Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1952
- Issue
- Heft 60 (März 1952)
- Date
- 1952-03-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 60 DTE STIMME Seife 3 du. Saas**# uedäft wu» Für Euch junge Mn und Jüdinnen Nachi 5 Jahren erfolgreicher Arbeit, verläßt der Direktor des World Jewish Congress Wien, um sich in seine Wahlheimat zurückzu begeben. Damit verliert Wien eine der markantesten Persönlichkeiten des Wiener jüdischen Lebens. Wo immer es galt Arbeit im Interesse der Wiener Juden heit zu leisten, war Direktor Stiassny zur Stelle. Schon im Jahre 1912 trat Erncst Sfliassny der Mittelschulverbindung „Hasmonea“ bei und betätigte sich seither immer wieder zionistisch, so war er u. a. Älter Herr der ^Jüdisch- Akademischen Verbindung „Zephira“ in Wien. Er gehörte nicht nur zu (den Vorstandsmitgliedern des „Bundes jüdischer Frontsoldaten“ (BIF), sondern war auch an der Gründung dieser Institution maßgeblich beteiligt. Der Bund hatte es sich zum Ziel gesetzt, gegen die Agression des erwachenden Nazismus zu kämpfen und hafte einen Mifgliederstamd von 20.000 aktiven Mitgliedern, war also die größte damals bestehende jüdische Organisation. Im Jahre 1938 emigrierte er nach' U. S. A. und im Jahre 1944 stellte er seine Arbeitskraft dem Jewish World Congress zur Verfügung, welcher ihn im Jahre 1946 gemeinsam mit Prof. Alt mann nach Wien delegierte. Die beiden Herren nahmen mit der überlebenden Bevölkerung Wiens und mit der österreichischen Regierung den Kontakt auf. Auf Beschluß des Weltkongresses wurde in Wien unter Leitung von Direktor Stiassny ein ständiges Büro errichtet. Die ersten Aussprachen über die kommenden Rückstellungsgesetze wurden von dem Genannten im Einvernehmen mit amerikanischen Behörden in Wien und mit Unterstützung der J. K. G. Wien gepflogen. Auch weiterhin war es Aufgabe dieses Büros, im engsten Kontakt mit den amerikanischen und österreichischen Behörden die Interessen der Wiener Judenschaft zu wahren. Zu dieser Zeit waren die Verhältnisse in welchen sich die Wiener Juden befanden, äußerst schwierig und es ist Herrn Direktor Stiassny zu danken, daß es ihm nebst seiner politischen Arbeit gelang, für die österreichischen Juden zusätzlich die so überaus notwendigen Hilfssendungen zu veranlassen, die nicht nur aus Kleidern und Lebensmitteln bestanden, sondern auch Bücher enthielten. Durch die energische, aber auch konziliante Arbeit Direktor Stiassny’s ge¬ B. Teilet WIEN I, SALZTO RQAS S E 5 TELEFON U 25-4-85 HERREN-, DAMENKL.EIDER UND -MANTEL MODISCHE SPORT- UND REC/ENSCHUTZBEKl.EIDUNC/S- FABRIK lang es ihm, die Autorität des World Jewish Congress stets hochzuhalten und bei den offiziellen Stellen dieser Organisation ein großes Ansehen zu verschaffen. Dies wiederum zeitigte greifbare und positive Resultate. So war es möglich, daß ein Angriff gegen das 3. Rückstelfungsgesetz im Jahre 1948 abgewehrt werden konnte, wodurch die iim Jahre 1930 beabsichtigte Novellierung dieses Gesetzes fallen gelassen wurde. (Von 18 bis 30 Jahren) Smath-Sheruth bietet euch ein Jahr der Studien und der Arbeit in Israel. Jeder junge Jude und jede junge Jüdin, die sich für die Lebensprobleme in Israel interessieren, haben eine •außergewöhnliche Gelegenheit, nicht nur das Land Israel gründlich kennen zu lernen, sondern auch seine wichtigste Lebensform, den Kibbuz, mitzuleben. iu pessacU nacU Israel fnii Iscads ScUi(fe*t! Besonders ermäßigte Gesellschaftsreisen. Abreise 2. April 1952. Rückreise innerhalb von zwei Monaten auch individuell möglich. Buchen Sie durch Ihr erprobtes Reisebüro oder bei: Schoham Sherutey Hayam Ltd. Wien I., Hegelgasse 21 * Tel. R 27-1-16, R 27-1-26 Trotz dieser aufreibenden Arbeit hatte der Genannte immer noch Zeit, seinen zionistischen Pflichten nachzukommen. Er war im letzten Jahre der geschäftsführende Vizepräsident des „Zionistischen Landesverbandes in Oesterreich“ und einer der aktivsten Vorstandsmitglieder der „Zionistischen Föderation“. Herr Direktor Stiassny war beim letzten Zionistenkongreß in Jerusalem (August 1931) Delegierter der Allgemimeen Zionisten in Oe-sterreich. Aus Anlaß seiner Abreise, veranstaltete die Israelitische Kultusgemeinde Wiens einen Empfang, bei