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Die Stimme · 1951-11-08 · Heft 55 (8.11.1951) · page 4

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Journal
Die Stimme
Volume
1951
Issue
Heft 55 (8.11.1951)
Date
1951-11-08
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Dir STIMME Nr. 55 Israel bielel Dirhlaagriflspalit an Die israelische Antwort auf die Erklärung des Vorsitzenden der palästinensischen Versühnungskommission der Vereinten Nationen enthielt einen an die vier arabischen Staaten Aegypten, Jordanien, Syrien und den Libanon gerichteten Vorschlag zur Unterzeichnung eines Nichtangriffspaktes. Aus gut unterrichteten Kreisen verlautet, daß die israelische Antwort drei Hauptpunkte umfaßt : 1. Als ersten Schritt zur Erreichung eines stabilen Friedens bietet Israel den vier arabischen Staaten einen Nichtangriffspakt an. 2. Israel unterstützt die Erklärung der Versöhnungskommission über das Recht jedes Landes auf Sicherheit und Freiheit vor einem Angriff und den Vorschlag eines gegenseitigen Abkommens, sich jedes kriegerischen oder Eeindseligkeitsaktes zu enthalten und für die Erreichung eines dauerhaften Friedens einzutreten; 3. Israel stimmt mit der Schlichtungskommission darin überein, daß kein konstruktiver Fortschritt zur Erreichung einer Lösung der bestehenden Probleme möglich ist, wenn diese Verpflichtungen von Anbeginn alle Verhandlungen nicht von allen Parteien akzeptiert werden. In maßgebenden israelischen Kreisen wird darauf hingewiesen, daß Israel es als einen Beweis der arabischen Bereitschaft auf die Erreichung des Hauptzieles der Pariser Konferenz — die Wiederherstellung des Friedens im Nahen Osten — hinzuarbeiten, auffassen würde, wenn der Vorschlag eines Nichtangriffspaktes von den Araber-Staaten angenommen würde. Israel ist der Ansicht, daß nur durch direkte Verhandlungen irgendein Erfolg erzielt werden kann und hofft, daß die arabischen Staaten bereit sein werden, gemeinsam einen annehmbaren Verhandlungsweg auszuarheifen. Israel erachtet es als notwendig, daß die beiden Parteien ein liebeteinkommen über die Tagesordnung der Konferenz treffen, bevor irgendwelche konkreten Vorschläge gemacht werden. Kurz nach Bekanntgabe des israelischen Angebotes zu einem Nichtangriffspakt nahm der Generalsekretär der Arabischen Liga, Azzam Pascha. dazu Stellung. Er bezeichnete den Vorschlag Israels als „nur ein neues Manöver“. Israel wolle auf diese Art und Weise die Lösung der grundlegenden Flüchtlingsfragen umgehen. Alle früheren Versuche Israels seien gescheitert, und auch diesmal würden die Araber nicht nachgeben. Die arabischen Staaten würden keinen Vorschlag in Erwägung ziehen, solange das Flüchtlingsproblem nicht zufriedenstellend gelöst worden sek fycstUenkpaUelc nacU Iscaei Lebensmittel aller Art werden per Flug befördert Auskunft und Versand durch die Fa. Jose! Rubin Biitmann Wien IX, Frankg. 1, Part., Tel. A 25-2-23 Die Nationalen Fonds (Nach den Beschlüssen des 23. Kongresses) Appell an das Jüdische Volk. Der 23. Zionistenkongreß ruft die Judenheit in aller Welt auf, sich an den Aktionen des Keren Hayessod und der Arbeit des Keren Kayemeth Leisrael aktiv zu beteiligen, um die erfolgreiche Tätigkeit der beiden Nationalen Fonds, die Instrumente der zionistischen Verwirklichung des Aufbaus Israels, zu gewährleisten. Keren Hayessod. 1. Der 23. Zionistenkongreß bestätigt, daß der Keren Hayessod der einzige Fonds der Zionistischen Organisation zur Durchführung von Israel- Aktionen im Staate Israel und den Ländern der Diaspora ist. Dem Keren Hayessod wird Vorzugsrecht gegenüber allen Aktionen und Geldsammlungen für Israel eingeräumt. Die Aktionen werden in jedem Land unter dem dort gebräuchlichen Namen durchgeführt und der Keren Hayessod in seiner Eigenschaft als Einanzinstrument der Zionistischen Leitung (Leitung der Jewish Agency) leitet von Jerusalem aus sämtliche Tätigkeiten, die mit diesen Aktionen verbunden sind. 2. Ein gewisser Teil der Einnahmen aus den Aktionen des Keren Hayessod dessen Höhe vom Zionistenkongreß oder vom A. C. zu bestimmen ist, wird an den Keren Kayemeth Leisrael abgezweigt. 