Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1953
- Issue
- Heft 71-72 (Februar 1953)
- Date
- 1953-02-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2431292-2431345-2431347--0509-2432135- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 71/72 DIE STIMME Seit«1 Interessantes aus Israel Österreichische Juden In Irsael In Anbetracht der bevorstehenden Verhandlungen mit der österreichischen Regierung haben vor einiger Zeit die zwei israel. Organisationen: die Hitachduth Olej Austria und der Irgun Olcj Mcrkas Kuropa den COUNCIL 01 JFWS FROM AUSTRIA ins Lehen gerufen, der von der Jewish Agency und dem Jüdischen Weltkongreß als die einzig autorisierte Organisation der Juden aus Oesterreich in Israel anerkannt wurde. Am 27. v. Vits, fand die Plenarsitzung des Councils statt, un der ehemalige zionistische Führer aus Oesterreich, Mandatare der Kultusgemeinden und prominente Persönlichkeiten teilnahmen. Mach den Eröffnungsworten des ehemaligen langjährigen Vorsitzenden des Zionistischen Laiuleskomitees für Oesterreich, Dr. Jehoschuah Guwrin, erstattete der Richter Dr. Josef Lamm ein eingehendes Referat über die Forderungen der Juden aus Oesterreich und stellte an Hand fler Zi I l ern des österreichischen Staatsetnts fest, daß Oesterreich durchaus in der Lage sei. das den Juden geruubte \ ermögen, wenn auch nicht zur Gänze, so doch zum Teile zu ersetzen. Das heutige Oesterreich ist zwar, sugte Dr. Lamm, kein Nachfolgestaat llitlerdcutschlands, dies kann jedoch der österreichischen Bevölkerung nicht das Recht geben, jüdisches Gut. das ihr zugute kommt und das viele hunderte Millionen Dollars beträgt. für sieh zu behalten. Mach ihm erstattete Dr. Jomtow 15 a t o den Bericht über die vom Council durchgcführlc Anmeldung von Ansprüchen für I laftentschädigung und die jetzt im Zuge befindliche Registrierung der Pensionsunspriiche von Staats- und Pri\ntangcstelltcn. Ferner machte er die Mitteilung, daß der Council bestrebt sei, im Einvernehmen mit den Verbänden der Juden aus Oesterreich in England, den Vereinigten Staaten und Argentinien einen Welt-Council zu schaffen, der als die einheitliche und einzige Vertretung der Juden aus Oesterreich die Forderungen mit der Wiener Regierung ausarbeiten soll. In der hierauf folgenden Debatte, die vom Richter Dr. Israel Osterer zusammengefaßt wurde, wurden alle Aspekte der jüdischen Forderungen an Oesterreich eingehend besprochen und die Exekutive beauftragt, in ihrer Tätigkeit fortzufahren. Die vom Council zu vertretenden Forderungen an Oesterreich sollen sowohl das erblose und das bisher nicht erfaßte Vermögen al sauch die Entschädigung der Einzelnen oder ihrer Hinterbliebenen umfassen. Hierbei möge sich der Welt-Council mit allen Kräften für die Armierung und Verbesserung der Gesetze, die heute einer Wiedergutmachung ungebührlich erschweren und vielfach unmöglich machen sowie für die Schaffung eines umfassenden Entschädigungsgesetzes einsetzen. Shnat Sherut Ende April 15)53 veranstaltet der Londoner Sch na t Sherut eine II ach sch ar a h, die in Lot-et Garonne, Frankreich, die Ausbildiingsstätte hat. Anmeldungen von Jugendlichen im Zion. Landesverband, Wien, IX.. Universitätsstraße 4 4. HHettn: ^ur^au* Adolf Reiss Erben & Co. Tuehgroßhaiulel und eigene Sehafwollwarcn - Manipulation Wien 1., Rudolfsplatz 6 V 24 5 I«, li 24 5 19 GESUNDHEITSWESEN Neues Spital bei Tel Aviv. ln der Mähe von Ramut Gau, eines \ orortes Tel Avivs, wird in den nächsten Wochen mit dem Bau eines Krankenhauses, dus 300 Betten enthalten und sieh über eine Fläche von 40 Dunam erstrekken wird, begonnen werden. (1 Dunam 1000 Quadratmeter). Das Spital wird von einer Gruppe Acrztc aus den Kreisen der Einwanderer mit der finanziellen Deckung einer amerikanischen Investorengruppe betrieben werden. KULTUR UNI) WISSENSCHAFT 40 neue Büchereien in Israel. Das Kultur-Departement der ilistadrut der Gewerkschaft Israels wird im Jahre 15)53 40 Bibliotheken in den neuen landwirtschaftlichen Siedlungen errichten. 