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Die Stimme · 1952-07-01 · Heft 64 (Juli 1952) · page 5

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Journal
Die Stimme
Volume
1952
Issue
Heft 64 (Juli 1952)
Date
1952-07-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 64 DIE STIMME Seite 5 Aus dem jüdischen Leben in Wien Konsul Arieh Eshel spricht über Fragen der Außenpolitik Israels Der Zionistische Landesverband in Oesterreich veranstaltete am 17. Juni im Fcstsaal des Cafe Landtmann einen Vortragsabend, bei welchem Herr Kons u 1 Arie Es h e 1 über „Fragen der Außenpolitik Israels“ sprach. Diesem Vortrag wohnten fast alle Vertreter der Wiener zionistischen Organisationen bei, der Saal war überfüllt und viele Zuhörer mußten den Ausführungen des Redners stehend zuhören. Der Präsident des Zionistischen Landesverbandes Herr Dr. Wolf Hcrzberg, eröffnete mit einer kurzen Ansprache diesen Abend. Wir bringen einige markante Sätze aus den geistvollen Ausführungen des Redners : „Wir sind uns dessen bewußt, dmß in Israel nur eine Minorität des jüdischen Volkes lebt und unsere Außenpolitik hängt u. a. von den Interessen und der Lage von Millionen Juden im aller Welt zusammen, die wir jederzeit zu verteidigen bereit sind.“ „Es liegt im Interesse des Staates, daß unsere Außenpolitik dafür sorgt, daß Israels Verteidigungskräfte nie in Aktion treten müssen. An dem Friedenswillen Israels gegenüber allen Völkern besteht kein Zweifel.“ Zur Frage der arabischen Flüchtlinge äußerte sich Konsul Eshel wie folgt: „Mit der Frage der arabischen Flüchtlinge glauben die Araber ein moralisches Argument gegen uns zu haben, vergessen aber, daß das Flüchtlimgsproblem von den arabischen Staaten selbst geschaffen wurde. Sie haben Israel mit Waffen überfallen und die arabische Bevölkerung zum Verlassen ihrer Heime auf gerufen. Unser Land dagegen hat hunderttausende Juden aus arabischen Ländern herausgenommen, die all ihr Vermögen in ihren früheren Wohnorten lassen mußten.“ „Ueberall wo es gilt, das Recht zu verteidigen, ist Israels Politik solidarisch, so haben wir das Verlangen Lybiems nach Unabhängigkeit unterstützt, auch dann, wenn es zum jetzigen Zeitpunkt nicht gerade von Vorteil für unser Land ist.“ „Wir glauben an die Idee der kollektiven Sicherheit und wollen dabei nach unseren besten Kräften mithelfen.“ Sehr interessant waren die Ausführungen Konsul Eshels, betreffend die Stellung Israels zu Ost und West. „Israel ist bestrebt, ein neutraler Staat zu bleiben, der unter keinen Prof. Dr. Heinrich Schur hielt am 10. 6. im Klubsaal der Wiener Urania einen vielbeachteten Vortrag über „Die Hormone, ihre besondere Bedeutung für den Stoffwechsel, namentlich im Hinblick auf Vitamine und Fermente“. Der Vortragende verstand mit seinen interessanten Ausführungen die Zuhörer zu fesseln und erteilte nach Beendigung seines Vortrages im gewohnt liebenswürdiger Weise Auskünfte über die das Thema betreffenden Erfahrungen. Allgemein wurde der Wunsch geäußert, diesen Vortrag zu wiederholen. I. Feldstein & Co. Lebensmittelgroßhandel Ex- und Import Wien VI, Linke Wienzeile 10 Telephon A 36-0-76 B 21-4-81 Umständen ein blindes Instrument einer dieser Gruppen zu bilden gewillt ist. Israel kann und will nicht seine Freiheit gegen Hilfeleistungsversprechen verkaufen.