Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1952
- Issue
- Heft 60 (März 1952)
- Date
- 1952-03-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 DIE STIMME Nr. 60 ZIONISMUS und POLITIK von Sam Segal gestellt werden, daß Israel auf w:rtiVe letzte Sitzung der I NO, die sich wie d'e vorhergegangenen Sitzungen in Paris im Palais de Chaillot abwickelt. ist geschlossen. Ps ist feststehend, da.ß sie auch kei e le: Lösung der aktuellen Probleme im politischen Leben unserer Generation gebracht hat. Die zwischen den leiden „Blocks“ bestehenden Meinem gs v e - s eh ie d e n h e i t e n u n d S p a. n n n n - gen'wurden wederbereinigt noch teilweise ausgeglichen. Die Sitzung im Palais de' C haillot 1951-1952 stand unter dem Zeichen eener arabischen N a t i e e r 1 b e w c g u n g. welche sieh von Abadan im Iran bis zum äußersten Punkt in Marokko ausdehnte. Zwei große arabische Agitationszen'r en kennten ihr en Vorteil aus einer. Propaganda ziehen, die bisher nicht ihresgleichen hatte. Es ist augenscheinlich, dnß die Pol:liker der abendländischen bl ächte trachten werden, die Araber in ihren Streitpunkten im allgemeinen und in denen des Palästinaproblems im besonderen nicht zu stören. Wenn die junge israelische Diplomatie sich schmeicheln kann, aus dem Kampf im Palais de Chaillot mit weniger Schaden herausgegangen zu sein, als man hätte vorhersehen können, so ist es trotzdem klar, daß die Position Israels in der UNO immer schwieriger wird. Oft befinden wir uns in einer Situation unangenehmer politischer Isolierung. Es ist wahr, daß die Jahre, welche seit der Schaffung des Staates Israel vergangen sind, den abendländischen Mächten als entscheidender Versuch In Bezug auf den mittleren Osten gedient haben. Die alte Resolution betreffend die Intemationalisierung von Jerusalem ruht noch immer in den Archiven Trygve Lies. Wenn die Versammlung der UNO nicht den Mut gehabt hat, sie zu annullieren, hatte sie gewiß ihren Grund. Die Debatte In der Frage der palästinensischen Flüchtlinge endete ebenfalls zum Vorteil Israels. Es ist jetzt klarer denn je, daß eine Einbürgerung der Flüchtlinge in Israel heute nicht mehr In Frage kommt und daß eine gerechte und menschliche Lösung dieses Problems wäre, diese Flüchtlinge für ständig in den verschiedenen arabischen Ländern anzusiedeln. Was nun die Vermittlungskommission betrifft, geht die Ansicht Israels dahin, daß man nur durch direkte Verhandlungen zum Ziel einer Verständigung, oder gar eines Friedens kommen könne. Man darf sich indessen nicht verhehlen, daß es den arabischen Ländern, während der ganzen Dauer dieser UNO-Vcrsammlung, gelungen ist, ihre Einheit vor der übrigen Welt aufrechtzuerhalten. In gewissen Fragen konnten sie sogar eine Stimmeneinigkeit von Ländern, welche nicht Mitglieder der arabischen Liga sind, erreichen. Dieser Stand der Dinge erheischt, daß Israel aus all dem eine Lehre ziehe und sich auf einen nicht leichten politischen Kampf vorbereitet, der unser Land auf dem internationalen Forum erwartet. Hier muß nun fest- Dee elegante ScUuU schnftlichem Gebiet diesen politischen Kampf wird nicht führen können, ohne die Mithilfe des Gesamtjudentums. Ohne diese Mithilfe würde der Kampf nicht von Erfolg sein. Es ist vielleicht nicht verfrüht, sich darüber klar zu werden, daß die zionistische Bewegung ihre Periode der intensiven politischen Als Konzern bet rieb der Wiener Städtischen Versicherungsanstalt, des größten Versieh erungsbetriebes Oesterreichs, bieten wir durch unsere verschiedenen Krankenversicherungstarife, die den Zeitverhältnissen angepaßt sind, jedermann die Möglichkeit, sich gegen das