Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1952
- Issue
- Heft 63 (Juni 1952)
- Date
- 1952-06-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 63 DIE vSTIMME Seite 5 nie vergessen! Bemerken möchte ich, daß ich 7,11. jener Zeit schon zum Polizeilt. befördert worden war. Das erste Kommando hatte ich, glaube ich, im Jahre 1942 zum Judenfriicdhof zu führen. Ich übernahm die zur Liquidierung bestimmten Personen, bestehend aus Frauen, Männern und Kindern vor unserem Dienstgebäude. Es waren dies ungefähr 100 Personen. Dieselben wurden nun von meiner Abteilung auf den Judenfriedhof geführt und fragte ich nun Perneck, wie die Liquidierung durchzuführen sei. Bemerken möchte ich, daß dies das erste mal war, daß ich bei einer Liuqid'leruing persönlich anwesend gewesen bin. Perneck als Hpt.-Wachmeister übernahm diesesmal für mich das Kommando. Per neck gab den Befehl „Alles ausziehen“, die Alten zuerst nach vorne zur Grube. Ich hörte noch, wie Perneck zu den Leuten sagte : „Kommt nur her, legt Euch da iin die Grube hinein, es tut nicht weh. Je rascher umso besser für Euch.“ Mit Sicherheit habe ich nun gesehen, wie Perneck, Schipainy, Galhardt und vermutlich Kröger oder Steiner ebenfalls geschossen haben. Befehl war. die Leute mußten sich immer zu zweien auf den Bauch in die Grube legen und wurden nun mittels Kopfschuß getötet. Ich selbst ging bis an den Rand der Grube vor und sah nun, daß mit Explosivgeschossen Dum Dum geschossen wurde, wodurch der Kopf des Getroffenen bis zur Unkenntlich- ]üde*p ÖstezceicUs l Die „JÜDISCHE HISTORISCHE DO¬ KUMENTATION“ geht daran, ein Buch herauszugeben, das den Titel tragen wird: „Die Geschichte der Judne in Oesterreich“. Wir benötigen Euere Hilfe! Alle diejenigen, die während der Nazizeit in Oesterreich lebten, oder die von hier aus deportiert wurden, weiters jene Juden, die naeli 1945 Kämpfe um ihre Existenz und die Rückerstattung ihres Eigentums führen mußten, werden gebeten. uns ihren Schicksalsweg schriftlich zu schildern. Treffpunkt der guten Gesellschaft CAFB-RBSTAURANT MOZART Bei der Oper, Albertinaplatz Nr. 2 Modern renoviertes Lokal mit der schönsten Terrasse Erstklassige Küche, Espresso Spezial Auch ausländische Juden werden ersucht. uns Berichte einzusenden über ihr Schicksal in ihrem Herkunftsalnd. Die Berichte können in allen europäischen Sprachen abgefaßt sein. Ihr helft damit, den künftigen Generationen all das zu vermitteln, was wir in jüngster Vergangenheit ertragen mußten und die Gegenwart uns erleben läßt. Euere Originalmanuskripte werden wir dem Archiv in Jerusalem übermitteln und Euch das Buch gratis überlassen. Jüdische Historische Dokumentation Wien I. Seitenstettengasse 4 Der Leiter : T. Friedmann keilt zerrissen wurde. Da ich durch die hcrumspri'tzendcn Gehirn teile auf meiner Bluse und im Gesicht beschmutzt wurde und mich deswegen ein Ekel amkam, verließ ich sofort den Grabenrand und wartete in einiger Entfernung die Beendigung der auf diese Art vollzogenen Liquidierung ab. Noch anwesend waren : Ujitz, Reisenthaler, Gail, auf die anderen kann ich mich nicht mehr erinnern. v. g. g. Unterschrift: Othrnar Kleinbauer Wald von Schebarovce Zahl : 1/45447/b/47-Ho/st NIEDERSCHRIFT über die Vernehmung des Angezeigten auf genommen am 4. 9. 47, um 10 Uhr Voruind Zuname : Schipany Franz geb. 24. 5. 