3. In Anbetracht der besonderen Umstände bevollmächtigt der 23. Zionistenkongreß die Zionistische Leitung (Leitung der Jewish Agency), ohne Verzug das neue Direktorium des Keren Hayessod zu wählen, das bis zur zweiten .Session des A. C. amtieren wird. Zwei der neuen Direktoren des Keren Hayessod sind persönlich zu Caf6 — Bar — Tanz Wien IX., Porzellangasse 39 Tel. R 52 405 wählende Mitglieder des Direktoriums des Kenen Kayemeth Leisrael. Ein Mitglied der Leitung der Jew'ish Agency wird als Vorsitzender des Direktoriums des Keren Hayessod fungieren. Keren Kayemeth Leisrael. Das Tätigkeitsfeld des Keren Kayemeth Leisrael in Israel besteht aus : Erwerb von Boden in jeder Form, BodenameliorationsarFeiten aller Art, .Aufforstung, so wie gewisse andere Entwicklungsarbeiten, über die das A. G. beschließen wird. Alle traditionellen Sammlungen des Keren Kayemeth Leisrael sind ihm au<h in Zukunft reserviert. Eine besondere paritätische Kommission, bestehend aus Vertretern des Keren Ka- < '•metli Leisrael und des Keren Hayessod, wird den Charakter, die Zeit und die Form der traditionellen KKLvSammlungen festlegen; im Falle von Differenzen entscheidet das A. G. Die Zionistische Organisation wird den KKL in der Erweiterung seiner traditionellen Spendeny weige und deren größtmöglicher Entwicklung nach besten Kräften unterstützen und das in einigen Ländern übliche System der beschränkten Ouoten absclutlfcn. Obskure Schatzgräber v.fllt-iliissee (Fortsetzung aus der Stimme Nr. 52) Von S- Wiesenthal (Linz) II Gleich nach dem Kriege, in der Zicit, in der die Alliierten sowohl die Kriegsverbrecher wie auch andere Nazis auf Grund der „automatic ar rests“ verhaftet haben, blieben tausende Nazifamilien in Oesterreich und Deutschland evakuiert und ohne Mittel. Auch gab es Personen, die der Verhaftung entgehen konnten, und nur sehr wenige von ihnen können lüs zum heutigen Tage nachwcisen,, von welchen Mitteln sie die ganzen sechs Jahre nach dem Kriege gelebt haben. Auf Grund von Beobachtungen, die die ganze Bevölkerung sowohl in Oesterreich w ie in Deutschland selbst machen konnte, muß festgestellt w erden, daß der größte Teil dieser Familien unter viel besseren Bedingungen als der Rest der Bevölkerung gelebt hat. Man versuchte, an ehemalige' Nazis, die ehrlich die Vergangenheit ab geschworen haben, heranzutreten, um mit ihrer Hilfe zu den verborgenen Scliätzen zu gelangen. In den meisten Fällen, in denen diese Personen sonst richtige Informationen abgaben, weigerten sie sich, in Bezug auf die versteckten .Schätze irgendwelche Angaben zu machen, und zwar unter dem Flinweis, daß Tausende von Familien ihr Auskommen verlieren würden. Sekretärinnen bei den Alliierten* Es wäre übertrieben, zu behaupten, daß niemand von diesem Personen - kreis gearbeitet hat. Eine größere Anzahl, speziell von Frauen und Töchtern der Belasteten, hat bei alliierten Stellen Aufnahme gefunden; doch nicht der Lebensunterhalt aus dieser Arheir war hier ausschlaggebend. Die alliierten Bekanntschaften und die Position, die man sich meist als Dolmetscherin oder Stenotypistin erworben hat, dienten anderen Zwecken : erstens um nachweisen zu können, daß man arbeitet und davon lebt.., um auf manchmal gestellte lästige Fragen antworten zu können; zweitens um die Möglichkeit zu haben, Angehörige wie auch politische Freunde vor bevorstehenden Schritten zu warnen; drittens um eine Kleinigkeit: eine^Tafei mit der Warnung „Off limits“, die an der Flaustiir angenagelt wurde, aber nicht so sehr einem Schutz vor alliierten Soldaten, sondern