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Die Stimme · 1952-07-01 · Heft 64 (Juli 1952) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
1952
Issue
Heft 64 (Juli 1952)
Date
1952-07-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Klub d. Zionistischen Jugend Hiens (Hanoar Hazioni) Heöh&zUtnus U% ÖsUcuitk ,,Huh Ui es wuktUU pCHÜg," Als wir vor zwei Mcmaten einen Appell zwecks Reorganisierung des Klubs an die jüdische Jugend Wiens gerichtet haben, waren wir wenig hoffnungsvolll, daß unser Unternehmen von Erfolg gekrönt sein würde, weil ja der größte TnJI der zionistisch organisierten Jugendlichen inzwischen bereits nach Israel abgewandert ist. Wir standen also vor einer neuen Aufgabe und zwar die noch nicht organisierten Jugendlichen mit der zionistischen Idee vertraut zu machen und auch den In Wien weilenden Israelis Gelegenheit zu geben, sich mindestens einmal in der Woche zu treffen. Wegen der vorgeschrittenen Jahreszeit, die einer Klubtätigkeit nicht sehr förderlich ist, haben wir die gelegentlich der Gründungsversammlung gesteckten Ziele nicht mehr erreichen können, doch ist zu erwarten, daß mit der Wiederaufnahme des Klub-Betriebes im Herbst eine rege Tätigkeit einsetzen wird. Tm Laufe der vergangenen sechs Wochen wurde jedit Woche ein Oneg- S c h a b a t veranstaltet, d. h. . jeden Samstag Nachmittag eine gesellige Zusammenkunft, wobei es Obst und andere Leckereien gab. Der erste Teil des Oneg-Schabat war durch Vortrage von Persönlichkeiten des jüdischen öffentlichen Lebens, sowie auch von Mitgliedern des Klubs, über jüdische und allgemeine Probleme ausgefüllt. Der zweite Teil des Oneg-Schabat war gemeinsamer Unterhaltung bei Tanz und Musik gewidmet, wobei Sch allplatten-Vorführungen mit moderner Musik aus Israel besonderes Interesse fanden. Im Rahmen unserer Oneg-Schabat-Vorträge sprach der Vize- Konsul des Staates Israel, Herr Eliahu Tavor, über das Thema „Einordnungsmöglichkeiten der Jugend bei ihrer Einwanderung In Israel“. Der Redner verstand es, seinen Zuhörern plausibel zu machen, wie wichtig es ist, in jeder Beziehung vorbereitet nach Israel zu kommen. Insbesondere verwies er auf die Wichtigkeit der Erlernung der hebräischen Sprache und eines Berufes. Was uns Zuhörern ganz neu war, war die Mitteilung des Redners, daß während der Militärzeit es jedem „Oleh“ möglich ist, einen Beruf zu erlernen. Jährlich verlassen tausend!« junge Menschen nach Absolvierung ihrer Dienstzeit, das Militär mit einem erlernten Beruf und Kenntnissen der hebräischen Sprache und sie werden auch mit den Bedingungen des Landes bestens vertraut gemacht, so daß die noch vor einem Jahr als „Grüne“ in das Land gekommen sind, mit berechtigter Zuversicht in ihr neues Leben treten können. Der Vorsitzende, Herr Diamant, sprach Herrn Tavor im Namen der Anwesenden seinen besten Dank aus für die Ausführungen, die bei den Jugendlichen lebhaftestem Interesse begegnet sind. Am darauffolgenden Oneg-Schabat berichtete Herr Merdiinger, der Reporter der „Stimme“, auf Grund der neuesten Informationen über das politische, wirtschaftliche und kulturelle Leben Israels. Viele Fragen seitens der Zuhörer, über die gegenwärtige Entwicklung des Landes, zeigten das große. Interesse unserer Jugend für die Entwicklung unseres jungen Staates. Am Oneg-Schabat vom 21. Juni war der Präsident des Zionistischen Landesverbandes Herr Dr. Herzberg, der Gast unseres Klubs. Er sprach zu den äußerst aufmerksamen Zuhörern über die ethischen Grundsätze der Bibel, denen noch heute große Bedeutung zukommt und die noch heute das menschliche Gemeinschaftsleben beherrschen. Dr. Herzberg erhielt für diesen Vortrag herzlichen Dank. Bei der