“ Die überaus interessanten Ausführungen fanden bei den zahlreichen Zuhörern großen Beifall. Dr. Herzberg sprach dem Vortragenden für seine Ausführungen den besten Dank aus. F. M. \JedautbacuHfy des Konsulates des Staates Israel, Wien 1. Laut dem israelischen Staat,sbiiigcrsrhuftsgesctz, welches am 14. Juli 1952 in Kraft tritt, erwirbt jede Person, die nach Israel auf Grund des israelischen Rückwandcrungsgeselzcs einwandert, die israelische Staatsbürgerschaft mit dem Tage ihrer Einwanderung. 2. Jeder Einwohner des Staates Israel, welcher zurzeit im Auslände weilt, erwirbt die israelische Staatsbürgerschaft automatisch am Tage des Inkrafttretens des israelischen Staatsbürgcrschaftsgcsctzcs. 3. Einwohner Israels fremder Staatsbürgerschaft, die zurzeit in Oesterreich weilen und welche die israelische Staatsbürgerschaft nicht anzunehmen wünschen, müssen sieh bis zum 11. Juli 1952 im Konsulat des Staates Israel, Wien XIX, Peter-Jordan-Straße 66 (Montag bis Freitag 9—12 Uhr) unter Beibringung aller Dokumente, welche die fremde Staatsbürgerschaft belegen, melden. 4. Jeder Person, die das 18. Lebensjahr erreicht hat, obliegt die Meldepflicht persönlich. Sommernachtsfest Im Kursalon der Stadt Wien veranstaltete die „Vereinigung jüdischer Hochschüler“ am 26. Juni 1952 einen Festabend, der als sehr gelungen bezeichnet werden kann. Zum Tanz spielte das Orchester Mathe, um Mitternacht erheiterte Karl Farkas die Gäste mit einner heiteren Plauderei, Herr Max Furmainsky sang einige Lieder prachtvoll. Die Hauptattraktion des Abends bildete eine von der EL-AL zur Verfügung gestellte Sammlung israelischer Kunstarbeiten, die u. a. ein jemenit.’sches handgearbeitetes Kopftuch, eine geschmiedete Silbertasse zeigte. Diese Gegenstände konnten zu wohltätigem Zweck erworben werden und werden dem neuen Besitzer sicherlich große Freude bereiten. Eine angenehme Atmosphäre kennzeichne te den Abend. Der neue Vorstand hat sich mit dieser erfolgreichen Veranstaltung gut eingeführt und wir^ wünschen weiter viel Glück! nidg. fcaUslHH auf de* UakoaU-Uütte Von Herbert Schelzer, gesebaftsführendem Vizepräsident der Skitttnd Touristik, Hakoah. Inmitten einer unvergleichlich schönen Berglandschaft auf dem Semmering, besitzt die Ski- und Touristik. Hakoah eine Sport- und Schutzhütte. Sowohl deren Präsident Herr Rudolf Böhmer, als auch der Präsident der Hakoah Herr Robert Glücksmann, haben wiederholt auf die vielseitigen Erholungsmöglichkeiten dieser Hütte aufmerksam gemacht. Dank der Initiative beider jüdischen Institutionen fand am Sonntag, den 8. Juni unter Teilnahme von ca. 50 Personen ein motorisierter Ausflug nach der Hütte statt, der in jeder Hinsicht ein voller Erfolg war. Alle Beteiligten konnten sich von der Schönheit dieses Kleinods, seiner vorzüglichen Bewirtschaftung bei zivilen Preisen und der Entspannungsmöglichkeit für Tage, Wochen oder Monate überzeugen. Die Präsidenten Böhmer und Glücks mann begrüßten in herzlichen Worten die Ehrengäste, darunter Herrn Kultuspräsident Dr. Maurer mit Frau. Ein erstklassiges 3- Mann-Orchester, das den Höhepunkt der fröhlichen Stimmung bildete, brachte u. a. auch jüdische Weisen zu Gehör und nicht wenige der Erschienenen feierten Reminiszenzen aus der guten alten Zeit. Schließlich gab Herr Dr. Maurer in seiner Erwiderungsansprache seinem aufrichtigen Bedauern darüber Ausdruck, daß ein Großteil des Wiener