welchem führende Mitglieder des Wiener Judentums die Verdienste Direktor Stiassnys würdigten. Im intimen Freundeskreise verabschiedete sich der Konsul des Staates Israel, Arie Eshel und am 26. Februar fand im großen Festsaal der Kultusgemeinde eine Festsitzung zu Ehren Direktor Stiassnys statt, die vom „Zionistischen Landesverband“ abgehalten wurde. Unter Vorsitz unseres Vorstandsmitgliedes Rudolf Böhmer, sprachen die Herren Dr. Herzberg für die Israelitische Kultusgemeinde, Dir. Gustav Leitner für den Landesverband, Dr. Pordes für die Zionistische Föderation, Dr. Schapira für die zionistische Fraktion der Kultusgemeinde, Herr Ernst Kolm als alter Kamerad aus dem BIF. Zum Schluß würdigte der ehern. Amtsdirektor der IKG Braver die Tätigkeit Direktor Stiassnys als Anwalt der Wiener Judenschaft. Der Zionistische Landesverband überreichte seinem verdienstvollen Vizepräsidenten eine Erinnerungsgabe. Herr Direktor Stiassny dankte tief bewegt für die ihm zugedachten Ehrungen und versprach seine Arbeitskraft auch weiterhin In den Dienst der jüdischen Sache zu stellen. Wir sind fest davon überzeugt, daß Herr Direktor Stiassny dieses sein Versprechen halten wird und knüpfen daran die Bitte, er möge das Wiener Judentum in seinem Kampf um sein Recht auch weiterhin mit Rat und Tat unterstützen. Ihm und seiner Familie wünschen wir eine glückliche Zukunft! F. M. Josefihaler ^Mechanische Weberei Wien I, Marc Aurelstraße 6 NEUZEITLICHE BELEUCHTUNGS¬ KÖRPER IN REICHSTER AUSWAHL * METALLWARENFABRIK OSWALD MENSE WIEN VIII, ZELTGASSE 12 TELEPHON A 23-5-14 SERIE Jüdische Jugend, für die Zeit eines Jahres kann ein K'bbuz euer Heim und euer Wegweiser sein. Zum ersten Maie in Eurem Lehen, könnt ihr persönlichen Kontakt mit diesem interessanten und bezaubernden Milieu haben. Kommt mit uns nach Israel und teilt während dieser kurzen Zeit, die euch im Fluge vergehen w;rd, die Arbeit, die Muße, und die Vergnügungen c’es Chnluz, welcher durch seinen freien Willen und seine Energie, den Staat Israel geschaffen hat. Wie wi'd die Shnath-Sheruth durchgeführt? Im Rahmen der Shnath-Sbcrufh werdet ihr euch in geschlossenen Gruppen nach Israel begeben, in einen Kibbuz, der here’t ist, euch zu empfangen. In diesem K:bbuz werdet ihr in die Arbeit und das Leben der Gemeinschaft eingeweiht werden. Ihr werdet an den Hebräischkursen feilnehmen und den Vorträgen beiwohnen, welche sich mit den verschiedenen jüdischen und israelischen Problemen befassen. Um eure Probezeit zu begannen, wird euch ein Ausflug von 7 Tagen alle Schönheiten des Landes entdecken lassen; ihr werdet die großen Städte und die Dörfer besuchen. Am Ende des Jahres, vor der Rückkehr in euer Land, wird eiin zweiter Ausflug von 7 Tagen euch noch einmal an das israelische Land erinnern, das sich in seiner ganzen Pracht und Herrlichkeit offenbaren wird. So werden sich starke und dauerhafte Bande bilden zwischen der Gallith und Israel. So wird das Judentum der Diaspora neue Lebenskraft und neue ideologische Erkenntnisse gewinnen. Teilnahmespesen. Der Gesamtbeitrag für jeden wird den Gegenwert von 35 englischen Pfunden betragen, worin Inbegriffen sind: Hin- und Rückreise die 2 Ausflüge, Unterbringung und Verpflegung, Taschengeld (2 Pfund monatlich). Ihr werdet ebenfalls an allen Vorteilen dar Freunde vom Kibbuz teilhaben (Kino, Theater, usw.) Ein Wort an die E’tem. Eure Söhne und Töchter werden die Kameradschaft in der gesunken und lebensfrohen Umgebung des Kibbuz kennenlernen. Sie werfen immer von Verantwortlichen be'reut sein; eine ständige ärztliche Kontrolle ist gesichert. Die könierlichen Hebungen, die geist'ge Tätigkeit, die gute Nahrung im K?bbuz, und die Mittclm°ersonne werden dazu beitragen, eure Kinder in bestem körperlichen und seelischen Zustand zu erhalten. Unser Aufruf. Es sind vor allem die Kibbuzim, die dem israelischen Staat Gestalt gegeben haben, Auch ihr habt jetzt die Möglichkeit, während eines Jahres, an diesem Werk des Wiederaufbaues fceilzuinehmen, Gelegenheit, euch am Leben des Kibbuz und am israelischen Leben überhaupt zu erfreuen. Nähere Auskünfte : Zionistischer Landesverband, Wien IX, Universitätsstraße 4/4. 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