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Die Stimme · 1952-07-01 · Heft 64 (Juli 1952) · page 7

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Journal
Die Stimme
Volume
1952
Issue
Heft 64 (Juli 1952)
Date
1952-07-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 64 DIE STIMME vSeite 7 Kleine Nachrichten aus Israel; SIIARETT BEI TBUMAN Außenminister Moslic Sharett stattete, in Montreal einen Besuch ab, wo er eine Iutei rechintj mit dem kanadischen Außenminister Pierson halte. Nach seiner Rückkehr aus Montreal nach Washington hat eine Begegnung /wischen Moshe Sharett und Präsident Truman stattgefunden. 10.000 BAUME IM MXRTYRERWALD — ANLÄSSLICH D. GOLDENEN IIOCHEIT Herr und Krau fl. Lourie, altbewährte Zionisten aus Johannesburg schickten folgenden Brief an den KKL in Südafrika: Uns ist es vergönnt, die goldene Hochzeit zu feiern. Anläßlich dieses so freudigen Ereignisses und als Danksagung beschlossen wir 10.000 Bäume im Märtyrcrwald zum Andenken an unsere sechs Millionen Brüder und Schwestern, die den Nazi zum Opfer fielen. zu pflanzen. Wir fühlen, daß wir das Andenken dieser Märtyrer nicht würdiger ehren können als durch die Pflanzung dieser Bäume in Israel, die das Land verschönern und fruchtbar machen werden. LANDWIRTSCHAFTLICHE UND BE¬ RUFLICHE AUSBIDUNG DER OLIM Gruppen von Olim werden fortan in die landwirtschaftlichen Kibuzzim geschickt, wo sic im Laufe von 4 Monaten* einen von ihnen erwählten Beruf erlernen sollen. Der kibutz verpflichtet sich während der Lehrzeit, für ihre Nahrung und Wohnung zu sorgen, wie auch je 5 Pfund monatlich für persönliche Ausgaben zu zahlen. Nach Ablauf der Lehrzeit werden diese Olim noch 1 Jahr lang im Kibutz in ihren neuen Berufen arbeiten, wobei sic einen vollen Arbeitslohn erhalten. Ein diesbezüglicher Versuch ist bereits mit Erfolg in der Kolonie Givath Brenner unternommen worden. ARZTENACIIWUCIIS 62 Studenten der Medizin an der Hebräischen Universität wurden am Lag Beomcr (13. 5. 1952) zu Aerzten promoviert. Momentan studieren 340 Studenten Medizin in Jerusalem; nach Ablauf ihres 5-jährigen Studiums verpflichten sich die neuen Acrztc 1 Jahr lang auf dem Lande (in Kibutzim, Maabaroth, usw.) ihren Beruf auszuüben. GEMÄLDE IN VENEDIG Israel beteiligt sich an der Kunstausstellung dieses Jahres in Venedig mit einer Sammlung von Gemälden israelischer Künstler. Italienische Juden haben auf der Kunstausstellung für Israel einen eigenen Pavillon erworben. AUF DER SUCHE NACH ÖL Die Gesellschaft „Machzevei Israel“ (Israel Bergwerke) hat dieser Tage die erste experimentelle Phase der Oelbohrungen im Galil beendet. Es handelt sich hierbei um Versuchsbohrungen, vor etwa einem Jahr begonnen, deren Resultate als durchaus zufriedenstellend zu betrachten sind. Man beabsichtigt hierzu neue moderne Maschine für Tiefbohrungen cinzuführen. Diese Bohrungen, auf der Sudie nach Oel, fanden unter sehr schweren Bedingungen in Gegenden statt, wo seit vielleicht tausenden von Jahren kein menschlicher Kuß eindrung. Heinrich STEIN Wien IV, Pavoritanitua« 1« Telephon i U 49 0 64 ERZEUGNISSE: Selbstrollar Rollvorhänge Verdunkelungen Bretterjalpuelen Holzrollbalken Durchsichtige Schaufensterrolioa RA Dl DA PP 4 H ATE-EX PORT Der Export der in Israel erzeugten Radioapparate ist im Aufstieg begriffen. So hat z. B. die Türkei 2000 Apparate in Israel bestellt. Auch Indien Int letztens die Einfuhrbewilligung für Radioapparate aus Israel erteilt. ZEMENTWERKE GEHN DER VOLLENDUNG ENTGEGEN Die Samson Zementwerke in den Judarischen Bergen errichtet, nähern sich ihrer Vollendung. Die meisten Gebäude sind bereits fertig und fast 99»ö der Maschinen stehen am Platz, 15",'» der Maschinen sind bereits installiert. W/äre der Mangel an gelernten Arbeitern nicht so groß, so könnte die Kabrik noch dieses Jahr voll in Betrieb gesetzt werden. Jedoch der erste Trockenofen wird demnächst zu arbeiten beginnen und bald