Oneg-Schabat-Veranstaltung vom letzten Samstag, sprach Herr Georg A. Zawusky über das Thema „Aufgaben des heutigen Films“. Der Vortragende berichtete über die verschiedenen Einflüsse, denen die Produktion von Nachkriegsfilmen ausgesetzt war. Der Film, der sich In der ganzen Welt einer so ungeheuren Anhängerschaft erfreut, erfüllt noch lange nicht die kulturelle Aufgabe, die ihm zufallen könnte. Abschließend kam der Vortragende auch auf die Entwicklung des Films in Israel zu sprechen, wo in der kurzen Zeit seiner Entwicklung schon so Großes geleistet wurde. Am kommenden Samstag (5. Juli 1952) im Klubheim, um 17 Uhr, wird der Vorsitzende des Klubs, Herr Manus Diamant, aus Anlaß der Wiederkehr des Todestages Dr. Herzls über das Thema „Das Leben und Wirken Herzls“ sprechen. Am Sonntag, den 6* Juli 1952, finde, um 10*30 Uhr vormittags im Kreuz- Kino die Aufführung des Films „Jidl mit’n Fidl“ statt. Mit dieser Aufführung, die vom Klub der Zionistischen Jugend veranstaltet wird, schließen wir die Tätigkeit des Klubs für die laufende Saison. F. M. „Das Kleine Volksblatt“ der OeVP leistete sieh im Sennfagsleitarfikel vom 22. Juni d. J. eine Erbärmlichkeit, die um so schmutziger ist, als ein Pogromheld, der seine Identität hinter zwei Buchstaben verbirgt, gegen eine Gruppe von Menschen zum Haß aufreizt, weil sie Juden sind, die in der Nazizeit verfolgt und geschändet wurden. Die Israelitische Kultusgemeinde Wien richtete an den Bundesobmami der Oesterreich ischen Volkspartci, Dipl.-Ing. Raab, folgendes Schreiben: .Sehr geehrter Herr Nationalrat! In dem Organ der Oesterreichischen Volkspartei „Das Kleine Volksblatt“, Ausgabe vom .Sonntag, den 22. Juni 1952, erschien auf Seite 2 ein Leitartikel unter der Ueberschrjft „Nun ist es genug 1“ In diesem Artikel hat der alte unselige Antisemitismus, der ln der seinerzeitigen Christlich-Sozialen Partei eine sehr traurige Rolle gespielt und mit dazu beigetragen hat, daß der National-Sozialismus gerade in Oesterreich so begeistert aufgenommen wurde, eine vollkommene Wiederauferstehung gefunden. Noch sind die Gräber von 6 Millionen Juden, die vom Faschismus und Nationalsozialismus hingemordet worden sind, nicht geschlossen, darunter fast 60.000 Gräber Wiener Juden, die Generationen hindurch Bürger dieser Stadt waren, die einen gewaltigen Beitrag zur Kultur, zum Aufstieg und zum Fortschritt Oesterreichs geleistet haben, und schon bedient sich das „Kleine Volksblatt“ der Sprache, die eines „Stürmers“ würdig gewesen wäre, indem es folgende Sätze prägt : „Ein Haß, wie ihn nur eine ganz bestimmte Menschengruppe kennt. — —-zahlreiche amerikanisch uniformierte Leute zu uns nach Oesterreich kamen, die wir früher als sehr links stehende Sozialisten kennen gelernt haben — - — .... und wieder Es wird ein trauriger Witz kolportiert oder die Tatsache festgehalten, daß die Deutschen Nationalsozialisten, aber die Oesterreicher nur Antisemiten sind. Wie dem auch sei, steht heute fest, daß die österreichischen Nazi ihr Haupt erheben und das österreichische Volk wieder moralisch zu verseuchen versuchen. Dli neueste ATOMIC-Espresso Kaffee-Maschine eine feclinliche Spitzenleistung, Keine Reparatur Zwei Jahre Garantie Auch Auslandversand Bezugsquelle, Prospekte d. STELLA MASCHINEN WIEN I, NAGLERGASSE 29, TELEFON U 26 4 71 Von autoritativer Seite erfahren wir, daß auf Grund einer Entscheidung des Verfassungsgerichtsliofes, folgende Vereine in Innsbruck wieder auf leben durften : „Innsbrucker Liedertafel“, Arierparagraph „Deutscher Männergesangverem“ und die „Wolkensteiiner“. Daß die Mitglieder dieser Vereine immer erzreaktiomär waren und dem barbarischen Nazionalsozialismus, dem deutschen Götzen