Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1952
- Issue
- Heft 65 (August 1952)
- Date
- 1952-08-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 DIE STIMME _ _ INr._<M Israel und die Diaspora I XKOB T\NNE\B \IM Schätzt ww<Ut% .,F>cit laakow. bou wemlchn beor“ „Haus Israels, kommet, wir wolieu hingchcn ins Licht des Geistes! ( lesaia. 2, 10). I>ein vielen Ländern, besonders in Dcutschkmd und OestrnvLh. zu neuem Liben erwachte Xntlsemitismus :-ie.. its emd die Zunahme der .Xssin i i V t: o n s b e \v e g u n g anc 1 ererscits, bestätigt cb'e Richtigkeit der These Herz.Is. daß die i ndgültige Lösung der Judenfrnge, nur durch die Liquidierung der Galuth erfolgen kenn. Die Errichtung des Judenstaales bildet nur die erste Etappe des zu dieser Lösung führenden Prozesses des Kibuz Galuioth der sicherlich Generetiam. n in Anspruch nehmen wird. Unserer Generation oblLgt es, den Grundstein dieses großen Werkes zu legen. Das rasche Tempo des Kilnitz Galujoth in den ersten Jahren führte zu einer schwuren Wirtschaftskrise in Israel. Es herrscht Lebensmittelmangel, Wohnungsnot. Die Olim sind gezwungen, in Zelten zu wohnen. Die Investition von Privntknpital könnte diesem Zustande ein Ende bereiten. Die Juden der amerikanischen Galuth aber zögern, angeblich wegen des in Israel herrschenden sozialistischen Regimes, ihr Kapital dort anzulegen. Sie fühlen sich in der U. S. A. wie z.u Hause und betracht, n sic als ihre normale und ständige Heimat. Diese Haltung, wird in Israel gerügt und als häßliche Assimilation gebrandmarkt. Zu dieser, auf einer ideologischen Diskrepanz beruhenden Differenz zwischen Diaspora und Israel, könnte, man eine ähnliche Parallele in der Galuth Bawel, resp. In der übrigen Diaspora zur Zeit des zweiten Staates finden. Ungefähr ein halbes Jahrhundert nach der Zerstörung des ersten Staates durch Babylonien wird dieses von Persien vernichtend geschlagen. Danach Babylonien vertriebenen Juden erhalten von C'yrus die Erlaubnis, rach Israel zurückzukehren. 40.000 Unbemittelte machen davon Gebrauch und legen den Grundstein zu einem neuen Staate. Später gesellten sich ihnen noch einige Tausend, unter Führung Esras und Nechemjas, hinzu, die eine Theokratie in Israel einführen. Der Rest blleibt in Babylonien. Von einer weiteren Einwanderung wird nichts gehört. Der Grund dafür scheint in dem in Israel errichteten Regime zu liegen. Die Theokratie setzte, sich zur Aufgabe, die jüdische Moral im Leben des Staates und des Volkes durchzuführen. Die jüdische Lehre, die zur Staatsverfassung erhoben wurde, beruht auf dem Prinzip der Pflicht und der Gewissenhaftigkeit und verlangt eine höhere, gewissermaßen rigorose Moral. Sie fordert Einschränkung der Triebe, Hemmung der Leidenschaften, zum Zwecke der Gesunderhaltung der eigenen Person, wie der Art, vornehmlich aber, die Herabsetzung des „Besitztriebes“ im Interesse der Gemeinschaft und der sozialen Gerechtigkeit... Die Theokratie war bestrebt, die Juden in patriarchalischem Zustande zu erhalten, die Anhäufung großer Vermögen zu verhindern, den Handel zu beschränken oder ganz zu unterbinden. Die wirtschaftliche Grundlage war Landwirtschaft und Gewerbe. Das Ideal ist die Arbeit, die man als religiöses Gebot bezeichnet. Auch die Gelehrten ernährten sich durch Ausübung eines Handwerkes: „Ziehe die Haut Israel-Abteilung Capri-"' Wien I, Graben 10 Telephon R 26100 Offizielle Verkaufsstelle aller Flug-, Schiffs- und Bahnlinien Paß- und Visabesorgung ■ ines g-, fallenen Tieres ab und sage näht, ich hin ein Priester, Geh'hrL.r!“ lautete rin Spruch (Psachim. 135,), „hiebe die Arbeit, hasse den Reichtum!“ (Awoth, l. 10), „Hoch zu schätzen ist die Arbeit, sie ehrt den, der sie übt!“ (Ncdanm, 49), „XX er sieh, von der Mühe seiner Arbeit ernährt, stellt höher als ein Frommer!" (Beraehoth, 8.). Nicht äußerliche körperliche Schönheit, Reichtum, Genußsucht, Leichtsinn, Behaglichkeit, Bequemlichkeit, Luxus, sondern sittlicher Ernst, Einfachheit, Bescheidenheit und Zufriedenheit, waren die Ideale der jüdischen Theokratie. Sie fanden ihren Ausdruck in den Sentenzen: „Jener ist reich, der zufrieden ist mit seinem Los“ (Awoth, 4. 