werden die ersten Zcmenlsäckc zum Verkauf gelangen. Wenn beide Brennöfen arbeiten, werden sie schätzungsweise täglich 700 Tonnen Zement liefern. OBSTERNTE Die gesamte Obsternte betrug dieses Jahr 7.5 Millionen Kisten Obst; davon wurden etwa 4 Millionen Kisten exportiert. der örtliche Konsum betrug ca. I1 L> Millionen Kisten und 2 Millionen Kisten wurden zu Säften und Kruchtkonserven verarbeitet, von denen der größte Teil für den Export bestimmt ist. Dieser wichtige Zweig der Landwirtschaft hat dem Lande im Laufe des Jahres ca. 7 Millionen Pfund in Devisen eingebracht. STAHLPRODUKTION Ein Sprecher der Sol-el-Boneh erklärte in Tel-Aviv, daß die Fabriken der Gesellschaft 50.000 Tonnen Stahl im Jahr erzeugen werden. Das Roheisen wird aus dem Ncgev verfügbar gemacht. Israel kann dadurch beträchtliche Devisen sparen. Buchdruckerei A. Glucksmann & Söhne Wien XVII, Behelmgasse 77, Tel. A 29227, A 28029 Alle Arten von Drudesorten Holen Sie bei uns Offerte ein Kinderfürsorge der „WIZO" Dr. Helene K.agan, Vorsitzende derkindcrfiirsoigc-Abteilung, gehört zu Israels anerkanntesten Kinderärzten. Sic hat eins Reise nach der Schweiz, England und den Vereinigten Staaten angetreten. Einer der Hauptzwecke ihrer Fahrt ist, ausgebildetc Pflegerinnen zu finden, die bereit sind, nach Israel zu kommen, sowie auch Kandidatinnen für die Ausbildung in den WlZO-Pflcgerinncn-Schu- Irn. Sic beabsichtigt, den jungen Mädchen im Auslande zu erklären, daß sie damit keineswegs die Entscheidung treffen müßten, endgültig nach Israel cinzuwandern, sondern daß das Land sogar von einem zeitweiligen „Dienst für Israel“ etwas hat. Es sei sehr günstig, daß jetzt sowohl im WlZO-Säuglingsheim in Tel-Aviv, als auch in dem in Jerusalem, die Möglichkeit bestünde, die Lehrschwestern unterzubringen. Ein anderer Zweck von Dr. Kagans Reise ist die Organisierung von Standard- Lebensmittel-Paketen für die Kleinkinder, die so lebenswichtige Dinge xvic Milchpulvcr, Zucker und Reis enthalten sollen. „Tn der Koordinierung der Kinderfürsorge-Arbeit, die von der Welt-WTZO und der Israel-Föderation getan wird, sind wir schon ein gutes Stück weitergekommen“ sagte Dr. Kagan. „Die Vorsitzenden und die Inspektorinnen der beiden Abteilungen planen die Arbeit zusammen, und wo eine Ortsgruppe stark und reif genug ist, um zusätzliche Lasten auf sich zu nehmen, wird ihr die Verantwortung für die Kinder-Institutionen der Welt-WIZO in benachbarten Ma’- abarot überlassen.“ „Wie von jeher verlangt die Arbeit von uns größte Elastizität. Die Eröffnung neuer Institutionen muß sorgfältigst erwogen werden, besonders da die finanziellen Schwierigkeiten äußerste Vorsicht gebieten. Kürzlich sah sich WIZO veranlaßt, in dem neuen Teil von Beerschewa eine Tageskrippe zu eröffnen, bei deren Führung die dortige, kürzlich gegründete Ortsgruppe eine große Rolle spielt. Ein Säuglingsheim im Süden des Landes, so wie WIZO eines für den Norden in Safcd und in Tel-Aviv und in Jerusalem für diese Bezirke hat, ist ein lang gehegter Traum unserer Abteilung.“ Shalom Asch in Israel Shalom Asch weilte kürzlich zu Besuch in Israel. Bei dieser Gelegenheit hielt er vor seiner Rückreise nach London eine Pressekonferenz ab, die ihm die Gelegenheiit geben sollte, auf die Angriffe der religiösen Parteien, seine Bücher seien „christlich“ und nicht jüdisch, zu erwidern. Um seinen Werfen Nachdruck zu verleihen, betonte der Dichter, main habe seine Bücher falschi ausgelegt. Er glaube als Jude an Moses’ Torah, aber seit dem Tagen Ezras habe jeder Jude das Recht, die Torah für sich selber auszulegein. „Ich beuge mich vor den Propheten und der Torah“, so führte er aus, „doch können o r thodoxe Juden m ir nicht vors ehre Iben, wie ich meine Bücher schreiben soll,“ Er erblicke iin Gott nicht nur den Gott Israels allein, fuhr er fort. Er sehe ihn als dein Gott des Univerliste [\Mmmm in Wien Im Messepalast veranstaltete der .Stadtschulrat für Wien eine umfangreiche, einzigartige Ausstellung, in der alle Stadien des Unterrichtes und der Erziehung vom Kleinkind bis zur reifen Jugend in übersichtlicher, plastischer Form dem Beschauer vor Augen geführt werden. Es war daher begrüßenswert, daß auch die Wiener Kultusgemeinde, einer Einladung der Schulbehörde Folge leistend, durch graphische, bildliche und statistische Darstellung des Religionsunterrichtes eine Uebersicht ihres Wirkens bot. Ein von ihrem Religionsschulinspektor Reg.