1913 in Kerbach, Bez. Zwettl, N. Oe. Zuständig nach Langschlag Familienstand: verh., Rel.: r. k. Wohnungsamschriften seit 1. I. 1930 a. 1936 Wien 10., Arsenal Objekt 9 Ibis 1938; vom 1938, Wien 12., Humbergstraße bis Ende 1938 Langschliag Nr. 38, derzeit Wiein 6., Josnelligasse 3/4 Schulbildung : Volksschule, Hauptschule, Allgemeine Fortbild. Gewerbeschule Erlernter Beruf : Fleischhauer und Selcher Äusgeübter Beruf: Sichierheitswachbeamter. Auszug aus dem Geständnis. Zu Kriegsbegimm wurde ich mit meiner Einheit nach Polen versetzt. Nach Wien zurückgekehrt, wurde ich im Jahre 1942 nach Lemberg zur Schutzpolizei abkommandiert. Am 14.. 15. und 17. August wird in Zürich die Wcltkonferenz der Allgemeinen Zionisten unter dem Vorsitz von Dr. Israel Goldstein, stattfinden. Es sollen hier wichtige ideologische und praktische Probleme erörtert werden, denen die zionistische Weltbewegung gcgenüberstclit, insbesondere die Frage der Beziehungen zwischen dem Staate Israel und dem Judentum in der Diaspora. Es ist bekannt, daß die wichtigsten zionistischen Persönlichkeiten der Diaspora der Bewegung der Allgemeinen Zionisten angeboren, ebenso eine beträchtliche Anzahl führender Persönlichkeiten in Israel. Aus diesem Grund wird von allen Zionisten die größte Aufmerksamkeit den Arbeiten der bevorstehenden Konferenz entgegengebracht werden. Mehr als 100 Delegierte, die sämtliche Parteien der Weltkonföderation der Allgemeinen Zionisten, die 750.000 Mitglieder zählt, vertreten, werden an dieser Konferenz teilnehmen. Der Weltkonföderation der Allgemeinen Zionisten gehören an : die Zionisti- Dic Liquidierungen von Juden wurden im Walde von Schebarovce im Judenviertel (Ghetto von Kolomca) anläßlich von Aktionen am Judenfncdhof von Kolomca, in Sabladow, Sniatyn, Otynia und Horodenka durchgeführt. Ich gebe zu, bei den Liquidierungen im Walde von Schebarovce an der Grube gestanden zu haben, wo ich genau sehen konnte, wie die Juden mit Karabinern und Pistolen durch Genickschuß, w. s. getroffen wurden erschossen wurden. Die Erschießungen der Juden am Friedhof durch mich, Perneck, Kneisl, Gallhordt. Reisenthaler, Doppler, Gregner, Marko durchgeführt. Kleinbauer hatte in Vertretung Hartls das Luquidierungskommando am Judenfriedhof über. Ob er selbst geschossen hatte, kann ich mich nicht erinnern. Für diese Liquid er um gen wurden der Dienststelle russische Gewehre, 10 Schuß- Automaten und die dazugehörige Munition verwendet. Die Liquidierungen am Judenfriedhof wurden im Wirkungskreis der Dienststelle Kolomea ohne Beisein der Gestapo durchgeführt. Ich gebe zu, mich am den Aktionen im Ghetto beteiligt zu haben und dort Juden mit der Pistole 'erschossen zu haben. Gelegentlich solcher Aktionen im Ghetto habe ich gesehen, wie angeschossene verletzte Juden durch die Hunde der Gestapo zerfleischt wurden. Wenn durch Zeugen behauptet wird, daß im Ghetto Personen bei lebendigem Leibe zerstückelt wurden., erkläre ich dazu, daß diese Angaben richtig sind. Gelegentlich einer Aktion im Ghetto konnte ich sehen, wie durch Gestapomänner ein Teil des Ghettos in Brand gesteckt wurde. Die Juden, die nicht mehr aus den Häusern hinaus konnten, sind bei lebendigem Leihe verbrannt. Diejenigen, die zu flüchten versuchten, wurden erschossen, v. g. g. Unterschrift: Schipany Franz sehe Fraiienorganisation „Hadassa“, die Konföderation der Allgemeinen Zionisten von .Europa und Nord-Afrika, die Partei der Allgemeinen Zionisten (Zionim Klaliiin'l und die