gehuldigt haben, ist bekannt. Unerträglich ist es, daß genannte Vereine im Jahre 1952 nach dem mörderischen Krieg, den die österreichischen Nazi mitverschuldet haben, in ihren Statuten den „Arierparagraphen“ aufgenommen haben. In Oesterreich scheinen die Behörden die Demokratie mißzuverstehen, sonst könnten sie es nicht zulassen, daß kriegsverbrechicrisehc Elemente sich in „Gesangsvereinen“ zusammenrotten und zum Menschen haß hetzen. Ist vergessen worden, daß diese Gesellschaft vom Jahre 1933 bis zum Jahre 1938 sich in Gesang- und Kegelvercinen zusaminengefunden und von dort aus eine Hetzpropaganda gegen den Bestand der österreichischen Republik betrieben hat? So getarnt, gruben sie dem demokratischen Oesterreich das Grab und stürzten es ins größte Unglück. Israel-Abteilung Capri-" ‘ „ELSE” PARFÜMERIE WIEN I, STEINDELGASSE 1 (beim Tucfalauben-Kino) TELEFON U 21 3 64 Wien 1, Graben 10 Telephon R 26100 DIE JÜDISCHE PARFÜMERIE Offizielle',Verkaufitfelle aller Flug-, SÄMTLICHE SPEZIALITÄTEN AUS U. S. A. FRANKREICH, SCHWEIZ, DEUTSCHLAND Schiff»- und Bahnlinien Paß- und Visabesorgung Wir schicken offiziell Pakete mit Parfümerien und Seifen nach Iaraell — weder ihre wirkliche Herkunft noch ihre Linksgesiinnung verleugnet — — Leute, die niemals Oesterreicher, niemals Amerikaner, sondern nur immer Geschäftemacher, Hetzer und Verhetzet gewesen und geblieben sind - - — — Leute, die unser Land schon öfter ins Unglück getrieben haben, nun wieder das alte .Spiel beginnen - —u. s. w. — — Alle Kulturmenschen, ohne Unterschied der Abstammung und Religion, werden mit Empörung eiine solche Schreibweise zurückweisen. Sie werden darüber hinaus von einem uncrsch ü tterl i eben gemeinsamen Willen geeint sein, daß die betreffenden Herren und Kreise, die hinter dem Artikelschreiber stehen, in die gehörigen Schranken zurückverwiesen werden. Wir sehen uns genötigt, Ihnen, als Bundesobmann der Oesterreichiischen Volkspartei, den schärfsten Protest der Israelitischen Kultusgemeinde Wien und der österreichischen Judenschaft gegen die Schreibweise des „Kleinen Volksblattes“ zum Ausdruck zu bringen. Wir appellieren an Sie, die gutgesinnten Kräfte in Ihrer Partei gegen eine Entwicklung zu mobilisieren, die zum zweiten Mal und diesmal endgültig Oesterreich ins Verderben führen wird. Die kleinen Ueberresfe der einstigen Tudenschaft Oesterreichs sind in der NS-Zeit durch alle Höllein der Verfolgungen gegangen. Sie, diese Wenigen, die die schrecklichste aller Verfolgungen überlebt haben, sind nicht jvillens, sich beleidigen zu lassen, sie sind nicht willens, einem Spiel zuzusehen, welches in eine nur zu gut bekannte Richtung führt. Wir weisen auch: mit Empörung die in der OeVP-Presse immer wieder vorkommende Beleidigung der Emigranten zurück oder wäre es den betreffenden Herren lieber, wenn die Emigranten, die lediglich der Emigration ihr Leben zu verdanken haben, auch in den Gaskammern von Mauthausen, von Auschwitz, von Maidanek, in den Steinbrüchen von Dachau, von Buchenwald um gekommen wären? Fast scheint es so. Wir bitten Sie, sehr geehrter Herr Nationalrat, unseren heutigen Protest mit dem ihm zukomtneindlen Ernst zu prüfen. Wir übersenden eine Kopie dieses Protestes an Herrn Bundeskanzler Dr. Ing. Leopold Figl. Einen Auszug aus unserem Protest stellen wir der österreichischen Presse zur Verfügung. In Erwartung Ihrer gefälligen Stellungnahme zeichnen wir hochachtungsvoll Israelitische Kulfusgetneinde Wien Der Amitsdirektor: Der Präsident: Krell m. p. Dr. Maurer m. p. STOFFE KLEIDER FÜR DAMEN HERREN UND KINDER (jüt Und f»ceUwut HaüfUaüs Buukc Hütet Wim VII, Mirlahlllirilral« 90 05

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