Judentums an der Erhaltung dieser so schönen Kulturstätte desinteressiert ist und unterstrich seine Worte durch eine namhafte Soforthilfe seitens der K. G. Besonders erwähnenswert ist, daß sich alle Anwesenden mit einer Spende ins goldene Hüttenbuch eintrugen, welches aus der Gründungszeit der Hütte als stolzes Wahrzeichen noch vorhanden ist. Wir wollen hoffen, daß unser Hilferuf für die Erhaltung derselben nicht u»gehört verhallt, alle unsere Brüder. Schwestern und Freunde von deren Erholungsmöglichkeit Gebrauch machen und somit zu ihrer Unterstützung beifFagen. Nähere Einzelheiten im Sekretariat, Wien I, Seitenstättengasse 4, Tel. U 26 2 00. Tief beeindruckt von dem stimmungsvoll und harmonisch verlaufenen Sonntag richten wir unseren Appell an die Juden Wiens, unserer Hütte am Semmering mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung zu schenken und diese zu einem bleibenden Kulturgut zur Freude und Erholung aller zu machen 1 ‘ft€'ß'Cß'l>&chmKI6(4'C&€' Anmeldungen für die Hebräisch-Kurse die der Zionistische Landesverband unter Leitung seines Mitarbeiters Herrn Jakob Tannenbaum veranstaltet, werden täglich in der Zeit von 9 bis 16 Uhr im Verbandslokal entgegengenommen. Diese Kurse sind für Unbemittelte unentgeltlich. WOLLE UND GARNE größte Auswahl ADOLF BOMZE V, Reinprechtsdorferstraße 48 XX, Wallensteinstraße 17 Telephon A 32 0 08 XVI, Neulerchenfelderstraße 20 II, Rotensterngasse 5 gesch: Die Idealsten Schulterauflagen aus Watts, beste Paßform, für Damen-, Herren- und Kinder- Bekleidung „HAPO Achselpolster-Erze ugung RU DICH & Co. Wien 11, Aspernbrückeng. 4 Telephon R 45 5 63 Die Empfänger der Fragebogen für die Shanghai-Aktion werden ersucht, diese in der Redaktion der Zeitschrift „Die Stimme“, abzugeben, oder an die Adresse Wien IX, Universitätsstraße 4, einzusenden. Weitere Fragebogen stehen den ehemaligen Shanghaiern zur Verfügung. NEUER VORSTAND DER JÜDISCHEN HOCHSHCLERSCAFT Bei! der am 5. Juni d. J. im Festsaal der Israelitisch ein Kultusgcmeinde Wien abgeh altenen General Versammlung der Vereinigung jüdischer Hochschüler, wurde ein neuer Vorstand gewählt, der folgende Zusammensetzung hat: Präsident: caiud. phil. Leo Z elmann; Vizepräsident und Kulturreferent: cand. med. Akiba Ehrenreich; Generalsekretär: cand. techin. Otto Kahn; Geselllschaftsreferent: Architekt Herbert Reisner; Sozialreferent: Dr. agr. Ruth Herzier. Alfred Landesberger Aus Buenos-Ai res traf die traurige Nachricht ein, daß Komm.-Rat Alfred Lundesberger dort im Alter von 74 Jahren gestorben ist. Landesberger gehörte zu jenem Kreis der Juden Wiens, der die Not der mittellosen Brüder mit beachtenswerter Selbstverständlichkeit linderte. Als Mitglied des Wiener Tempelvorstandes, spendete Landesberger namhafte Beträge für wohltätige Zwecke. Als Mäzen genoß er ebenso in Wien wie in Buenos-Aires großes Ansehen. Landesberger war, als Großkaufmann in Wien ein Faktor im Wirtschaftsleben Oesterreichs. Der Nazismus in Oesterreich beraubte ihn seines Besitzes und vertrieb ihn im Jahre 1938. In der PARFÜMERIE FRUCHTER Wien Vll, Neubaugasse 71 Telefon B 35 5 34 Mariahilfer straße 88 a Zitahof; Telefon B 300 47 werden Sie fachmännisch beraten und billigst bedient. Geschenkpakete für Israel und anderen Staaten nach eigener Wahl zu kulantesten Bedingungen

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