der Koalition sichert. Ks steht fest, daß die Existenz des Landes bedroht ist, wenn wir nicht die Alijali erweitern und jüdisches Kapital nicht ins Land fließen wird, linsen' Regierungsfront hat keinen ausgesprochenen w irtschaftlichen Charakter. bis ist eine zionistische Krönt, deren Aufgabe es ist, dafür zu sorgen, daß jüdisches Geld mich Israel strömt. \ or der Staatsgründung kamen auf je eine Million Pfund nationalen Kapitals zwanzig Millionen Pfund Privatkapital ins Land. Killen Ausweg aus der gegenwärtigen Situation kann nur die Aufhebung der Devisenkontrolle bringen, ln diesem Punkte ist die Kntscheidung noch nicht gelallen. Kruste Verhandlungen in dieser Krage weiden nach der Rückkehr des Handels- und Industrieministers Bernstein beginnen. ISRAEL Der kürzlich aus Amerika zurückgekehrte Israelische Mandelsminister, Dr. Peres Bernstein, brachte \on seiner Reise eine Menge \on Erfolgen mit. die geeignet sind, im letzten Jahre aufgetauehtr Besorgnisse der W irtschal tskreise des Landes zu zerstreuen. Der Leiter des Handelsressorts kam während seines amerikanischen Aufenthaltes in die Lage, eine Reihe lebenswichtiger Kragen anzuschneiden und folgende wichtige Resultate zu erzielen: Ks wurde ihm zugesagt, daß auf dem Gebiete der Wirtschaftshilfe der ISA für Israel, keine Acnderung in Aussicht steht. W as diesen Punkt aiibelangl, so hat der Regierungswechsel in Amerika keine Wechsel in der Haltung Israel gegenüber nach sich gezogen und die gegenwärtige republikanische Regierung wird den unter dem Trumankurse eingcschlagcnen Weg bcibchaltcn. Was die Schaffung der neuen Devisenkurse anbelangt, so merkte Minister Bernstein. daß diese Maßnahme selbst bei den of fiziellen W irtschaftsstcllen in l\ew N ork unliebsames Befremden auslöste. Die allgemeine Weltwirtschaftslage, wo- \on die israelische Situation ein, wenn auch kleiner Bestandteil ist, verlangt in der Situation \on heute die Aufhebung der Devisenkontrolle. Der Minister fügte hinzu, daß die Angelegenheit gegenwärtig innerhalb der Regierung beraten wird. Die Reise des Ministers und ihrer Resultate sowohl auf direkt materiellem Gebiete. als auch auf dem Gebiete der spirituellen Beeinflussung durch die Umwelt, sind ein neuer Beweis dafür, daß* eine unbedingte Notwendigkeit für das kleine Israel besteht, den Kontakt mit der großen W elt aufrecht zu erhalten. Der Chronist kommt in die Lage, fast allwöchentlich Reisen führender Staatsmänner der verschiedenen Länder in die Metropole der USA zu verzeichnen. Als kleines Beispiel weilte Knde März Frankreichs Ministerpräsident und dessen Außenminister in Washington und Marschall töUdecQuJUnacUütoQ' lm Mai Verhandlungen in Wien Ing. Raab erklärte kurz nach seinem Amtsantritt als Bundeskanzler einem Vertreter der Auslandsprcsse. daß die Bundesregierung im Prinzip bereit sei, Verhandlungen mit den jüdischen Weltorganisationen über eine Entschädigung für das Judentum für die materiellen Verluste. die dieses unter dem nationalsozialistischen Regime erlitten hat, aufzunehmen. Die Besprechungen sind für Mai in Aussicht genommen. Die vier jüdischen Weltorganisationen haben eine Delegation nominiert, welche die jüdischen Interessen in Wien vertreten soll. Vor allem werden die Bcsitzverhältnisse erbloser jüdischer Vermögen sowie die beehtmäßigkeit von Pensionsansprüchen zu klären sein. Die Regierung wird bemüht sein, den Fragenkomplex, der erblosen \ ermögen so zu lösen, daß diese insbesondere den in Oesterreich lebenden notleidenden Juden zugute kommt. Die im Ausland erhobenen Pensionsforderungen hat die Regierung in inoffiziellen