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Die Stimme · 1952-11-01 · Heft 68 (November 1952) · page 5

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Journal
Die Stimme
Volume
1952
Issue
Heft 68 (November 1952)
Date
1952-11-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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KNESSETH-ABGEORDNETER GEORG FLESCH: ISRAEL 1948 - 195Z Im Rahmen des Vortragszyklus veranstaltete der Zionistische Landesverband in Wien am 23. Oktober d. J. im Saal des Wiener Gewerksehafttshauses einen Vortragsabend, auf welchem der gegenwärtig in Wien weilende Knesseth-Abgeordnete und Vorsitzender des Komitees für außenpolitische Angelegenheiten der Allgemeinen Zionisten in Israel, Herr Georg Flesch als Redner des Abends fungierte. Als Einleitung zu seinem Referat über die politisch-ökonomische Entwicklung in Israel seit der Ausrufung des Staates skizzierte der Vortragende anschaulich die Situation im Lande, in den denkwürdigen Tagen um den 15. Mai 1948 und schilderte die Haltung sowie die Vorbereitungen der Engländer, Araber und Juden. In der Schilderung des eigentlichen Freiheitskrieges und der militärischen Operationen würdigte der Redner die Haltung und den Mut der Jugend Israels, deren ungeheure Opfer den Sieg ermöglicht haben. In diesem Zusammenhang zitierte Abgeordneter Flesch den bekannten Churchill-Satz: „Noch in tausend Jahren wird man sagen, dies war ihre größte Stunde!“ Im Zusammenhang mit dem Aufbau und der Entwicklung der demokratischen Institutionen Israels erinnerte der Redner an die Wahlergebnisse vom 25. Jänner 1949 und 30. Juli 1951, insbesondere» an den durchschlagenden Erfolg der ständig wachsenden Bewegung der Allgemeinen Zionisten, die von 23.000 Stimmen mit 7 Abgeordneten in der 1. Knesseth auf 130.000 Stimmen mit 23 Abgeordneten bei den letzten Knesseth-Wahlen in Israel angewachsen ist. In der Erörterung der Schwierigkeiten! auf dem Gebiete der Finanzpolitik und Wirtschaft erklärte der Redner, daß ein Großteil der Schwierigkeiten objektiv begründet sei: inan müsse sich vor Augen halten, daß die Einwanderung, seit Staatsgründung, einen Bevölkerungszuwachs von 15ü°'o gebracht habe und daß die Aufrcchtcrhaltung eines verhältnismäßig großen Heeres zur Sicherung der 951 km Landesgrenzen und 255 km Seegrenze bei einer Gesamtfläche des Landes von 21.000 Quadratkilometern eine schwere Belastung des Budgets bedeute. Die Schwierigkeiten wären zu mildern bzw. zu verhindern gewesen, wenn man der freien Wirtschaft und der Initiative des Einzelnen größeren Spielraum gelassen und dadurch freie Bahn dem Kapitalimport und den Investitionen gegeben hätte. Statt dessen wurden unzeitgemäße marxistisch-theoretische Wirtsrhafthsexperimente gemacht, die durch übertriebene Kontrolle, zur Drosselung der Wirtschaft führten. ÜHetter €itd|f|aitö Adolf Reiss Erben Ql Co. Tuchgroßhnnclel und eigene Schafwollwaren - Manipulation Wien I., Rudolfsplatz 6 H 24 5 18, U 24 5 19 Schließlich wies der Redner auf die Schicksalsgcmeinschaft der Golah mit Israel hin. Die Schaffung des Staates ist •licht nur für die dort Lebenden wichtig; jeder Jude weiß es, daß er seit dein historischen Ereignis, stolzer und selbstbewußter leben könne. Dies sollten auch jene wissen, die leichtfertig Israel kritisieren, ohne die Probleme ernstlich erfaßt zu haben. Jedem Volke schlägt die Schicksalsstundc! „Wir kennen die Verantwortung, die auf uns lastet und wir werden die jblauwciße Fahne auch in Zukunft hochhaltcn“, schloß Abgeordneter Flesch sein Referat. Der Präsident des zionistischen Landesverbandes, Herr Dr. W. Herzberg, dankte dem Redner für seine intierressanteu Ausführungen und appellierte an die Anwesenden eine verstärkte Aktivität für den allgemeinen Zionismus zu entfalten. Herr Direktor Gustav Leitner vom Magbith forderte abschließend alle Juden und Zionisten auf, Beiträge durch freiwillige Besteuerung für den Magbith zu leisten. Was wir Israel geben, kommt dem Jischuw der ganzen Welt zugute. Israel muß leben