Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1951
- Issue
- Heft 55 (8.11.1951)
- Date
- 1951-11-08
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 55 DIE STIMME Seite 3 HacU dc*n 23.2i&*ieUHk<H*yce$ Viele alte Kongreßbesucher, die noch die große Zeit der Nach-Hcrzl’- sclien Zionistenkongresse in Erinnerung haben, verließen die Jerusalemer Tagung nicht ohne leise Schwermut, in Gedanken an die guten alten Zeiten, da sie Kongreßreden von Nordau, Shmaryahu Levin, Jabotinsky u. a. m. lauschten. Kongresse dauern gewöhnlich zwei Wochen. Die Hälfte der Zeit wird meistens auf Paradcsitzungen verwendet. Hier iin Jerusalem kam noch eine Reihe von Tee-Empfängen hinzu : beim Premierminister, beim Präsidenten des Parlamentes und beim Bürgermeister der Stadt Jerusalem; außerdem eine Nachmittagsreise nach Riechovot, zum Staatspräsidenten von Israel. Witzbolde klagten, daß auf dem Kongreß eine wahre „Tee-kratie“ herrschte. So blieben eigentlich für sachliche Beratungen nur gezählte Tage und Nächte. Der 23. Zionistenkongreß hatte zur Fortsetzung von Seite 1 10. Hwemtec Vulkans und es hat in unserer Generation an Katastrophen nicht gemangelt. Nicht allein an jüdischen. Mit Unterbrechungen brennt die Welt seit 1914. Mancher war auserwählt, in dieser Katastrophenzeit eine bedeutende Rolle zu spielen. Auch zum Henker muß man geboren sein und sich dazu entwickelt haben, es kann es nicht jeder, es tut es gewiß nicht jeder 1 Schauen wir aber jetzt zurück auf unsere jüngste Vergangenheit, jetzt, da das Geschehen des lO. November, so kurz die Zeit auch ist, schon zur Geschichte wurde, dämmert uns eine Erkenntnis auf : Tausende Opfer waren damals zu beklagen und ihr Verlust ist für uns unersetzlich. Die kulturellen Werte des österreichischen Judentums aber bestehen weiter im jüdischen Volk, welches nach dem großen Untergang zum Volke wurde, im eigenen Lande, und an dem Platz unter den Völkern der Erde, der ihm gebührt. Heute sind wir, die wir an dem Platz des vergangenen österreichischen Judentums leben, selbst ein Teil der Golah. Wir haben unsern Platz in der Welt und haben unsern Platz im jüdischen Volk. Diese aber, die am 10. November 1938 geopfert wurden für ihr Judentum und die die Wegbereiter für eine neue jüdische Zukunft waren, erst durch ihr Leben und am 10. November durch ihr Sterben — wir werden lebenslang ihrer gedenken. Eine flammende Anklage gegen jenen Teil des österreichischen, dem Nazismus verfallenen Volkes fließt aus unserer Feder und wenn wir uns heute auch der Enthaltsamkeit befleißigen, müssen wir doch die Forderung steilem, daß das Volk von Oesterreich, das eine große Schuld an uns Juden abzutragen bat, ein ehrliches Bekenntnis ablege und daß es die an mns begangenen Verbrechen verdamme und bereue. ..die CUancc" sucht dringend: Technische Artikel Sportu. Spielsachen „Die Chance" Wien V, Wiedner-Hauptstr. 