Verhandlungen vorläufig abgelehnt. Auf keinen Kall wird Oesterreich auch für den Verlust jüdischen Vermögens Ersatz leisten, das sich heute als „ehemaliges deutsches Eigentum" in Händen der Sowjets befindet. Man hält es für unwahrscheinlich, daß die arabischen Staaten gegen die Aufnahme der Verhandlungen mit den Juden protestieren werden. Derartige Proteste! wären nach Wiener Ansicht auch unbegründet, weil Oesterreich nicht mit Israel, sondern mit den Weltorganisationen zu verhandeln bereit ist. - U. S. A. Tito in London. W enn also auch große und reiche Länder sich der Wichtigkeit des Kontaktes mit der gesamten übrigen Welt bewußt sind, darf umso mehr das kleine Israel sich von keiner politischen Richtung dahingehend beeinflussen lassen. sieh in eine Isoliertheit zurückzuziehen. die in der heutigen Situation verderbenbringend wäre. HB. I Zollfreie Lfebesgabenpakete S nach Ungarn und der GSR, auch Medikamente I KFLFN-I TD Wien <•< esslinggasse nr. 2 5 i ÜM TELEPHON U 29-0-57 Die neue Regierung Das interessanteste iiinerpolilisehe Ereignis war die vorzeitige Auflösung des österreichischen Nationalrats und die Aussehreihung von Neuwahlen, die, einen status <pio ante ergeben, haben. Die langwierigen \ erhaiidlungcn beider großen Parteien haben schließlich zur Ausschaltung der Nationalsozialisten (Wdl) geführt, worauf eine Regierungsbildung möglich wurde. In der Zusammensetzung der Regierung ist insofern eine Acnderung e'mgelrctcn, als der sehr verdiente, ziemlich elastische Ing. Kigl ausgebootet wurde und an dessen Stelle trat der Obmann der ö\ P, Ing. Raab, von dem man weiß, daß er für die rechtsradikale Richtung Sympathien hegt. Wir wollen mit Genugtuung hervorheben, daß die sozialistische Partei als neuen Staatssekretär für Auswärtige Angelegenheiten, Dr. Kreisky, der Jude ist, nominiert hat. Sportklub Hahoah Aus Anlaß der Spielerehrung hielt der Präsident der llakoah, Herr Hermann Wenkart eine Ansprache, bei der u. i. folgendes den jungen jüdischen Sportlern sagte: ..Die Politik der llakoah ist ausschließlich auf Israel ausgerichtet und es ist betrüblich, wenn noch heute Stimmen laut werden, die das Gegenteil behaupten. Die Wirklichkeit sieht anders aus. Die llakoah kennt nur ein hohes Ideal: Für Israel zu kämpfen. Solange ein Jude in W ien ist. hat der S. C. llakoah. der über eine glorreiche Sportradition verfügt. ihre Daseinsberechtigung. Er schloß mit den Worten: ..Die heuer in Israel stattfindende Maccabiude ist eine Verpflichtung für die llakoah. die ihr Bestes sehen wird, um für die blau-weiße Kahne neue Ehren zu erringen. W ir bringen die Worte des Präsiden teil Wenkart gerne unseren Lesern zur Kenntnis und wollen hoffen, daß die Zusammensetzung des neuen Präsidiums diese Zusagen in Talen Umsetzen werden. Vorlesung Renee Roth Wir freuen uns. unseren Lesern mittcilen zu können, daß die Vortrugskünstlerin Krau Bose Renee Roth, wegen des großen Erfolges am Mittwoch, den 22. April 1953 um 19.3Ü Uhr im Wiener l rania-Klubsaal. einen neuen Abend gibt. Das Programm beinhaltet u. a. Gedichte und Prosa von Kranz Werfel, Stefan Zw eig. Gustav Meyrink und Peter A1 ton - licrg. HDtenrr dntrfjfjaits Adolf Reiss Erben & Co. Tuchgroßhandel und eigene SehüfvvoUwaren - Manipulation Wien 1., Rudolfsplatz. 6 l) 24 5 18, U 24 5 19 A. G. Vereinigter Wiener Tischlermeister Mobelverkaut uml Zenlralr Wien VI, Mariahilfer Straße 31 / Tel. B 22-401, B 20-405, B 2 llnlz- und Furnlerverkaul Wien XV, Goldschlagstraße 73 / 1 el. A 39-4-81, A 39-2-20 Holzoberllachen behänd lungs-Maleilalenverkaul: Wien XV, Goldschlagstraße 65 / Tel. ß 31-705