wirtschaftliche Risiko schwerer Erkrankungen entweder durch eine VOLLVERSICHERUNG oder durch eine jede Pflichtversicherung ergänzende ZUSATZ VERSICHERUNG zu schützen. Wiener Wechselseitige Krankenversicherung Wien, I., Canovagasse 5 U 47 5 74 Tätigkeit wird zurückfinden müssen, um politische Kräfte in den verschiedenen Ländern zu Gunsten Israels mobilisieren zu können. Nach der Schaffung des Staates Israel glaubte man, daß die zionistische Bewegung nunmehr keine politischen Aufgaben mehr zu erfüllen hätte. Die Gesandtschaften und Konsulate würden genügen, um dafür zu sorgen, daß in den Ländern der Diaspora ein Israel günstiger politischer Einfluß aufrechterhalten bleibe. Aber den diplomatischen Gesetzen gemäß sind die israelischen Vertreter verpflichtet, sich der politischen Tätigkeit zu enthalten, die nur von den jüdischen und nichtjüdischen Bürgern des Heimatlandes ausgeübt werden kann. Wir haben noch in Erinnerung, wie die zionistische Weltorganisation die politische Meinung der verschiedenen Länder zu Gunsten des Kampfes für die Schaffung des israelischen Eigenes Maßatelier für feine Herrenwäsche Wien VIII, Lerchenfelderstr. 56 Wellpappe-, Kartonagen-, Büroartikel-Fabriken und Druckereien A. GLDCKSMANN&SÖHNE Wien XVII., Beheimgasse 77 A 29 2 27 A 28 0 29 „TABU” Warenhandelsgesllschaft W. Bursztyn WIEN VI, MARIAHILFERSTR. 51 TELEPHON B 24 204 TEXTILIEN UND HERRENKONFEKTION Staates mobilisierte. In Amerika, England und in den anderen Ländern wurden polifische Faktoren in Bewegung gesetzt, um die jüdischen Forderungen in den internationalen Körperschaften zu unterstützen : Die mutigen Manifestationen der Juden Englands gegen die Politik Bevins. die Manifestationen der amerikanischen Juden. All das kann als Beispiel für die Wichtigkeit der jüdischen politischen Iätigkeit in der Diaspora dienen. Diese Arbeit ist dringend, besonders, wenn sie in den verschiedenen Ländern gleichzeitig und gleichermaßen von einer zentralen Organisation aus geleitet wird- Die zionistische Weltbewegung und ihr ausübendes Organ die Jewish Agency, müssen ihre poli- Lsche Tätigkeit wieder aufnehmen, wie sie vor der Schaffung des israelischen Staates ausgeübt hatten; es ist klar, daß die politische Arbeit gegenwärtig durch die Existenz des israelischen Staates sehr erleichtert wird. Notwendig ist, die Zusammenarbeit zwischen den berufenen Organisationen des Staates Israel einerseits und der zionistischen Weltbewegung andererseits fester zu gestalten. Selbst wenn die europäischen Mächte glauben, daß der Abschluß eines Friedens zwischen Israel und den arabischen Staaten eine der notwendigen Bedingungen für die Beständigkeit des mittleren Orients Ist, könnte es möglich sein, daß die abendländischen Mächte eine Regelung suchen, die auf Kosten Israels ginge. Treu dem alten Spruch : „Verbeugen ist besser, als heilen“, müssen wir rechtzeitig unsere politischen Freunde von überall mobilisieren, um der Drohung einer für Israel ungünstigen politischen Entwicklung zu begegnen. Die zionistische Weltbewegung wird ihre politische Tätigkeit wieder aufnehmen müssen. Das „Statut“, welches die israelische Regierung und das israelische Parlament der zionistischen Weltbewegung zuerkennen wird müssen, ist von ungeheurer Wichtigkeit für beide Partner u. zw. für das jüdische Volk und für das Land seiner Väter. j J Die israelische Regierung muß rechtzeitig verstehen, daß eine große politische Anstrengung des Welt-Zionismus für die Existenz des Israelischieen Staates und seiner Zukunft lebenswichtig ist. Israels heldenmütige und tapfere Bevölkerung muß unterstützt werden. Die Hilfe seiner Freunde, vor allem der Juden der ganzen Welt, ist unerläßlich. 