und arbeiten, auf daß das jüdische Volk seinen Plajtz in der Völkergemeinschaft finde lund des Glükkes teilhaftig werde, die freie, demokratische Welt mit zu gestalten. Bei unseren Freunden in Paris Ich bin vor kurzem aus Paris zurückgekehrt, wohin ich m|eincn Sohn begleitet habe, der in Frankreich die Ilachscharah machen wird, um dann anschließend Schnallt-Scheruth (einjährige Arbeitszeit in Israel) zu absolvieren und so die Qualifikation für Pionierarbeit in Israel erlangen wird. Während meines Pariser Aufenthaltes hatte ich Gelegenheit, mit einigen Chawerim des Allgemein-Zionistischen Verbandes zu sprechen. Dort erfuhr ich Näheres über ihre Tätigkeit und über die Entwicklung des zionistischen Lebens in Frankreich. Bei dieser Gelegenheit erhielt ich einen glänzenden Eindruck von den führenden Persönlichkeiten, die für die Gestaltung des jüdischen und zionistischen Lebens in Frankreich maßgebend sind. Iferr Moshe Waldraann ist ein vorbildlicher Zionist, auf dessen Kapazität wir stolz sein können. Herr Generalsekretär Kalchhcim, in dessen Händen die Initiative des Allgemein-Zionistischen Verbandes ruht, ist ein bewußter äußerst gebildeter Zionist. Der größte jüdische Jischuw Europas befindet sich heute in Frankreich, die genaue Zahl der Mitglieder kann kaum festgestellt werden, da er organisatorisch nicht völlig erfaßt werden kann. Vor kurzer Zeit bildeten sich neue zionistische Landsmannschaften und der im Gange befindliche Werbemonat wird nach Ansicht der Organisatoren die Zahl der erfaßten Allgemeinen Zionisten auf das Doppelte steigern. Da es in Frankreich keinen Zwang gibt, Kultusstcucr zu zahlen, so werden die jüdischen und religiösen Institutionen von einigen wohlhabenden Juden finanziert, so besonders von der Familie Rothschild. Ich bin froh, daß ich Gelegenheit hatte, mit unseren Freunden in Paris zusammenzutreffen und möchte wünschen, daß unser Landesverbund in Oesterreich mit unserer Organisation in Paris gedeihlich zusammenarbeitc! Ignaz Lipinski In der kurzen Zeitspanne der Existenz des Staates Israel hat sich bereits eine fast als selbstverständlich empfundene Einheit von Staat Israel und jüdischem Volk in der Welt hcrausgcbildet. Israel hat das jüdische Leben umgeformt und in dieses eine Revolution hineingetragen. Inniger noch ist die Einheit von Staat Israel und Zionistisch|cr Weltorganisation. Es ist allgemein anerkannt, daß Staat Israel und Zionistische Organisation einander beeinflußen und voneinander abhängig sind. Eine gesunde Entwicklung, ja geradezu die Fortexistenz des Staates Israel sind undenkbar ohne die Unterstützung und Mithilfe seitens der jüdischen Volksgcsamthcit und insbesondere ihrer Avant-Garde in allen jüdischen Aspekten, der Zionistischen Weltorganisation. Die Vorstellung, daß der nunmehr bestehende Staat Israel die entscheidende Wichtigkeit der Zionistischen Weltorganisation für Gcsamtvolk und Staat bagatellisieren dürfe, hat sich im Leben als irrig erwiesen. Hauptträger und Rückgrat der Zionistischen Weltorganisation sind seit den Tagen Theodor llerzls stets die Allgemeinen Zionisten gewesen, die als die eigentliche „Jüdische Volkspartei“ und als „bedingungslose Staatspartei“, im höheren Sinne des Wortes, betrachtet werden müssen. Es war nur natürlich, daß während der 50 jährigen Präsidentschaften der zionistischen Wcitorgasation, von 1897 bis 1946, Vertreter des Allgemeinen Zionismus Präsidenten der Organisation gewesen sind: Theodor Ilcrzl, David Wolffsohn, Otto Warburg, Chaim Weizmann und Naliuin Sokolow. Diese Persönlichkeiten vertraten die überwiegende Mehrheit der Mitglieder der Zionistischen Organisation. Auch heute bilden die Allgemeinen Zionisten, organisiert oder nichtorganisiert, die erdrückende Majorität der Zionisten in der ganzen Welt. Sie sind überall die Hauptträger der zionistischen Arbeit, sie sind die wichtigsten Steuerzahler für die zionistischen Finanzen, sie repräsentieren jene national-religiöse Basis, auf der das Wcltjudentum seine geistige Existenz in immer stärker