87 Aufgabe, in erster Reihe ein .Jerusalemer Programm" zu formulieren als Ersatz für das bisherige Basler Programm. Die Amerikaner bestanden darauf, daß Amerika nicht als Ga lut betrachtet werden könne. Sie schlugen vor, Amerika als „Diaspora" zu bezeichnen. Der Streit ist natürlich nicht nur philologischer Natur. Chaim Greenberg, brillanter Redner, Journalist und Schriftsteller, Mitglied der Jewish Agency-Exekutive in New York, hatte gewiß Recht, als er in seiner Rede Die Israelitische Kultusigeinelndc. Wien gibt bekannt: Juden und Jüdinnen, welche während der n a t ion a 1 soz ial ist isfcben Zwangsherrschaft zur Zwangsarbeit für die Gemeinde Wien oder ihre Unternehmungen, wie beispielsweise Straßenbahn, Müllabfuhr, Straßenreinigung usw. herangezogen wurden, werden aufgerufen, dies schriftlich unter Angabe aller Umstände, der Israelitischen Kultusgemeinde In der Zeit vom 1. bis '30. November d. J. mitzuteilen. Auf dem Kuvert ist das Kennwort „Zwangsarbeit" gut sichtbar zu schreiben. Das Gleiche gilt für jene Gemeindemitglieder, die zur Zwangsarbeit für Unternehmungen und Betriebe des Bundes (verstaatlichte Betriebe) heran gezogen wurden, wie beispielsweise Betriebe der Alpine Montan A. G., Voest in Linz oder Steyr- Werke in Steyr u. a. darauf hin wies, daß ein großer Unterschied zwischen Galut Irak und Galut Amerika bestünde. Kurt Blumeinfeld hielt auf dem Kongreß, wie immer, ein geistreiches Referat. Er erklärte, daß Probleme überhaupt niemals „gelöst", sondern „abgelöst" werden. Die Zionisten aus Amerika, deren Verdienste vom Jishuv gebührend gewürdigt werden, haben dennoch viele offene und versteckte Vorwürfe über sich ergehen lassen müssen. Daß man darüber klagte, daß die Fonds nicht genügend Mittel aufbrächten, war der geringste Vorwurf. Man verheimlichte nicht, wie enttäuscht man darüber ist, daß die Gründung des Staates nicht zu einer begeisterten Pionierbewegung innerhalb der amerikanischen jüdischen Jugend geführt hat, von der Tausende und Abertausende von Jugendlichen erfaßt worden wären. Der Jishuv in Israel kann sich nicht damit abfindem, daß das gewaltige und reiche jüdische Amerika sich damit begnügt, Israel politische und materielle Hilfe zu leisten, und daß cs nicht seine Kinder herschickt, damit sie an dem einmaligen historischen Prozeß des Wiederaufbaus des Staates Israel teilnehmen. In Jerusalem dominierte auf dem Kongreß Jiddisch. Man sprach auch viel Hebräisch, mitunter auch Englisch und Französisch. Man hat von der United Nations-Praxis gelernt und arrangierte Simultanübersetzungen in vier Sprachen — allerdings nur in den Plenarsitzungen. In den Kommissionen sprachen die Israelis viel Hebräisch. Einige Worte über die „Binyenci Haummah". Vor einigen Jahren entstand der imposante Plan, in Jerusalem einen Komplex von Bauten zu errichten und ihn „Convention Center“ zu nennen. Es wird hier ein Amphitheater für 10.000 Menschen entstehen, mit einem Podium, auf dem Musikfestspiele mit 1500 Musikern und Sängern Platz finden können. Es werden hier größere und kleinere Konferenzsäle eingerichtet werden und ein großer Saal für internationale Tagungen mit 3500 Sitzplätzen. Das alles ist aber vorläufig Zukunftsmusik. Das zentrale Gebäude ist noch mit Baugerüsten verkleidet, und für die übrigen Gebäude sind bisher nur die Grundsteine gelegt worden. Es gab eine Reihe von bewegenden und feierlichen Momenten im Kongreß. Besonders ergreifend war die Eröffnungsfeier unter freiem Himmel am Grabe Herzls, auf dem Herzl- Hügel. Es gab dabei keine Reden. Im Mittelpunkt des Kongresses