8), „Viele Güter viele Sorgen“ (ds. 2, 7), udgl. Solche und ähnliche Sprüche füllen den Talmud. Sie sind uraltes jüdisches Gut und fanden schon in der Bibel ihren beredten Ausdruck : „Sei nicht gierig!“ (das letzte der 10 Gebote). „Besser trockenes Brot und Zufriedenheit dabei, als ein Haus voll Nahrung mit L nrast“ (Spr. Sal. 17, 1). Diejenigen Juden in Babylonien also, die in der kurzen Zeit seit der Vertreibung aus Israel, bis zur Wiedcrherstelllung des Staates durch Cyrus, dort festen Fuß gefaßt, sich gute wirtschaftliche Positionen geschaffen hatten und mit dem sozialen Regime in Israel unzufrieden waren, zogen es vor, in der Galuth zu bleiben. Doch stimmt diese Analogie nicht völllig,da die Verhältnisse heute ganz andere sind als zu jener Zeit. Aus diesem Grunde muß auch der Standpunkt der amerikanischen Galuthbejaher, durch die Stützung der Existenz der früheren Staatlichkeit als hinf billig, bezeichnet werden. Erstens war Israel damals kein souveräner Staat, sondern nur eine autonome Provinz unter persischer resp. griechischer und römischer Oberhoheit. Die Juden der Diaspora besaßen die gleichen nationalpolitischen Privilegien, meistens sogar dieselbe Staatsbürgerschaft, wie die Juden Israels. Zweitens mochte tatsächlich die Theokratie, die später auf die Spitze getrieben wurde, indem sie die Wissenschaft, Philosophie und Kunst der Griechen verpönte, ein zureichender Grund für die Ausbreitung der Diaspora gewesen sein . Heute dagegen ist Israel ein freier souveräner Staat und keine Theokratie. Hier wird eiin Musterstaat der sozialen Gerechtigkeit aufgebaut, wo auch Schönheit, Kunst und Wissenschaft ihren Platz finden weiden. Die Lust wird nicht verpönt aber auch nicht zum Prinzip erhoben. Ein Mittelweg, eine Synthese der beiden entgegengesetzten antiken Kulturen, wird angestrebt. In Israel werden viele Wirtschaftssysteme angewendet. Da können alle Stände, Klassen und Berufe, die Vertreter aller Anschauungen ein weites Betätigungsfeld finden; hier vermögen sich: alle Geistesrichtungen und Schattierungen frei auszuleben. Der Wille der amerikanischen Juden, in der Diaspora zu bleiben, kann also nur in einer Tendenz zur Assimilation ihren Grund haben. Gegen sie wird es schwer sein anzukampfen. Was aber von diesen „Glücklichen“ gefordert werden muß, ist, daß sie das Aufbauwerk in Israel in einem solchen Maße unterstützen, daß die unbemittelten Juden, die sich nach Israel sehnen und die Freiheit höher Es hat nun doch den Anschein, daß die Potbschwerkr im Süden vom Toten Meer bald wieder im Betrieb gesetzt werden, womit die Industrie in Israel neuen Antrieb bekommen wird, der geeignet ist, die Wirtschaft ganz wesentlich zu beleben. Nicht nur, daß Hii'uLrte Arbeiter und Beamte Beschäftigung finden, sondern auch im Export werden sieh neue Möglichkeiten und Absatzgebiete erschließen, die dienials fiir den Betrieb und Aden Staat große Einnahms- und Verdienstquel-!c:i darstellten. Emum sind die Schätze des Toten Meeres, das still und unscheinbar mitten in der Wiiste seine schweren Gewässer, die jedes Untertauchen unmöglich machen, bereitwilligst der Erschließung anbietet. Jahrhunderte lang blieben die wertvollen Reich tümer unausgenützt und erst vor 25 Jahren begann man damit, die reichhaltigen Stoffe, die das Meer enthält, auszubeuten. Tausende und Abertausende Tonnen von Kunstdünger exportierten die geschäftstüchtigen Engländer in alle Länder der Welt, machten das wertvolle Wasser der Industrie dienstbar und verwendeten das Material auch zur Herstellung von Explosivstoffen. In der heißen Glut der brennenden Sonne, die das Thermometer nicht selten bis auf 60" hinauftreibt, waren allein im Süden des Toten Meeres 800 Arbeiter, zur Hälfte Juden und zur Hälfte Araber, beschäftigt, um das Wasser des Meeres in riesige Bassins abzuleiten, die chemischen Produkte zu absorbieren und sie für ihren späteren Zweck zu präparieren. Vom südlichen Sodom wurden alle Produkte mit Motorbooten, die die Lasten schleppten, nach dem Norden gebracht und von