herausgearbeiteter Form) wird aufbauen müssen, wenn cs seine Fortexistenz sichern will. Die Wechselwirkung zwischen Staat Israel und Zionistischer Weltorganisation ist unbestreitbar. Krisen und Schwierigkeiten in Israel wirken auf die Zionistische Weltorganisation zurück. Eine Schwächung der zionistischen Organisation hat ihre Riickwirukng auf die Entwicklung des Staates Israel. Durch Stärkung der Zionistischen Weltorganisation befestigt man infolgedessen die Grundlage von Israel, ebenso xvie eine Gesundung der Verhältnisse in Israel sich wohltuend auf die Entwicklung der Zionistischen Organisation auswirkt. Die Zionisten in der Diaspora können nicht direkt auf die verschiedenen Angelegenheiten im Staate Israel wirken. Aber sie können durch die Verstärkung der zionistischen Organisation Israel wohltuend beeinflussen. Spricht man aber von einer Kräftigung der Zionistischen Organisation in der Diaspora, so meint inan im Grunde, die Organisierung und Sammlung der Allgemeinen Zionisten in allen Ländern. Aus dieser Erkenntnis heraus hat die regionale Konföderation der Allgemeinen Zionisten in Europa und Nordafrika, als ein Teil der Weltkonföderation der Allgemeinen Zionisten beschlossen, in diesem Herbst einen Werbemonat für den Allgemeinen Zionismus zu proklamieren. WOLLE UND GARNE größte Auswahl ADOLF BOMZE V, Reinprechtsdorferstraße 48 XX, Wallensteinstraße 17 Telephon A 32 008 XVI, Neulerchenfelderstraße 20 II, Rotensterngasse 5 .Jede zionistische Lindesorg inisalioii wird \ erpfl ich (et. gemäß den lokalen Bedingungen. diese Aktion durehzufiihren. Ein. dernl’ge \ erstärkimg der Allgemcinzionistischcn Organisationen wird zur Kräftigung der Zionistischen Weltorganisation führen und. wechselwirkend, das ‘•«hänsle Geschenk im Jahre 5713 für den Staat Israel darstcllen. (..Maccabi" Basel) Die idealsten Schulterauflagen aus Watte, beste Paßform, für Damen-, Herren- und Kinder- Bekleidung „HAPO” Achselpolster-Erzeugung RU DICH & Co. Wien II, Aspern brückeng. 4 Telephon R 45 5 63 GESCh» tu i e n He-^äUcUlciUs-e Die neuen IIcbräischkursc, veranstaltet vom Zionistischen Landesverband in Oesterreich, unter Leitung unseres Mitarbeiters Jakob Tannenbaum haben bereits begonnen. Kurse f ü r A n f ä ngcr: Jeden Montag und Donnerstag von 17.00 bis 18.30. K ii r s c f ii r F o r t g c s c h r i 11 e n c : Jeden Montag und Donnerstag von 18.30 bis 19.30 Ihr. Beide Kurse finden im Zionistischen Landes»erbaiul. I\. Universitätsstraße 4 statt, wo auch zu den Kursstunden neue Anmeldungen entgegen genommen werden. Die Kurse sind für Mittellose unentgeltlich. nach Ungarn und der GSR, auch Medikamente KELEN-LTD WIEN esslinggasse nr. 2/5 M TELEPHON U 29-0-57 Daniel Baten&oim begeisterte in seinen Kammermusik-, Klax ierkoir/ei teil und Radiodarbietungen alle Musikfreunde Salzburgs und Wiens mit der genialen Wiedergabe klassischer und moderner Musik und dem unwidcrstchlahen Charme seiner Kindlichkeit und Natürlichkeit. Seine filtern, als seine Musikerzieher, und er nahmen die Anregung der W 1ZO WIEN sofort als Selbstverständlichkeit auf, den jüdischen Kindern Wiens die einmalige Gelegenheit zu geben, ihn zu hären. Alle Vorbereitungen für dieses Fest, welches ein jüdisches Kind von erstaunlicher, mit dem Verstand allein nicht begreiflicher Genialität mehr als 25 Ojüdischen Kindern Wiens bereiten wollte, mußte wegen der Staatstrauer um den Heimgang des großen Präsidenten. C-haim Weizmann. xersrhoben werden. Leider läßt der Reise- und Konzert - plan Daniel Barenboims einen so verlängerten Aufenthalt in W ien mehr zu. Alle Kinder. Gäste und Freunde der W 1ZO WIEN werden daher seine Musikalität, seinen begeisternden, gefühlxollen \ ortrag uiui seaie erstaunliche Gedächtnisle’slimg bis zu seiner W iederkehr nach W ien, vielleicht im nächsten Jahr, entbehren müssen. Das W IZO KINDERFEST findet nach Ablauf der Staalstrauer mit geändertem Programm statt: das genaue Datum wird zeilgemht bekanntgegeben x\ erden.

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