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Die Stimme · 1953-02-01 · Heft 71-72 (Februar 1953) · page 6

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Journal
Die Stimme
Volume
1953
Issue
Heft 71-72 (Februar 1953)
Date
1953-02-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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I) I KST I M M K Die Minen König Salomons l)i>' \e<,'cv w iLu bedeckt ungefähr dir Hüllte des israelischen Staatsgebietes. 1(1.(1011 (Jmdratkilomrter. dir sich \<>m i Mtrii Meer bis /um Nordzipfel des \qti- )>ili-drs Roten Meeres erstrecken, bilden keinesfalls eine einförmige Sandlin i br. Sündern zeigen \ erst •liicden.nrtige I’’ »denformatinnen. Dir Israelische Regierung «eilt in dir In l> tu [de n König Sul unms und ist unausgesetzt bestrebt, das Net/ (Irr w irt.schalt - lieben Verbindungen Israels möglichst weil gegen den dunklen Krilteil zu kolonisieren. Dir Romantik der großen biblischen Zeit und die klaren Erwägungen. gerichtet auf eine moderne W irtsrbaf'tspoli tik. schließen die Pläne der \\ irtschaflsfaktorrn des Landes ein. Ks ist klar, daß Israel das Bestreben bat. die Nege\w iiste. soweit es die \erhäl misse gr-talten. zu kultivieren und produktiv zu mach eil. da die israelische \\ irtsc haf' mit diesem Plan geradezu steht und fällt. Die l rbarmaehung der W iiste. und die Erschließung fruchtbaren Landes \nm Norden her durch ein die Medinuh umspannendes W asser\erteilungssystcm. hat bereits zur Gründung von 75 Sied- Imigss teil eil. \ oru irgend agrar w irtschaf tlieber \il. im Ncge\ geführt. Es ist leider eine Tatsache, daß bei größter \n- '.trenuung es nicht gelingen kann, mehr als ungefähr 5"i> der Gesamtfläche iiir die Landwirtschaft zu erobern. Man wendet sich daher der Erforschung der Bodenschätze zu. die in der Negevw iiste. nach \nsicht \on Fachleuten, in reichem Maße vorhanden sein sollen. Es wird angenommen, daß im Negevgebiet Oelvorkommcn \orhanden seien, doch werden Probebohrungen erst die \\ ahrheit zu Tage fördern. Tatsache ist aber, daß im letzten Jahr 9000 Tonnen Kaolin und ungefähr 15.000 Tonnen Glassand. in reichem Maße Phosphate. Kupfererze. Mangan. Feldspat und Glimmer gefördert wurden. Die Arbeit an den nach König David benannten Gruben, die seit 5000 Jahren nicht mehr ausgebeutel wurden, sind nunmehr soweit vorgesehen - ten. daß im Laufe des Jahres mit der Inangriffnahme des Abbaues eines Kupferlagers \on Elut begonnen werden kann. Die Erze werden an Ort und Stelle verarbeitet. Auf Grund neuester Lntersuehungen wurde au einer anderen Stelle im Neges eine Mine gefunden, die schätzungsweise 40.000 'Pannen Kupfer ergeben wird. Bei ihrer Erschließung werden sich die israelischen Ingenieure die Erfahrungen von belgischen Fachleuten aus dem Katangagebiet nutzbar machen. Die l ntersurhungen der geologischen Struktur des Negev haben ergeben. daß die Phosphate an Hcichtum der in Franzüsich - Nordafrika bestehenden Minen gleichkommcn. Das wichtigste Problem der ..Minen König Salomons". liegt allerdings auf einem anderen Gebiet, u. zw. auf dem de-, Transportes. Der W eg über das Rote Meer kommt bekanntlich aus politischen Gründen nicht in Frage, weshalb das Material über den nahezu 500 km langen Landweg nach Haifa befördert werden muß. Diese Schwierigkeit wird zum 'Peil dadurch behoben werden, daß mit dem Mischluß der in der NX iistengegend liegenden Bersheba-Balm an das Israelische Rahmtet/ begonnen werden wird. Zu diesem Zweck wird eine neue Bahnlinie gebaut werden müssen. Diese Bahn ist nicht nur für den Transport wm Kupfererzen Mm Bedeutung, sondern überhaupt \on giußler Wichtigkeit, da sie die Voraussetzungen für die Bentabilität des Abbaues \ oi: llohstof len schafft. Es zeigt sieb immer mehr, daß zu den wichtigsten Problemen Straßenbau und moderne Beförderungsmittel gehören. Leider ist auf dieiseni Gebiet, infolge Mangels an Vi beitskrül teil und Geldmitteln, bis jetzt seinw 'aiig geleistet w malen. Sühnt* für Ii42 unschuldige Opfer ..Prozeß eines ganzen Systems” Nach Aufnahme der \ erliandlungen erklärte hriegsgeriehtspräsident Nussv Saint-Saetis in einem