Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1951
- Issue
- Heft 55 (8.11.1951)
- Date
- 1951-11-08
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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DIE STIMME Seite 5 Nr. 55 WIZO-WIEN bringt ihren Mitgliedern und Freunden den Artikel von Frau Flanna Schüler (Isr. Wochenblatt. Zürich) zur Kenntnis. Die 12. Konferenz der Welt-WIZO in Jerusalem Am letzten Mittwoch wurde in Jerusalem die 12. Konferenz der Weltorganisation der zionistischen Frauen eröffnet, jener Vereinigung jüdischer Frauen, welche das Programm der Errichtung einer Heimstätte in Israel unterstützen, sich aber sonst nicht mit Politik abgeben und ihre ganze Kraft ein setzen, um das Los der Frauen und Kinder zu bessern und den Lebensstandard im Lande zu heben. Währenddem der Zionistenkongreß eine neue Formel für den Aufgabenkreis der Organisation sucht, besteht eine solche Notwendigkeit für die Wizo (Women’s International Zionist Organisation) heute weniger denn je : Die Aufgaben, welche sich vor einunddreißig Jahren weitsichtige Frauen gestellt haben, sind heute noch da. Fs sind ihrer noch viele hinzugekommen; von allen Seiten wird an sie herangetreten, sie werden mit Bitten um Rat, um neue Methoden nur so überhäuft. Dabei war es von Anfang an ihre Maxime, keime Armenpflege zu betreiben, sondern jede Hilfeleistung mit dem Versuch zu verbinden, die Betreuten möglichst rasch zu einem normalen Leben zu bringen. Neben den seit Jahrzehnten bestehenden landwirtschaftlichen Schulen, Säuglingsheimen, Pflegerinncnschulcn, Milchverteihingsstellen, Hauswirtschaftsschulen, Lehrwerkstätten und dergl. kam in den letzten Jahren noch die Fürsorge für die Neueiinwanderer, verbunden mit der Errichtung von Säuglingsstationen und Kinderheimen in den Einwanidererlagern, sowie Fürsorgestellen, hinzu. Den neucinwandernen Frauen wird Heimarbeit verschafft; Anleihen zur Anschaffung von Nähmaschinen und Handwerkszeug gewährt, und, damit die Frauen sofort zur Existenz der Familien beitragen können, durch Vertrieb der an ge fertigten Arbeiten in den im ganzen Lande bekannten Wizoläden für Absatz und Verdienst gesorgt. „Wizo-Home-Industries“ ist heute eine bekannte Marke; die kunstgewerblichen Arbeiten, insbesondere jemenitischer Herkunft, sind beliebt wegen der Feinheit der Ausführung und des guten Geschmackes. In verschiedenen Städten hat die Wizo Flickstuben eingerichtet, in welchen viele Frauen lohnenden Verdienst finden. Die Wizo-Säuglingsheime in Jerusalem und Tel Aviv sind die Sammelstellen für gesundheitlich gefährdete Kinder; schon manche Mutter hat ihr Kind in anscheinend hoffnungslosem Zustand dorthin gebracht und durfte nach geraumer Zeit ein gesundes Baby in Empfang nehmen. Die landwirtschaftlichen Schulen sind wahre Musterbetriebe; die dort ausgebildeten Wanderinsfruktorinnen gehen in Dörfer und Siedlungen und helfen, mit ihren Ratschlägen Gemüsebau, Gärtnerei, Hühnerzucht und dergleichen ertragreich und lohnend zu machen. Vor allem aber ist die Wizo auf dem Gebiet der Ernährung führend. In einem Lande, das infolge der ständigen Einwanderung und Devisenknappheit sehr haushälterisch mit den im Inlande produzierten Nahrungsmitteln umgehen muß, sind von den Frauen neue Wege beschriften worden. In Radiovorträgen gibt die Wizo wöchentlich Menus und Rezepte heraus; eine rationelle Massenküche wird von ihr in der Anna-Jaffc-Schule in Nachlaß! Jizchak gelehrt, und die Einrichtung von Arbeiferkantinen in Fabriken gehört ebenfalls in ihren Aufgaben kreis. All die verzeichnctcn Aufgaben sind mehr oder weniger materieller Art. Nicht zuletzt soll deshalb die kulturelle Arbeit der Wizo Erwähnung finden. Durch Verbreitung von Monographien über hebräische Sprache und Literatur sowie über Sozial- und Einwanderungsfragen, über Frauenarbeit, Rechte der Frauen in den Wizo-Föderationen im Lande und in der ganzen Welt, wird versucht, eine objektive und leicht verständliche Information zu geben. Ueberall in der Arbeit der Wizo spürt man das Bestreben, die Schönheit des Alltags nicht zu kurz kommen zu lassen, in einem Lande, in welchem bei der Vcrschiedenarfigkeit und Primitivität der Neueinwanderrr stäodrg die Gefahr besteht, daß das geistige und kulturelle Niveau zu sinken droht, und die Erziehenden, sowie die Regierung, alle Mühe haben, den Lebensstandard der Bevölkerung auf der Höhe zu halten. Die Delegierten von rund 200.000 Frauen aus Israel und aller Welt haben in diesen Tagen die schöne Aufgabe, die Frauen in Israel mit Rat und Tat, vor allem aber mit neuen Ideen zur Seite zu stehen. Materiell wird von den rund 50 Landesfödcratinnen der Wcltwizo ein großer Beitrag geleistet. Die Beratungen der XII. Wizo-Kcnferenz mögen dazu dienen, mit den gesammelten Mitteln die Bevölkerung in Israel noch mehr und intensiver als bisher zu unterstützen. H ° n n a Schüler Direktor Ernest Stiass'ny berichtete in einem von der Wizo am Mittwoch, den 17. 