20 dieser Bibliotheken werden bereits im April eröffnet werden. ßüchcrspcndc für Israel. Die Tuusch- und Spenden-Abteilung der Bücherei des amerikanischen Kongresses in Washington sandte dem Technologischen Institut un der Technischen Hochschule in Haifa eine mehrere tausend Bände umfassende Bibliothek amerikanischer Veröffentlichungen auf dem Gebiete der modernen Wissenschaften und Technologie. Der Bibliothekar der Technischen Hochschule in Haifa, Dr. R. Feiner, gab bekannt, daß diese Sendung in Kürze sowohl den Studenten wie auch dem allgemeinen Lesepublikum zur Verfügung stehen wird. Die Technische Hochschule in Haifa schickt im Austuuschwegc laufend alle israelischen wissenschaftlichen technischen Publikationen der Kongreß-Bibliothek nach Washington. LANDWIRTSCHAFT UND VIEHZUCHT 30 neue landwirtschaftliche Siedlungen. Zwischen der Regierung Israels und der Jewish Agency wurde ein Abkommen getroffen, demzufolge im Laufe des Jahres 1953 30 neue landwirtschaftliche Siedlungen für die Einwanderer geschaffen werden, die sich noch in lebergangslngern befinden. Steigende Gemüseproduktion in Israel. Die Gemüse-Produktion in Israel wies im Jahre 1952 mit 200.000 Tonnen eine wesentliche Steigerung gegenüber dem Jahre 1951 — 140.777 Tonnen — auf. Dieses Wachstum ist eine F'olge der weiteren Ausdehnung der landwirtschaftlichen Kolonisation und der ständigen Bemühungen des Landwirtschaftsministeriums, die Flächen der intensiven Landwirtschaft zu vergrößern. INDUSTRIE Errichtung einer Papierfabrik in Israel. Der Buu einer Pturicrfabrik der „Israel-America Paper Company” in der Industriezone Hederas in Israel nähert sich seinem letzten Stadium. Es wird damit erechnet. daß die neue Fabrik ihre Prouktion bereits im Herbst 1953 wird aufnehmen können. In die Errichtung der F'abrik wurden drei Millionen Dollar durch B. Mazar von der „Hudson Paper Company“ in den USA in Zusammenarbeit mit der Gruppe amerikanischer Papierfabrikanten investiert. In der Fabrik werden jährlich 12.000 Tonnen Druck-, Schreib- und Packpapier produziert und nahezu der gesamte Inlandsbedarf Israels gedeckt werden. EINWANDERUNG Einordnung der Einwanderer in Israel. Im Jahre 1952 verließen 04.000 Einwanderer die Lebergangslager in Israel. 30.000 erhielten Wohnungen durch die Eiiiordmmgsbchörden, 11.000 wurden uul dem Lande angesiedelt und 17.000 ordneten sich selbst in den Städten und Dörfern des Landes ein. Anfangs 1953 befanden sich noch 220.000 Personen in Icbcrgangslagcrn, von denen der überwiegende Teil ständige Arbeit fand. Die Einwanderung aus dem Jemen. Am 19. und 20. Januar 1953 fand in kfur Subu bei Tel Aviv eine Tagung von 100 Lehrern und Schriftstellern statt, die sieb mit der kulturellen Einordnung der in den vergangenen Jahren aus dein Jemen nach Israel gekommenen Einvvanderungsmassen befaßte. EXPORT Israels Auto-Expart. Im Jahre 1952 hatte Israel aus dem Export von Autos, die in den Kaiser- Frazer-Werken bei Haifa erzeugt werden, über zwei Millionen Dollar Einnahmen. Die Kaiser-Frazer-Werke in Israel lieferten im vergangenen Jahre 2991 Autos zum Verkaufspreis von 6,189.5)95 Dollar ins Ausland. Der Handel Holland — Israel. Anfangs Februar langte in Israel eine aus fünf Mitgliedern bestehende offizielle holländische Handelsdelegation ein. Der Leiter der Delegation erklärte, Holland wolle in dem vierten Handelsabkommen mit Israel den Import von Orangen und anderen Zitrusfrüchten vergrößern. Arabische Liga und Deutschland V or einer Ablehnung des Wiedergutmachungsubknmmcn mit Israel warnte Professor Dr. Franz Böhm, der Leiter der deutschen Delegation bei den Verhandlungen mit Israel im Haag. Er sagte, eine Ablehnung wäre ein nachträgliches Bekenntnis zu den Taten