-Rat Oehlcr entworfener Plan wurde von Künstlern der Graphik in hervorragender Weise zur Ausführung gebracht. I Zollfreie Liesgabenkete ■ nach Ungarn und der CSU, auch Medikamente I KFI FN-I TD WIEN f, ESSLING6ASSE NR. 2/5 I ’’ TELEPHON U 29-0-57 sums, als Kosmos. Dies sei für ihn die einzig mögliche Weise, an Gott zu glauben. Shalom Asch berichtete sodann, daß er Vereinbarungen für die Uebersetzuing seiner jüngsten Bücher in die hebräische Sprache getroffen habe. Weil seine Bücher bisher nicht in Hebräisch zugänglich waren, hätten 90 Prozent seiner Gegner sie niemals gelesen und ihn daher völlig mißverstanden. Er sei nicht nach Israel oder zum jüdischen Volke „zurückgekehrt“, da er es niemals verlassen hätte. Was er getan habe, geschah aus Liebe zum jüdischen Volke. Er bedauere kein einziges seiner Werke. Vor seiner Abreise von Lydda erzählte Shalom Asch noch, daß, Premierminister Ben-Gurion ihm auf gefordert habe, sich in Israel niederzulassen. Auf schwarzem Grunde leuchten im glänzen den Gold Symbole des jüdischen Geistes — die 2 Tafeln der Zehn Gebote und der siebenarmige Leuchter hervor, die besagen: „Gottvertrauen und Selbstvertrauen bilden das Erziehungsziel des jüdischen Religionsunterrichtes“. In hebräischer Sprache und mit deutscher Uebersetzuing kündet das Glaubensbekenntnis; „Höre Israel, der Herr unser Gott ist ewig und einzig“. Daß die Menschenwürde ihren Ursprung in dem göttlichen Gebote „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“ hat und daß dieses Im 3. Buch unserer Thora verkündet wird, erfuhren die meisten nichf jüdischen Besucher vielleicht zum ersten Mal. Ergreifend wirkten die Bildnisse des Stadt- und Leopoldstädter-Tempel, die mit einem entsprechenden Hinweis versehen, an die Zerstörung der jüdischen Gotteshäuser in der Nacht zum 10. November 1938 erinnern. Doch am schmerzlichsten berührt eine kurze Statistik, die besagt: „Im Jahre 1937 waren 15.686 jüdische Schutkijnider in den Wiener Schulen — itji Herbst 1945 waren es — 12. Die Ausstellung im Messepalast wurde ven hunderttausenden Schulkindern und ihren Eltern besucht. Vielleicht fallen die Mahnungen der Darstellung aus dem jüdischen Sektor doch bei manchem Besucher auf fruchtbaren Boden 1 So kann dieses Werk unserer Gemeinde sich segensreich gestalten. Jedenfalls ist es eine schöne Abschiedsleisfumg von Reg.-Rat Oehler, der, wie wir hören, nach mehr als 50-jähriger, erfolgreicher Wirksamkeit im Dienste der Wiener Kultusgemieinde im Juli d. J. in den Ruhestand tritt. MÖRDER DURCANSKY Die Israelitische Kultusgemeinde Wien hat beim Bundesministerium für Inneres wegen der Erteilung der Einreise-Erlaubnis nach Oesterreich für dein ehemaligen slowakischen Außenminister Dr. Durcansky Nachhaltigen Protest erhoben. Durcansky hat eine sowohl traurige als auch verbrecherische Rolle bei der Vernichtung der Juden in der Slovakei gespielt. Als Außenminister schloß er mit den Nazi den Vertrag, der die Verschickung der Juden in deutsche Konzentrationslager behandelte. Es gelang ihm seinerzeit nach Argentinien zu flüchten. /. fra&swcg- BÜROMASCHINEN / BÜROBEDARF EINKAUF VERKAUF WIRKWAREN UND WÄSCHE-ERZEUGUNG Maschinen mit hebräischer Schrift lagernd AUGUST GUNYIS Tel. R 29 043 Wien 1, Fleischmarkt 16 Tel. R 29044 WIEN IX. SGHLICKGASSE 2 TELEPHON R 53-0-75 Postsparkassen - Konto Nr. 30.937 Eigene Reparaturwerkstätte

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