10. 1951 im Cafe Landtmann veranstalteten Vortrag über seine Eindrücke, die er in Israel gewonnen hatte. Die Ausführungen Dir. Stiassnys haben das lebhafteste Interesse bei den Zuhörern gefunden. Die Veranstaltung war außerordentlich gut besucht. Dem geschätzten Präsidenten unseres Arbeifskomitees, Herrn Generaldirektor Gustav Leit n e r und seiner Familie1, sowie der Familie Präger, spricht anläßlich des schweren Verlustes, den diese Familien durch den Tod des Herrn Paul Präger erlitten haben, das tiefste Beileid aus Die Leitung der Vereinigten Aktion für Israel Ing. B. Bau m a n n Adolf Busch - 60 Jahre Am 8. August wurde Adolf Busch 60 Jahre alt, der große Geiger, lange Zeit sogar der größte, wenn man auf die Klassizität der musikalischen Gesinnung und Technik den Haupfwert legt. Dieselben Vorzüge machten auch das „Busch-Quartett" weltberühmt. Auf A. Busch paßt nicht Andersens Romantifel „Nur e’n Geiger“; denn er ist auch ein fruchtbarer Komponist und ein geistesadliger Mensch. Beweisei dafür sind schon sein mutiges Eintreten für die von Hitler verfolgten Juden, seine ironische Brüski-erung der Nazis und seine kompromislose Abkehr vom „dritten Reich“. Mit höchstem Denk und Lob Bedenken wir des Meisters und vorbildlichen Menschen. | Leo Hermann Kurz nach dem Tode von Prof. Heinrich Leewe ist wieder in Israel ein Kämpfer aus der alten Garde des Zionismus abberufen worden. Beim Besuch von Freunden starb dieser Tage Dr. Leo Hermann, der Generalsekretär des Direktoriums des Keren Hayesod. Leo Hermann spielte im deutschen Zionismus neben Kurt Blumenfeld, Dr. Arthur Ruppin, Dr. Leo Hantke und vielen anderen 'lange Jahre eine maßgebliche Rolle. Er war in der Tschechoslowakei geboren und studierte in Prag Rechtswissenschaft. Nach seiner Ucbersiedlung nach Deutschland wurde er in Berlin der Sekretär des Zionistischen Aktionskomitees und übernahm 1914 die redaktionelle Leitung der „Jüdischen Rundschau“, ein Posten, den er bis 1919 innehatte. 1920 wurde Dr. Hermann zum Generalsekretär des Keren Hayesod berufen. Er verlegte aus diesem Grunde seinen Wohnsitz nach London. Als die Zentrale des Keren Hayesod im Jahre 1926 nach Jerusalem übersiedelte, zog auch Leo Hermann mit, und seit jenem Jahre lebte und arbeitete er in Erez Israel. Er kam 1946 zur Konferenz des United Jewlsh Appeal in Atlantic City nach den Vereinigten Staaten und hielt auf dieser Tagung damals eine Rede, die einen tiefen Eindruck auf alle Hörer hinterließ. Leo Hermann hat ein Alfer von nur 63 fahren erreicht. Sein Tod reißt in die Reihen der Zionisten der ersten Stunde eine weitere und viel betrauerte Lücke. Verkauf WIEN XVI., TtialiastraBe 96 Telephon U 23 807 in der PARFÜMERIE FRUCHTER Neubaue. 71, Tel. B 35 5 34 Mar iah Uferstraße 88 a Zitahof, Telefon B 30 0 47 werden Sie fachmännisch beraten und billigst bedient. Wasch- und Reinigungsmittel werden bei telefonischer Bestellung ins Haus geliefert. WOLLE UND GARNE größte Auswahl ADOLF BOMZE V, Reinprechtsdorferstraße 48 XX, Wallensteinstraße 17 Telephon A 32 0 08 XVI, Neulerchenfelderstraße 20 II, Rotensterngasse 5 t3-ji-[LLQYB FRIESTINO Passagier - Expreß- und Warendienste nach Südafrika,'Australien, Somaliland, Indien, Pakistan, Westatrika, Kongo und Ferner Osten Nächste Abfahrten : Von CK MIA Mach SYDNEY mit : M/S ..Occnni.r’ am 9. II. 5i. 1.2. T.2 M/S ..Xephmia" am 7. 12. 51. 29. 2. 1952 n. s. w. M/S ..Auslralia“ am 4. I., 2B. 3.52 usw. Von TRU ST nach SYDNEY mit : S/S ., r.'.seana" am 29. II. 51, 25. 3. 1952 h. w. 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An diesem Tage, vor 10 Jahren, wurden 50.000 Juden in einem engen Stadtteile von Czernowitz zusammengepfercht und von hier aus einer Prozedur unterworfen, die dazu führte, daß 35.000 Juden nach Transnistrien deportiert worden sind, von wo kaum 5000 Juden, nach unsäglichen Leiden und in beklagenswertem Zustande zuriiekkehren konnten. Dieser Tag darf nicht der Vergessenheit anheimfallen. An diesem Trauertage müssen die Stimmen der verwaisten Kinder und der allein gebliebenen Väter und Mlitter, die ihre Kinder, ihre Versorger verloren haben, laut in die Welt hinaus schallen, als Anklage gegen den unseligen Nazismus, der sich auch heute noch wieder zu regen beginnt. Wolle — Garne Große Auswahl in Handstrickgarne En gros — En defail Geschenkpakete nach Israel L. KÄSS WIEN VI, GUMPENDORFERSTRASSE 63b TELEPHON B 23 217 11445