Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1952
- Issue
- Heft 67 (Oktober 1952)
- Date
- 1952-10-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2431292-2431356-2431367--0467-2432090- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite 1)11 ST1\U1I Nr. 67 Zum Gedenken an die jüdischen Märtyrer der Stadt Kossow in Polen Im -lilin IM TS ergab ■'ich für dir ara bKrlier l.ämlrr dir günstigste militari -rhr K'>n^« 11 )Ii<>n. dir nie wieder knnim r n wirdl'-iir! kämpfte damals an ■>ri■ lis Fr.mtrn. es u iiidr \uii fünf Sritrn und \.in innen anaegrifTrn. Wir " arm bckannllieb s('|ir mangelhaft bewaffnet und mußten mn nmlt dazu unlrr englischem Regime illegal militärisch \<n hr rritin. Heut' dagegen liahrn wir rinaut ausgerüstete und \ orbildlieh ausgr hiIdrtr \unr ■. die um Velen F\prrtrn aU st hl aafei tigste mil tärisehr Kraft im mitth-rru ()rirnt angesehen wird. Ich alanhr kaum. daß dir arahisrlnai Staaten sich der emstlielien llnffnuna hinarhrn. Israel hrsicaen zu können. daararn rechnen unsere (Iraner, unter Verkennung der tatsächlichen Situation damit. daß wir wirtschaftlich /iisammenhierbei! k"'nn(rn. Seihst', erständlich ist es unser aufrichtigster Wunsch, mit unseren Virliharen in Frieden zu leben und wir sind heute stark und selbstbewußt genug. F'aeden anbieten und \ erlangen zu k.'innen. I nscre Hoffnung acht dahin, daß unsere Nachbarn unseren W misch nach Frieden teilen und die nmralisrhr Stärke aufbringrn werden - früher oder später — ihren Friedenswillen auszusprechen. Ich glaube. wir haben zur Genüge brwiesen. daß wir zu kämpfen \ erstehen und jederzeit bereit sind, für unsere geliebte Heimat wie ein Mann einzustehen und alles herzugeben: Daher haben wir den Mut. offen zu sagen. daß irden frieden wollen und wünschen. Hebräisriikurse haben begonnen Die neuen ffebräischkursc. veranstaltet M>m Zionistischen Landesverband in Oesterreich unter Leituna unseres Mitarbeiters Jakob Tannenbaum, haben brreits begonnen. Kurs für Anfänger jeden Montag und Donnerstaa. in der Zeit \nn 1“ l br 30 bis 18 Ihr 30. Kurs für Fortgeschrittene jeden Montag und Donnerstag, von 18 1 br 30 bis IM Ihr 30. Heide Kurse finden im Zionistischen Lundes\erband. IV. I niversitätsstr. 4 + statt, wo auch zu den Kursständen Neuanmeldungen entgegengenornmen werden. Wir wiederholen, daß nach Ablauf des I. .Semesters Prüfungen .stattfinden werden. die mit reichen Preisen dotiert sind. 1. Preis: Stoff für einen!lerrenanzug oder Damenkostiim. 2. Preis: I Paar Herren- oder Damenschuhc. 3. Preis: 3 Herrenhemden oder 3 Charmeusegirnituren für Damen. Die Preise wurden von Vorstandsmitgliedern des Zionistischen Landesverbandes gespendet. Der .Jur\ werden Persönlichkeiten des W iener Judentums angeliören. Dir Kurse sind für Mittellose unentgeltlich. Wiedersehen mit POLDI BRODMANN Lin lustiger Abend. Samstag, den 25. Oktober im Hotel Post. Hegin n 20 1 br. Mitwirkend: Mizzi Tesar. \nita Spizak. Lricb Seliwanda. Fern Waiden, ßndi Rugier. Leo Plolin. \m Klavier: Ada Troscha. K arlem or\erkauf: Kaffee \lle.s Rathaus. L. W ipplingerstraß< Israel-Abteilung Capri-Reisebüro Wien I, Graben 10 Telephon R 26100 Offizielle \ rrkaulsstellr aller F’lufr-. Schiffs- und