Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1952
- Issue
- Heft 57 (10.1.1952)
- Date
- 1952-01-10
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. ö: DIE STIMME vSeite 3 Unsere Spitzenkandidaten Listenführer Dr. Wolf Herzberg Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien Dr. David Schapira Altpräsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien Ei.n populärer Namen, eine Persönlichkeit von moralischen und schönen menschlichen Qualitäten, dem jüdischen und zionistischen Gedanken seit seinem 15. Lebensjahr mit allen Lasern seines Lehens ergeben und jederzeit bereit, seine privaten Interessen den sozialen Problemen zu tipfern, ist Dr. Wolf Herzberg. Als Mittelschüler gründete er den ersten jüdischen Mittelschülerverband in der Bukowina, aus dem später bekannte Persönlichkeiten hervorgingen. Eine Reihe von zionistischen Verbänden verdankt ihre Entstehung Dr. Herzberg, der für die Weiterentwicklung dieser Vereinigungen Sorge trug. Unmittelbar nach Beendigung des ersten Weltkrieges, nahm Dr. Herzberg seine aktive zionistische Tätigkeit wieder auf und trat zunächst an die Spitze der Zionistischen Bezirkssektion Währing und übernahm dann den Vorsitz bei der Zionistischen Bezirkssektion Innere Stadt. Sein Wirken auf diesem Gebiet wurde mehrmals von den höchsten zionistischen Instanzen lobend hervorgehoben. Dr. Herzberg war viele Jahre Mitglied des zionistischen Le ndeskomitees, zionistischer Parteianwalt und Vorsitzender des Parteigerichtes. Diese Funktionen übte er mit Sachkenntnis aus, prägte ihnen eine besondere Note ein und war ein Vorbild für exakte und objektive Erfüllung übernommener Pflichten. Sein Mandat als Kultusvorsteher nahm er sehr ernst, widmete sich den Problemen mit heiliget* Inbrunst, übte in jedem Fall Gerechtigkeit und nahm Anteil am Schicksal unserer Gemeindemitglieder. Am 8. Mai 1951 würdigte der Kultusvorstand in seiner Plenarversammlung die Persönlichkeit Dr. Herzbergs und wählte ihn zum Präsidenten der israelitischen Kultusgemeinde in Wien. Dieses Amt gab ihm Gelegenheit, sich zu entfalten und . Taten zu setzen, für die ihm die Juden im allgemeinen und die Zionisten im besonderen Dank und Anerkennung zollen. Dr. David Schapira ist im Jahre 1897 in Stojanow geboren. Nach Absolvierung der Realschule im Jahre 1915 wurde er zur Kriegsdicnsfleisfung einherufen und in der Offiziersschule ausgebildef. Er ging an d?e italienische Front ab, wo er durch eine schwere Verwundung das Augenlicht verlor. Im Oktober 1917 ist er als mehrfach dekorierter Fronfoffizier aus dem Aktivstand geschieden. Ungebrochen durch den Schicksalsschlag entschloß er sich Jus zu studieren, eignete sich die Blindenschrift und das Maschinenschreiben an, machte die Gymnasialergänzungsmatura, legte dann im Zuge des Rechtsstudiums al’e Staatsprüfungen und Rigorosen m'f Hilfe der in der Blindenschrift existierenden Lehrbücher ah und promovierte am 27. Juli 1920 zum Dr. jur. Dec Ttu^dteftsi nach Istuci DIE FLUGLINIE MIT MODERNSTEM KOMFORT WIEN - TEL AVIV VIERMOTORIG VOM START BIS ZUM ZIEL BUtt frucUtH Sie in ytittc ZtU bei lUttm Jleise&üco- DER SCHNELLSTE FLUGDIENST SCAAfßf/VAVJA/V A VJP£J/VJFS SVSrjFM WIEN I., KÄRNTNER RING 3 / TELEPHON R 20-6-75 JÜDISCHE KONFÖDERATION Liste der Zionisten und traditionstreuen Juden Listenführcr : Dr* Wolf Herzberg, Präsident dir Ist*. Kulfcusgemeinde Wiein, Wien VI, Grabnergasse 1 2. Dr, David Schapira, Rechtsanwalt, Wien l, .Schulerstraße 18 3. Gustav Leifcncr, Industrieller, Wien 1, Schellinggasse 6 4. Bezicin Lazar, Mittelschullehrer a.D. Wien II, Fr. Hochedligergasse 25 5. Josef Rubin Biffmann, Kaufmann, Schöllerhofgasse 5/7 6. Dr. Ernst Brandl, Arzt, Wien VII, Döblergasse 2 7. Dr. Victor E. Pordes, Rechtsanwalt, Wien XVI1, Frauen fei dstr. 15 8. Moritz Hacker, Elektriker, Wien III, Beatrixgasse 3 9. Ada Neuspiel, Beeid. Gerichtsdolmetsch, Wien IX, Nußdorferstr. 14 10. Rudolf Böhmer, Kaufmann, Wien XIII, Hietz. Hauptstr. 120 a 11. Wolf Tischenkel, Privatbeamter, Wien XX, Klosterneuhurgerstr. 51 12. Hugo Kohn, Schuherzeuger, Wien VIII, Joscfstädterstr. 