65.000 Familien wohnen in Zeiten und anderen Die rJ:erscli\vcinimiiif*s!>atas(ro|)Iie Lai besonders die Bewohner der Übergangdagor umi Vorstädte getroffen mul sie obdachlos gemacht. Di. g.ölMr Hilfsbereitschaft ist crfoi .lei lieh, um den Betroffenen bei- /ie.teilen mul ihren vollständigen Ituin zu vermeiden. Iv; wird deshalb in der ganzen Welt eine 1 lilfsaktion für die Opfer der r.herschwemmimg k itaslro- |)Iic dtirrhgefiihrl. Wir bitten nochmals alle, die ihren Beilrag hierfür noch nicht geleistet haben, diesen wegen der Dringlichkeit solorl an die V KHK INI DTE AKTION KLU ISBAK1. — MAOIUTII MKUCIIK- 1)1, I I1, Wien I., Seilenstettengasse 4, Telefon U 29 0 Bostsparkassenkonto Nr. 17.207 zu überweisen. Theodor Herzl-Film Auf Initiative des Herrn Walter Perl (Tel Aviv) fand am 25. Februar in den Räumlichkeiten des Auerspcrgpalais eine Proponentensitzung zur Schaffung eit.es Theodor Herzl Films statt. Unter den Anwesenden sah man Persönlichkeiten aus dem Wiener jüdischen Leben, Künstler, maßgebende Faktoren der Filmwelt und Mäzene. Mach ei caufschlußreichen Diskussion wurde beschlossen, die gründende Sitzung iles Film-Konsortiums an einem der nächsten .Sonntage abzuhalten. Nach mühevoller Arbeit, die Monate in Anspruch nahm, ist diese soweit gediehen, daß schnellstens zur praktischen Arbeit geschritten werden kann. Der Film soll zum größten Teil im Wien gedreht werden, Originalaufnahmen in Israel und in der Schweiz sollen diese in Werke die Bedeutung eines Doku men ta r f i 1 m s geben. Hervorragende jüdische Künstler werden zur Mitarbeit herangezogen werden, sowohl was das Filmbuch, die Regie und künstlerische Darstellung betrifft. Der Film wird in englischer Sprache gedreht und für Israel in Ivrith synchronisiert werden. Die Initiatoren dieses Filmes legen Wert darauf festzustellen, daß dieses Projekt mit dem vor einem Jahr in der Presse kolportier len in keinem Zusammenhang steht. Wir werden die Wiener jüdische Oeffentlichkeit über die Fortschritte dieses Interessanten Projektes weiter in formieren. König Georg VI. Freitag, den 15. Februar 1952 wurde König Georg VI. von Westminster- Hall zur Gruftkapelle kn Schloß Windsor zur letzten Ruhe geleitet. Dr e i huin der ts ie bz igtau® en d Menschen nahmen in WestmInster-Hall Abschied vom äußerst beliebten Monarchen und herzensguten Menschen. Der König eines großen Empires das große Anforderungen an seinen Souverän stellt, hatte keinen Feind. Nach der Verfassung des Landes hat der englische König auf das politische Geschehen keinen direkten Einfluß, doch sind die guten menschlichen Qualitäten des Herrschers von nicht zu unterschätzender Bedeutung für die Gestaltung des sozialen Lebens in Großbritannien. Das englische Volk liebte seinen König aus tiefster Seele, stützte seinen Thron, der auf tragfähigen, festen Säulen der Demokratie ruhte und bekundet tiefe Verbundenheit mit dein Schicksal seinem Familie. Der plötzliche Tod Georgs VI., hat in jüdischen Kreisen tiefe Trauer hervorgerufen. Der König war die personifizierte Güte und zeigte Verständnis für die große Not der Tu den. die vom Nazismus veriagt, nach England kamen, wo sie »"ßhaft wurden, ihre wirtschaftliche Existenz aufrichten und ihre Fähigkeiten entfalten konnten. Die Juden Englands und der Dominien gaben in zahlreichen Trauergottesdiensten und BeTeidskundgebungen' ihren Gefühlen für den toten Monarchen wahren Ausdruck. Die Regierung des Staates Israel war an den Trauerfeierlichkeiten durch Außenminister Moshe Shrrett vertreten. Br. ttliedec-£vzeugu*ig Wien 11., latecstcaße 4 80240^56