Bahnliniei Paß- und \ isabrsorgunp Der Menschheit | immer erfaßt mich, wenn ich die traurigen Lrinnerungcn an die entsetzlichen Verbrechen, die der Nationalsozialismus an uns luden, an den Inden Kossow’s begangen hat. Kossow war eine Bezirksstadt und zählte mehr als 10.000 Einwohner, davon ungefähr 3000 luden. IVr größte Teil der Inden befaßte sich mit der Kelim- und Teppieherzeugung. Liren Arbeiten brachte man großes Interesse entgegen, da die Hrzeugnisse außergewöhnlichen Kunstsinn verrieten. Mit der christlichen ft inwohnerschatt lebten sie in bestem Hinvernehmen; dies dauerte nur bis zum Hinbruch des Nazismus im Jahre 1930, als die Deutschen Polen überschwemmten und es unter ihre Herrschaft zwangen. Damit begann der Leidensweg der Juden in Polen. Die erste „Naziaktion", die Ausrottung der Kossower luden. geschah zwischen dem 18. und 19. Oktober 1941, dem zweiten Tag nach Beendigung der jüdischen Feiertage, des Laubhüttenfestes und Simchat-Thora. Die Aktion ging folgendermaßen vor sich : Das Simchath- Thorafest fiel auf einen Dienstag. Am Donnerstag, den 18. Oktober 1941 erfaßte uns eine Panik, die wir in Worten nicht auszudrücken vermögen. Um 8 Uhr morgens erging der Befehl an die Juden, sich zu sammeln, wobei keine Ausnahme zwischen juing und alt, Frauen, Kindern, Kran/ken und Greisen gemacht wurde. Man trieb uns aus den Häusern und Wohnungen auf die Straße und hetzte uns in das enge Gerichtsgefängnis. Von dort in Laistautos> wie das Vieh,, verladen, auf den Kossower Berg, der 1 km vom Stadtzentrum entfernt war. Auf diesem Berge waren zwei Mulden. Die Gestapo und ihre Büttel befahlen den Juden über ein Brett, welches quer über den Gräben lag, zu laufen, wobei sie Schüsse auf uns abfeuerten. Wer von der Kugel getroffen wurden, war von den weiteren gräßlichen Oualen erlöst. Verfehlte der Nazischütze sein Ziel, dann wurde der Jude in die Mulde gestoßen, wo er einen fürchterlichen Hrstickungstod fand. Das Morden wehr- und schuf/, laset' Menschen dauerte von früh morgens bis zum Hinbruch der Dunkelheit. Keiner der Juden wollte und konnte vorher glauben, daß diese Menschen schuldIok zur Pichtstäffe gezerrt und dem lode geweiht waren. Juden, die sich versteckt hielten, beobachteten. daß man mit Hastwagen unausgesetzt ihre Brüder ahßiihrtc. Dies deuteten sie dahingehend, daß die Gefangenen in eine andere Ortschaft umgesiedelf werden. Diese l eberlegung bestimmte die Juden, ihre Verstecke zu verbüßen und den Lastwagen freiwillig zu besteigen, um gemeinsam mit ihren Leidensgencfssen in die vermeintliche Umsiedlung zu gehen. Der Mensch mit klarem Verstand konnte es einfach nicht begreifen, daß man Unschuldige und Wehrlose tötet, nur deshalb, weil sie dem mosaischen Glauben angehören. Am frühen Morgen des zweiten Tages, der auf einen Freitag fiel, wurde die Hatz fortgesetzt. Juden wurden, wie am Vortag, gesammelt, und zu den Gräben befördert. Die frömmsten und redlichsten Juden der Stadt Kossow, die im Tempel Schutz suchten, betend und flehend dort verharrten, wurden von der Gestapo am Freitag Abend aufgespürt und mit Brandbomben belegt, entsetzlich verstümmelt und schließlich physisch zertreten. Wer am Heben blieb und den Versuch machte, durch