standen die Reden des Premierministers David Ben Gurion, der beiden Chairmen der Jewish Agency, Dr. Nahum Goldmann und Berl Locker, die bereits erwähnte Rede Chaim Greenbergs, die sehr gemäßigte von Abba Hillel Silver. Die Diskussion um das Jerusalemer Programm erinnerte an die großen Diskussionen der zionistischen Kongresse der vergangenen Zeit. Dr. Nahum Goldmann, der als Kongreßpräsident fungierte, erfüllte seine Aufgabe mit großer Objektivität und viel Takt. Genau wie die früheren Kongresse hat auch der 23. Zionistenkongreß in Jerusalem viele Probleme ungelöst gelassen. Trotzdem besteht kein Zweifel darüber, daß die Tatsache allein, daß iman vor der Welt die neuen Ziele der zionistischen Weltbewegung verkündet hat, nicht ohne Rückwirkungen auf das Judentum in der Diaspora bleiben wird. Das Konsulat des Staates ISRAEL teilt mit, daß es ab 18. Oktober 1951 in seinen neuen Amts räumen, Wien 19., Peter Jordanstraße 66, amtiert. Neue Telephen-Nr. B13 5 04, B13 5 78. PELZE Groß« Auswahl in allen Arten, von S 1400 aufwärts. — Reperaturen Peizhaus Friedrich Goldschmied II, Heinestraße 13 Telefon R 45 202 Zionistische Aufgaben: a) Die Stärkung des Staates Israel; b) Die Sammlung der Verstreuten in Erez Israel; c) Die Herstellung der Einigkeit des jüdischen Volkes. Die idealsten Schulterauflagen aus Watte, beste Paßform, für Damen-, Herren- und Klnder- Bekleidung „HAPO” A cbse/polster- Erze ugung RUDICH&Co. Wien II, Aspernbräckeng. 4 Telephon R 45 5 63 Arbeitsprogramm der Zion. Weltorganisation: a) Die Ermutigung zur Allah und deren Aufnahme; b) Die Belebung des landwirtschaftlichen S'edlungswesens und der wirtschaftlichen Entwicklung. Die Erwerbung und Erschließung von Boden als Gesamtbesitz des Volkes; c) Intensive Arbeit für Chaluzimund Hachschara. d) Die Bemühung auf einer breiten Basis zur Mobilisation der Fonds um die zionistischen Aufgaben durchzuführen. e) Die Ermutigung zur Investition von Privatkapital; f) Propagierung der zionistischen Idee und Stärkung der jüdischen Bewegung; die Verbreitung der Werte des Judaismus, der hebräischen Erziehung und Verbreitung der hebräischen Sprache; g) Die Mobilisation der öffentlichen Weltmeinung für Israel und den Zionismus; h) Die Bemühung jüdisches Leben auf demokratischer Basis zu organisieren, intensivieren und die Aufrechterhaltung und Verteidigung der jüdischen Rechte. Weitere Resolutionen 1. Die Frage eines „Doppelten Schekels“ für Israel wurde dem Aktionskomitee zur Entscheidung vorgelegt. 2. Alle zionistischen Föderationen haben spezielle Wirtschaftskommissionen zu bilden zum Zwecke, private Investitionen in Israel zu forcieren. Diese Kommissionen arbeiten unter der Leitung der Wirtschaftsabteilung der Sochnuth. 3. Der Kongreß betont, daß chaluzisches Training bis heute das wirksamste Mittel ist, um die jüdische Jugend in der Diaspora auf die Erfüllung ihrer chaluziscben Aufgaben im Lande vorzubereiten. 4. Der Kongreß betont, daß die Exekutive dw z^LHWfcPk^ar ne*' En gros — En detail fijsl Geschenkpakete nach Israel SINGER STOFFE L. KÄSS IV DIR ROWiTMttöSn 19 DAMENSTOFFE HERRENSTOFFE SEIDENNOUVEAUTES WIEN VI, GUMPENDORFERSTRASSE 63b ENGL., FRANZ. UND SCHWEIZER IMPORTE TEL. U 21388 TELEPHON B 23 217