Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1951
- Issue
- Heft 53 (12.9.1951)
- Date
- 1951-09-12
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Mentioned entities
- Kurt Blumenfeld 2× ep/1009257
- Nahum Sokolow 2× ep/1006352
- Abdullah II of Jordan 1× ep/1040746
- Albert Einstein 1× ep/1003296
- Davis Trietsch 1× ep/1010431
- Herbert Samuel, 1st Viscount Samuel 1× ep/1004878
- Hermann Leopoldi 1× ep/1004899
- Leo Motzkin 1× ep/1036851
- Léon Blum 1× ep/1025936
- Maurycy Allerhand 1× ep/1036584
- Nahum Goldmann 1× ep/1009262
- Stephen Samuel Wise 1× ep/1002817
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Nr. 53 DIE STIMME Seite? JÜDISCHES GESCHEHEN aus aller Welt Herbsfmamöver in Israel« Einem Bericht von „Kol Zion' zufolge beginnen dieser Iage in Israel umfassende Herbstmanöver. Ihnen liefen sowohl offensive wie defensive strategische und taktische Themen zurrende. Während im vergangenen Jahr hauptsächlich die schnelle Mobilmachung und die Beweglichkeit der! nippen geübt wurde, sollen in diesem Jahr die Einsatzbereitschaft u. das Zusammenwirken der Einheiten mit Unterstützung von Luft- und Seestreitkräften erprobt werden. Einzelheiten über Ort und Tag der Manöver wurden nicht bekannt. Es ist jedoch nicht zu erwarten, daß die Manöver mit den durch den Mord an König Abdullah von Jordanien geschaffenen Spannungen im Nahen Osten in Zusammenhang stehen. Amerikanische Oelexperten bestätigten, daß i;n Israel alle Anzeichen größerer Erdölvorkommen vorhanden seien. Die Bodenbeschaffenheit im Negev, an der Küste von Judäa, am loten Meer und im Wadi Araba sowie andere Merkmale wie Gasbildung, Oberflächenentweichungen und Asphaltvorkommen deuteten auf umfangreiche Oellager und Brunnen hin. Die israelische Regierung hat sich daraufhin b ereiterklärt, das fragliche Gebiet amerikanischen Oelfachleuten zwecks näherer Erforschungen und Probebohrungen zur Verfügung zu stellen. Die amerikanische Max & Douglas Erdölforschungsgesellschaft entwirft zur Zeit einen entsprechenden Vertrag für die israelische Regierung. (JTA.) Dr. D. Cohein, der Bürgermeister vom Tel Aviv, traf auf seiner Europareise, die ihn bisher nach England (wo er in Brighton an der Internationalen Gemeinfderätekomferenz teilnahm) und Frankreich führte, in Amsterdam ein. Er stattete u. a. auch dem Amsterdamer Bürgermeister A. J. d’Ailly einen Besuch ab, der über Dr. Cohen nachher aussagte : „Euer Tel Aviver Bürgermeister ist der netteste Mann, dem ich jemals begegnet bin“. F. S. Der Sportklub Hakoah beginnt seine allwöchentlich stattfindenden Unterhaltungs - Abende am Samstag, den 15. Sept., um 20 Uhr im Kaffee Lamdtmann EROEFFNUNGSPROGRAMM HERMANN LEOPOLDI und HELLI MOESLEIN Erstklassige Jazz Eintritt frei Konsumation und Baustein SÜSS & CO. TEL. U 18219 LEBENSMITTEL - GROSSHANDEL OBST- UND SÜDFRÜCHTE-IMFORT Wien 111/4*0, Rasumofskygasse 20!■ ■ i ■ in „ ‘Die Stimme” Tel. A 26473 Die israelische El-ÄI-Luftfahrtgesellschaft konnte ihr zweijähriges Bestehen feiern. In dieser Zeit umfaßte der Umsatz der Gesellschaft IE 2,000.000. Ihr Inventarbestand beläuft sich heute auf einen Wert von 5.5 Millionen Dollar. Der erste Preis für ein Herzl-Denkmal wurde dem Jerusalemer Architekten Joseph Kellcrwine von einem aus Ärchifekten und Bildhauern aus zehn Ländern bestehenden Schiedsgericht zugesprochen. Den zweiten Preis erhielt der Londoner Architekt Joseph Dan zig er. Ein christlicher Bewunderer des Zionismus, Mr. C. L. Folcy, übermittelte dem Keren Kayemeth 