die Fenster zu flüchten, wurde von den Bütteln mit dem Bajonet durchbohrt. So wurden die Kossower Juden Opfer des grausamen, unmenschlichen, blutrünstigen Feindes. In diesen zwei Tagen fielen den nazistischen Barbaren und abscheulichen Sadisten 2800 Menschen zum Opfer. Ihre Leichen wurden mit einer dünnen Hrdschicht bedeckt. Wochenlang sickerte das Blut unserer Märtyrer durcli die dünne Erdschicht und schrie klagend zum Himmel. Wir, die Hinterbliebenen gedenken in Hhrfureht und in unendlicher Trauer unserer teueren Brüder und Schwo- IRVING MILLER der Präsident der Organisation der amerikanischen Zionisten, ist am 9. Oktober in Israel eingetroffen und wird ungefähr drei Wochen im Lande bleiben. Der Besuch Dr. Millers, der über Hinladung Ben Gurions erfolgt, wird der allgctneinzionisfiscbcn Bewegung gewidmet sein, deren Hrörterung sieh auf der mit der Organisation der Allgemeinen Zionisten in Israel einvernehmlich festgesetzten Linie bewegen wird. Aus Anlaß dieses Besuches wird die Partei der Allgemeinen Zionisten eine Volksversammlung veranstalten, in der die Urnen Dr. Miller und P. Bernstein sprechen werden. Dr. Miller wird auch in einer Sitzung der Moeza der Allgemeinen Zionisten das Wort ergreifen. Die Parteileitung der Allgemeinen Zionisten hat zur Organisierung des Empfanges und der Festsetzung des Besuchsprogrammes ein Komitee eingesetzt. Koalitionsverhandlungen Leber Initiative dos Ministerpräsidenten Ben Gurion fand am 11. September dieses Jahres, in der Wohnung des Vorsitzenden der Partei der Allgemeinen Zionisten, P. Bernstein, eine Besprechung statt, an der der Regierungschef und, als Vertreter der Parteileitung der Allgemeinen Zionisten, die Herren Bernstein, Ariaw, Dr. Rimalt, Saphir und Susajew teilnahmen. Im Vordergründe der Besprechung standen Wirtschaftsfragen, für deren Lösung die Errichtung eines einvernehmlich entworfenen Programms in Erwägung gezogen wurde. An dem diesem Gegenstände gewidmeten Gedankenaustausch nahmen alle Anwesenden teil. Ein Anschluß der Partei der Allgemeinen Zionisten an die Koalition wurde nicht ventiliert, wenn auch der Eindruck auf kam, daß der Gedankengang des Ministerpräsidenten sich in dieser Richtung bewegte. Eine Fortsetzung der Besprechung wurde nicht vereinbart, man nimmt aber an, daß eine zweite Begegnung in nächster Zeit stattfinden dürfte. stern, die als Juden die Erde mit Blut tränkten, weil die „Völkischen“ unsere Opfer forderten, damit sie Europa in Ketten legen können. Diese Opfer sollen den Uebcrlebenden Menschen . gleichgültig welcher Religion und Rasse sie angehören, eine Mahnung ..sein, iniemals zu vergessen, daß wir Juden von Henkern gemordet wurden, 'damit sie den Freiheitsdrang der wahren Menschen ersticken können. Ignaz Lipinski STOFFE KLEIDER FT K DAMEN HEBBEN IM) KINDEM (fitt und pctUwzct u&tn UaufUaüs Bcüdec H&tlCC Wi«n Vll, Marlahlirtnlral« 00 T<al«ph«m B 36 0 61, B 30037 „ELSE” PARFÜMERIE WIEN I. STEI.NPEKCASSK I beim I ... hh.uti.n-kin... TELEFON ü 21 3 64 DIE JÜDISCHE PARFÜMERIE SÄMTLICH E SP KZI AEITÄTK.N AUS U. S. A. MtANKHEICII, SCHWEIZ, QKÜTSCHLA.M) W ir -,(lii( kni offiziell Pakete mit Parfümerien und Seifen nach Israel! ...in Lastautos nie das Vieh verladen...