dort mit Lastautos an ihre Versandstellen befördert. Seit vier Jahren liegen die Werke brach. Der Befreiungskrieg unterbrach nicht nur die Arbeiten, sondern auch die Verbindung nach dem von jüdischen Siedlungen am weitesten entfernten winzigen Pünktchen mitten in der Wüste, wo wertvollste Pionierarbeit verrichtet wurde. Doch Sodom wurde nicht aufgegeben! Rechtzeitig gelang es den Ingenieuren uind Arbeitern zusammen mit den Insassen des Kibbutz Bet Haarava aus dem von Arabern umzingelten Norden nach Sodom zu gelangen und gemeinsam die Verteidigung des wichtigen Punktes aufzunehmen. Die arabischen Arbeiter ergriffen die Flucht und zusammen mit Soldaten der arabischen Legion versuchten sie vergeblich, die Pottaschwerke in ihren Besitz zu bringen. Abgeschlossen von der Außenwelt, aller Mittel bar, mit einem Minimum an Waffen versehen, hielt das kleine, als den Fleischtopf schätzen, wenigstens eine menschenwürdige Behausung finden können und nicht gezwungen werden, in der Galuth zu bleiben, resp. ihren Aufenthalt daselbst zu verlängern. Wir hoffen, daß die Zeit nicht mehr fern ist, wo Israel, wie die Sonne, ihr Licht nach allen Ländern der Diaspora ausstrahlen wird und alle Juden der ganzen Welt sich an dem Licht wärmen und freuen. Dann werden sie alle zueinander sprechen: „Bou wenclcha beorl“.... Kommet, wir wollen hingehen ins Lieht des jüdischen Geistes!.... rasch in eine Siedlung verwandelte Sodom allen Angriffen stand und ein Häuflein Men sehen rettete und erhielt der Heimat eine der wichtigsten Produktionsquelien. Mit Flugzeugen wurden Frauen und Kinder aus der gebührlichen Zone, in Sicherheit gebracht, die allrrnofwcndigsfen Lebensmittel herheigesehafft und die Soldaten mit Waffen versehen. Die Wasserquellen lagen auf jordanischem Gebiet und nur aus dem südlich gelegenen kleinen Ouell Ein Aru-sis gelangte salziges Wasser nach Sodom, das, wenn auch nicht besonders schmackhaft, durch Kochen fiir menschlichen Bedarf genießbar gemacht wurde. So harrten die Helden von Sodom aus, bis der Waffenstillstaud kam. Nur wenige Menschen leben in Sodom und brach liegen die Werke, die Arbeit und Reichtum verheißen. Unversehrt stehen die Maschinen und Apparate und warten darauf, wieder in Betrieb gesetzt zu werden, still aber beharrlich, fordert das schwere Wasser des großen Sees ausgenützt zu werden und bereitwillig strecken sich Hunderte von Händen, um die reichen Schätze zu heben. Die alte Straße über Betlehem ist gesperrt, aber eine neue Chaussee wurde gebaut, die Sodom mit dem übrigen Lande verbindet und in der Nähe ersteht der Hafen Elat, unschätzbar als Iransportweg für die Produkte des Toten Meeres. Noch gibt es bormalfragen zu erledigen, technische Probleme zu lösen und die administrative Maschine in Gang zu setzen, doch nicht umsonst lufen Menschen und Natur und bald werden die Pottaschwerke wieder arbeiten, um jüdische Produktion, jüdischer Hände Arbeit, in alle Erdteile zu versenden. Dr. Imamuel Unger V erband Jüdisch r Kaufmannschaft des Gewerbes und der Industrie in X\ ien. 11., Taborstraße 20, 1/6 Tel.: K 45 6 12 INTERNATIONALE EXPORT- KOLLEKTIV-MUSTERSCHAU v iid ab Sonntag, den 31. August bis inklusive Samstag, den 6. September 1952 von 9 I hr vormittags bis 8 Uhr abends in den Marmorsäkm der Wiener Börse, V ien, L, Schottcnring Nr. 16 nbgehaltcn. Sondcrpavillon fiir „Jugaslavccn. Israel" ctc. cte. sind bereits angemeldet und werden alle jene L\;irlcure. die auch insbesondere noch I SH ALL exportieren, ersuch!, in unserem „Sondcrpavillon ISRAEL“ verfügbare kollektiv - Ausstellungskyjcn, täglich bei der Ausslcllungsdirektion (Börse, Wien, L, Scliottciiring 16). mündlich oder schriftlich anmclden zu vvolleq. STOFFE KLEIDER für DAMEN HERREN UND KINDER (füi Und peeiswut mh* fiaüfltaüs BciicUc Hü&CC Wien VII, MarlalillfarstraSa 90 Talaphom ■ 30061, ■ 10237 „ELSE” PARFÜMERIE WIEN I, STEINDELGASSE 1 (beim Tudhlauben-Kino) TELEFON U 213 64 DIE JÜDISCHE PARFÜMERIE SÄMTLICHE SPEZIALITÄTEN AUS U.S.A. FRANKREICH, SCHWEIZ, DEUTSCHLAND Wir »cfaickcn offiziell Pakete mit Parfümerien und Seifen nach Israeli 55