1000 Dollar, mit der Bitte, Bäume zum Gedenken an seine Eltern, Charles und Catherine Foley aus Sligo, Irland, zu pflanzen. Brasilien gegen Rassendiskriminieru ng. Die brasilianische Regierung hat ein Gesetz erlassen, das Rassendiskriminierung zu einem Verbrechen macht. Gleichzeitig hat die Regierung bekannt gegeben, daß sie in Zukunft die Einwanderung aller Rassen nach Brasilien ermutigen und erleichtern wird. Die erste Konferenz des jüdischen Nationalfonds in Israel wurde in der vergangenen Woche in Jerusalem in Anwesenheit zahlreicher KabincttsmitgHeder, Parlamentarier, Vertreter der Jewish Agency und jüdischer Repräsentanten aus aller Welt eröffnet. Staatspräsident Chnim Weizmann übersandte der Konferenz eine Grußadresse. (JTA.) Filmstadt im Negev. Im Negev soll eine Filmstadt und ein Touristenzentrum errichtet werden. Das Regierungsamt für Landesentwicklung hat der „Barnea Ltd." bereits 3000 Duinam Boden zur Verfügung gestellt, für den die Gesellschaft 70o/n in ausländischer Valuta gezahlt hat. Menachiem Genessm der Gründer des hebräischen Theaters in Erez Israel und späterer Mitbegründer sowie Schauspieler der „Habimah“ ist, wie wir hören, in den letzten Tagen gestorben; Genessin war ein Bruder des berühmten hebräischen Novellisten U. N. Genessin. * Professor Ä. Sch. Jehu'da einer der berühmtesten jüdischen Gelehrten Israels, starb plötzlich in New- York. Gedenket zu den Feiertagen Eurer Brüder und Schwesferjn in Israel 1 Veranlaßt Eure Verwandten und Freunde im Auslände Geschenkpakete für Israel bei der Fa. „LIGA“, Theo Karasek, Zürich I, Talackerstr. 35 (Thalhof) zu bestellen. Luftversaind : Ln 48 Stunden beim Empfänger. Auskunft und Versand erfolgt durch die Fa. Josef Rubin Bittmann, Wien IX*, Frankgasse 1, Part., Tel. Ä 25 2 23 Feschie gutsituierte Geschäftsfrau 42 165 sucht exiisfenzbietenden Ehepartner. Unter „Gemeinsames Glück C 566“ an die Administration des Blattes. Wellpappe-, Kartonagen-, Büroartikel-Fabriken und Druckereien A. GLDCKSMANN&SftHNE Wien XVII., Beheimgasse 77 A 29 2 27 A 28 0 29 Magbith-Aktion in der Provinz Der Soinderdelegierte der Magbith Meucbedeth — Vereinigte Aktion für Israel — in Oesterreich, Herr Ing. B. Baumann führte jetzt 'die Aktion auch in der Provinz durch. Als erstes besuchte er Salzburg, wo er sowohl in der Synagoge als auch in der Israelischen Kulitusgemeindc ein Referat über die Notwendigkeit dieser Aktion hielt. Es wurde daraufhin ein Komitee gegründet, dessen Vorsitz der Präsident der Israelischen Kultusgemeinde, Herr Hermann Einziger innehatte und dem die Herren Goldstein, Landau, Kangun, Nemety, Spiegel und Herr N. Radziner vom Lager Parsch am gehörten. In der l£yin,agoge in Parsch hielt Herr Ing. Bauimanin ebenfalls ein ähnliches Referat. Der große Erfolg der Aktion ist besonder» dem Herrn Präsidenten Einziger sowie Herrn N. Radziner zu verdanken, die Herrn Ing. Bau mann mit Rat und Tat in jeder Weise zur Seite standen. Bedauerlicherweise haben nicht alle Juden in Salzburg ihre Pflicht bis letzt für den Magbith Meuchedeth erfüllt. In den nächsten Tagen wird Herr Ing. Baumann noch in Bad-Gastein, Innsbruck, Linz, St. Pölten u. s. w\ die Aktion durchführen. F. M. Wir gratulieren Herrn und Frau Moric und Anton ic Händler, Direktor des Reisebüros Capri, zur Geburt ihres Enkelkindes 1 Massel-tow 1 Zionistischer Landesverband JS REINWOLLENE DAMEN- UND HERRENSTOFFE, FRANZ. UND SCHWEIZER SEIDEN-NOUVEAUTES SINGER-STOFFE WIEN I, ROTENTURMSTRASSE 17 ForlfUzunft von Seilt* 2 Erfüllter Traum erweiterte Jewish Agency einzubeziehen, beträchtliche Widerstände hervor. Last alle Gegner begannen ihre Reden mit der Feststellung, daß sie „volle vierzig Jahre dem Zionismus dienen, und hier verlangt man, daß jene, die abseits standen, zu voll berechtigten Partnern werden sollen!