43- <5 Erjfklassige Stolle und Zugehör, sowie . . beste Verarbeitung bilden die Grundlage der bewährten TELLER KLEIDUNG ///. Haüphiranc. M- 90 U16 2 86 13. Lilly Berir.ann, Notariatswitwe, Wien IX, Seegasse 17 14. Ludwig Reisner, Kaufmann, Wien IV, Tilgnerstraße 4 15. Moritz Krauss, Kaufmann, Wien IX, Seegasse 17 16. Samuel Ruff, techn. Konsulent, Wien III, Neulinggasse 15 17. Heinrich Stein, Gewerbetreibender, Wien IV, Wiedner Hauptstr. 39 18. Dr. Maxmilian Schwarz, Arzt, Wien XXII, Schüttaustraße 1 19. Iing. Älbin Fischer, Architekt, Wien IV, Favoritenstraße 40 20. Dr. Bernhard Klamer, Kaufmann, Wien XIII, Eduard Jägergasse 3 21. Serafine Rosenberger, Haushalt, Wien II, Tempelgasse 3 22. Georg Bcrnett, Kaufmann, Wien 111, Kegelgasse 30 23. Dr. Vojtech Hirtzka, Kaufmann, Wien I, Rudolfsplatz 3 24. Armin Guftiiiann, Pensionist, Wien IV, Mittersteig 15 Nach Absolvierung der Rechtspraxis bei verschiedenen Gerichten, in cfer er sich in jeder Hinsicht restlos bewährte, fand er zuerst keine Möglichkeit einer Konzipientenpraxis, weil man ihm die volle Fähigkeit dazu nicht zutraute und wandte sich zuerst dem Gesangssfudium zu und ließ sich als lyrischer Tenor zum Konzertsänger ausbilden, als de;* er von allen, die ihn gehört bähen, besonders gerühmt wurde. Dann fand er doch eine Stelle als Rechtsamvaltsanwärter und konnte die Laufbahn als Rechtsanwalt anfreten. Im Herbst 1927 legte er die Anwaltsprüfung ah und eröffnefe seine Kanzlei im Jahre 1928. Als der Nazismus kam, war er als Kriegsinvalider zuerst als sog. jüdischer Konsulent zugelassen, dann wurde aber auch er samt Gattin verschickt, nachdem es ihm früher gelang, seine zwei der Schule kaum entwachsenen Söhne ins Ausland zu schicken. Er kam ins K Z Theresienstadt, wo er in der Blindenfürsorge tätig war und den Mithäftling n als Rechtskundiger heisfand. ' r- Nach der Rückkehr aus dem KZ im Jahre 1945 stellte er sich anläßlich der ers'en Wahl des Kultusvorstandes im Jahre 1946 der Gemeinde zur Verfügung. Seine Leistung auf diesem Gehn e.e, besonders während seiner Präsidentschaft ist allgemein bekannt. Hier wollen wir nur einige bedeutungsvolle Momente davon in Erinnerung bringen. Im Jahre 1948 nahm Dr. Schapira an der Spitze der Delegation der IKG Wien an der Tagung des Jüdischen Weltkong c?ses in Montreux teil und hatte einen beachtlichen Anted an der Arbeit der Kommissionen. Mit gleichem Erfolg vertrat er die Geme’nde an der Europäischen Konferenz des American Joint Distribution Committee in Paris im November 1948. Die dort geleistete Vorarbeit führte unter siii er Initiative und energischer Intervention zur Gründung der Jüdischen Sparu. Kreditgenossenschaft in Wien. Seiner zielhewußtcn Tätigkeit und sachkundigen Verhandlungsmethode ist die Gewährung eines 5 Mill. S Kredites an die Kultusgemeinde durch die Regierung zu verdanken. In seine Aera als Präsident fallen d;e großen feie.liehen Kundgebungen der IKG, von denen wir die 10-jährige Erinnerungs- L ie;* des 9.-10. November, die Feier des ersten Jahrestages der Gründung der Medinath Israel und die Feierlichkeiten anläßlich der Leherführung der Gebeir.e Herzls nach Erez erwähnen wollen. Ein wichtiges Kapitel seiner erfolgreichen Tätigkeit war jene auf dem Gebiete der Wiedergutmachung. Dazu gehört vor allem die Ausarbeitung von Gesetz, ntwürfen über die Errichtung eve; Wiedergutmachungsfonds, die Rückstellung von Bestandrechten an Wohn- und Geschäftsräumen und die Verabschiedung des 7. Rückstellungsgesetzes. Hervorragende Geistesgaben, verbinden mit einem kristallklaren Charakter und einem unbeirrbaren Reehissinn und eine geradezu exzeptionelle Leistung auf allen Gebieten sind es, die wir alle in Dr. Schapira ebenso bewundern wie schätzen und verehren. B. Teller tu WIEN 1, SAL7TORC/ASSF 5 TELEFON U 9b 4 -üb SINGER STOFFE IN D[R R0UN1IIKMSTIt U 1 II RRI N- DAMINKII IDI-R UND -MAN 1 1 1 DAM KM STOFFE HERREN STOFFE SEIDENNOUVEA UTES MODISII II SPORT UND RI yi NSL IIWI /IU Kl HIH/Ni/S- ENGL., FRANZ. UNO SCHWEIZER IMPORTE TEL. U 21388 1 A RR IIS