kurzen klärenden Xoiwoit. dieser Prozeß sei der Prozeß der Barbarei und Menschern eraclitung. Dieser Prozeß sei der Prozeß eines ganzen Systems, fuhr er fort. Einziges Ziel des Gerichtes sei es. Beeilt zu finden und zu sprechen Der Präsident erinnerte daran. daß auch auf deutscher Seite dieses Verbrechen bereits in dem Augenblick, in dem es begangen worden sei. auf das schärfste verurteilt wurde. Der für den Baum \ou Limoges zuständige General habe in einer persönlichen Eingabe an Hitler die Bestrafung der Täter und der schuldigen SS-Division verlangt. Er habe in dieser Eingabe den Mord \<m Oradour als eine ..Schande für die deutsche \ri’ice" bezeichnet. Der Präsident des Kriegsgerichtes fand zugleich würdige Worte für die Opfer \on Oradour-sur-Glune und für die Hinterbliebenen dos schrecklichen V erbreehens. Sind ..malgre nous" Kriegsopfer? VI il leidenschaftlichem Pathos forderten die Verteidiget der clsässisehen Angeklagten die Abtrennung des Verfahrens gegen diejenigen 12 clsässisehen Angeklagten. die zwangsweise in die SS eingezogen wurden. Würden sie in einem gleichen und gemeinsamen Verfahren mil den deutschen Angeklagten verurteil t w erden. dann finde auf diese Weise ein Prozeß gegen das gesamte Elsaß statt. Die ..malgre nous" seien als Kriegsopfer zu betrachten. Sie seien Opfer der gleichen Männer, die neben ihnen auf der Anklagebank säßen. Die angcklagtcn 12 Elsässer stünden aulAcrdem aufgrund der ..Lev Oradour" vor dem Kriegsgericht in Bordeaux. Dieses Ausnahmegesetz sei aber am seid ießlieb für nicht französische Staatsangehörige bestimmt gewesen. Bei Die W ahl zum österreichischen Nutionalrat hat ein Ergebnis gezeitigt, das dir demokratische Welt mit Freude begrüßt. Aber in diese Freude fällt ein Wermuttropfen. Wien, die Stadt des Fortschritts, der Kultur und der Zi\ilisutinn ist das einzige Bundesland Oesterreichs, in dem der Nazismus einen erheblichen Stimmenzuwachs verzeichnet. Es klingt paradox. wenn wir in diesem Zusammenhang von Fortschritt. Kultur und Zivilisation sprechen. Aber W ien, die Großstadt, beherbergt nahezu 1.»00.000 Seelen, die zivilisatorisch nicht homogen sind. Die überwiegende Mehrheit hat sieh zur Demokratie bekannt und damit die Orgien, die die nazistische Barbarei in Oesterreich und Europa getrieben hat. verurteil i. Einer Minderheit der Wiener, hat der Nazismus materielle Vorteile geboten. Diese Minderheit hat jüdisches Eigentum aiisiert. Klöster enteignet. ein- SS-Loutc vor Gerirhl. Anwendung de, französischen Strulreehts müsse dagegen der l instand Beachtung finden, daß ein großer Peil der Angeklagten zur Zeit des Verbrechens 'in Oradour (10. Juni 1944) noch nicht das I». Lebensjahr erreicht hatten. Die Juden und die Ö. V. P. Der DA P-Prcssedicnst teilt mit. daß die Buiidesleilung der ö\ P eine Sitzung ahhiell. in der der Vorsitzende Minister a. I). Ing. Baab. über den bisherigen Verlauf der Besprechungen mit dem Vdl berichtete. Die ßundcspai'teileitung stellte hei dieser Gelegenheit fest, daß mit möglichster Beschleunigung nicht nur die Regierungsbildung durchgeführt, sondern auch die Arbeiten des Nationalrates aufgeiiommcn werden sollten. Die ßundespartcileitiing bedauere die hinhaltende Taktik der Sozialistischen Partei und gebe dem Bedauern Ausdruck, daß sic die Teilnahme des Vdl an der Bcgicrung zurück weise. Der Generalsekretär der ÖVP Dr. Malcta. brachte die Vereinbarungen zur Kenntnis, die in den Vorbesprechungen zur Begierungsbildung mit dem Vdl) getroffen worden sind. Die Bundespurteilcitung der ÖVP billigte nach kurzer Debatte die Maßnahmen der Unterhändler der Partei und nahm die Abmachungen mit dem Vdl zur Kenntnis. Da trifft der populäre Ausspruch des Vntiscrnitcnführers Dr. Karl Lueger ..Wer Jude ist, bestimme ich", zu. Jener Kreis der .Juden, der für die ÖVP anläßlich der Nationalratswuhlen gestimmt hut. hat unglücklich danebengegriffen und sich stolz zur Fliegerischen These bekannt. Es ist beschämend, daß Juden, die in die ö\ P Vertrauen gesetzt haben, nunmehr erfahren müssen, daß sie schmählich verraten wurden. Die ÖVP beharrt darauf, daß die Nazis Begierungsitze im österreichischen