vor der Bevölkerung und den DPs, die manchmal einem Nazihonzen einen IE such abstatten w ollten, bot. Es steht heute außer Zweifel, daß viele dieser Nazitreuen auf ihre Posten direkt von einer Organisation „kommandiert“ wurden; der hohe Prozentsatz dieses Elements ln den Bürws der alliierten Property Controls sollte zu denken gehen. Im Verlaufe der letzten drei Jahre wurden sowohl in Oesterreich wie auch in Deutschland zahlreiche Nazi- Organisationen kleineren und größeren Ausmaßes aufgedeckf. Es wurde festgestellt, daß sie über genügend finanzielle Mittel verfügten, um versclliedeive kostspielige Auslandsreisen zu unternehmen und sonstige politische Aufgaben zu erfüllen, die sich nur große Parteien leisten können. Dabei war der aktive Personenkreis dieser nazistischen Gruppen sehr klein. Rauschgifthandel und Goldmünzen* Bei einer Aufdeckung kam man dahinter, daß eine Gruppe, sieh vom Schmuggel von Millionen Nähnadeln aus Deutschland über Oesterreich nach Jugoslawien erhalten hat. Das waren aber nur die Außenseiter der neonazistischen Bewegung. Bald kamen die Behörden hei anderen Gruppen der Sache etwas näher. Es stellte sieh heraus, daß die Finanzierung zum leil über einen regen Rauschgifthandel vor sieh gegangen ist. Und in diesem Zusammenhang kommt man wieder im das Ausseer Gebiet. Neben Gold und Juwelen, die Kaltenbrunner und sein Stab in das Aussecrland verlagerten, kamen auch noch einige hundert Kilogramm Rauschgift: von der Gestapo zur Einlagerung, davon 60 Kilogramm, die der geflüchteten slowakischen Tiso-Regierung gehört haben. Von diesen verlagerten Mengen kommen von Zeit zu Zeit gewisse Ouautitäfen in den internationalen Rauschgifthandel. Bei der Rausehgift-Abteilung der österreichischen Polizei ist das Ausseerlnnd als Brennpunkt des Rauschgifthandels längst bekannt, und von Zeit zu Zeit finden mit wechselndem Ergebnis Durchsuchungen statt. Dort kamen auch größere Posten von Goldmünzen (wie die Netzkassen sie besaßen) in den Verkauf. Bei den Verkäufen waren naturgemäß die Salzburg besuchenden Ausländer bevorzugt, und die Sicherheitsbehörden wissen davon, daß diesen Schmuck im Werte bis zu 30.000 Dollar angcboten wurden. Auf diese Weise lüftete sich jedes Mal mein* die Frage der Finanzierung der nazistischen Gruppen, bis endlich der Lärm darüber ganz laut wurde. Als im FI erbst 1949, vor den österreichischen Parlamentswahlen, eine neue Partei :n Oesterreich, der „Verband der Unabhängigen“ (VdlJ) entstanden war, schrieb die österreichische und ausländische Presse ganz offen, daß die neonazistischen Organisationen, die hinter dieser Partei stehen, aus dem Verkauf des geraubten und im Aussecrland versteckten jüdischen Goldes diese neue pronazistfeche Partei in O e s f e rre i ch u n te rs t ätze n. Die verschiedenen Geheim» gruppen. Die neonazistischen Organisationen tauchten in Oesterreich von dem Augenblick an auf, im dem die alliierten Internierungslager aufgelassen wurden. Und da diese Lager ein Sammelbecken von Nazis aller Art waren, war es ganz natürlich, daß sieh „schöne Seelen“ zusammengefunden haben und eine Verabredung für die Zukunft trafen. Auch jene Personen, die einst den vertrauten Kommandos angehört haben, die das Gold in Aussen verlagerten, saßen in diesen Internierungslagern und sind entlassen worden. So formierten sich nach ihrer Entlassung verschiedene Gruppen, die untereinander Verbindung hatten. Ihre Namen sind verschieden : „Edelweiß“, „Scharnhorst“, „Sechsgestirn“, „Spinne“, „Organisation Ko“, „PAX“ und viele andere. Die Mehrzahl von ihnen waren Nachfolge-Organisationen der einen oder anderen. Es würde den Rahmen dieses Artikels sprengen, sich hier mit ihrer Tätigkeit genau zu belassen. xDEGOS TEXTILIEN Wien 1, Wipplingerstraße 1 Du deponie ScUuU Bürgt für qualiiäI

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