Partei der Allgemeinen Progressiven .Zionisten in Israel. .wie auch andere Organisationen der Allgemeinen Zionisten in anderen Ländern. Die große Bedeutung dieser Konferenz ersieh t man aus den Persönlichkeiten, die ihr beiwohnen werden : Dr. Nahum Goldmann, Präsident der Exekutive der Jewish Ageney und Vorsitzender der amerikanischen Abteilung der Soehnuth llajeliudith; Benjamin D. Browdy, Präsident der Zionistischen Organisation Amerikas und Mitglied der Jewish Ageney; Frau Rose Halperin. Vizepräsidentin der Wcltkonfödcration; Zwi Herman und Moshe Kol, Mitglieder der Exekutive der Jewish Ageney; Dr. Emanuel Ncwman. Vize-Präsident der C011foederation; Dr. Pcrctz Bernstein, Präsident der Partei der Allgemeinen Zionisten in Israel; Dr. Pinlias Rosen, Ex- Minister, Präsident der Partei der Allgemeinen progressiven Zionisten in Israel. Heltkonferenz der Allg. Zionisten TRANSYLVANIA Internationale Speditionsgesellschaft m. b. H. WIEN IV, HEUMÜHLGASSE 20 Telephon A 32 2 26 B 29 0 46 Telegramm-Adresse „Transped" Speditionen aller Art, Verzollungen, Einlagerungen, Nah- und Ferntransporte mit eigenen Kraftfahrzeugen, Verpackungen, Übersiedlungen, Sammeltransporte in LIFTVANS, SPEZIAL¬ VERKEHR von und nach ISRAEL WOLLE UND GARNE größte Auswahl ADOLF BOMZE V, Reinprechtsdorferstraße 48 XX, Wallensteinstraße 17 Telephona32ooe XVI, Neulerchenfelderstraße 20 II, Rotensterngasse 5 ITAUFNISC SCHIFF* ('HNMAR LLOYD TRIESTINO ADRIATICA NORD-, SUDu. ZENTRALAMERIKA AUSTRALIEN, AFRIKA, INDIEN, PAKISTAN, OSTASIEN ÄGYPTEN, LIBANON, ISRAEL, GRIECHENLAND UND TÜRKEI LIBYEN, TUNIS, SIZILIEN, SARDI¬ NIEN, KORSIKA u. NORDEUROPA Auskünfte und Buchungen bei der Zweigniederlassung in Wien I. Kärntnerring 6, Tel. U 47 5 60 Serie, bei der Filiale in Graz, Annenstraße 10, Tel. 67 01, sowie bei aller Reisebüros Frachfenabteilung Wien I., Kärntnerstraße 33 (Eingang Johannesgasse 1) Tel. R 24 5 60 Serie YIVO Die YIVO wurde in Amerika im Jahre 1925 als „Jiddisches wissenschaftlicnes Institut“ zum Studium der sozialen Struktur und der geistigen Strömungen des jüdischen Lebens gegründet. Heute besittz die YIVO das größte jüdische historische Archiv. Millionen Bände und Akten dienen namhaften eharatitativen Organisationen zu>- Erkundung sozialer Probleme der Gemeinden in aller Welt. Anläßlich eines Interviews mit dem Korrespondenten der YIVO in Oesterreich — es ist der in zionistischen Kreisen bekannte cand. med. Kurt Weigl, der uns über die Aufgaben und Leistungen der VIVO berichtete —erfuhren wir, daß Persönlichkeiten wie Albert Einstein u. a„ zu ihren Ehrenmitgliedern zählen. Die YIVO ist, so erklärte uns Herr Weigl, selbstverständlich auch am kulturellen und sozialen Leben und Schaffen der Juden in (Oesterreich interessiert, und legt Wert darauf, daß ihr bei Beschaffung entsprechenden Materials Hilfe zuteil wird. Wir rieh teil an unsere Leser die Bitte, der YIVO material alter Archive. Lcbenserinncrungen, etc. für die Forschungsarbeit zu überlassen, wodurch die jüdische 'Geschichtsschreibung Förderung erfährt. Br. IVolleh odev müssen Sie reisen, dann wenden Sie sielt veviraucnsvoll an uns! lUisibütb Z)e. Bactfy WIEN I., KÄRNTNER RING 18 (Ecke Schwarzenberg-Platz) TELEFON U 43 5 90 Serie EIGENE ABTEILUNG FÜR ISRAEL-REISEN OFFIZIELLER AGENT SÄMTL FLUG¬ GESELLSCHAFTEN, SCHIFFSLINIEN, BAHNKARTEN, PASS- UND VISABE¬ SORGUNG, URLAUBSARRANGE¬ MENTS, GESELLSCHAFTSREISEN