“ An dem Präsidiumstisch des erwähnten Züricher Kongresses von 1929 versammelten sich außer C'haim Weizmann und Nahum Sokolow : Albert Einstein, Louis Marsh all, Leon Blum, Herbert Samuel, Felix Warhurg, Alfred Mond, Oscar Wassermann, Leo Motzkin, Menachem Ussischkiin. Für ein Volk von siebzehn Millionen war das allerhand. Auf den meisten Kongressen in der Epoche nach dem ersten Weltkrieg präsidierte Leo Motzkin. Er war als Präsident äußerst beliebt, da er großen Sinn für Gerechtigkeitsgefühl hatte und niemals, auch nicht in der erregtesten Situation, den Sinn der Proportion und Humor verlor. Als es einmal dringend notw endig wurde, die Plenarsitzung abzubrechen, um den Parteien die Möglichkeit zu Verhandlungen zu geben, erklärte Motzkin : „Ich verkünde eine zweistündige Pause, deren Dauer ich später bestimmen werde.“ Der Kongreß antwortete mit schallendem Gelächter. lieber Nachum .Sokolow schrieb Herzl in einem Brief an den Warschauer Rabbiner, Dr. S. Poznansky : „Hier ist ein moderner Mensch, genährt mit allem Wissen der jüngsten Zeit, beweglich dem Tage folgend, ein Journalist im des Wortes bester Bedeutung — und der Tag, an dem er schreibt, ist ein hebräischer Tag.“ Unsere Epoche kennt kaum mehr Journalisten von solch universellem jüdischem und allgemeinem Wissen,, das an das Wissen der Enzyklopädisten erinnert. Sokolow gab gewöhnlich vor der Eröffnung von Kongressen dem Journalisten ein kollektives Interview’ und antwortete jedem einzelnen in der Sprache, in der er gefragt wurde. Am dritten Kongreßtag hielt er meistens einen Nachruf auf jene, die seit dem letzten Kongreß das Zeitliche gesegnet hatten. Wer, wie der Schreiber dieser Zeilen, diese Sokolow-Inferviews und Nachrufe wiederholt miterlebt hat, wird sie nie vergessen. Außer den Reden von Dr. Weizmamm, der immer besonders brillierte, wenn er mit der Opposition abrechinete, standen im Zentrum des Kongresses die Reden von Vladimir Jabotinsky, von dem noch Jugendlichen Dr. Chaim Ai'losoroff, Dr. Stephen Wise und Kurt Blumenfeld. Als Dr. Arlosoroff 1933 ermordet wurde, zählte er kaum 34 Jahre. Ich wohnte seiner letzten Rede auf dem Baseler Kongreß 1931 bei. Das war die Rede eines reifen Staatsmannes und dazu ein rhetorisches Meisterwerk. Dr. Wise sprach gewöhnlich englisch. Auch diejenigen, die ihm nicht folgen kennten, hatten Freude an seiner mächtigen Orgelstimme. Kurt Blumenfeld, der heute in Jerusalem lebt, sprach in meisterhafhaftem Deutsch, das nur Intellektuell'' deutscher Zunge wirklich genießen konnten. Sein „in sich geschlossener jüdischer Mensch“ Ist sprichwörtlich geworden. Eine sehr originelle Figur auf Kongressen war der 1935 in Palästina verstorbene Davis Trietsch. Auf den Kongressen vor dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges rückte Dr. Nahum Goldmann in die Reihe der „.Stars“ vor als brillianter Redner, Polyglot und Diplomat. * Das Basler Programm der Schaffung einer „öffentlich rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina“ ist verwirklicht. Der Zionismus hat heute andere Ziele, andere Aulgaben. Dem historischen „Basler Programm“ wird ein neues, ein der Zeit angepaßtes „Jerusalemer Programm“ folgen. („Aulbau“ New York) 5964645181