Hitlers. Böhm, der auf einer gemeinsamen Veranstaltung der Gesellschaft für christlichjüdische Zusammenarbeit und des deutschen Prcsseklubs in Hamburg sprach, stellte den Grundsatz auf, der junge Staat Israel dürfe auf keinen Fall auf dem Altar der deutsch-arabischen Freundschaft geopfert werden. Beide Verhandlungspartner hätten im Haag auf den arabischen Wunsch Rücksicht genommen, keinerlei Rüstungsgüter oder kriegswichtige Erzeugnisse in die Liste der Lieferungen an Israel aufzunehmen. Die Boykottdrohungen der Arabischen Liga gehen nach Ansicht Böhms auf die Gegner der Wiedergutmachuneg in Deutschland selbst zurück. Der Arabischen Liga lägen zweifellos zuverlässige Informationen darüber vor, daß das Wiedergutmaclnmgsabkominen Widerstand in gewissen deutschen Kreisen finde. Professor Böhm glaubt zuverlässige Anhaltspunkte dafür zu haben, daß Dr. Hjalmar Schacht zu diesen Informatoren der Arabischen Liga zählt. Kür den Fall eines Boykotts schlägt Professor Böhm ein ruhiges Abwarten ohne feindselige Aeußerungen vor. Die Geschichte kenne genügend Fälle, in denen ähnliche Maßnahmen nicht von langer Dauer waren, (dpa.) SINGER STOFFE IN DIR ROI INI URMSIR II REINWOLLENE DAMEN- U. HERRENSTOFFE KAMMGARNE TWEEDE IN NEUESTEN MODEDESSINS SEIDENNOU VEAUTfiS TEL. U 21-3-88 Die Idealsten Schulterauflagen aus Watte, beste Paßform, für Damen-, Herren- und Kinder- Bekleidung „HAPO" Achselpolster-Erzeugung RU DICH & Co. Wien //, Aspern brückeng. 4 Telephon R 45 5 63 Unruheherd Mittlerer Seitdem der bekannte Journalist und Rnclio-Bcrichtcrstattcr Arthur Colin iin Jahre 1950 sein erstes Buch über den ..Staat Israel heute“ bat erscheinen lassen, ist das Wörtchen ..heute” gewiß in mancher Hinsicht zum ..gestern” geworden. Innerhalb des Staates und mehr noch außerhalb, sind wir Zeugen einer stürmischen Entwicklung, die den ganzen Orient in Atem hält und mit ihm die internationale Welt. So erscheint es natürlich, daß ein aufmerksamer Zeitgenosse wie Arthur Cohn das Ergebnis seiner Beobachtungen und Gedanken erneut vor uns ausbreitet und das Geschehen in Israel in den größeren Rahmen des Mittleren Ostens hineinstellt, immer von der WGrtc des um Objektivität bemühten Darstellers, als den ihn ein großes Publikum vom Schweizer Radiosonden Beromünster her kennt. („Unruheherd Mittlerer Osten“, Athcna-Verlag Basel). Mit Cohn verfolgen wir die Kämpfe Aegyptens und Persiens mit der britischen Macht, studieren wir Jordaniens und Iraks politische und dynastische Probleme, werden wir Zeugen der inneren Auseinandersetzungen zwischen Syrien und Libanon, um uns schließlich die Frage vorzulegen, welche der westlichen Mächte — und ob überhaupt eine von ihnen — wohl künftig in diesem neuralgischen Gebiet des Globus den Ton angeben wird. — Hat der Autor uns dergestalt in die politisch-ökonomische Spannung des Ostens eingeführt, so konzentriert sich der zweite Teil seines Buches auf mannigfache Lebensgebicfe des Staates, der etwas grundlegend Neues in den Orient gebracht bat. nämlich gesittete Lebensformen, Stautsauffassungen. Wirtschaftsmethoden. und der nun seinerseits vor den Fragen steht, die die MassencinWanderung östlicher Elemente schafft: Israel. Bei der Betrachtung der Kultur, des Alltags, der Wirtschaft, der Parteien und vieler anderer Phänomene Israels bleibt Cohn der gleiche unvoreingenommene Berichterstatter. der auch das kritische Wort nicht unterdrückt. Viele Gedanken, etwa über Protektion über die dominierende Stellung des kollektiven Sektors gegenüber dem privaten, über das bisherige Schulsystem, werden von zahlreichen Lesern innerhalb und außerhalb des Landes geteilt werden. — Der bekannte Schweizer Politiker. Ständerat Dr. Wenk hat dem Buch ein abgewogenes V nrwort gewidmet. Hans Mer CAFE RESTAURANT „Gartenbau" WIEN I, PARKRING 10 TELEPHON R 20 0 95 R 25 3 95 Schönste Ringstraße Srstklassige SKüche 9