Parlament einnehmen! trägliehe Posten besetzt und im Kriege als Stoßtrupps des Nazismus im Hinterland für die l liierjochung der freien Menschen gesorgt. Kein Wunder, daß das Wahlergebnis in den 2b Wiener Bezirken folgendes Bild zeigt: Im lb. Bezirk hatten die Sozialisten einen Abgang von 7» Stimmen und im 2b. Bezirk einen solchen von 15 Stimmen. In allen 25 Bezirken erlitt die ÖVP eine Einbuße von 59.181 Stimmen und die VO in (len Bezirken I, 5. b. 7, 8, 9 und 12 bis 19 einen Verlust von 554b Stimmen. Die Nazis hingegen gewannen in allen Wiener Bezirken insgesamt 45.752 Stimmen. Die Nazis wissen jederzeit ihrem Führer Dank dafür, daß er Baub. Plünderung. Mord und Gewalt legalisiert hat. Die Zulassung des VdL zur Wahl in den österreichischen National rat, ist ein schweres Vergehen gegen die Dem >- kratir. Jüdisches Kreditinstitut Die .Jüdische Spar- und Kreditgenossenschaft in Wien hielt am 2b. Februar 1955 ihre ordentliche Generalversammlung ab. Der Obiminn Dr. Ilift erstattete den Tätigkeitsbericht und stellte fest, daß die Kusse ein bedeutendes Finanzinsti iimrnt der Wiener Judeiisehaft darstellt. In vielen V orstaiulssitzungen wurden 92 Durlelu nsansuehen behandelt. positiv erledigt und 1.199.000.— Schilling flüssig gemacht. Wie stellen mit Genugtuung fest, daß aus diesem Bericht zu ersehen ist. daß damit 25 Gewerbetreibenden und II Menschen aus freien Berufen die Basis für eine Existenz geschaffen wurde, was nicht genug hoch den Initiatoren dieser Kasse ungerechnet werden kann, dies umso mehr, als es unter den heutigen Verhältnissen einem jüdischen Kaufmann oder Gewerbetreibenden (inmöglieli ist, sieh einen Kredit anderweitig zu besehaffen. Nachdem der Obmann des Aufsiehtsralcs, Herr Dr. Rudolf Braun, den Rcvisionsberielit erstattet hatte, erteilte das Plenum dem ahtretenden Vorstand das Vhsolulorium. Bei der Neuwahl wurden der gleiche Vorstund und Aufsichlsrat wicdcrgcvvähll. Diese Institution hat ihre Lebensfähigkeit und Nützlichkeit unter Beweis gestellt. Die tatkräftige Unterstützung und Förderung der in Oesterreich lel>cnd'*n •Juden ist ein Gebot der Stunde. Bei dieser Gelegenheit erachten wir es als unsere Ehrenpflicht, den Initiatoren dieser Genossenschaft, dem Joint. den Herren Dr. David Schapira, Dr. Rudolf Braun mul Bernhard Braver Dank und Anerkennung nuszusprechen. F. VI. Dankesschuld Aus Annette Kolb’s Roman: ..Die Schaukel". Seite 168. Vom 'Tage an. da die Juden im gei - sligen Leben zu Einfluß gelangten, machten sieh in der gefährdeten Existenz des Künstlers gewisse Chancen fühlbar, daß er nicht mit einer Mühsal wie bisher, die subjektiv gesehen nur zu oft einem auf der Streckebleiben gleichkam. sich dcrehzuriiigen hatte: mit anderen Worten und retrospektiv gesehen: daß ein Hölderlin vielleicht davor bewahrt gehliehen wäre, den armen Hauslehrer zu spielen. Franz. Schubert vielleicht nicht so jung und als ein derart armer Teufel gestorben wäre. Wie dem auch sei: Wir sind heute in Deutsehlund eine kleine Schar von Christen, die sich ihrer Dankesschuld dem Judentum gegenüber bewußt bleibt. M A S K 1 R - A IN ü A C II T 8. Tag Pessaeb 22. Nissan 5715 — 7. April |‘)58 ist der Tag, an dem Sie in Ehrfurcht der 'Toten gedenken, die Ihnen, die uns allen nahestehen. I s r a e I entstand und ist die Zulliichtstütte der Juden. Denken wir in Dankbarkeit an die Stätte der jüdischen Wiedergeburt, wo in den Bergen von Jerusalem ein Wald der Mär ly rer angelegt wird. Sechs Millionen Bäume werden als würdiges Denkmal gepflanzt, das Kunde gehen wird, daß das Andenken imscrrc sechs Millionen Märtyrer verewigt wurde. Tragen Sie zu dein erhabenen Werke des KEREN KAYEMETII LEIS- RA KL bei, indem Sie Bäume zur Ehrung des Andenkens Ihrer teueren loten pflanzen lassen. M BEN KAYEMETII LEI SH AL in Oesterreich Tel. I 29-2-26 Postscheckkonto: 150.067 Wiener tv - - /Q, Wiener — s) 'jH+ernationaee (KJ <^^f^f*HaHonaee Mty§4e . .. Man 19S3 3 ORADOUR der Barbarei. — 22 Oft kopiert Nie erreicht fttlaUa&süt' SCHUH-FABRIK Wien III., Münzgaise 5 Telephon U 19 408 Eine traurige Feststellung

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